Rommerskirchen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Rommerskirchen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rommerskirchen
Rommerskirchen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rommerskirchen hervorgehoben
51.0347222222226.691388888888970Koordinaten: 51° 2′ N, 6° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Rhein-Kreis Neuss
Höhe: 70 m ü. NHN
Fläche: 60,07 km²
Einwohner: 12.510 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 208 Einwohner je km²
Postleitzahl: 41569
Vorwahlen: 02183, 02182, 02181
Kfz-Kennzeichen: NE
Gemeindeschlüssel: 05 1 62 028
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnstraße 51
41569 Rommerskirchen
Webpräsenz: www.rommerskirchen.de
Bürgermeister: Martin Mertens (SPD)
Lage der Gemeinde Rommerskirchen im Rhein-Kreis Neuss
Düsseldorf Duisburg Köln Krefeld Kreis Düren Kreis Heinsberg Kreis Mettmann Kreis Viersen Mönchengladbach Rhein-Erft-Kreis Dormagen Grevenbroich Jüchen Kaarst Korschenbroich Meerbusch Neuss RommerskirchenKarte
Über dieses Bild

Rommerskirchen ist eine Gemeinde im Rhein-Kreis Neuss im Südwesten Nordrhein-Westfalens.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Rommerskirchen
Gillbach bei Rommerskirchen

Rommerskirchen ist die südlichste Gemeinde im Rhein-Kreis Neuss und im Regierungsbezirk Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen. Durch Rommerskirchen fließt der Gillbach. Er gibt den fruchtbaren Ländereien im Gemeindegebiet auch den Namen „Die Gilbach“. Innerhalb des Kreises hat Rommerskirchen von allen Kommunen die geringste Bevölkerungsdichte.

Folgende Gemeinden grenzen an Rommerskirchen (Abstand von Ortsmitte zu Ortsmitte):

Grevenbroich
10 km
Grevenbroich Dormagen
12 km
Grevenbroich Nachbargemeinden Dormagen
Bergheim
(Rhein-Erft-Kreis)
10 km
Pulheim
Bergheim
Pulheim
(Rhein-Erft-Kreis)
8 km

Ortsteile[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Urgeschichte bis Mittelalter[Bearbeiten]

Die ältesten Funde im Ort stammen aus der Grabung in der Kirche; die Scherben zeugen von einer Siedlung der Bandkeramiker (ca. 5300–4900 v. Chr.).[2]

In Rommerskirchen existieren noch viele Überreste der römischen Kultur. Dazu zählen zahlreiche römische Landgüter (Villae Rusticae) und der Jupiterpfeiler von Rommerskirchen.[3]

Halskette als Beigabe eines Frauengrabes (Grab 136) vom Anfang des 8. Jahrhunderts

Auch aus fränkischer Zeit (6.–7. Jahrhundert) liegen Siedlungsreste und Gräber vor. Bemerkenswert sind die Gräber, die bei Ausgrabungen durch Peter Josef Tholen 1950 unter der Pfarrkirche St. Peter zu Tage kamen. Sie datieren in die Zeit 700–740 n. Chr., darunter ein ausnehmend reiches Frauengrab.[4] Die Anordnung dieser Gräber lässt erschließen, dass sie in einer damals bereits bestehenden, 3-schiffigen Holzkirche von mindestens 7,5 × 15 m Größe niedergelegt wurden. Aus dieser Kirche entwickelte sich in vielen Zwischenstufen die 1945 zerstörte Kirche.

Schriftlich erwähnt wird Rommerskirchen im Jahre 1106 als Rumeschirche. Verschiedene Ortschaften der Gemeinde Rommerskirchen weisen in ihrem Kern noch mittelalterliche Züge mit romanischen und gotischen Kirchen auf, wie z. B. die Lambertuskapelle im Ortsteil Ramrath mit einer etwa 1100-jährigen Geschichte und einer Burg.

Rommerskirchen wurde im 15. Jahrhundert mit einem Wall und einem Graben umgeben und erhielt im Jahre 1437 die Marktrechte. Politisch bildete Rommerskirchen einen gleichnamigen Dingstuhl (Sitz eines unteren Gerichts) im Amt Hülchrath im Kurfürstentum Köln.

In der Nähe von Rommerskirchen befand sich die Ortschaft Gorchheim. Im Jahre 1260 wurde sie Goegheim und 1321 Goyrcheim genannt. Wo sich dieser Ort befand, ist nicht bekannt.

Neuzeit[Bearbeiten]

1794 besetzten französische Revolutionstruppen Rommerskirchen. 1796 wurde die Mairie Rommerskirchen gebildet. Sie gehörte zum Kanton Dormagen im Arrondissement Cologne im Département de la Roer. Sehr viele Bauten stammen aus der frühen Neuzeit sowie der Zeit der napoleonischen Besatzung. 1815 wurde die preußische Gemeinde Rommerskirchen gebildet. Sie bestand aus den Ortschaften Rommerskirchen, Eckum, Vanikum, Sinsteden und Gill und gehörte zum Landkreis Neuß. 1929 kam Rommerskirchen an den Landkreis Grevenbroich-Neuß. 1966 entstand das Amt Rommerskirchen-Nettesheim. Zu diesem Amt gehörten die Gemeinde Rommerskirchen sowie die beiden Gemeinden des ehemaligen Amtes Nettesheim, Nettesheim-Butzheim und Frixheim-Anstel.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1975 wurde das Amt Rommerskirchen-Nettesheim aufgelöst. Die Gemeinden Nettesheim-Butzheim und Frixheim-Anstel wurden in die neue Gemeinde Rommerskirchen eingemeindet. Ebenfalls eingemeindet wurden die Gemeinden der Amtes Evinghoven. Dies waren Hoeningen mit den Ortschaften Hoeningen, Widdeshoven, Ramrath und Villau sowie Oekoven mit den Ortschaften Oekoven, Deelen, Ueckinghoven und Evinghoven.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 31. Dezember 1975: 11.095
  • 31. Dezember 1980: 11.170 (+75)
  • 31. Dezember 1985: 11.069 (−101)
  • 31. Dezember 1990: 11.414 (+345)
  • 31. Dezember 1995: 12.151 (+737)
  • 31. Dezember 2000: 12.382 (+231)
  • 31. Dezember 2005: 12.611 (+229)
  • 18. März 2010: 13.000 (+389)

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Wahl des Rommerskirchener Gemeinderats 2014
in Prozent
 %
50
40
30
20
10
0
48,0 %
37,8 %
6,3 %
5,9 %
2,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+8,2 %p
-1,4 %p
+0,2 %p
-3,6 %p
-3,3 %p
Sitzverteilung im
Rommerskirchener Gemeinderat 2014
     
Von 32 Sitzen entfallen auf:

Verteilung der 32 Sitze im Gemeinderat nach der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014:

SPD CDU GRÜNE UWG FDP Gesamt
15 (+2) 12 (=) 2 (=) 2 (-1) 1 (-1) 32

Von 2009 bis 2014 regierte die SPD in einer Ampelkoalition mit den Grünen und der FDP. Auch die UWG schloss sich bei den meisten Entscheidungen dem „Regierungslager“ von Bürgermeister Albert Glöckner an.

Bürgermeister seit 1975[Bearbeiten]

  • 1975–1989: Heinz Faller (CDU)
  • 1989–1991: Peter Emunds (CDU)
  • 1991–1999: Peter Josef Wolter (CDU)
  • 1999-2014: Albert Glöckner (SPD)
  • seit 2014: Martin Mertens (SPD)

Gemeindedirektoren 1975–1999[Bearbeiten]

  • 1975–1991: Alfred Brinkmann (CDU)
  • 1991–1999: Peter Emunds (CDU)

Wappen[Bearbeiten]

Das Gemeindewappen zeigt in Grün drei (2:1) goldene Adler unter einem fünflätzigen goldenen Turnierkragen. Dieses Wappen wurde nach der kommunalen Neugliederung im Jahre 1975 geschaffen und am 4. Oktober 1979 vom Regierungspräsident Düsseldorf genehmigt. Es geht auf ein altes Schöffensiegel der Herren von Anstel zurück, das nachweislich im Jahre 1355 von diesen geführt wurde. Der ursprünglich dreilätzige Turnierkragen des Siegels wurde auf fünf Lätze erweitert; diese symbolisieren die fünf ehemaligen Gemeinden Hoeningen, Frixheim-Anstel, Nettesheim-Butzheim, Oekoven und Rommerskirchen, aus denen die Gemeinde bei der Neugliederung hervorging. Die Tingierung symbolisiert die Naturlandschaft am Gillbach (grün) und die Landwirtschaft – insbesondere den Getreideanbau – in der Gemeinde (gold).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ansicht auf Rommerskirchen, von Grevenbroich kommend

