Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen

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Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen
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Gründung 15. November 1949
Trägerschaft staatlich
Ort Nürtingen, Geislingen
Bundesland Baden-Württemberg
Land Deutschland
Rektor Andreas Frey
Studenten 5.167 WS 2015/16[1]
davon 51,6 % Frauen
11,5 % Ausländer
WS 2014/15
Mitarbeiter 250 WS 2015/16
Website www.hfwu.de
Sitz der Hochschule und Standort der Fakultät Agrarwirtschaft, Volkswirtschaft und Management.

Die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) ist eine staatliche Hochschule mit Standorten in Nürtingen und Geislingen an der Steige, Baden-Württemberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. November 1949 wurde die Vorgängereinrichtung der HfWU als „Höhere Landbauschule“ gegründet. Gründungsdirektor war Johannes Knecht. Mit drei hauptamtlichen Dozenten und 40 Studenten wurde in den ersten Jahren damit begonnen, eine neue Art der landwirtschaftlichen Ausbildung zu etablieren. Unter dem nachfolgenden Direktor Eduard Nohe wurden 1970/71 die Studiengänge Landespflege und Betriebswirtschaft eingerichtet, 1972 wurde die Bildungseinrichtung durch ein Gesetz vom 6. Februar 1972 in die Fachhochschule Nürtingen umgewandelt. Von April 1977 bis August 2002 führte Eduard Mändle als Rektor die Nürtinger Fachhochschule. Er war bei seinem Ruhestand der dienstälteste Hochschulrektor der Bundesrepublik. Ihm folgte Klaus Fischer für sechs Jahre als Rektor der HFWU. Ihm September 2007 trat Werner Ziegler als Rektor an. Dessen Nachfolge übernahm am 1. September 2013 Andreas Frey, der von der Hochschule Osnabrück an die HfWU kam.[2]

Die Fachhochschule Nürtingen erhielt 1988 in Geislingen an der Steige einen zweiten Standort mit dem Studiengängen Automobilwirtschaft, Wirtschaftsrecht, Immobilienwirtschaft, Gesundheits- und Tourismusmanagement sowie Energie- und Recyclingmanagement. Dort stehen rund 1800 Studienplätze zur Verfügung. Mit Inkrafttreten des neuen Landeshochschulgesetzes vom 5. Januar 2005 hat der Senat in der Grundordnung den Namen „Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen“ bestimmt.

2009 wurden alle Aktivitäten im Bereich „Internationales Finanzwesen“ in der European School of Finance (ESF) zusammengefasst. Diese umfasst sowohl den Bachelorstudiengang Internationales Finanzmanagement sowie den Masterstudiengang International Finance mit allen Lehr- und Forschungsaktivitäten. Im Rahmen des Bologna-Prozesses zur Internationalisierung der Studienabschlüsse wurden alle Diplomstudiengänge in Bachelor-Studiengänge umgewandelt. Seit dem 11. November 2015 sind die wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge in der School of International Finance at HfWU gebündelt. Die SIF löst damit die ESF ab und führt alle Studiengänge im Bereich Finance und Wirtschaftswissenschaften zusammen.

Heute besitzt die HfWU neben der Agrarwirtschaft eine der größeren wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten Baden-Württembergs.[3] Am 24. April 2012 erhielt die Hochschule zusammen mit ihrem AN-Institut, dem Europäischen Institut für Financial Engineering und Derivateforschung (EIFD), den Bildungspreis 2011 der Bildungsstiftung verliehen. Dabei ging es um ein Projekt, welches lebenslanges Lernen in Verbindung mit neuen Lehrmethoden zum Inhalt hat. Es ist ein Teilprojekt des Certified Financial Engineer (CFE) Programms.

Seit 2012 hat die HfWU mit dem Bodensee Campus einen Standort in Konstanz und bietet die Bachelorstudiengänge Gesundheits- und Tourismusmanagement und Sport- und Eventmanagement an.[4]

Die HfWU unterhält Kontakte zu über fünfzig Partneruniversitäten weltweit.

Integration der Hochschule für Kunsttherapie (HKT)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 21. März 2016 wurde der Integrationsvertrag zwischen dem Land Baden-Württemberg, der Stiftung für Kunst und Kunsttherapie Nürtingen und der HfWU unterzeichnet. Die Studiengänge der Hochschule für Kunsttherapie Nürtingen (Kunsttherapie und Theatertherapie) werden an der Fakultät Landschaftsarchitektur, Umwelt- und Stadtplanung (FLUS) angesiedelt.[5] Mit der Unterzeichnung des Integrationsvertrages endet die Existenz der Hochschule für Kunsttherapie. Die Trägerstiftung bleibt weiterhin bestehen.[6]

Studiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fakultät Betriebswirtschaft und Internationale Finanzen

  • Betriebswirtschaft (B.Sc.)
  • Internationales Finanzmanagement (B.Sc.)
  • Accounting, Auditing und Taxation (M.A.)
  • Controlling (M.A.)
  • International Finance (M.Sc.)

