Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg

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Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg (HfJS)
Logo
Gründung 1979
Trägerschaft Zentralrat der Juden in Deutschland
Ort Heidelberg
Bundesland Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Rektor Johannes Heil
Studenten 105 Stand: SoSe 2015[1]
Professoren 11
Wissenschaftliche Mitarbeiter: 10 Stand: SoSe 2015
Website www.hfjs.eu
Haupteingang

Die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg (HfJS) ist eine 1979 gegründete private, staatlich anerkannte Hochschule in Heidelberg. Sie wird vom Zentralrat der Juden in Deutschland getragen und durch Bund und Länder finanziert. Sie kooperiert eng mit der Ruprecht-Karls-Universität und steht Bewerbern jeder Konfession offen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg (HfJS) existiert seit 1979. Sie wird vom Zentralrat der Juden in Deutschland getragen und durch Bund und Länder finanziert. Bereits 1971 hatte der damalige Badische Landesrabbiner, Nathan Peter Levinson, die Idee, eine Ausbildungsstätte für Rabbiner, Kantoren und Religionslehrer einzurichten. Das Institut sollte in der Tradition der „Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums“ in Berlin stehen und die jüdische Gelehrsamkeit in Deutschland wieder neu etablieren.

Ein Jahr darauf erließ der Oberrat der Israeliten Badens ein Memorandum, in dem Heidelberg als Sitz der Einrichtung und zugleich eine Kooperation mit der Ruprecht-Karls-Universität vorgeschlagen wurde. Der Zentralrat der Juden in Deutschland griff die Idee auf, beschloss aber, über die konfessionelle Ausrichtung hinaus einen wissenschaftlichen, für alle Interessierten offen stehenden Studiengang einzurichten.

1979 schließlich, nach einem Beschluss des Zentralrats der Juden in Deutschland, wurde die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg gegründet, mit anfangs 16 Studierenden. Als akademische Einrichtung konzipiert, ist es ihr erklärtes Ziel - damals wie heute - ihren jüdischen und nichtjüdischen Studierenden, „die Vielschichtigkeit und Faszination des Judentums zu vermitteln und wissenschaftliche Akzente zu setzen“. Zwei Jahre nach der Gründung folgte die staatliche Anerkennung und 1995 erhielt die Hochschule das Promotionsrecht. Darüber hinaus ist sie seit 2007 Mitglied der Hochschulrektorenkonferenz und wurde 2009 durch den Wissenschaftsrat institutionell akkreditiert. Während des Aufbaus in den 1980er Jahren lehrten Professoren anderer Universitäten. Heute hat die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg elf Professuren und ebenso viele Assistenzstellen.

Sie ist das europäische Kompetenzzentrum in ihrem Fach und dient als Ansprechpartner für Politik, Medien, Kirchen und Schulen. Die Jüdischen Studien werden heute in Heidelberg in einer Vielzahl von Teildisziplinen unterrichtet. Diese decken nicht nur den Kernbereich der Jüdischen Studien ab, sondern beziehen Kunst, Politik, Literaturen, Sprachwissenschaft, Religionslehre und Nahoststudien ein.

Die Hochschule bietet außerdem eine europaweit einzigartig intensive Sprachausbildung in allen Sprachstufen des Hebräischen und anverwandter Sprachen an. Die HfJS unterhält wissenschaftliche Beziehungen mit ausländischen Universitäten in Israel, Österreich und Schweden. Sie organisiert wissenschaftliche Tagungen und gibt eine wissenschaftliche Zeitschrift, die Trumah, heraus.

Stiftungslehrstühle[Bearbeiten]

Ignatz-Bubis-Stiftungslehrstuhl für Geschichte, Religion und Kultur des europäischen Judentums

Dieser Lehrstuhl wurde im Jahr 2001 eingerichtet und befasst sich mit allen Facetten des europäischen Judentums von der Antike bis zur Gegenwart unter Einschluss der Diaspora europäischer Gemeinden in Übersee.

Die Schwerpunkte liegen bei Phasen politischer, sozialer und kultureller Transformation sowie bei den verschiedenen geistig-religiösen Bewegungen, wie sie für den wechselvollen Verlauf jüdischer Geschichte in Europa so charakteristisch sind. Ergänzend zu den regulären Lehrangeboten werden im Rahmen der Stiftungsprofessur regelmäßig Vorträge, Workshops, Konferenzen und andere Veranstaltungen durchgeführt. Ferner ist der Lehrstuhl für die Koordination von Studienprogrammen mit der Philosophischen Fakultät der Ruperto Carolina zuständig.

