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Gresini Racing

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Gresini Racing
Name MotoGP:
BK8 Gresini Racing MotoGP

Moto2:
Italjet Gresini Racing Moto2
Unternehmenssitz Faenza, Italien
Teamchef Nadia Padovani
Fahrer MotoGP:
#54 Fermín Aldeguer
#73 Álex Márquez
Moto2:
#3 Sergio Garcia
#21 Alonso Lopez
Motorrad MotoGP:
Desmosedici GP26 / Desmosedici GP25
Moto2:
Kalex Moto2
Statistik
Erster Grand Prix Großer Preis von Malaysia 1997
Gefahrene Rennen
Team-WM
Fahrer-WM
Rennsiege
Pole Positions
Schnellste Runden
Punkte

Gresini Racing ist ein italienisches Motorradsport-Team.

Gründer und Namensgeber ist der Italiener und 125-cm³-Weltmeister der Jahre 1985 und 1987 Fausto Gresini, der bis zu seinem Tod 2021 auch Teamchef war. In diesem Amt folgte ihm seine Witwe Nadia Padovani nach. Das Team trat in sämtlichen Klassen der Motorrad-Weltmeisterschaft an. Aktuell sind es die Klassen MotoGP und Moto2.

Das Gresini-Team trat 1997 in der 500-cm³-Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft mit Honda an. Die Maschine, eine NSR 500 V, war im Gegensatz zu den Vierzylinder-Werksmotorrädern, mit einem Zweizylinder-Zweitaktmotor ausgestattet, der leistungsmäßig unterlegen war. Pilot war der Brasilianer Alex Barros, der mit Rang drei in Großbritannien einen Podestplatz einfuhr und Neunter der Gesamtwertung wurde.

Für 1998 erhielt das Team Honda Gresini Vierzylindermaschinen, womit sich Barros auf Rang fünf im Endklassement der Königsklasse steigerte.

1999 wechselte das Team in die 250-cm³-Klasse und trat als ELF AXO Honda Gresini weiterhin auf Honda an. Im ersten Jahr pilotierte Loris Capirossi die Maschine. Er erreichte Siege in Malaysia, den Niederlanden und Imola und wurde hinter dem überlegenen Weltmeister Valentino Rossi (Aprilia) und dem Japaner Tōru Ukawa (Honda) WM-Dritter.

In der Saison 2000 traten der Japaner Daijirō Katō und der Franzose Vincent Philippe für AXO Honda Gresini in der Viertelliterklasse an. Katō errang vier Grand-Prix-Siege, hatte bis zum letzten Rennen Titelchancen und musste sich in der Gesamtwertung schließlich nur den beiden Tech-3-Yamaha-Fahrer Olivier Jacque und Shin’ya Nakano geschlagen geben.

Daijirō Katō 2001 beim Großen Preis von Großbritannien

2001 trat das Gresini-Team als Telefonica MoviStar Honda in der 250er-WM an. Piloten waren wiederum Daijirō Katō sowie der 125-cm³-Weltmeister von 1999, der Spanier Emilio Alzamora. Katō dominierte die Saison mit elf Siegen, acht Pole-Positions sowie neun schnellsten Rennrunden in 16 Rennen und wurde mit 49 Zählern Vorsprung auf den Aprilia-Werksfahrer Tetsuya Harada überlegen Weltmeister. Alzamora schloss die Saison als Siebenter ab.

Nach Katōs Titelgewinn 2001 kehrte das Gresini-Team zur Saison 2002 in die Königsklasse zurück, die erstmals als MotoGP-Klasse ausgeschrieben war. Das technische Reglement sah nun Viertakter mit bis zu 990 cm³ Hubraum vor, daneben waren übergangsweise noch die althergebrachten 500er Zweitakter erlaubt. Katō startete die Saison auf einem NSR-500-Zweitakter und wurde beim dritten Saisonlauf, dem Großen Preis von Spanien in Jerez damit Zweiter hinter Valentino Rossi auf Viertakt-Honda. Nach der Sommerpause erhielt Gresini ab dem Großen Preis von Tschechien ebenfalls RC211V-Viertakter von Honda. Katō wurde in Brünn auf Anhieb hinter Max Biaggi (Yamaha YZR-M1) Zweiter und schloss die Saison als Siebenter der Gesamtwertung sowie „Rookie of the Year“ der MotoGP-Klasse ab. In der Viertelliterklasse, in der Gresini als Fortuna Honda Gresini ebenfalls antrat, belegten die Piloten Roberto Rolfo Rang drei und Emilio Alzamora Rang sieben im Endklassement.

