Andreas Herzog

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Dieser Artikel behandelt den österreichischen Fußballspieler Andreas Herzog. Zu weiteren Personen dieses Namens siehe Andreas Herzog (Begriffsklärung).
Andreas Herzog

Andreas Herzog (2009)

Spielerinformationen
Geburtstag 10. September 1968
Geburtsort WienÖsterreich
Position Mittelfeldspieler
Junioren
Jahre Station
bis 001983
1983–1986
FC Admira/Wacker
SK Rapid Wien
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1986–1992
1987
1992–1995
1995–1996
1996–2001
2002–2003
2004
SK Rapid Wien
FC Vienna (Leihe)
Werder Bremen
FC Bayern München
Werder Bremen
SK Rapid Wien
Los Angeles Galaxy
133 (33)
7 0(3)
94 (26)
28 0(2)
142 (32)
41 0(4)
27 0(4)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1986–1988
1988–2003
Österreich U-21
Österreich
9 0(0)
103 (26)
Stationen als Trainer
Jahre Station
2005–2009
2009–2011
2011–2016
2015–2016
Österreich (Co-Trainer)
Österreich U-21
USA (Co-Trainer)
USA U-23
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Andreas Herzog (2008)

Andreas Herzog (* 10. September 1968 in Wien) ist ein ehemaliger österreichischer Fußballspieler und heutiger Fußballtrainer. Er war zuletzt Co-Trainer der Fußballnationalmannschaft der Vereinigten Staaten und Trainer der U-23 Nationalmannschaft der USA.[1] Mit 103 absolvierten Länderspielen ist er Rekordspieler der österreichischen Nationalmannschaft.

Karriere als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herzog begann seine Karriere in der Jugend des FC Admira/Wacker, den er, nachdem die Nachwuchsabteilung des Vereins von Wien nach Niederösterreich verlegt wurde, verließ und zum SK Rapid Wien wechselte.[2] Bei Rapid feierte er 1986, drei Tage nach seinem 18. Geburtstag, unter Trainer Otto Barić sein Profidebüt, sein Durchbruch gelang ihm jedoch erst im Frühjahr 1988 als Leihspieler für den First Vienna FC, wo er an der Seite von Gerald Glatzmayer und Peter Stöger eines der spielstärksten Mittelfelder der Liga bildete und zum österreichischen Nationalspieler aufstieg.[2]

Hatte er bei den beiden Meistertitel (1987 und 1988) und dem Cupsieg (1987) noch eine untergeordnete Rolle gespielt, reifte er nach seiner Rückkehr zu Rapid in Folge sukzessive zum unangefochtenen Spielmacher der Mannschaft heran.

1992 wechselte er in die deutsche Bundesliga und wurde gleich in seiner ersten Saison bei Werder Bremen deutscher Meister und 1994 Pokalsieger. Aufgrund seiner Leistungen wurde der FC Bayern München auf Herzog aufmerksam, und dieser wechselte gemeinsam mit seinem Förderer und Trainer Otto Rehhagel in der Saison 1995/96 zum FC Bayern München. Trotz des Sieges im UEFA-Cup verlief die Saison für ihn aber nicht nach Wunsch, und er kehrte nach Bremen zurück, wo er 1999 zum zweiten Mal Pokalsieger wurde. In Deutschland erzielte „Herzl“, wie er von vielen seiner Fans genannt wird, in insgesamt 264 Bundesligaspielen 60 Tore,[3] davon 15 durch Elfmeter.

Als er Gefahr lief, seinen Stammplatz bei Bremen an den ungarischen Mittelfeldspieler Krisztián Lisztes zu verlieren, wechselte er in der Winterpause 2001/02 zurück in die österreichische Bundesliga und spielte bis 2003 wieder für Rapid Wien, wobei er von 2002 bis 2003 Mannschaftskapitän war. Seine letzte Station als Spieler war 2004 Los Angeles Galaxy in der MLS. Nach dieser Saison gab er seinen Rücktritt vom Profifußball bekannt. In Österreich gelangen ihm in 174 Meisterschaftspartien, 17 Cupspielen und 10 Europacupspielen insgesamt 51 Tore.