Fakultät Agrarwirtschaft, Volkswirtschaft und Management

  • Agrarwirtschaft (B.Sc.)
  • Pferdewirtschaft (B.Sc.)
  • Volkswirtschaftslehre (B.Sc.)
  • International Management (MBA)
  • Prozessmanagement (M.Sc.)
  • Nachhaltige Agrar- und Ernährungswirtschaft (M.A.) (ab WiSe 2016/17)

Fakultät Landschaftsarchitektur, Umwelt- und Stadtplanung

  • Landschaftsarchitektur (B.Eng.)
  • Landschaftsplanung & Naturschutz (B.Eng.)
  • Stadtplanung (B.Eng.)
  • International Master of Landscape Architecture (M.Eng.)
  • Nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung (M.Eng.)
  • Umweltschutz (M.Eng.)
  • Theatertherapie (B.A.) (ab SoSe 2016)
  • Kunsttherapie (B.A.) (ab SoSe 2016)

Fakultät Wirtschaft und Recht

  • Automobilwirtschaft (B.A.)
  • Energie- und Ressourcenmanagement (B.A.)
  • Gesundheits- und Tourismusmanagement (B.A.)
  • Immobilienwirtschaft (B.Sc.)
  • Nachhaltiges Produktmanagement (B.A.)
  • Wirtschaftsrecht (LL.B.)
  • Automotive Management (M.A.)
  • Immobilienmanagement (M.Sc.)
  • Unternehmensführung (M.Sc.)
  • Unternehmensrestrukturierung und Insolvenzmanagement (LL.M.)
  • Sustainable Mobilities (M.A.) (ab SoSe 2017)

Studienangebote mit Externenprüfung der Weiterbildungsakademie WAF

  • Betriebswirtschaft (B.A.)
  • Gesundheits- und Tourismusmanagement (B.A.)
  • Automotive Management (M.A.)
  • Internationales Projektmanagement (MBA)
  • „Management and Finance“ und „Management and Real Estate“ (MBA)
  • Prozessmanagement (M.Sc.)
  • Trend- und Nachhaltigkeitsmanagement (MBA)
  • Unternehmensführung (MBA)
  • Verkehrs-, Straf- und Versicherungsrecht (LL.M.)

(Stand: Wintersemester 2015/16)

B.A. = Bachelor of Arts, B.Sc. = Bachelor of Science, B.Eng. = Bachelor of Engineering, LL.B. = Bachelor of Laws, M.A. = Master of Arts, M.Sc. = Master of Science, M.Eng. = Master of Engineering, LL.M. = Master of Laws.

Institute und Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institutszentrum für Angewandte Forschung (IAF) ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Hochschule. Das IAF dient der Durchführung von anwendungsorientierten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben und Dienstleistungsaufträgen im Rahmen des Bildungsauftrages der Hochschule. Dabei trägt das IAF zur interdisziplinären Zusammenarbeit von Professoren bei, unterstützt diese bei der Einwerbung von Drittmittelprojekten und hilft ihnen bei der Abwicklung und Koordination von Forschungs- und Entwicklungsprojekten sowie Dienstleistungsaufträgen.

Darüber hinaus gibt es vier Fach-Institute der Hochschule

  • Institut für Angewandte Forschung (IAF)
  • Institut für Angewandte Agrarforschung (IAAF)
  • Institut für Landschaft und Umwelt (ILU)
  • Institut für Stadt und Immobilie (ISI)
  • Institut für Automobilwirtschaft (IfA)
  • Institut für Corporate Governance (ICG)
  • Institute for International Research on Sustainable Management and Renewable Energy (ISR)
  • Immobilienwirtschaftliches Institut für Informationstechnologie (IMMIT)
  • Akademie für Vegetationsplanung und Landschaftsbau (avela)

An der HfWU gibt es zudem An-Institute, an denen eigenständig geforscht wird:

  • Deutsches Institut für Corporate Finance (DICF) www.dicf.de
  • Europäisches Institut für Financial Engineering und Derivateforschung (EIFD) www.eifd.de
  • Institut für Datenschutz (ifdas) www.ifdas.de
  • Institut für forensisches Sachverständigenwesen (IfoSA) www.ifsoa.de
  • Institut für Kooperationswesen (IfK) www.ifk.de
  • Institut für Stadt- und Regionalentwicklung (IfSR) www.ifsr.de
  • Institut für Umweltplanung (IUP) www.iup.de
  • Institut für Finanzmanagement an der HfWU
  • Campus of Finance – Institut für Finanzmanagement
  • Institut für Gesundheitswirtschaft
  • Institut der Immobilienwirtschaft
  • Institut für moderne Managemententwicklung
  • Institut für Nachhaltige LandschaftsArchitektur (INLA)
  • Institut für wertezentriertes Management (IWM)