Der Lehrstuhl wurde 2001 eingerichtet und ist dem Gedenken an den langjährigen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis (1927-1999), gewidmet. Derzeitiger Lehrstuhlinhaber ist Johannes Heil.

Ben-Gurion-Stiftungslehrstuhl für Israel- und Nahoststudien

Dieser Lehrstuhl wurde vom Land Baden-Württemberg gestiftet, und ist der einzige seiner Art im deutschsprachigen Raum.

Der Lehrstuhl ist eine Brückenprofessur zwischen der Universität Heidelberg und der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg. Das gegenwartsbezogene Lehrangebot zu Gesellschaft, Kultur und Politik in Israel und dem Nahen Osten wendet sich damit an die Studierenden der HfJS sowie an Studentinnen und Studenten verschiedener Fakultäten der Universität Heidelberg.

Zunächst als Gastprofessur mit jährlich wechselnder Besetzung eingerichtet, wurde der Ben-Gurion-Lehrstuhl für Israel und Nahoststudien im Jahre 2015 erstmals mit einer langfristigen Juniorprofessur (5 Jahre) besetzt. Damit wurde im deutschsprachigen Raum erstmals eine Professur für die Region Israel und des Nahen Ostens besetzt. Derzeitiger Lehrstuhlinhaber ist Johannes Becke.

Weitere Lehrstühle an der HfJS[Bearbeiten]

  • Bibel und Jüdische Bibelauslegung
  • Talmud, Codices und Rabbinische Literatur
  • Geschichte des jüdischen Volkes
  • Hebräische Sprachwissenschaft
  • Jüdische Philosophie und Geistesgeschichte
  • Jüdische Literaturen
  • Jüdische Kunst
  • Jüdische Religionslehre, -pädagogik und -didaktik

Hochschulrabbinat[Bearbeiten]

An der HfJS gibt es einen Hochschulrabbiner sowie ein Beth Midrasch, wodurch die Möglichkeit zu einer umfassend jüdischen Lebensführung gegeben ist.

Studiengänge[Bearbeiten]

  • Staatsexamen für Jüdische Religionslehre, kompatibel mit den Lehramtsstudiengängen der Universität Heidelberg
  • Bachelorstudiengänge
    • B.A. „Jüdische Studien“, 75 %,50 % oder 25 % möglich, in Kombination mit einem Fach an der Universität Heidelberg
    • B.A. „Praktische Jüdische Studien“, 100 %, bereitet auf Tätigkeiten in jüdischen Gemeinden und Institutionen vor
  • Masterstudiengänge
    • M.A. „Jüdische Studien“, konsekutiv nach mind. 50 % B.A. Jüdische Studien
    • M.A. „Jüdische Studien – Geschichte jüdischer Kulturen“ als Joint Degree mit der Karl-Franzens-Universität Graz, nicht-konsekutiv
    • M.A. „Jewish Civilizations“ in Kooperation mit dem Paideia-Institute in Stockholm, nicht konsekutiv
    • M.A. „Jüdische Museologie / Jewish Museology“ nicht konsekutiv
    • M.A. „Heidelberger Mittelalter Master“, interdisziplinärer Studiengang im Verbund mit der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, nicht konsekutiv
    • M.A. „Ernst Robert Curtius für allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft“ im Verbund mit der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, nicht konsekutiv

Kooperationen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Graetz, Gerd Biegel (Hrsg.): Vom Mittelalter in die Neuzeit. Jüdische Städtebilder. Hochschule für Jüdische Studien, Heidelberg 2000, (Ausstellungskatalog).
  • Trumah - Zeitschrift der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg. ISSN 0935-1035.
  • Johannes Heil / Daniel Krochmalnik (Hrsg.): Jüdische Studien als Disziplin - die Disziplinen der Jüdischen Studien. Festschrift der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg 1979–2009. Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5687-3 (= Schriften der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg, Band 13).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2012/13, S. 66-113 (abgerufen am 3. November 2013)

49.410048.70147Koordinaten: 49° 24′ 36″ N, 8° 42′ 5″ O