Karriere beim ÖFB[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der österreichischen Nationalmannschaft konnte er sich für die Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien und 1998 in Frankreich qualifizieren. Sein Debüt in der Nationalmannschaft feierte er unter Trainer Josef „Pepi“ Hickersberger am 6. April 1988 im Länderspiel gegen Griechenland (Endstand 2:2). Mit 103 Länderspieleinsätzen, in denen er 26 Tore erzielte,[4] ist er österreichischer Rekordnationalspieler. Vielen in Erinnerung blieb vor allem sein Tor am 6. September 1997 zum 1:0 gegen Schweden – in der 76. Minute traf er vor 48.000 Fans im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion aus ca. 20 Metern mit links und bezwang Schweden-Keeper Thomas Ravelli. Dieser Sieg war einer der wichtigsten Bausteine für den Gruppengewinn der österreichischen Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation 1998. Auch im letzten Spiel der Qualifikation für die WM 2002 steuerte er mit einem Freistoßtreffer in der Nachspielzeit gegen Israel zum 1:1-Endstand den wohl wichtigsten Treffer bei, durch welchen sich Österreich zumindest für die Relegation gegen die Türkei qualifizierte. Obwohl nur ein- und zweistellige Rückennummern erlaubt sind, durfte Herzog mit Genehmigung der FIFA sein 100. Länderspiel mit der Rückennummer 100 austragen.[5] Sein letztes Länderspiel absolvierte Herzog am 30. April 2003 in Glasgow gegen Schottland, als Österreich mit 2:0 siegte.

2005 wurde Herzog zum ÖFB-Botschafter für die EURO 2008. Seine Aufgaben waren vor allem gezielte Werbeauftritte für ausgesuchte ÖFB-Sponsoren und für die Europameisterschaft, Spielbeobachtungen im In- und Ausland in Zusammenarbeit mit dem ÖFB-Trainerstab und dem Teamchef sowie die Beratung von Jugendspielern.

Nachdem Teamchef Hans Krankl im September 2005 von seinem Amt als Teamchef zurückgetreten war, übernahm Herzog bei den beiden letzten Spielen der Qualifikation für die WM 2006 die Position des Teammanagers und betreute als Interimstrainer mit Willibald Ruttensteiner und Slavko Kovacic die ÖFB-Auswahl. Von Jänner 2006 bis Juni 2008 war Herzog persönlicher Assistent von Teamchef Josef Hickersberger, der am 23. Juni 2008 zurücktrat. Von August 2008 bis zum 2. März 2009 war er mit Ján Kocian Trainerassistent der österreichischen Nationalmannschaft unter Karel Brückner. Im März 2009 wurde er zum neuen Teamchef der österreichischen U-21 bestellt.


Co-Trainer Nationalmannschaft der USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2011 bat Herzog um sofortige Auflösung seines Vertrages als Cheftrainer der österreichischen U-21-Nationalelf, da ihm ein Angebot als Co-Trainer der Fußballnationalmannschaft der Vereinigten Staaten vorlag. Diesem Anliegen kam der ÖFB nach.[6] Herzog war als Co-Trainer von Jürgen Klinsmann und als Scout für die amerikanischen Spieler in den europäischen Ligen tätig. Von Jänner 2015 bis Dezember 2016 war er zusätzlich Trainer der U-23-Nationalmannschaft der USA. Die angestrebte Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2016[1] erreichte er allerdings nicht.

Nach der Entlassung von Jürgen Klinsmann, musste auch Herzog seine Posten bei der USSF aufgeben.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andreas Herzog ist verheiratet, hat zwei Söhne und wohnt in Breitenfurt bei Wien.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Andreas Herzog – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Andreas Herzog soll U23 der USA zu Olympia führen (Deutsch) RTL interactive GmbH/sport.de. 23. Januar 2015. Abgerufen am 24. Januar 2015.
  2. a b "Andreas Herzog im Gespräch" rapidarchiv.at, abgerufen am 4. Juni 2017
  3. Matthias Arnhold: Andreas Herzog - Matches and Goals in Bundesliga. RSSSF. 9. Juni 2016. Abgerufen am 17. Juni 2016.
  4. Matthias Arnhold: Andreas Herzog - Century of International Appearances. RSSSF. 9. Juni 2016. Abgerufen am 17. Juni 2016.
  5. sueddeutsche.de, abgerufen am 26. Jänner 2015
  6. dpa: Herzog wird Klinsmann-Assistent bei US-Auswahl. In: Westdeutsche Zeitung Newsline, 17. Dezember 2011.
  7. Torschütze des Monats November 1998
Vorgänger Amt Nachfolger

Néstor Gorosito
Fußballer des Jahres Österreich
1992

Franz Wohlfahrt