Gijón
| Gijón / Xixón | ||
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Rathaus der Gemeinde
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| Wappen | Karte von Spanien | |
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| Basisdaten | ||
| Autonome Gemeinschaft: | ||
| Comarca: | Gijón | |
| Koordinaten | 43° 33′ N, 5° 40′ W | |
| Höhe: | 14 msnm | |
| Fläche: | 181,60 km² | |
| Einwohner: | 273.422 (1. Jan. 2016)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 1.505,63 Einw./km² | |
| Postleitzahl: | 33201 | |
| Gemeindenummer (INE): | 33024 | |
| Nächster Flughafen: | Flughafen Asturias 40,9 km | |
| Verwaltung | ||
| Bürgermeister: | Carmen Moriyón Entrialgo (FAC)[2] | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Plaza Mayor, 1, 33201 Gijón, Tel.: +34 985 18 11 11 | |
| Website: | gijon.es | |
| Lage der Stadt | ||
Gijón [xiˈxɔn] (asturisch Xixón) ist eine Hafen- und Industriestadt in Asturien und zugleich wirtschaftliches Zentrum dieser spanischen Region. Hier, am Golf von Biskaya, befindet sich einer der wichtigsten Häfen der spanischen Nordküste. In der 273.422 Einwohner (Stand 1. Januar 2016) zählenden Stadt überwiegt vor allem die Schwerindustrie mit Hüttenwerken, Werften und Maschinenbau. Im Mittelalter und in der Römerzeit hieß sie Gigia. Außerdem ist Gijón bekannt als die Hauptstadt der Costa Verde.
Gijón befindet sich im Norden Asturiens, 28 km von Oviedo und 26 km von Avilés entfernt, und bildet damit einen Teil der Metropolregion, die 20 Gemeinden des Zentrums der Region, ein dichtes Netz an Straßen, Autobahnen und Bahnlinien sowie eine Bevölkerung von rund 830.000 Einwohnern (2001) umfasst.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Entwicklung seit 1900[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
In der Statistik spiegeln sich zwei Perioden starken Wachstums: Gijón, das 1900 (im Jahr der ersten verlässlichen Bevölkerungserhebung) 46.813 Einwohner gezählt hatte (258 je km²) verdoppelte die Zahl seiner Bewohner zwischen 1920 und 1940 – und noch einmal zwischen 1960 und 1980. Begonnen hatte das 20. Jahrhundert für das Städtchen an der Atlantikküste mit einer deutlichen Verlangsamung des wirtschaftlichen Aufschwungs. Neue Impulse brachte die Eröffnung des Hafens El Musel im Jahr 1907, der sich schon bald zum Motor der lokalen Wirtschaft entwickelte und zur Goldgräberstimmung in der gesamten Region führte. 1918 blieb Gijón von der großen Grippe-Epidemie, die in Spanien grausam wütete und weltweit über 40 Millionen Menschenleben forderte, weitgehend verschont: „Nur“ knapp 900 betrug der Verlust an Menschen, der rasch wettgemacht war, als 1920 die ersten großen Werften eröffneten und Arbeiter mit ihren Familien in Scharen aus dem ländlichen Umland in die prosperierende Stadt strömten. Während 1929 in New York die Börse crashte, bekam die asturische Region den nächsten Anschub: Man hatte vielversprechende Steinkohlevorkommen entdeckt und sprach bereits vom „spanischen Böhmen“ (wobei wohl eher Schlesien gemeint gewesen sein dürfte). Und nachdem 1935 endlich die erste Kohle aus der Mine La Camocha gefördert wurde, boten Bergwerke im Hinterland und Hüttenbetriebe in Gijón tausenden einstiger Landarbeiter aus ganz Spanien eine neue Perspektive. Weitere Arbeitsplätze schuf die Zementproduktion ab 1952.