Katō 2003 beim Großen Preis von Japan

Ab Saison 2003 konzentrierte sich das Gresini-Team nur noch auf die MotoGP-Klasse. Piloten der zwei RC211V-Viertakter, die mittlerweile zur Verfügung standen, waren Katō und der Spanier Sete Gibernau, der vom Suzuki-Werksteam gewechselt war. Beim Saisonauftakt Anfang April in Japan verunglückte Daijirō Katō schwer und erlag knapp zwei Wochen nach dem Unfall den erlittenen Verletzungen. An seiner Stelle startete ab dem vierten Saisonlauf der Japaner Ryūichi Kiyonari. Gibernau errang im Saisonverlauf vier Siege und stellte sich als härtester Widersacher des Honda-Werksfahrers Valentino Rossi heraus. In der Endwertung hatte der Italiener dennoch 80 Zähler Vorsprung auf Gibernau. In der Teamwertung kam Telefonica MoviStar Honda auf Rang vier.

2004 trat Gresini mit Sete Gibernau und dem neu ins Team gekommenen US-Amerikaner Colin Edwards Superbike-Weltmeister der Jahre 2000 und 2002 – in der MotoGP-Klasse an. Gibernau feierte erneut vier Grand-Prix-Siege und wurde wiederum WM-Zweiter hinter Rossi. Edwards belegte Rang fünf in der Gesamtwertung, was Telefonica MoviStar Honda MotoGP Rang zwei in der Teamwertung einbrachte – nur sieben Zähler hinter dem Yamaha-Werksteam und deutlich vor dem Honda-Werksteam, das nur 282 Punkte erreichte.

Zur Saison 2005 ersetzte der Italiener Marco Melandri den ins Yamaha-Werksteam abgewanderten Edwards. Neben ihm startete weiterhin Sete Gibernau für das Gresini-Team, das in diesem Jahr MoviStar Honda MotoGP hieß. Während Gibernau sieglos blieb und mit Gesamtrang sieben nicht an die Erfolge der Vorjahre anknüpfen konnte, wurde Melandri mit Grand-Prix-Siegen bei den letzten beiden Saisonrennen hinter dem überlegenen Weltmeister Rossi Zweiter der WM-Wertung. In der Teamwertung wurde Gresini Dritter, auf das Honda-Werksteam fehlten in der Endabrechnung hierbei nur neun Zähler.

2006 trat Gresini nach einem Wechsel des Titelsponsors als Fortuna Honda an. Den ins Ducati-Werksteam abgewanderten Gibernau ersetzte dessen Landsmann Toni Elías, der im Vorjahr für Tech 3 gefahren war. Melandri errang zwei und Elías einen Grand-Prix-Sieg, was Rang vier bzw. neun in der Gesamtwertung bedeutete. In der Team-WM wurde Gresini Vierter.

Auch 2007 starteten Melandri und Elías für das nunmehr als Honda Gresini firmierende Team in der MotoGP-Klasse, deren Hubraumlimit zur neuen Saison von 990 auf 800 cm³ abgesenkt worden war. Melandri wurde auf Honda RC212V wurde WM-Fünfter, Elías WM-Zwölfter. In der Teamwertung erreichte man in diesem Jahr den fünften Platz.

Beim Großen Preis von Malaysia 2011 verunglückte der Gresini-Pilot Marco Simoncelli bei einem Rennunfall tödlich.

Aprilia-Einsatzteam

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Von 2015 bis 2021 trat Gresini mit Aprilia in der Königsklasse an. Gresini war das einzige Aprilia-Team seit deren Rückkehr, galt allerdings nicht als offizielles Werksteam, obwohl es de facto eines war.[1] Das eingesetzte Motorrad trug den Namen RS-GP. Die ersten beiden Jahre fuhr der deutsche Stefan Bradl für das Team, für die Saison 2017 wurde er durch den Spanier Aleix Espargaró ersetzt, der seinerseits bei Suzuki keine Vertragsverlängerung bekommen hatte.[2] Espargaró blieb dem Gresini-Aprilia Projekt jahrelang treu und erreichte 2021 den ersten Podestplatz für Aprilia in der MotoGP-Ära.[3] Als Teamkollegen von Espargaró war zunächst für 2017 der Brite Sam Lowes verpflichtet worden, der aus der Moto2 aufstieg. Dieser wurde nach nur einer Saison aufgrund von unzureichender Leistung durch seinen Landsmann Scott Redding ersetzt, dieser wiederum für 2019 durch den Italiener Andrea Iannone. Bedingt durch seine Dopingsperre Ende 2019 fuhr die letzten Rennen Bradley Smith der zuvor als Testfahrer verpflichtet worden war.

