Schwaig bei Nürnberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schwaig b. Nürnberg
Schwaig bei Nürnberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schwaig b. Nürnberg hervorgehoben
49.47222222222211.198888888889320Koordinaten: 49° 28′ N, 11° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Nürnberger Land
Höhe: 320 m ü. NN
Fläche: 5,89 km²
Einwohner:

8238 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 1399 Einwohner je km²
Postleitzahl: 90571
Vorwahl: 0911
Kfz-Kennzeichen: LAU
Gemeindeschlüssel: 09 5 74 156
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gartenstraße 1
90571 Schwaig b.Nürnberg
Webpräsenz: www.schwaig.de
Erste Bürgermeisterin: Ruth Thurner (FWG)
Lage der Gemeinde Schwaig b. Nürnberg im Landkreis Nürnberger Land
Nürnberg Nürnberg Landkreis Roth Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Bayreuth Landkreis Forchheim Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Amberg-Sulzbach Engelthaler Forst Zerzabelshofer Forst Schönberg (gemeindefreies Gebiet) Rückersdorfer Forst Laufamholzer Forst Günthersbühler Forst Forsthof (gemeindefreies Gebiet) Fischbach (gemeindefreies Gebiet) Feuchter Forst Brunn (gemeindefreies Gebiet) Behringersdorfer Forst Feucht Offenhausen (Mittelfranken) Alfeld (Mittelfranken) Altdorf bei Nürnberg Burgthann Engelthal Happurg Henfenfeld Hersbruck Kirchensittenbach Lauf an der Pegnitz Leinburg Ottensoos Pommelsbrunn Reichenschwand Röthenbach an der Pegnitz Rückersdorf (Mittelfranken) Schwaig bei Nürnberg Schwarzenbruck Velden (Pegnitz) Vorra Winkelhaid Schnaittach Neunkirchen am Sand Simmelsdorf Winkelhaid (gemeindefreies Gebiet) Haimendorfer Forst Neuhaus an der PegnitzKarte
Über dieses Bild

Schwaig bei Nürnberg (amtlich: Schwaig b. Nürnberg) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land.

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage [Bearbeiten]

Schwaig liegt an der Pegnitz an der östlichen Stadtgrenze von Nürnberg-Laufamholz, nur getrennt durch die A 3. Die Entfernung zum Nürnberger Zentrum beträgt elf Kilometer. Schwaig mit dem Ortsteil Malmsbach liegt links der Pegnitz, der Ortsteil Behringersdorf (nördlich des Kernortes Schwaig) rechts der Pegnitz und grenzt ebenfalls an die Bundesautobahn 3. Die Pegnitz fließt von der Fränkischen Schweiz nach Westen in Richtung Nürnberg und Fürth. Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn) Rückersdorf, Röthenbach an der Pegnitz und Nürnberg.

Behringersdorf von Südosten mit der Turmspitze der evangelischen Kirche und dem Tucher-Schloss rechts daneben.

Gemeindegliederung [Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Schwaig hat drei amtlich benannte Ortsteile[2]:

Schwaig ist der Kernort. Dort steht das Schwaiger Schloss. Dieser ehemalige Herrensitz wurde mit den meisten Nebengebäuden von der politischen Gemeinde erworben und wird nach sorgfältiger Restaurierung für die Gemeindearbeit verwendet. Das Hauptgebäude stammt im Kern aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts erneuert.

Malmsbach, direkt neben der Autobahn, besitzt das Schloss Malmsbach. Es ist im Grundbestand mittelalterlich, besteht aber nur noch aus dem restaurierten Torgebäude und den anliegenden Gebäuden an der Westseite sowie Teilen der Grabenmauer.

Behringersdorf liegt nördlich des Kernortes und ist vom Nürnberger Stadtteil Erlenstegen durch die A 3 mit der Anschlussstelle Behringersdorf und den Sebalder Reichswald getrennt. Der Ortsteil mit etwa 3500 Einwohnern besitzt eine sehenswerte evangelisch-lutherische Pfarrkirche (Maria-Magdalena-Kirche) von 1439 und das ehemalige Tucher-Schloss (1720–1730) aus der Barockzeit. Von den ortsansässigen Unternehmen sind vor allem die überregional bekannten Kalksandsteinwerke Zapf (örtlich die „Backsteinfabrik“ genannt) und die Firma Retterspitz, Hersteller der gleichnamigen Einreib-Lotion, von Bedeutung.

