Wartenberg (Oberbayern)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Wartenberg
Wartenberg (Oberbayern)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Wartenberg hervorgehoben
48.40511.988888888889430Koordinaten: 48° 24′ N, 11° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Erding
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Wartenberg
Höhe: 430 m ü. NHN
Fläche: 17,88 km²
Einwohner: 4917 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 275 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 85456,
85447 (Weg)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 08762
Kfz-Kennzeichen: ED
Gemeindeschlüssel: 09 1 77 143
Marktgliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Markt Wartenberg
Marktplatz 8
85456 Wartenberg
Webpräsenz: www.wartenberg.de
Bürgermeister: Manfred Ranft (FWG)
Lage des Marktes Wartenberg im Landkreis Erding
Oberding Eitting Berglern Langenpreising Moosinning Erding Bockhorn (Oberbayern) Taufkirchen (Vils) Dorfen Sankt Wolfgang (Oberbayern) Lengdorf Wartenberg (Oberbayern) Kirchberg (Oberbayern) Hohenpolding Steinkirchen (Oberbayern) Inning am Holz Fraunberg Isen Finsing Walpertskirchen Forstern Neuching Ottenhofen Pastetten Buch am Buchrain Wörth (Landkreis Erding) Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Ebersberg München Landkreis München Landkreis Landshut Landkreis FreisingKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Wartenberg ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Erding und Mitglied der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft. Wartenberg liegt zwischen Erding (13 km) und Moosburg (8 km) am Ostrand der Münchener Schotterebene.

Geographie[Bearbeiten]

Der Markt Wartenberg liegt direkt am Übergang vom Erdinger Moos im Westen zum hügeligen, waldreichen Holzland im Osten. Nach Landshut sind es 22 km, nach Moosburg an der Isar 10 km, zum Flughafen München 12 km, in die Kreisstadt Erding 15 km, nach Dorfen 25 km und in die Landeshauptstadt München rund 52 km.

Geschichte[Bearbeiten]

Um 1105 gelangten die Wittelsbacher Pfalzgrafen in Besitz verschiedener Güter und Ländereien an Strogn und Sempt und errichteten an der Stelle einer wohl schon im 10. oder 11. Jahrhundert bestehenden Befestigungsanlage um 1116/17 eine Burg am „monte Wartenberc“. Dadurch wurde Wartenberg ein bedeutender Zentralort für die Wittelsbacher Besitzungen im Erdinger Raum. Zeitweise benannten sich die Wittelsbacher auch nach ihrem Wartenberger Sitz.

Wartenberg: Burgkapelle auf dem Nikolaiberg

Der zu Beginn des 13. Jahrhunderts noch als „Dorf“ bezeichnete Ort erhielt vermutlich bereits 1290, sicher jedoch mit der belegten Bestätigung 1329 das Marktrecht. Im 14. Jahrhundert verlor die Burg Wartenberg zunehmend ihre militärische Notwendigkeit und wurde um 1370 abgetragen; heute kann man auf dem Nikolaiberg die mittelalterliche St. Nikolaus-Kapelle besuchen. Wegen der waldreichen, schönen Gegend kamen die Wittelsbacher nach wie vor gerne nach Wartenberg und errichteten unweit der ehemaligen Burganlage ein Jagdhaus (urkundlich erwähnt 1409) am Nikolaiberg. Es steht als ältestes profanes Gebäude noch an der ursprünglichen Stelle und wurde bis heute verschiedentlich genutzt (Firmensitz, Schulhaus, Künstlerhaus).

Ferdinand von Bayern (1550–1608), der nachgeborene Sohn des Herzogs Albrecht V. heiratete am 26. Dezember 1588, gegen den Widerstand seiner Familie, in morganatischer Ehe, Maria von Pettenbeck, die 15-jährige Tochter des Haager Landrichters Georg von Pettenbeck. Wegen des niedrigen Adelsstands seiner Frau, der von den Hausgesetzten nicht als ebenbürtig anerkannt wurde, entsagte Ferdinand für sich und seine Nachkommen auf die bayerische Thronfolge, erhielt jedoch Schloss und Gut Wartenberg, jährliche Apanagezahlungen, zwei Rittergüter, sowie die vertragliche Zubilligung der Sukzession in Bayern bei einem eventuellen Aussterben der Nachkommen seines älteren Bruders Wilhelm V. Dieser schenkte dem Paar bei der Hochzeit zusätzlich die Grafschaft Haag, wo die Braut herstammte. 1602 erhob er die Kinder zu Gräfinnen und Grafen von Wartenberg. Jene Seitenlinie der Wittelsbacher, auch die sogenannte „Ferdinandinische Linie“ genannt, erlosch 1736 im Mannesstamm, sonst hätte sie 1777, beim Aussterben der bayerischen Wittelsbacher – neben den pfälzischen Familienzweigen Sulzbach bzw. Zweibrücken, wovon alle heutigen Wittelsbacher abstammen – einen Rechtsanspruch auf die Nachfolge gehabt.

Am 1. Januar 1972 wurde die damals selbständige Gemeinde Auerbach eingegliedert.[2]

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Hauptartikel: Wappen des Marktes Wartenberg

Das Wappen des Marktes Wartenberg ist historisch: „In Rot ein geflügelter goldener Drache mit silberner Pfeilzunge und Stachelschwanz.“

Neben dem Wappen führt der Markt eine Flagge mit den Farben Rot-Gelb (früher Grün-Rot).

Politik[Bearbeiten]

Wahlbeteiligung: 64,7 %
 %
40
30
20
10
0
38,0 %
27,3 %
21,5 %
13,2 %
Paul Weber (1823–1916): Mühle bei Wartenberg, Privatbesitz

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Dem Marktgemeinderat gehören 16 hierfür gewählte Bürgerinnen und Bürger an. Seit der Kommunalwahl vom 2. März 2008 setzt er sich wie folgt zusammen.:

Partei/Liste CSU SPD FWG FDP Gesamt
Sitze 6 3 5 2 16

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten]

Der Verwaltungsgemeinschaft Wartenberg gehören dieser Markt und die Gemeinden Berglern und Langenpreising an.

Sehenswertes[Bearbeiten]

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Wartenberg (Oberbayern)

  • Die Pfarrkirche Mariä Geburt wurde 1719-23 von Anton Kogler erbaut, der Turm wurde 1763 von Johann Baptist Lethner aufgestockt.
  • Auf dem Nikolaiberg steht die ehemalige spätromanische Burgkapelle (herrliche Aussicht)
  • Das ehemalige Wittelsbacher Jagdhaus
  • Der Marktplatz mit Mariensäule
  • die Friedhofskapelle aus dem 15. Jahrhundert wurde im 17. Jahrhundert innen umgebaut.
  • Die Filialkirche St. Ulrich in Pesenlern ist kleiner romanischer Bau vom Ende des 12. Jahrhunderts.

Klinik[Bearbeiten]

Bedeutung über Wartenberg hinaus hat die Klinik Wartenberg, eine internistische Fachklinik für Akutmedizin und Rehabilitation mit 200 Betten. Sie hat die Rechtsform einer Stiftung. Die Klinik beschäftigt mehr als 300 Mitarbeiter.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Prechtl, J. B.: Kurze Chronik des Marktes Wartenberg Oberbayern, Wartenberg, 1979.
  • Dreier Alfred (Herausg.): „Wartenberg und die Wittelsbacher“, Wartenberg, 1980

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 458
  3. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=177&suchbegriff=1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wartenberg (Oberbayern) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien