Bastian Schweinsteiger

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Bastian Schweinsteiger

Bastian Schweinsteiger (2014)

Spielerinformationen
Geburtstag 1. August 1984
Geburtsort KolbermoorDeutschland
Größe 183 cm
Position Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1987–1992
1992–1998
1998–2002
FV Oberaudorf
TSV 1860 Rosenheim
FC Bayern München
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2002–2004
2002–2015
2015–2017
2017–
FC Bayern München Am.
FC Bayern München
Manchester United
Chicago Fire
34 0(2)
342 (45)
18 0(1)
4 0(2)
Nationalmannschaft
2000
2001–2002
2002–2003
2004
2004–2016
Deutschland U-16
Deutschland U-18
Deutschland U-19
Deutschland U-21
Deutschland
1 0(0)
11 0(2)
7 0(2)
7 0(2)
121 (24)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 22. April 2017

Bastian Schweinsteiger (* 1. August 1984 in Kolbermoor) ist ein deutscher Fußballspieler. Nach 17 Jahren beim FC Bayern München spielte er in der Saison 2015/16 für den englischen Erstligisten Manchester United. Im März 2017 wechselte er zu Chicago Fire in die Major League Soccer. Von 2004 bis 2016 in der deutschen Fußballnationalmannschaft aktiv, wurde er mit ihr 2014 in Brasilien Weltmeister und war anschließend zwei Jahre lang ihr Mannschaftskapitän.

Schweinsteiger wurde bis einschließlich 2009 auf dem rechten bzw. linken Flügel als Offensivspieler eingesetzt, seitdem überwiegend im zentralen defensiven Mittelfeld.

Kindheit und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn eines Unternehmers, der ein Sportgeschäft im oberbayerischen Oberaudorf führt und früher selbst Fußballspieler in Österreich war,[1] wuchs mit seinem zwei Jahre und fünf Monate älteren Bruder Tobias auf, der ebenfalls Fußballprofi war und zuletzt bei der zweiten Mannschaft des FC Bayern München spielte. Bastian Schweinsteiger besuchte die staatliche Dientzenhofer Realschule in Brannenburg (Landkreis Rosenheim), danach besuchte er die Städtische Adalbert-Stifter-Realschule in München, die er mit der Mittleren Reife abschloss. Er absolvierte eine Berufsausbildung zum Bürokaufmann, ehe er sich ganz seiner Profikarriere als Fußballspieler widmete.[2]

Vereinskarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im Alter von drei Jahren begann Schweinsteiger das Fußballspielen beim FV Oberaudorf. Über den TSV 1860 Rosenheim, für den er von 1992 bis 1998 spielte, gelangte er 1998 mit 14 Jahren in die Jugendabteilung des FC Bayern München, in der er 2001 die B- und 2002 die A-Jugendmeisterschaft gewann. 2001/02 gehörte er der Regionalliga-Mannschaft an, für die er am 2. März 2002 (23. Spieltag) – in der 89. Minute für Barbaros Barut eingewechselt – beim 0:0 bei der SpVgg Ansbach sein Debüt gab und bis 2004 34 Spiele (zwei Tore) bestritt.

FC Bayern München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 stieß er zum Profi-Kader und hatte seinen ersten Pflichtspieleinsatz – in der 76. Minute für Mehmet Scholl eingewechselt – am 13. November 2002 im Vorrundenspiel der Champions League beim 3:3 gegen den RC Lens. Im folgenden Monat erhielt er einen Profivertrag und kam am 7. Dezember 2002 zu seinem Bundesligadebüt beim 3:0-Auswärtssieg beim VfB Stuttgart, als er in der 83. Minute für Niko Kovač eingewechselt wurde. Seine ersten beiden Pflichtspieltore erzielte er am 4. Februar 2003 im Viertelfinale des DFB-Pokals beim 8:0-Heimsieg gegen den 1. FC Köln.

Am 27. April 2008 trug Schweinsteiger beim 4:1-Sieg im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart in Abwesenheit von Oliver Kahn und Lúcio und nach der Auswechslung von Willy Sagnol erstmals kurzzeitig die Kapitänsbinde in einem Spiel für die erste Mannschaft des FC Bayern München. Nachdem Schweinsteiger zunächst im linken und im rechten Mittelfeld zum Einsatz gekommen war, setzte ihn der neue Trainer Louis van Gaal in der Saison 2009/10 erstmals im zentralen defensiven Mittelfeld ein. Seitdem war er auf dieser Position gesetzt und spielte hier zunächst an der Seite des damaligen Mannschaftskapitäns Mark van Bommel.

