Kevin Großkreutz

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Kevin Großkreutz

Kevin Großkreutz (2014)

Spielerinformationen
Geburtstag 19. Juli 1988
Geburtsort DortmundDeutschland
Größe 187 cm
Position Abwehr, Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1992–


0000–2002
2002–2006
VfL Kemminghausen
DJK Rot-Weiß Obereving
FC Merkur 07 Dortmund
Borussia Dortmund
LR Ahlen
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2006–2009
2006–2007
2009–2015
2015
2016–
Rot Weiss Ahlen
Rot Weiss Ahlen II
Borussia Dortmund
Borussia Dortmund II
Galatasaray Istanbul
95 (23)
2 0(2)
176 (23)
6 0(0)
Nationalmannschaft2
2010
2010–
Deutschland U-21
Deutschland
1 0(1)
6 0(0)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 3. September 2015
2 Stand: 23. Mai 2015

Kevin Großkreutz (* 19. Juli 1988 in Dortmund) ist ein deutscher Fußballspieler, der seit September 2015 bei Galatasaray Istanbul unter Vertrag steht. Mit seinem vorigen Verein, Borussia Dortmund, wurde er zweimal Deutscher Meister und mit der deutschen Nationalmannschaft 2014 in Brasilien Weltmeister.

Jugend

Großkreutz wuchs im Dortmunder Stadtteil Eving auf. Er war mit dem Verein Borussia Dortmund stets stark verbunden. Im Alter von sieben Jahren besaß er seine erste Dauerkarte.[1]

Bereits mit vier Jahren fing Großkreutz beim VfL Kemminghausen an, Fußball zu spielen.[2] Danach spielte er bei DJK Rot-Weiß Obereving, FC Merkur 07 Dortmund und schließlich bei Borussia Dortmund. Im Jahr 2002 musste er den Verein allerdings wieder verlassen, weil er als zu schmächtig eingestuft wurde. Großkreutz wechselte deshalb zu Rot Weiss Ahlen. Dort schaffte er den Sprung aus der Jugend in die erste Mannschaft.[1]

Karriere als Spieler

Rot Weiss Ahlen

Bei Rot Weiss Ahlen spielte er ab 2006 als Stammspieler in der Regionalliga Nord. 2008 stieg die Mannschaft wie auch Mitspieler Marco Reus in die 2. Bundesliga auf, in der der Offensivspieler mit zwölf Toren zweiterfolgreichster Torschütze seiner Mannschaft war und vom Kicker-Sportmagazin in die Elf des Jahres gewählt wurde.[1][3]

Borussia Dortmund

Am 24. Januar 2009 unterzeichnete Großkreutz einen Dreijahresvertrag bei Borussia Dortmund, der zur Saison 2009/10 in Kraft trat und zwischenzeitlich bis 30. Juni 2016 verlängert wurde.[1] Sein erstes Bundesligaspiel absolvierte er am ersten Spieltag der Saison 2009/10. In seiner ersten Bundesligasaison etablierte er sich als Stammspieler.[1] Am 5. Dezember 2009 erzielte er im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg sein erstes Bundesligator.

Bei Borussia Dortmund spielt Großkreutz überwiegend auf einer der offensiven Flügelpositionen, wird aber auch als Außenverteidiger eingesetzt. Aufgrund seiner Flexibilität wird er gerne als „Allrounder“ bezeichnet. Auf insgesamt sieben verschiedenen Positionen hat er in der Mannschaft bereits gespielt.[1] Dazu zählt auch ein Einsatz als Torwart am 34. Spieltag der Saison 2012/13 im Spiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Nachdem Torwart Roman Weidenfeller nach einer Notbremse in der 81. Minute mit der roten Karte vom Platz gestellt worden war und Borussia Dortmund bereits dreimal gewechselt hatte, übernahm Großkreutz die Torwartposition. Den anschließenden Elfmeter konnte er nicht halten.[4]

Mit der Borussia gewann er 2011 die Deutsche Fußballmeisterschaft und 2012 das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal.

Galatasaray Istanbul

Zum 31. August 2015 einigten sich Großkreutz, Borussia Dortmund und Galatasaray Istanbul auf einen Vereinswechsel. Wegen eines Formfehlers – Galatasaray hatte innerhalb der Wechselperiode unvollständige Unterlagen bei der FIFA registriert – erteilte die FIFA ihm keine Spielberechtigung für den neuen Verein. Die Vereine verständigten sich darauf, den Wechsel dennoch zu vollziehen. Großkreutz hat damit einen gültigen Vertrag bei Galatasaray, darf jedoch bis zur nächsten Wechselperiode, die am 1. Januar 2016 beginnt, nicht in Pflichtspielen des Vereins eingesetzt werden.[5]

Nationalmannschaften

Großkreutz bei der Siegerehrung der WM 2014

Großkreutz wurde am 5. August 2010 für das Spiel der deutschen U-21-Nationalmannschaft gegen Island am 11. August 2010 nominiert. In diesem Spiel stand er in der Startelf und erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 (Endstand 1:4).

Bereits zuvor, am 13. Mai 2010 gab er sein Debüt in der A-Nationalmannschaft im Länderspiel gegen Malta. Er wurde in der 57. Minute eingewechselt und leitete mit seinen ersten Ballkontakten das Tor zum 2:0 ein. Nach insgesamt drei Spielen in den Jahren 2010 und 2011, bei denen er einmal in der Startaufstellung stand, fand Großkreutz zunächst keine weitere Berücksichtigung in der Nationalmannschaft. Erst für die Länderspielreise im Juni 2013 in den USA wurde er – als einziger Dortmunder nach dem absolvierten Champions-League-Finale – wieder nominiert, musste die Einladung jedoch verletzungsbedingt absagen.[6] Am 5. März 2014 wurde er beim 1:0 gegen Chile erstmals seit drei Jahren wieder aufgeboten. Dabei profitierte Großkreutz davon, dass Abwehrspieler Philipp Lahm den verletzten Sami Khedira im defensiven Mittelfeld ersetzte, und kam für Lahm als Rechtsverteidiger zum Einsatz.

Am 2. Juni 2014 wurde er von Bundestrainer Joachim Löw in den Kader der deutschen A-Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft in Brasilien aufgenommen,[7] die anschließend den Titel gewann. Neben Matthias Ginter und Erik Durm blieb er allerdings als einer von drei Feldspielern ohne Einsatz.

Privates

Kevin Großkreutz hat einen jüngeren Bruder. Sein Cousin Marcel Großkreutz spielt ebenfalls Fußball.

Großkreutz trägt eine Tätowierung mit der Aufschrift „Little Brother Lenny“ auf dem Unterarm. Es soll ihn immer an seinen kleinen Bruder Lenny erinnern. Außerdem trägt er aus Liebe zu seiner Heimatstadt die Skyline von Dortmund auf seiner rechten Wade, darunter das Stadtwappen und den Schriftzug „Dortmund“.[8] Des Weiteren trägt er auf der linken Schulter Tätowierungen aller Titel, die er bisher in seiner Karriere gewonnen hat.[9]

Seit Januar 2013 ist Großkreutz ehrenamtlicher Botschafter der Solidarfonds-Stiftung NRW. Er löste in diesem Amt den erkrankten Rudi Assauer ab.[10]

Öffentliche Kritik

Die englische Zeitung The Guardian führte Großkreutz Ende 2014 in ihrer Liste der Top 10 der unsportlichsten Sport-Persönlichkeiten des Jahres auf. Grund dafür waren ein Vorfall nach dem Endspiel um den DFB-Pokal 2013/14 im Mai 2014, als Großkreutz in einem Berliner Hotel in betrunkenem Zustand in der Lobby uriniert haben soll und ein Ereignis in Köln, bei dem ein Fan ihn beschuldigte, ihn mit einem Döner beworfen zu haben.[11] Für sein Verhalten nach dem Pokalendspiel entschuldigte Großkreutz sich öffentlich[12]; sein Verein Borussia Dortmund verhängte eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro, die bis dahin höchste Geldstrafe in der Vereinsgeschichte.[13]

Erfolge

Vereine

Rot Weiss Ahlen
Borussia Dortmund

Nationalmannschaft

Weblinks

 Commons: Kevin Großkreutz – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. a b c d e f Mein Verein, meine Stadt. Das ist wie ein Traum. Borussia Dortmund, abgerufen am 24. Juli 2014 (Spielerportrait auf der Homepage von Borussia Dortmund).
  2. Jonah Vreda Reiter (Kinderreporterin): Interview. WAZ, 4. Oktober 2012, abgerufen am 4. Oktober 2012.
  3. Biografie. DFB, abgerufen am 24. Juli 2014.
  4. Borussia Dortmund - TSV 1899 Hoffenheim. Kicker, 13. Mai 2013, abgerufen am 13. Mai 2013.
  5. Großkreutz wechselt ohne Spielgenehmigung. kicker, 2. September 2015
  6. Verletzter BVB-Profi: Großkreutz fällt für DFB-Reise aus. Spiegel online, 26. Mai 2013, abgerufen am 2. Juni 2013.
  7. Deutscher Kader für die Fußball-WM. Frankfurter Allgemeine, 2. Juni 2014, abgerufen am 2. Juni 2014.
  8. Kevin Großkreutz Tattoos. starflash, abgerufen am 23. Juli 2014.
  9. http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.dortmund-star-nach-wm-sieg-kevin-grosskreutz-postet-weltmeister-tattoo.88ff1e35-095f-469f-8cab-2c4cd904976b.html
  10. Stefan Bunse: BVB-Profi wird Assauers Nachfolger. Revier Sport, 11. Januar 2013, abgerufen am 11. Januar 2013.
  11. The Anti-Sports Personality of the Year Awards 2014. The Guardian, 9. Dezember 2015
  12. Peter Ahrens: Ärger um BVB-Spieler: Großkreutz gibt den reuigen Sünder. Spiegel online, 25. Mai 2014, abgerufen am 25. Mai 2014.
  13.  Heiko Ostendorp, Dirk Schlickmann: Sport Bild. Nr. 22, 28. Mai 2014, S. 14-16.