Museen[Bearbeiten]

  • Kulturzentrum Sinsteden mit dem Landwirtschaftsmuseum und den Skulpturen-Hallen Ulrich Rückriem
  • Gillbachbahn, Feld- und Werksbahnmuseum Oekoven
  • Virtuelles Gemeindemuseum[6]

Siehe auch: Liste der Museen im Rhein-Kreis Neuss

Bauwerke[Bearbeiten]

siehe auch Liste der Baudenkmäler in Rommerskirchen

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim (1486–1535), spätmittelalterlicher deutscher Universalgelehrter, Arzt, Theologe, Jurist, Philosoph und Magier. Entstammt der Adelsfamilie von Nettesheim (†) aus Rommerskirchen-Nettesheim.
  • Hermann Spies (1865–1950), deutscher Komponist und Musikforscher in Salzburg.
  • Norbert Prangenberg (1949–2012), deutscher Maler und Bildhauer.
  • Willi Abts (1942–2002), deutscher Politiker (SPD). Beigeordneter und Sozialdezernent in Mainz aus Rommerskirchen-Vanikum.
  • Wolfgang Niersbach (* 30. November 1950 in Rommerskirchen-Nettesheim) Präsident des Deutschen Fußball-Bundes aus Rommerskirchen-Widdeshoven.
  • Horst Lichter (* 15. Januar 1962 in Rommerskirchen-Nettesheim) deutscher Fernsehkoch aus Rommerskirchen-Gill.

Medien[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nach Rommerskirchen wurde eine große 380-kV-Umspannanlage des RWE benannt. Zwischen dem Umspannwerk Rommerskirchen und dem Umspannwerk Ludwigsburg-Hoheneck ging am 5. Oktober 1957 die erste 380-kV-Leitung in Deutschland in Betrieb.

Die Umspannanlage liegt allerdings auf dem Gebiet der Stadt Bergheim im Ortsteil Rheidt-Hüchelhoven.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Rommerskirchen noch mit dem 2007 abgerissenen Stellwerk

Der Rommmerskirchener Bahnhof liegt an der Hauptstrecke Köln–Grevenbroich–Mönchengladbach. Hier zweigt auch eine Güterzugstrecke nach Niederaußem zum dortigen Grubenbahnhof ab. Bis 2007 hatte der Bahnhof ein T-förmiges Stellwerk, ferner beginnt hier der Strategische Bahndamm.

An das Fernstraßennetz ist Rommerskirchen durch die sich hier kreuzenden Bundesstraßen 59 und 477 angeschlossen. Die B 59 ist südlich von Rommerskirchen bis zur Bundesautobahn 1 in Köln-Bocklemünd kreuzungsfrei ausgebaut worden (Inbetriebnahme Dezember 2006). Der Ausbau der B 59 in nördliche Richtung ist als Ortsumgehung bis zum Ortsteil Sinsteden angelegt (Verkehrsfreigabe am 18. Mai 2009). Nördlich von Rommerskirchen ist sie als Autobahn 540 ausgebaut.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Gemeindejugendring Rommerskirchen

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Ohletz: 1929–1974 Jahre Menschen Initiativen im Großkreis Grevenbroich; o. O. 1975
  • Gottfried Neuen: Pulheim im Wandel der Zeiten; Pulheim 1966

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rommerskirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Margarete Dohrn-Ihmig: Bandkeramik an Mittel- und Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 19. Köln 1971, S. 352 Nr. 124
  3. Peter Noelke: Die Jupitersäulen und -pfeiler in der römischen Provinz Germania inferior. Beihefte der Bonner Jahrbücher 41. Bonn 1981, S. 475 f., Nr. 175.
  4. Kurt Böhner, in: Bonner Jahrbücher 155/156, 1955/56, 509-512. – Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1989, 391–400.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 295.
  6. Virtuelles Gemeindemuseum Rommerskirchen