In der Saison 2010/11 wurde Schweinsteiger immer häufiger zum Spielgestalter des FCB und zeichnete sich durch wichtige Tore aus. Er erzielte in der 2. Hauptrunde um den DFB-Pokal beim 2:1-Sieg gegen Werder Bremen beide Tore, durch die die Münchner das Achtelfinale erreichten. Nach dem 3:0-Sieg am 11. Dezember 2010 im Heimspiel gegen den FC St. Pauli verkündete er über das Stadionmikrofon, dass er seine Vertragslaufzeit beim FCB um weitere fünf Jahre bis 2016 verlängert habe.[3] Als sein Mitspieler Philipp Lahm Anfang 2011 Mannschaftskapitän wurde, wurde Schweinsteiger sein Stellvertreter.

Am 2. November 2011 erlitt Schweinsteiger im vierten Gruppenspiel beim 3:2-Sieg im Heimspiel gegen den SSC Neapel einen Schlüsselbeinbruch, der ihn zwang, für den Rest des Jahres 2011 zu pausieren. Am 8. Februar 2012 verletzte er sich im DFB-Pokal-Viertelfinale beim 2:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart erneut und fiel mehrere Wochen aus.[4] Nach seiner Rückkehr am 25. April 2012 trug er mit dem entscheidenden Elfmeter im Elfmeterschießen im Champions-League-Halbfinalrückspiel auswärts gegen Real Madrid dazu bei, dass der FC Bayern das Finale gegen den FC Chelsea in der heimischen Allianz Arena erreichte. Im Elfmeterschießen am Ende des Finales schoss er daneben; der FC Chelsea gewann den Titel.

Schweinsteiger 2013 während des Trainingslagers in Doha

Am 6. April 2013 (28. Spieltag) entschied sein 1:0-Siegtreffer per Hacke im Auswärtsspiel gegen Eintracht Frankfurt vorzeitig die Meisterschaft. Am 25. Mai 2013 gewann Schweinsteiger mit dem FCB im Londoner Wembley-Stadion mit 2:1 gegen Borussia Dortmund die Champions League 2012/13.[5] Mit dem Sieg im DFB-Pokal-Finale am 1. Juni 2013 gewann er mit dem FCB als erstem deutschen Fußballverein das große europäische Triple im Herrenfußball. Infolge dieser Titel und auch durch eine persönlich starke Saison wurde Schweinsteiger im Juli 2013 mit 17 Prozent der abgegebenen Stimmen zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt.[6] Allerdings hatten sich nur 527 von 3100 zur Wahl aufgerufenen Sportjournalisten an der Abstimmung beteiligt.[7]

Am 9. August 2013 bestritt Schweinsteiger zum Saisonauftakt beim 3:1-Sieg im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach sein 300. Bundesligaspiel und zuvor, am 29. September 2012, sein 400. Pflichtspiel für den FC Bayern München.[8] Am 30. August 2013 gewann er mit dem FCB auch erstmals den UEFA Super Cup gegen den FC Chelsea, kam allerdings wegen einer Verletzung nicht zum Einsatz.

Schweinsteiger wurde vor der Saison 2013/14 am Sprunggelenk operiert.[9] Wegen chronischer Schmerzen wurde er am 13. November 2013 erneut operiert. Am 12. Februar 2014 kehrte Schweinsteiger im Viertelfinalspiel um den DFB-Pokal gegen den Hamburger SV in die Mannschaft zurück und wurde in der 65. Minute für Philipp Lahm eingewechselt. Seine Rückkehr in der Bundesliga folgte am 15. Februar 2014 beim 4:0-Sieg im Heimspiel gegen den SC Freiburg mit der Einwechslung für Xherdan Shaqiri in der 62. Minute. Am 25. März 2014 (27. Spieltag) sicherte er sich mit dem FC Bayern erneut vorzeitig die Meisterschaft, zum bis dahin frühesten Zeitpunkt in der Bundesliga. Das Finale um den DFB-Pokal am 17. Mai 2014, das gegen Borussia Dortmund nach Verlängerung mit 2:0 gewonnen wurde, verpasste er verletzungsbedingt; er stieg mit sieben gewonnenen Titeln aber zum Rekordpokalsieger auf.