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parroquias[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der Kreis ist in 26 Parroquias unterteilt:
Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
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| Partei | 1979 | 1983 | 1987 | 1991 | 1995 | 1999 | 2003 | 2007 | 2011[3] | 2015[4] |
| PSOE | 13 | 17 | 11 | 12 | 12 | 16 | 13 | 13 | 10 | 7 |
| FAC | 9 | 8 | ||||||||
| AP / PP | 1 | 7 | 7 | 9 | 11 | 9 | 11 | 12 | 5 | 3 |
| PCE / IU | 4 | 3 | 3 | 3 | 4 | 2 | 3 | 2 | 3 | 2 |
| UCD / CDS | 9 | - | 6 | - | ||||||
| UGJ | 3 | |||||||||
| Xixón Sí Puede | 6 | |||||||||
| C`s | 1 | |||||||||
| Total | 27 | 27 | 27 | 27 | 27 | 27 | 27 | 27 | 27 | 27 |
Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| Beschäftigte | Anteil in Prozent | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| TOTAL | 95.816 | 100 | |||
| Ackerbau, Viehzucht und Fischerei | 665 | 0,69 | |||
| Industrie | 16.537 | 17,26 | |||
| Bauwirtschaft | 9.969 | 10,40 | |||
| Dienstleistungsbetriebe | 68.645 | 71,64 | |||
| * Daten aus dem Statistischen Amt für Wirtschaftliche Entwicklung in Asturien, Stand 2009 (PDF; 112 kB), SADEI | |||||
Gijón war traditionell ein Zentrum der Schwerindustrie (Stahlproduktion und Schiffbau). Spaniens dritte Bahnstrecke, die Ferrocarril de Langreo, führte von Gijón nach Langreo. Die Industrie geriet in den 1980er Jahren in die Krise, allerdings gibt es noch heute ein Stahlwerk der ArcelorMittal.
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Sehenswert ist vor allem der 1590 erbaute Palacio de los Valdés, in dessen Kellern Reste römischer Thermen gefunden wurden. Der für Kunstausstellungen genutzte Palast von Revillagigedo trägt entscheidend zum Ambiente der zum Hafen offenen Plaza del Marqués bei. Auf einer Anhöhe am Meer hat Eduardo Chillida eine seiner wichtigsten Skulpturen, Lob des Horizonts, aufgestellt. Als Touristenattraktionen der letzten Jahre sind vor allem der botanische Garten der Stadt, das Aquarium und die Umwandlung in ein modernes Kunst- und Kulturzentrum des aus der Franco-Zeit stammenden Monumentalbaus Universidad Laboral hervorzuheben. Der 2007 fertiggestellte etwa 12 km lange Küstenwanderweg vom Zentrum Gijóns bis zum Strand von La Ñora ermöglicht einige schöne Ausblicke über die Klippen des Kantabrischen Meeres.
Museen und Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
In Gijón befinden sich eine Reihe sehenswerter Museen und Ausstellungen:
- Sala de Arte Capilla San Lorenzo
- Museo Casa Natal de Jovellanos
- Museo Etnográfico del Pueblo de Asturias
- Museo del Ferrocarril de Asturias
- Museo Nicanor Piñole
- Museo de las Termas romanas de Campo Valdés
- Museo Juan Barjola
- Museo Evaristo Valle
- Museo Internacional de la Gaita
- Ciudadela de Celestino Solar
- Jardín Botánico Atlántico
- Parque Arqueológico y Natural de la Campa Torres.
- Centro de Interpretación Torre del Reloj
- Centro Internacional de Arte - Palacio de Revillagigedo
- Museo-Acuario del Centro de Experimentación Pesquera
- Acuario de Gijón
- Centro interpretación de la Naturaleza Monte Deva
- Centro de Interpretación del Cine de Asturias (CICA)
- Centro de interpretación del puerto de El Musel
- Centro de interpretación de los residuos - COGERSA.
- Fundación Alvargonzalez.
- Villa Romana de Veranes
- Laboral, Ciudad de la Cultura[5]
Gastronomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Innerhalb der typischen Küche gelten die weißen Bohnen (Spanisch: fabes) als besonders beliebt – weit bekannt ist der asturische Bohneneintopf (Spanisch: fabada asturiana) mit „compango“ (geräucherte Wurst, asturische Blutwurst und Vorderschinken) sowie mit Muscheln, Meerspinnen, Wild etc., gekocht im typisch asturischen Blechtopf. Als Hauptgerichte werden Fisch und Meeresfrüchte direkt vom Hafen dargereicht, die nach traditionellen Rezepten wie beispielsweise „la chopa de la sidra“ (Streifenbrasse in Apfelwein), „besugo a la espalda“ (Brasse mit Knoblauch, Olivenöl und Balsamicoessig) oder „ventresca de bonito“ (Thunfisch) zubereitet werden.[6] Daneben spielen auch Gerichte mit Fleisch aus dem umliegenden Festland eine wichtige Rolle, so wie Gerichte mit Kalbfleisch oder Hühnchen. Typische Desserts sind „arroz con leche“ (Milchreis), „tarta charlota“ (gefrorene Cremekuchen), „biscuit Gijón“ und die „princesitas de La Playa“ – übersetzt die Prinzesslein vom Strand. Dabei handelt es sich um ein kleines, kunstvolles Gebäck aus Marzipan, das mit einer Eiercreme gefüllt ist.
