Kanton Sainte-Marie-aux-Mines

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Kanton Sainte-Marie-aux-Mines
Region Grand Est
Département Haut-Rhin
Arrondissement Colmar-Ribeauvillé
Hauptort Sainte-Marie-aux-Mines
Einwohner 44.446 (1. Jan. 2016)
Bevölkerungsdichte 99 Einw./km²
Fläche 450,93 km²
Gemeinden 28
INSEE-Code 6815

Lage des Kantons Sainte-Marie-aux-Mines im
Département Haut-Rhin

Der Kanton Sainte-Marie-aux-Mines ist eine Untergliederung im Colmar-Ribeauvillé im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est in Frankreich.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mines heißt auf Deutsch „Minen“ oder „Gruben“. Das zentrale Gebiet des Kantons ist identisch mit dem Val d’Argent, dem „Silbertal“.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kanton Sainte-Marie-aux-Mines entstand 1793 bei der Neugliederung Frankreichs. Von 1871 bis 1919 lag er im Kreis Rappoltsweiler und trug den Namen Markirch. Bis 2015 gehörten fünf Gemeinden zum Kanton. Am 22. März 2015 wurde der Kanton völlig umstrukturiert. Zu den bisherigen 5 Gemeinden kamen 25 weitere Gemeinden aus anderen Kantonen. Diese 25 Gemeinden gehörten bis 2015 zu den Kantonen Ribeauvillé (alle 10 Gemeinden), Kaysersberg (10 der 12 Gemeinden des Kantons) und Lapoutroie (alle 5 Gemeinden).[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kanton Sainte-Marie-aux-Mines grenzt im Norden und Nordosten an das Département Bas-Rhin, im Südosten an die Kantone Colmar-2 und Colmar-1, im Süden an den Kanton Wintzenheim sowie im Westen an das Département Vosges.[2]

Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaften des ehemaligen Kantons Lapoutroie und drei der fünf Gemeinden des alten Kantons Sainte-Marie-aux-Mines waren stets eine frankophone Sprachinsel inmitten des Elsass. Beim vom Aussterben bedrohten Welche (dt. Welsch) oder Vosgien handelt es sich um einen galloromanischen Unterdialekt des Lorrain aus der Gruppe der Langues d’oïl, der u. a. eng mit dem Wallonischen verwandt ist. In den anderen Gemeinden spricht man traditionellerweise Elsässisch.

Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kanton besteht aus 28 Gemeinden mit insgesamt 44.446 Einwohnern (Stand: 2016) auf einer Gesamtfläche von 450,93 km2:

 Gemeinde   Elsässisch/Patois   Deutsch   Einwohner 
(2016)
 Fläche 
(km²)
 Code
postal
 
Code
Insee
Ammerschwihr Ammerschwihr Ammerschweier 1.799 19,66 68770 68005
Aubure Altwihr Altweier 358 4,90 68150 68014
Beblenheim Bawle Bebelnheim 951 5,61 68980 68023
Bennwihr Bànnwihr Bennweier 1.321 6,59 68126, 68630 68026
Bergheim Barige Bergheim 2.147 19,16 68750 68028
Fréland Ürbach Frâlât Urbach bei Kaysersberg 1.355 19,74 68240 68097
Guémar Geemàr Gemar 1.356 18,22 68970 68113
Hunawihr Hunewihr Hunaweier 603 4,81 68150 68147
Illhaeusern Ìllhìsre Illhäusern 691 10,46 68970 68153
Katzenthal Kàtzedàl Katzenthal 530 3,50 68230 68161
Kaysersberg Vignoble Kaiserschbàrig(-Vignoble) Kaysersberg-Vignoble 4.601 35,45 68240 68162
Labaroche Barosch Labarotche Zell 2.191 13,44 68910 68173
Lapoutroie Schnierlach Lè Peutraille Schnierlach 1.901 21,12 68650 68175
Le Bonhomme Bonom Lo Bonam Diedolshausen 762 21,98 68650 68044
Lièpvre Laweröi Co Lieuf Leberau 1.736 12,55 68660 68185
Mittelwihr Mìttelwihr Mittelweier 834 2,42 68630 68209
Orbey Urwes Orbey Urbeis 3.541 46,02 68370 68249
Ostheim Ostheim Ostheim 1.597 8,16 68150 68252
Ribeauvillé Ràppschwihr Rappoltsweiler 4.761 32,21 68150 68269
Riquewihr Richewihr Reichenweier 1.082 17,04 68340 68277
Rodern Rodre Rodern 353 7,05 68590 68280
Rombach-le-Franc Rumbàch Robé Rumbach 790 17,87 68660 68283
Rorschwihr Rorschwihr Rorschweier 377 2,47 68590 68285
Sainte-Croix-aux-Mines Sànkriz Sankt Kreuz im Lebertal 1.927 27,85 68160 68294
Sainte-Marie-aux-Mines Màrkirich Markirch 5.118 45,23 68160 68298
Saint-Hippolyte Sampìlt Sankt Pilt 986 17,86 68590 68296
Thannenkirch Dànnekìrich Thannenkirch 451 4,60 68590 68335
Zellenberg Zallebari Zellenberg 327 4,96 68340 68383
Kanton Sainte-Marie-aux-Mines Màrkirich Markirch 44.446 450.93 - 6815

Bis zur landesweiten Neuordnung der französischen Kantone im März 2015 gehörten zum Kanton Sainte-Marie-aux-Mines die fünf Gemeinden Aubure, Lièpvre, Rombach-le-Franc, Sainte-Croix-aux-Mines und Sainte-Marie-aux-Mines. Sein Zuschnitt entsprach einer Fläche von 108,40 km2. Er besaß vor 2015 einen anderen INSEE-Code als heute, nämlich 6823.

Veränderungen im Gemeindebestand seit der landesweiten Neuordnung der Kantone[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016: Fusion Kaysersberg, Kientzheim und SigolsheimKaysersberg Vignoble

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 1. Wahlgang am 22. März 2015 erreichte keines der drei Wahlpaare die absolute Mehrheit. Bei der Stichwahl am 29. März 2015 gewann das Gespann Pierre Bihl/Émilie Helderlé (beide Union de la Droite|UD) gegen Jean-François Abraham/Jacqueline Marie (beide FN) und Nadège Florentz/Henri Stoll (beide DVG) mit einem Stimmenanteil von 44,87 % (Wahlbeteiligung:51,29 %).[3]

Seit 1945 hatte der Kanton folgende Abgeordnete im Rat des Départements:

Vertreter im conseil général des Départements
Amtszeit Name Partei
1945–1949 Georges Balland MRP
1949–1955 Auguste Schmitt RPF, danach Républicains sociaux
1955–1961 Louis Marchal SFIO, danach Union pour la défense de la République (UDR)
1961–1998 Guy Naudo Républicains indépendants, danach UDF-Parti républicain
1998–1999 Raymond Hestin DVD
1999–2004 Jacques Loëss PRG
2004–2015 Christian Chaton Alsace d’abord, danach UMP
2015– Pierre Bihl
Émilie Helderlé
Union de la Droite

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dekret Nr. 2014-207 des französischen Innenministeriums zur Neueinteilung der Kantone im Département Haut-Rhin
  2. Lage des Kantons Sainte-Marie-aux-Mines im Département Haut-Rhin
  3. Wahlergebnis der beiden Wahlgänge