Für Saison 2020 blieben Espargaró und Smith im Team. Smith wurde drei Rennen der durch die COVID-19-Pandemie verkürzten Saison als Fahrer entlassen und durch den Italiener Lorenzo Savadori ersetzt. Dieser war zuvor neben Smith als Testfahrer verpflichtet worden.

Die MotoGP-Fahrer 2021 waren ursprünglich Aleix Espargaró und Lorenzo Savadori, im Verlauf der Saison kam Maverick Viñales hinzu, der Savadori ablöste. In der Moto2-Klasse traten Nicolò Bulega und Fabio Di Giannantonio und in der Moto3-Kategorie Gabriel Rodrigo und Jeremy Alcoba an. Im MotoE World Cup starteten Matteo Ferrari und Andrea Mantovani für Gresini Racing.

Ducati-Kundenteam

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Zur Saison 2022 wechselte das Team auf Motorräder von Ducati und trat somit wieder als eigenständiges und unabhängiges Team an. Im Zuge dessen wurden auch neue Fahrer verpflichtet, namentlich die beiden Italiener Enea Bastianini und Fabio Di Giannantonio. Das Team erhielt von Ducati Vorjahresmotorräder. Um das Projekt in der MotoGP-Klasse stemmen zu können, verabschiedete man sich aus der Moto3, eine für den Rennstall sehr erfolgreiche Kategorie.[4] Vor Saisonbeginn starb der Teamchef und -gründer Fausto Gresini an den Folgen einer COVID-19-Infektion und der daraus entstandenen Hirnblutung und konnte so den ersten Sieg in der MotoGP-Klasse seit 2006 durch Enea Bastianini beim Saisonauftakt in Katar auf dem Losail International Circuit nicht mehr erleben. Bastianini holte drei weitere Siege und schloss die Saison auf WM-Rang drei ab.

Zur Saison 2023 wurde Álex Márquez von LCR Honda als Ersatz für Enea Bastianini verpflichtet, der seinerseits in das Ducati MotoGP Team wechselte. Fabio Di Giannantonio gewann das Rennen in Katar. Es war der einzige Sieg für Gresini in der MotoGP-Klasse in dieser Saison. Man schloss die Teamwertung auf Rang 6 ab und war damit das schlechteste Kundenteam von Ducati. Man ließ jedoch die Werksteams von Honda und Yamaha hinter sich.

Während der Saison 2023 wurde bekannt, dass Marc Márquez vom Repsol Honda Team, für das er seit seinem Einstieg in die MotoGP-Klasse 2013 gefahren war, zu Gresini Ducati wechseln würde.[5] Damit fuhren in der Saison 2024 beide Marquez-Brüder für Gresini, Fabio di Giannantonio fand kurzfristig einen neuen Platz im VR46 Racing Team, da er für Marc Márquez weichen musste. Die Saison verlief besonders für Marc Márquez erfolgreich. Auf der im Vergleich zur Honda RC213V viel konkurrenzfähigeren Maschine errang er auf der Desmosedici GP23 für das Gresini Team drei Rennsiege, einen Sprint-Sieg, acht Podestplätze und zwei Pole Positions. Er beendete die Saison auf WM-Rang drei, während das Team Gesamtrang drei erreichte, das beste Ergebnis in der MotoGP-Klasse seit 2005. Álex Márquez beendete die Saison auf Rang acht mit einem Podestplatz.

Für die Saison 2025 wurde als Ersatz für Marc Márquez, der zum Ducati-Werksteam wechselte, Rookie Fermín Aldeguer aus der Moto2-Klasse verpflichtet. Außerdem stellte das Team mit BK8 News einen neuen Hauptsponsor vor. Dementsprechend änderte sich auch der offizielle Teamname.[6] Álex Márquez errang beim Grand Prix von Spanien seinen ersten Sieg in der MotoGP-Klasse. Aldeguer erreichte beim Großen Preis von Frankreich seinen ersten Podestplatz mit Rang drei und verbesserte sich im Verlauf der Saison mit dem zweiten Platz in Österreich. Márquez war hinter seinem Bruder Marc konstant zweite Kraft im Feld und fuhr in Katalonien und Malaysia zwei weitere Rennsiege ein. Zudem gewann er drei Sprints und holte einmal die Pole-Position. Somit sicherte er sich in Malaysia die Vizeweltmeisterschaft. Aldeguer erreichte in Indonesien seinen Premierensieg in der Königsklasse, belegte am Saisonende Rang acht und wurde Rookie of the Year. Durch die starken Ergebnisse belegte das Team hinter dem Ducati-Werksteam Rang zwei in der Teamwertung, das beste Ergebnis seit 2004.