All das verbindet sich mit Apfelwein, der nach traditionellerweise die Hauptgerichte sowie an langen Sommerabenden Tortillas, Würstchen und Empanadas (Teigtaschen), begleitet.
Hotels und Gaststätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
In Gijón gibt es eine Vielfalt an Bars, Cafés, Restaurants, Apfelweinstuben, Pubs, Hotels aller Kategorien und traditionelle Gasthäuser. Es gibt sogar Besucher, die „gastronomische Routen“ verfolgen. Im Großteil der Straßen gibt es zumindest ein Restaurant oder Apfelweinstube. Es gibt sogar ein ganzes Viertel mit einer Vielfalt an Bars, das sogenannte „Apfelweinviertel“ (Spanisch: „el barrio de la sidra“).
Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der beste Fußballverein in Gijón (Sporting Gijón) spielt in der Segunda División. Gijón Baloncesto spielt in der professionellen Basketballliga.
Weltweite Berühmtheit erlangte Gijón als Austragungsort jenes umstrittenen Fußball-Weltmeisterschaftsspiels am 25. Juni 1982, bei dem sich die Mannschaften Österreichs und Deutschlands beim Stande von 1:0 für Deutschland ab der zweiten Halbzeit kaum mehr bewegten (Nichtangriffspakt von Gijón), weil dieses Ergebnis beide Teams in die nächste Runde brachte. „Gijón“ wird im Sprachgebrauch seitdem für geschobene Wettbewerbe verwendet[7].
2008 war Gijón Austragungsort der Speedskating-Weltmeisterschaft, 2014 Austragungsort der Kletter-Weltmeisterschaft.
Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Gaspar Melchor de Jovellanos (1744–1811), Schriftsteller, Jurist, Politiker und Gelehrter
- José Prida y Solares (1889–1984), spanisch-chilenischer Maler
- Santiago Carrillo Solares (1915–2012), Politiker, Generalsekretär der Kommunistischen Partei Spaniens PCE von 1960 bis 1982
- Paco Ignacio Taibo I (1924–2008), spanisch-mexikanischer Schriftsteller und Journalist
- Quini (* 1949), Fußballspieler
- Paco Ignacio Taibo II (* 1949), mexikanischer Schriftsteller und Krimiautor
- Benito Floro (* 1952), Fußballtrainer
- Julián Espina (* 1964), argentinischer lefebvristischer Priester, bekannt durch Gewalttaten gegen Kunstausstellungen
- Luis Enrique (* 1970), ehemaliger Fußballspieler und heutiger Trainer
- Abelardo Fernández (* 1970), Fußballspieler
- José Luis Rubiera (* 1973), Radsportler
- Alberto Entrerríos (* 1976), Handballspieler
- Miguel Ángel Angulo (* 1977), Fußballspieler
- Raúl Entrerríos (* 1981), Handballspieler
- Jessica Alonso (* 1983), Handballspielerin
- Borja López (* 1994), Fußballspieler
Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Vereinigte Staaten - Albuquerque seit 1977
Frankreich - Niort seit 1980
Russland - Novorossiysk seit 1986
Mexiko - Puerto Vallarta seit 1987
Kuba - Havanna seit 1994
Westsahara - Smara- seit 1996
Spanien - Muros de Galicia seit 1998
Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
- ↑ Informationsseite der Gemeinde
- ↑ Wahl 2011 Spanisches Innenministerium
- ↑ Wahl 2015 Spanisches Innenministerium
- ↑ Museos Gijón – Biografie. Website der Stadt Gijón. Abgerufen am 18. September 2014.
- ↑ Gijón Tourismo: Cuisine of Gijón Abgerufen am 1. September 2014.
- ↑ Sportbild.de: Vor 25 Jahren: Die Schmach von Gijon.
- Bevölkerungszahlen siehe INE
- Postleitzahlen siehe [1]
- Koordinaten und Höhenangaben siehe Google Earth
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
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