Aufgrund von Problemen mit der Patellasehne am Knie fiel Schweinsteiger seit Beginn der Saison 2014/15 aus. Sein Saisondebüt gab er erst am 22. November 2014 (12. Spieltag) beim 4:0-Sieg im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim.[10]

Mit dem vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft am 26. April 2015 (30. Spieltag) avancierte Schweinsteiger mit 15 Titeln aus Meisterschaften und Pokalerfolgen zum alleinigen Rekordhalter.[11] Am letzten Spieltag bestritt er vor heimischer Kulisse am 23. Mai 2015 gegen den 1. FSV Mainz 05 sein 500. und letztes Pflichtspiel für den FC Bayern und erzielte dabei sein 45. Bundesligator zum 2:0-Endstand; damit belegt er den 22. Rang in der vereinsinternen Statistik – ein Tor vor Michael Ballack, Michael Rummenigge und Franz Beckenbauer.

Manchester United[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweinsteiger in einem Testspiel für Manchester United (2015)

Am 11. Juli 2015 gab Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG, auf einer Pressekonferenz Schweinsteigers sofortigen Wechsel zu Manchester United bekannt. Schweinsteiger habe ihm gegenüber tags zuvor in einem persönlichen Gespräch um einen reibungslosen Wechsel gebeten und wolle vor dem Ende seiner Karriere noch einmal etwas Neues ausprobieren.[12] Rummenigge habe Schweinsteiger zugesichert, nach dem Ende seiner aktiven Karriere ein Abschiedsspiel in München auszurichten. Schweinsteiger traf beim englischen Rekordmeister auf seinen ehemaligen Trainer Louis van Gaal und unterschrieb einen bis zum 30. Juni 2018 laufenden Vertrag.[13] Sein erstes Tor in der Premier League erzielte er am 28. November 2015 (14. Spieltag) beim 1:1 im Auswärtsspiel gegen den späteren Meister Leicester City mit dem Ausgleichstreffer unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff.

Der neue Trainer José Mourinho plante seit Beginn der Spielzeit 2016/17 nicht mehr mit Schweinsteiger als Bestandteil des Kaders und versetzte ihn Anfang August 2016 in die Reserve-Mannschaft.[14] Kurze Zeit später erklärte Schweinsteiger seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Im September 2016 wurde er zumindest als Ersatzspieler für den offiziellen Liga-Kader, jedoch nicht für die UEFA Europa League gemeldet.[15] Danach musste er weiterhin mit dem Nachwuchs trainieren, ehe Mourinho ihn im November 2016 wieder zum Training der ersten Mannschaft zuließ.[16] Am 30. November kam Schweinsteiger zu seinem ersten Pflichtspiel seit 255 Tagen, als er beim 4:1-Sieg seiner Mannschaft im Viertelfinale des League Cups in der Schlussphase eingewechselt wurde.[17] Für die K.-o.-Phase wurde er in den Europa-League-Kader nachnominiert.[18] Insgesamt kam Schweinsteiger in der Saison 2016/17 zweimal im FA Cup sowie je einmal im League Cup und in der Europa League zum Einsatz.

Chicago Fire[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. März 2017[19] wechselte Schweinsteiger in die US-amerikanischen Major League Soccer zu Chicago Fire. Er erhielt einen 5,4 Millionen US-Dollar brutto dotierten Vertrag für die Anfang März gestartete Saison 2017.[20][21] Am 1. April 2017 feierte er sein Debüt beim 2:2 gegen Montreal Impact. Dabei erzielte er den Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0.[22]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bastian Schweinsteiger bei der EM 2012
Bastian Schweinsteiger nach dem Gewinn der WM 2014

Am 31. Juli 2001 bestritt Schweinsteiger sein erstes Länderspiel. Mit der U-18-Nationalmannschaft, in der 46. Minute für Madejski eingewechselt, gewann er im schwäbischen Leinfelden mit 5:0 gegen Trinidad und Tobago. In elf Einsätzen für die U-18 erzielte er zwei Tore. Dem Alter der U-18 entwachsen kam er am 29. August 2002 im fränkischen Weismain bei der 1:2-Niederlage der U-19-Nationalmannschaft gegen die Auswahl Österreichs erstmals zum Einsatz. In den sieben Einsätzen traf er zweimal: Am 7. Oktober 2002 in Fulda beim 4:1-Sieg über die Auswahl Israels und am 19. Mai 2003 in Plauen beim 2:2 gegen Belgien. Für die U-21-Nationalmannschaft debütierte er am 17. Februar 2004 in Bielefeld und war der 1:0-Siegtorschütze gegen die Schweiz.