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nürtingen: Die HfWU hat in Nürtingen drei Standorte: Zum einen den historischen Altbau im Stadtkern Nürtingens. Der Altbau besteht aus mehreren verschiedenen Verwaltungs- und Vorlesungsgebäuden und beherbergt darüber hinaus auch die moderne Mensa. Zum anderen den Klinker-Neubau mit der großen Hauptbibliothek, gelegen im Südosten der Stadt. Darüber hinaus verfügt die HfWU zudem über das Hauber-Areal, welches nur 300 Meter nördlich des Altbaus gelegen ist.

Zudem verfügt die Hochschule mit dem Hofgut in Tachenhausen über einen landwirtschaftlichen Lehr- und Versuchsbetrieb sowie mit dem Hof Jungborn im Tiefenbachtal einen hauptsächlich für den Studiengang Pferdewirtschaft genutzten Betrieb.

  • Geislingen an der Steige: Die HfWU ist in Geislingen mit den Bachelor-Studiengängen Automobilwirtschaft, Betriebswirtschaftslehre, Immobilienwirtschaft, Wirtschaftsrecht, Energie- und Ressourcenmanagement, Gesundheits- und Tourismusmanagement präsent. Die vier Gebäude der Hochschule liegen in Bahnhofsnähe.
  • Konstanz: Die Weiterbildungsakademie (WAF) der HfWU bietet seit 2012 mit dem Bodensee Campus in Konstanz die Bachelorstudiengänge Gesundheits- und Tourismusmanagement und Sport- und Eventmanagement an.

Direktoren bzw. Rektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Knecht (1904–1990), deutscher Agrarökonom und Gründungsdirektor (1949–1968)
  • Eduard Nohe (1911–1984), deutscher Agrarwissenschaftler und Rektor (1968–1973)
  • Paul Eugen Bauer, Rektor (1973–1977)
  • Eduard Mändle (1936–2013), deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Rektor (1977–2001)
  • Klaus Fischer, Rektor (2002–2007)
  • Werner Ziegler (* 1950), deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Rektor (2007–2013)
  • Andreas Frey (* 1967), deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Rektor (2013- )

Bekannte Dozenten und Absolventen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Gallus (* 1927), deutscher Agraringenieur und Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium in Bonn 1976–1993
  • Konstanze Krüger (* 1968), deutsche Zoologin und Verhaltensforscherin
  • Rolf Kosiek (* 1934), deutscher Publizist
  • Markus Mändle (* 1967), deutscher Wirtschaftswissenschaftler
  • Hosam el Miniawy (* 1976), deutscher Politiker (FDP)
  • Dieter Rebitzer (* 1965), deutscher Finanzwissenschaftler in der Immobilienwirtschaft
  • Joachim Rukwied (* 1961) deutscher Landwirt und Präsident des Deutschen Bauernverbandes
  • Konrad Reidl (* 1952), deutscher Ökologe, Professor für Vegetations- und Standortkunde sowie Naturschutz
  • Franz Untersteller (* 1957), deutscher Politiker, seit 2011 Umweltminister in Baden-Württemberg

Partner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eduard Mändle: Fachhochschule Nürtingen: 50 Jahre. Sonderband der Nürtinger Hochschulschriften Nr. 2-1999, herausgegeben von Karl-Heinz Kappelmann, Nürtingen 1999. ISBN 3-9801864-6-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen und Fakten der HfWU, WS 2014/15, abgerufen am 20. Dezember 2015.
  2. Prof. Dr. Andreas Frey als Rektor der HfWU gewählt
  3. Stuttgarter Zeitung zu Hochschulen der Region (Memento vom 20. Oktober 2013 im Internet Archive)
  4. Bodensee-Campus der HfWU
  5. Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. (2016a). FLUS – HfWU. Abgerufen 21. März 2016, von https://www.hfwu.de/hochschule/anlaufstellen/fakultaeten/flus/
  6. Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, H. (2016b). Die Hochschulintegration ist vollzogen: Die HKT gehört zur HfWU. Abgerufen 21. März 2016, von https://www.hfwu.de/aktuelles/pressemeldungen/340/news/die-hochschulintegration-ist-vollzogen-die-hkt-gehoert-zur-hfwu/

Koordinaten: 48° 37′ 38″ N, 9° 20′ 15″ O