Rohr (Thüringen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rohr
Rohr (Thüringen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rohr hervorgehoben
50.58333333333310.5340Koordinaten: 50° 35′ N, 10° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Schmalkalden-Meiningen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Dolmar
Höhe: 340 m ü. NN
Fläche: 13,96 km²
Einwohner: 1008 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98530
Vorwahl: 036844
Kfz-Kennzeichen: SM
Gemeindeschlüssel: 16 0 66 058
Adresse der Gemeindeverwaltung: Meininger Str. 24
98530 Rohr
Webpräsenz:
Bürgermeisterin: Ingrid Krech (CDU)
Lage der Gemeinde Rohr im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
Karte

Rohr ist eine Gemeinde im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen. Die Gemeinde gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Dolmar.

Blick vom Aussichtspunkt „Am Stein“ auf Rohr und den Dolmar

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Im Knotenpunkt der Straßen nach Suhl, Meiningen, Zella-Mehlis und Obermaßfeld liegt auf ca. 340 m ü. NN das Dorf Rohr.

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

Zum eigentlichen Dorf Rohr gehört noch die Siedlung Kloster Rohr, wo sich ein Berufsbildungszentrum und der Rohrer Bahnhof befinden.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Im Westen hinter dem Rohrer Berg liegt die Kreisstadt Meiningen, im Norden die Gemeinde Kühndorf, im Nordosten Schwarza, im Osten Dillstädt, südlich die Gemeinden Ellingshausen, Einhausen und Belrieth.

[Bearbeiten] Geschichte

Rohr wurde 815 erstmals urkundlich erwähnt mit der Gründung eines Benediktinerklosters. Während das Kloster nur kurze Zeit bestand, entwickelte sich im Ort ein Reichshof, der wiederholt Aufenthaltsort deutscher Könige war. Nach dem überraschenden Tod Kaiser Ottos II. am 7. Dezember 983 in Rom rief Willigis, der Erzbischof von Mainz, dessen Witwe Theophanu und Adelheid, Ottos II. Mutter, aus Italien nach Deutschland. Auf einem Reichstag in Rara (d. i. Rohr) übergab 984 Heinrich von Bayern (der Zänker), der nächste männliche Verwandte der herrschenden Dynastie, der deshalb Ansprüche auf die Vormundschaft und Regentschaft erhob, den schon zum König gekrönten unmündigen dreijährigen Otto III. an Theophanu.

Südlich des Dorfes entstand 1206 ein Benediktinerinnenkloster, das im Zuge der Reformation aufgehoben wurde und 1833 in Privatbesitz kam.

Rohr lag im Mittelalter an einer wichtigen Handelsstraße, die von Mainfranken über Mellrichstadt, Jüchsen an der Salzfurt, Einhausen an der Werrafurt, über die Zeller-Leube in den Thüringer Wald führte. Wichtigster Erwerbszweig war lange die Landwirtschaft, ab dem frühen 20. Jahrhundert auch das Bauhandwerk.

Der Ort zählte ursprünglich zum hennebergischen Amt Schwarza, kam 1660 an Sachsen-Naumburg-Zeitz, 1680 an das Amt Kühndorf, 1718 an Kursachsen, 1815 an Preußen und 1816 zum preußischen Amt Schleusingen.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten etwa 100 Kriegsgefangene aus Frankreich sowie Frauen und Männer aus Polen und der Sowjetunion Zwangsarbeit verrichten: auf dem Klostergut, im Forst und im Sägewerk. Opfer der Zwangsarbeit einschließlich ihrer Kinder wurden auf dem Friedhof begraben.[2]

[Bearbeiten] Name

Die Siedlung hat in den alten Urkunden des Mittelalters vier Namen: rara, rora, rore und ror. Das Große Deutsche Ortsbuch listet im deutschsprachigen Raum siebzehn Ortschaften gleichen Namens auf. Der Ortsname leitet sich von dem Schilfrohr ab, das in den Flussniederungen noch heute reichlich wächst. Das Schilfrohr erscheint auch im Wappen des Dorfes und zwar neben dem Benediktinerkreuz als Hinweis auf die Klostergeschichte, sowie der Henne, dem Wappentier der ehemaligen Grafschaft Henneberg.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994: 986
  • 1995: 1032
  • 1996: 1050
  • 1997: 1080
  • 1998: 1085
  • 1999: 1084
  • 2000: 1089
  • 2001: 1077
  • 2002: 1062
  • 2003: 1062
  • 2004: 1046
  • 2005: 1044
  • 2006: 1028
  • 2007: 1008
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik


[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Bauwerke

Haselbrücke
  • Die alte Wehrkirche Michaeliskirche wurde als Klosterkirche eines Benediktinerklosters zwischen 815 und 820 erbaut. Die heutige Dorfkirche mit der Krypta ist der einzige in großen Teilen aus karolingischer Zeit erhaltene Monumentalbau im östlichen Deutschland.
  • Im gut erhaltenen historischen Ortskern stehen Fachwerkhäuser im fränkischen Fachwerkstil und nahe der Kirchenburg eine Heimatstube.
  • Nahe dem Bahnhof befindet sich das ehemalige Kloster Rohr, von dem Reste der ehemaligen Klostermauer und das Gebäude der Johanniskirche erhalten sind.
  • Die Steinbogenbrücke (Haselbrücke) überspannt das Flüsschen Hasel (Nebenfluss der Werra) in der Nähe des Ortsteil Kloster. Die Brücke soll mit ca. 500 Jahren eine der ältesten Steinbogenbrücken im Landkreis Schmalkalden-Meiningen sein.


[Bearbeiten] Quellen

  1. Thüringer Landesamt für Statistik: Bevölkerung nach Gemeinden
  2. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 256, ISBN 3-88864-343-0

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Rohr (Thüringen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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