Mit der A-Nationalmannschaft nahm er an insgesamt drei Weltmeisterschaften und vier Europameisterschaften teil. Im Einzelnen waren dies die Europameisterschaft 2004 in Portugal, die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz, die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika, die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine, die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien und zum Abschluss die Europameisterschaft 2016 in Frankreich.

Sein erstes A-Länderspiel bestritt Schweinsteiger – ebenso wie sein langjähriger Nationalmannschaftskollege Lukas Podolski – am 6. Juni 2004 in Kaiserslautern bei der 0:2-Niederlage in einem Testspiel gegen Ungarn. In einem Testländerspiel am 8. Juni 2005 in Mönchengladbach gegen Russland erzielte er beim 2:2 seine ersten beiden Tore. Bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland erzielte er im Spiel um den dritten Platz beim 3:1-Sieg gegen Portugal zwei Tore und war Vorbereiter des dritten Treffers, eines Eigentors des Portugiesen Petit, und wurde nach diesem Spiel als „Man of the Match“ ausgezeichnet.

Bei der EM 2008 gehörte Schweinsteiger zu Beginn des Turniers nicht zur Startelf. Im zweiten Gruppenspiel gegen Kroatien sah er nach einer Tätlichkeit die Rote Karte und fehlte im letzten Gruppenspiel. Im Viertelfinale stand er das erste Mal in der Startformation und war wie schon 2006 an allen Treffern gegen Portugal beteiligt: Er erzielte selbst ein Tor und bereitete die Treffer von Miroslav Klose und Michael Ballack vor. Wie schon zwei Jahre zuvor wurde er im Spiel gegen die Portugiesen zum „Mann des Spiels“ gewählt.

Im ersten Länderspiel nach der Europameisterschaft am 20. August 2008 übernahm Schweinsteiger für den ausgewechselten Miroslav Klose erstmals die Kapitänsbinde. Am 6. Mai 2010 wurde er von Bundestrainer Joachim Löw in den Kader für die Weltmeisterschaft 2010 berufen, bei der er stellvertretender Kapitän hinter Philipp Lahm war. Bei dieser WM erreichte Schweinsteiger mit seiner Mannschaft erneut den dritten Platz. Er wurde ins All-Star-Team gewählt und als einer von zehn Spielern für den „Goldenen Ball“ als bester Spieler des Turniers nominiert, ging bei der Wahl jedoch leer aus. Beim 4:0-Sieg im Viertelfinalspiel gegen Argentinien gab er zwei Torvorlagen und wurde zum „Man of the Match“ gewählt. Bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine schied er mit seiner Mannschaft im Halbfinale gegen Italien aus.

Schweinsteiger gehörte zum Kader bei der WM 2014. Mit seinem Einsatz im letzten Gruppenspiel beim 1:0-Sieg gegen die USA bestritt er sein 104. Länderspiel und überholte damit Franz Beckenbauer. Am 13. Juli 2014 wurde Schweinsteiger nach dem 1:0-Sieg gegen die argentinische Nationalmannschaft Fußball-Weltmeister. Seine Leistung im Endspiel 2014 wird als eine der besten in seiner gesamten Karriere angesehen. Trotz harter Attacken der Argentinier, bei denen er unter anderem eine Platzwunde im Gesicht erlitt,[23] spielte Schweinsteiger die kompletten 120 Spielminuten.

Nach dem Rücktritt von Philipp Lahm wurde Schweinsteiger ab dem 2. September 2014 Mannschaftskapitän der deutschen Nationalmannschaft.