Für die Saison 2026 blieb die Fahrerpaarung gleich. Álex Márquez erhielt infolge seiner guten Leistungen eine aktuelle Desmosedici. Der Saisonstart gestaltete sich wesentlich schwieriger als im Jahr zuvor. Aldeguer verpasste den Saisonauftakt in Thailand verletzungsbedingt.[7] In den ersten drei Rennen gelang keinem Fahrer eine Topplatzierung. Zum Beginn der Europasaison wiederholte Álex Márquez seinen Sieg in Jerez. Beim GP von Katalonien verletzte sich Álex Márquez infolge eines Zusammenstoßes mit Acosta schwer und verpasste die folgenden Rennen.[8] Aldeguer holte beim gleichen Rennen Platz zwei und damit sein erstes Podest in der laufenden Saison.

Team-WM-Ergebnisse

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Moto2 (seit 2018)

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Moto3 (2018–2021)

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MotoE World Cup (seit 2023: MotoE World Championship)

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Grand-Prix-Siege

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SaisonKlasseRennen
1999250 cm³ Niederlande Italien
2000250 cm³Japan Portugal Japan
2001250 cm³Japan Spanien Frankreich Katalonien Vereinigtes Königreich Portugal Valencia Australien
2003MotoGP Frankreich Niederlande Deutschland
250 cm³Deutschland Australien
2004MotoGPSpanien Frankreich
250 cm³Spanien
2005MotoGP Valencia
2006MotoGP Frankreich Australien Portugal
2010Moto2Spanien Frankreich Deutschland Japan
2011Moto2Valencia
2015Moto2Deutschland
Moto3
2016Moto2Spanien Aragonien
Moto3Japan
2017Moto3Valencia
2018Moto3 Texas Italien Niederlande Deutschland Aragonien
2019MotoE
2020MotoE
2021Moto2Spanien
MotoE
2022MotoGP Texas Frankreich Aragonien
MotoEItalien
2023MotoGP
MotoEFrankreich Niederlande Niederlande
2024MotoGPAragonien Australien
Moto2Japan
2025MotoGPSpanien Katalonien
2026MotoGPSpanien
Commons: Gresini Racing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Gerald Dirnbeck: Fausto Gresini: Warum sein Team ab 2022 wieder eigene Wege geht. In: motorsport-total.com. sport media group GmbH, 24. Dezember 2020, abgerufen am 5. Januar 2021.
  2. Markus Zörweg: Transfer-Update: Diese Wechsel bahnen sich an - MotoGP. In: Motorsport-Magazin.com. 9. Juni 2016, abgerufen am 12. Juni 2026.
  3. Thomas Kuttruf: Die phänomenale Karriere des Aleix Espargaró - MotoGP. In: speedweek.com. Red Bull Media House GmbH, 8. April 2024, abgerufen am 12. Juni 2026.
  4. Sarah Göpfert: Gresini Racing Team: Ein Neuanfang mit Wehmut - Moto3. In: speedweek.com. Red Bull Media House GmbH, 26. November 2021, abgerufen am 12. Juni 2026.
  5. Yannik Grafmüller: Jetzt offiziell: Marc Marquez fährt 2024 für Gresini Ducati. 12. Oktober 2023, abgerufen am 14. Mai 2024.
  6. Gresini Racing stellt «BK8 News» als Hauptsponsor vor - MotoGP. In: speedweek.com. Red Bull Media House GmbH, 24. Februar 2025, abgerufen am 12. Juni 2026.
  7. Tobias Mühlbauer: Fermin Aldeguer trotzt dem Barcelona-Horror: Mit mulmigem Gefühl zurück aufs MotoGP-Podium. In: Motorsport-Magazin.com. 20. Mai 2026, abgerufen am 12. Juni 2026.
  8. Yannik Grafmüller: So steht's um Alex Marquez: Team verkündet Verletzungsausmaß nach Horrorsturz. In: Motorsport-Magazin.com. 17. Mai 2026, abgerufen am 12. Juni 2026.