Geschichte [Bearbeiten]

Eingemeindungen [Bearbeiten]

Am 15. Mai 1976 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Behringersdorf eingegliedert.[3]

Politik [Bearbeiten]

Wappen [Bearbeiten]

Das Gemeindewappen führt Schwaig seit 1979[4], als die beiden Gemeinden Behringersdorf und Schwaig vereinigt wurden. Die beiden Bienen entnahm man dem Schwaiger Wappen von 1967. Sie symbolisieren das Schwaiger Imker- bzw. Zeidlerwesen (Waldbienenwirtschaft), das im Mittelalter von der Stadt Nürnberg kontrolliert wurde. An die Zeidlerei erinnern heute noch die Bienengartenstraße, der Zeidlerweg und der Zeidlerbrunnen mit zwei Bienenkörben auf dem Platz vor dem S-Bahnhof in Schwaig.

Die brennenden Äste (Schürstäbe) sind dem Wappen von Behringersdorf entnommen. Sie stammen ursprünglich aus dem Wappen der Nürnberger Familie Schürstab, die in der Behringersdorfer Ortsgeschichte eine führende Rolle spielte. Die Schürstabstraße erinnert heute noch daran.

Gemeinderat [Bearbeiten]

Wahlbeteiligung: 56,6 %
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Der Gemeinderat setzt sich zusammen aus der Ersten Bürgermeisterin und 20 Gemeinderäten. Sitzverteilung: CSU 7 Sitze, Freie Wahlgemeinschaft 6 Sitze, SPD 4 Sitze, GRÜNE 2 Sitze, FDP 1 Sitz. Die Gemeinderäte sind für 6 Jahre gewählt (1. Mai 2008 bis 30. April 2014).

Ämterverteilung: Erste Bürgermeisterin Ruth Thurner (FWG), Zweiter Bürgermeister Ralf-Michael Dörr (CSU), Fraktionsvorsitzende: Werner Simon (CSU), Roland Brandmüller (SPD), Walter Neumann (FWG) und Irmingard Fritsch (Grüne), Romina Rieder (FDP).

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Industrielle Unternehmen findet man konzentriert im Osten Mittelfrankens hauptsächlich im Städteverbund Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach, darunter auch in Schwaig bei Nürnberg als Teil der Metropolregion Nürnberg. Schwaig entwickelte sich von einem kleinen Bauerndorf zu einem Gewerbe- und Industriestandort. Zu den Pionierbetrieben in Schwaig gehört das noch während der „industriellen Revolution“ 1899 in Behringersdorf gegründete Kalksandsteinwerk Zapf. Vornehmlich im Süden des Ortsteils Schwaig entstand entlang der Autobahn ein ausgedehntes Gewerbe- und Industriegebiet. Dort war die Eisen-Großhandelsfirma Waldemar Zeitelhack (1953–2000) mit bis zu 500 Beschäftigten der größte Betrieb.

Verkehr [Bearbeiten]

Schwaig ist von der Bundesautobahn 3 über die Anschlussstelle Nürnberg-Mögeldorf erreichbar, Behringersdorf über die Anschlussstelle Nürnberg-Behringersdorf.

Behringersdorf ist Haltepunkt an der Bahnlinie Nürnberg – Lauf (rechts der Pegnitz) – Prag (Bahnstrecke Nürnberg–Cheb).

Schwaig ist außerdem direkt mit der S-Bahn und mit einer Buslinie des Verkehrsverbundes im Großraum Nürnberg (VGN) in die Metropolregion Nürnberg eingebunden. So ist Schwaig Haltepunkt der S-Bahnlinie 1 (S1) Bamberg - Nürnberg Hbf - Hartmannshof.

Medien [Bearbeiten]

  • Pegnitz-Zeitung (Nordbayerische Zeitung für Lauf Stadt und Land), in Gemeinschaft mit den Nürnberger Nachrichten
  • Nürnberger Zeitung („NZ“ – auch: „Nordbayerische Zeitung“)
  • Mitteilungsblatt Schwaig
  • Die Region im Blick

Sport [Bearbeiten]

Schwaig verfügt über zwei Sportvereine (SV Schwaig und TSV Behringersdorf), ein Sportzentrum und ein Hallen- und Freibad „Pegnitzaue“.

Die 1. Fußball-Mannschaft des SV Schwaig spielt in der Bezirksliga.

Das Männer-Volleyballteam des SV Schwaig spielt in der Regionalliga.