Obwohl Schweinsteiger wegen Verletzung im Verein so gut wie nicht gespielt hatte, wurde er in den Kader der Nationalmannschaft für die EM 2016 in Frankreich aufgenommen.[24][25] In der Auftaktpartie gegen die Ukraine wurde er kurz vor Spielende eingewechselt und erzielte das 2:0. Im nächsten Spiel kam er nicht zum Einsatz. Am 21. Juni 2016 absolvierte er im letzten Gruppenspiel beim 1:0-Sieg gegen Nordirland sein 15. EM-Spiel und ist damit deutscher Rekordspieler bei Europameisterschaften. Im weiteren Verlauf des Turniers baute der Mittelfeldspieler seine Bilanz auf 18 EM-Partien aus und schob sich damit auf Rang zwei der ewigen Bestenliste.[26] Bis zum Viertelfinale gegen Italien blieb er Einwechselspieler. Dort verschoss er im Elfmeterschießen seinen Strafstoß; dennoch zog das Team ins Halbfinale gegen Frankreich ein, in dem er nach dem Ausfall von Sami Khedira erstmals im Turnier in der Startelf stand. Unmittelbar vor der Halbzeit verursachte er durch ein Handspiel einen Elfmeter, der zum 0:1-Rückstand führte. In der zweiten Halbzeit erhöhten die Franzosen auf 2:0, und das deutsche Team schied aus.

Am 29. Juli 2016 trat er als Nationalspieler zurück.[27] Am 31. August 2016 absolvierte er in Mönchengladbach bei einem Freundschaftsspiel gegen Finnland sein letztes Länderspiel als Abschiedsspiel und gewann dieses Spiel mit 2:0.[28] Er spielte 68 Minuten, bis er für Julian Weigl ausgewechselt wurde.

Spielweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bastian Schweinsteiger gilt als guter Techniker, der das Spiel gerne vor sich hat und es von hinten dirigiert. Er verfügt über einen gezielten, harten Schuss, ist zweikampfstark und besitzt eine gute Passquote. Als zentraler Mittelfeldspieler wechselt er im 4-2-3-1-System seiner jeweiligen Mannschaft im Laufe des Spiels mit dem zweiten defensiven Mittelfeldspieler häufig die Position. Er nimmt dabei die Rollen des defensiveren sogenannten Sechsers ein sowie die des offensiveren Achters, eine Mischung zwischen einem zentraloffensiven und einem zentralen Mittelfeldspieler. Durch solche Vorstöße erzielt Schweinsteiger einige Tore, insbesondere aus der Distanz.

Spielstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tabelle nennt die Anzahl aller Spiele (S) und Tore (T) je Wettbewerb und Saison. Die Anzahl der internationalen Pokalspiele beinhalten auch die Qualifikationsspiele.

Stand: 22. April 2017 Liga1 Internationaler Pokal2 Nationaler Pokal3 Ligapokal, Supercup4 National-
mannschaft
Gesamt
Saison Mannschaft S T S T S T S T S T S T
2001/02 FC Bayern München Amateure 4 0 4 0
2002/03 23 2 1 0 24 2
2003/04 4 0 4 0
2004/05 3 0 1 0 4 0
2002/03 FC Bayern München 14 0 1 0 1 2 16 2
2003/04 26 4 3 0 3 0 1 0 4 0 37 4
2004/05 26 3 7 1 5 0 14 4 52 8
2005/06 30 3 7 0 4 0 1 0 15 3 57 6
2006/07 27 4 8 2 3 0 2 0 10 6 50 12
2007/08 30 1 12 0 4 0 2 1 13 2 61 4
2008/09 31 5 9 2 4 2 11 3 55 12
2009/10 33 2 12 0 4 1 11 3 60 6
2010/11 32 4 7 2 5 2 1 0 9 0 54 8
2011/12 22 3 11 1 3 1 8 2 44 7
2012/13 28 7 12 2 5 0 1 0 3 0 49 9
2013/14 23 4 8 3 4 1 10 0 45 8
2014/15 20 5 6 0 2 0 3 0 31 5
2015/16 Manchester United 18 1 8 0 1 0 1 0 10 1 38 2
2016/17 0 0 1 0 2 1 1 0 4 1
Chicago Fire SC 4 2 0 0 0 0 0 0 4 2
Summe 398 50 112 13 52 10 10 1 121 24 693 98

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweinsteiger-Zitat auf einem Fußball – Detail einer modernen Weihnachtskrippe in Heidelberg

Zu Beginn seiner Karriere wurde Schweinsteiger häufig „Sebastian Schweinsteiger“ genannt. Auf Frage eines Reporters erklärte er, dass sein Vorname „Bastian“ laute.[31]

Er begeistert sich für Basketball,[32] besuchte in seiner Münchner Zeit regelmäßig die Spiele der Basketballabteilung des FC Bayern München und ist Ehrenmitglied der „Bigreds“, eines Fanclubs der Bayern-Basketballer. Er ist eng befreundet mit dem deutschen Basketball-Profi Steffen Hamann.[33] Seine Verbundenheit zu dieser Sportart zeigt er des Öfteren nach Toren, indem er beim Jubel einen Sprungwurf auf den Korb imitiert.[34]

Schweinsteiger war von 2007 bis September 2014 mit dem Model Sarah Brandner liiert.[35] Im Februar 2015 gab seine Rechtsanwältin bekannt, zwischen Schweinsteiger und der serbischen Tennisspielerin Ana Ivanović bestehe eine „gefestigte Paarbeziehung“.[36] Am 12. Juli 2016 heiratete das Paar in Venedig.[37]

Auf einem speziell für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hergestellten, international zugelassenen Turnierfußball aus fairer Produktion ist ein Zitat Schweinsteigers zu lesen: „Ich glaube einfach, dass Gott mit im Spiel meines Lebens ist.“[38]

Der chinesische Spielzeughersteller Dragon in Dreams veröffentlichte eine detaillierte Action-Figur eines Wehrmachtssoldaten, deren Gesicht offenbar Schweinsteiger nachempfunden ist, was 2015 für Aufregung in den Medien sorgte. Obwohl die Soldatenpuppe unter dem Namen „Bastian“ vertrieben wurde, bezeichnete der Hersteller dies allerdings als Zufall, da schlicht ein „typischer Deutscher“ dargestellt werden sollte. Nach einer Klage verschwand die Figur wieder aus dem Sortiment.[39][40][41][42]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bastian Schweinsteiger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Julien Wolff: Nationalspieler: Bastian Schweinsteiger, Liebling der älteren Mädchen. In: Die Welt. 28. Mai 2012, abgerufen am 29. Juli 2014.
  2. Bastian Schweinsteiger. In: Internationales Sportarchiv 18/2014. Munzinger-Archiv, 29. April 2014, abgerufen am 29. Juli 2014.
  3. Vertrag bis 2016: Schweinsteiger bleibt an der Isar. In: Kicker-Sportmagazin. Olympia-Verlag GmbH, 11. Dezember 2010, abgerufen am 19. Januar 2011.
  4. Andreas Burkert: Zurück im Maschinenraum. In: Süddeutsche Zeitung. 25. April 2012, abgerufen am 29. Juli 2014.
  5. Nikolaus Heindl: Robben schießt Bayern auf Europas Thron. In: FC Bayern München. 25. Mai 2013, archiviert vom Original am 7. Juni 2013, abgerufen am 29. Juli 2014.
  6. Bastian Schweinsteiger ist Fußballer des Jahres. In: Kicker-Sportmagazin. 28. Juli 2013.
  7. Joscha Thieringer: Schweinsteiger ist Fußballer des Jahres: Nur Zufall? In: Focus. 29. Juli 2013, abgerufen am 29. Juli 2014.
  8. Vereins-Startrekord eingestellt. In: FC Bayern München. 29. September 2012, archiviert vom Original am 2. Oktober 2012, abgerufen am 29. Juli 2014.
  9. Schweinsteiger am Sprunggelenk operiert. In: Kicker-Sportmagazin. 3. Juni 2013.
  10. SCHWEINSTEIGER MUSS SICH GEDULDEN fcbayern.de, abgerufen am 7. November 2014.
  11. Bundesliga: Bastian Schweinsteiger ist neuer Rekordspieler der Liga – Titelrekord für Schweinsteiger. In: Sport1. 26. April 2015.
  12. Rummenigge: ’Haben uns auf einen Transfer verständigt‘ (Memento vom 11. Juli 2015 im Webarchiv archive.is) In: fcbayern.de. 11. Juli 2015.
  13. Manchester United: Manchester United sign Germany midfielder Bastian Schweinsteiger. In: manutd.com. 13. Juli 2015, abgerufen am 13. Juli 2015 (englisch).
  14. Schweinsteiger training with U23s. In: espn.co.uk. Abgerufen am 3. August 2016 (englisch).
  15. Manchester United nominiert Schweinsteiger für Kader. In: spiegel.de, 2. September 2016, abgerufen 3. November 2016.
  16. Bastian Schweinsteiger, Zurück im Kader. In: sueddeutsche.de, 1. November 2016, abgerufen 3. November 2016.
  17. Schweinsteiger mit Kurzeinsatz - ManUnited im Halbfinale. In: kicker.de. 30. November 2016, abgerufen am 1. Dezember 2016.
  18. Schweinsteiger neu im Europa-League-Kader von Manchester United, augsburger-allgemeine.de, 3. Februar 2017, abgerufen am 22. März 2017.
  19. Schweinsteiger seals Chicago Fire move In: manutd.com, abgerufen am 29. März 2017 (englisch).
  20. Chicago Fire Soccer Club Acquires World Champion Bastian Schweinsteiger as Designated Player In: chicago-fire.com, abgerufen am 22. März 2017 (englisch).
  21. Schweinsteigers Gage einfach ins Netz gestellt. In: Die Welt. 26. April 2017, abgerufen am 26. April 2017.
  22. Remis bei Schweinsteigers Debüt In: sport1.de, abgerufen am 1. April 2017
  23. Thomas Hummel: Schweinsteiger verewigt sich als Ironman. In: Süddeutsche Zeitung. 14. Juli 2014, abgerufen am 29. Juli 2014.
  24. bst: Löw vertraut Podolski und holt drei Frischlinge. In: Kicker-Sportmagazin (kicker online). Olympia Verlag GmbH, 17. Mai 2016, abgerufen am 13. Juni 2016.
  25. tru: Hammer! Reus ist nicht bei der EM dabei. In: Kicker-Sportmagazin (kicker online). Olympia Verlag GmbH, 1. Juni 2016, abgerufen am 13. Juni 2016.
  26. Die Spieler mit den meisten Einsätzen bei EM-Endrunden. In: fussball-em-total.de. FUSSBALL-EM-total, abgerufen am 13. Juli 2016.
  27. Schweinsteiger tritt aus der Nationalelf zurück. Abgerufen am 29. Juli 2016.
  28. Letzte Länderspiel-Einsätze für Schweinsteiger und Podolski dfb.de, abgerufen am 16. August 2016
  29. Tor des Monats April 2013 auf sportschau.de, abgerufen am 14. Juli 2015.
  30. Tor des Monats Dezember 2014 auf sportschau.de, abgerufen am 14. Juli 2015.
  31. Christoph Erbelding: Als »Schweini« noch »Sebastian« hieß. In: 11 Freunde. 13. November 2012, abgerufen am 11. April 2013.
  32. Schweinsteiger schaut lieber Basketball. In: Abendzeitung. 16. November 2011, abgerufen am 29. Juli 2014.
  33. Patrick Strasser: Dicke Kumpel beim FC Bayern. In: Abendzeitung. 9. März 2014, abgerufen am 15. Juli 2014.
  34. sid: Bayerns Fußballstar Schweinsteiger – Er sollte Basketball spielen. In: n-tv, 21. Februar 2012, abgerufen am 18. September 2013.
  35. Sarah Brandner: Model und Freundin von Bastian Schweinsteiger. In: Augsburger Allgemeine. 27. Juni 2014, abgerufen am 29. Juli 2014.
  36. Julien Wolff: Schweinsteiger und Ivanovic jetzt offiziell ein Paar. In: Die Welt. 3. Februar 2015, abgerufen am 13. Juli 2016.
  37. Sport-Traumhochzeit in Venedig. Agenturmeldung DPA. faz.net, 12. Juli 2016, abgerufen am 12. Juli 2016.
  38. St. Benno-Verlag: Ich glaub’ dran! Der christliche Fußball. Leipzig 2006.
  39. Bastian Schweinsteiger als Nazi-Soldat. In: Stern.de. 22. Oktober 2015, abgerufen am 18. Januar 2017.
  40. Die geschmacklose Wehrmacht-Puppe „Bastian“. In: welt.de. 22. Oktober 2015, abgerufen am 18. Januar 2017.
  41. Chinesen werben mit Schweinsteiger in Wehrmachtsuniform. In: RP Online. 22. Oktober 2015, abgerufen am 18. Januar 2017.
  42. Schweinsteiger verklagt Actionfigur-Hersteller. In: Abendzeitung. 22. Oktober 2015, abgerufen am 18. Januar 2017.