Bildung und Kultur [Bearbeiten]

Schulen und Bildungseinrichtungen [Bearbeiten]

Geschichts- und Kulturkreis Schwaig-Behringersdorf e. V. [Bearbeiten]

Der „Geschichts- und Kulturkreis Schwaig-Behringersdorf“ (GuKK) wurde am 13. Januar 1992 gegründet, um die Ortsgeschichte zu erforschen und darzustellen und sich der Pflege des kulturellen Lebens zu widmen. Dazu gehört die Erhaltung und Pflege von Kulturwerten in der Gemeinde Schwaig, die Förderung der Denkmalpflege, die Quellenforschung in Archiven, die Sicherung zeitgenössischer Spuren, die Auswertung von ortsgeschichtlich wertvollen Nachlässen, die Einrichtung eines Bild- und Quellenarchivs und die Veranstaltung von Ausstellungen, Exkursionen in die nähere und fernere Umgebung, Führungen, Vorträgen und Lesungen. Die Veröffentlichungen des Geschichts- und Kulturkreis Schwaig–Behringersdorf sind unter „Literatur“ aufgeführt. Bisher hat der Verein vier Ausstellungen im Schwaiger Schloss zusammengestellt zu den Themen „Schwaig im Bild“ und „Kulturelles Leben im Spiegel der Vereine“.

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Schloss Schwaig
Schloss Malmsbach
  • Ortsteil Schwaig: Schwaiger Schloss[6]; ehemaliges Zeidelmuttergut (15. Jahrhundert)
  • Ortsteil Malmsbach: Schloss Malmsbach, früher bedeutender Herrensitz (14. Jahrhundert)
  • Ortsteil Behringersdorf: Maria-Magdalena-Kirche (1439); spätbronzezeitliches Keltengrab (500 v. Chr.); Herrensitze der Patrizierfamilie Tucher (16. und 18. Jahrhundert)

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Schwaig bei Nürnberg

Feste [Bearbeiten]

Die Behringersdorfer Kirchweih im Juni, die Schwaiger Kirchweih im Juli und der Höhepunkt, das Schwaiger Schlossfest im September.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

  • Lucie Kurlbaum-Beyer (1914–2008), Politikerin (SPD)
  • Karl-Heinz Ferschl (* 1944), Abwehrspieler des 1. FC Nürnberg, 1967/68 Deutsche Meisterschaft
  • Joachim Franke (* 1926), em. Professor für Psychologie an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg, ehemaliger Prorektor
  • Robert Fritzsch, ehemaliger Direktor der Nürnberger Stadtbibliothek, Autor
  • Fritz Körber (* 1939), Altbürgermeister (2000–2006), goldene Verdienstmedaille der Gemeinde Schwaig, im Bezirksrat Fraktionsvorsitzender der SPD, Vertreter des Bezirkstagspräsidenten
  • Amandus Kupfer (1879–1952), ein Schüler Carl Huters, Gründer des Carl-Huter-Verlages für Psycho-Physiognomik, Schwaig bei Nürnberg, Autor
  • Gustav Roeder (* 1924), ehemaliger Chefredakteur der Nürnberger Zeitung, Autor
  • Volker Römheld (* 1941), em. Professor für Pflanzenernährung an der Universität Hohenheim
  • Erich Schäfer (1900–1984), Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre und Industriebetriebslehre an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg
  • Jules Stauber, Autor, Karikaturist, Illustrator, Cartoonist
  • Karlheinz Vogel, FWG, Altbürgermeister (1976–2000), (einziger) Ehrenbürger
  • Waldemar Zeitelhack, Stahlkaufmann, Eisen-Großhandelsfirma, Rennpferdezüchter, 1977/78 unter Lothar Schmechtig Vizepräsident, dann 1978/79 Präsident des 1. FC Nürnberg

Literatur [Bearbeiten]

  • Schwaig bei Nürnberg: Infobroschüre. 7. Auflage, Mering: WEKA-Info-Verlag, 2002, 40 S.
  • Geschichts- und Kulturkreis Schwaig-Behringersdorf e. V. (Hrsg.): Behringersdorf, Malmsbach, Schwaig – Bilder aus dem Leben einer Gemeinde im Nürnberger Land – einst und jetzt. Schwaig: Geschichts- und Kulturkreis Schwaig-Behringersdorf, 2005, 230 S., ISBN 3-00-016895-8
  • Weitere Veröffentlichungen des „Geschichts- und Kulturkreises Schwaig–Behringersdorf e. V.“
    • Das Schwaiger Schloß und seine Geschichte (1992)
    • Zur Geschichte der Maria-Magdalena-Kirche in Behringersdorf (1995)
    • Zur Geschichte von Malmsbach (1996)
    • Die Eisenbahn in Schwaig und Behringersdorf (1997)
    • Straßen und Brücken (2000)

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111028/170000&attr=OBJ&val=1438
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 719.
  4. http://www.datenmatrix.de/projekte/hdbg/gemeinden/bayerns-gemeinden_detail.php?gkz=9574156
  5. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=574&suchbegriff=5
  6. Schloss Schwaig

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Schwaig bei Nürnberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien