SV Darmstadt 98

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SV Darmstadt 98
Logo
Verein
Name Sportverein Darmstadt 1898 e.V.
Sitz Darmstadt, Hessen
Gründung 22. Mai 1898
Farben Blau-Weiß
Mitglieder 7.600 (August 2017)[1]
Präsident Klaus Rüdiger Fritsch
Website sv98.de
Erste Mannschaft
Trainer Torsten Frings
Stadion Merck-Stadion am Böllenfalltor
Plätze 17.468
Liga 2. Bundesliga
2016/17 18. Platz (Bundesliga)
Heim
Auswärts
Alternativ

Der SV Darmstadt 98 ist der bekannteste Sportverein in Darmstadt. Die Farben des Vereins sind Blau-Weiß. Neben Fußball werden noch zahlreiche weitere Sportarten angeboten. Aufgrund der Lilie sowohl im Darmstädter Stadtwappen als auch im Logo des Vereins wird der SV 98 auch Die Lilien genannt.

Die Fußballabteilung trägt ihre Heimspiele im Merck-Stadion am Böllenfalltor aus. Sie spielt in der Saison 2017/18 in der 2. Bundesliga.

Geschichte des Vereins[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1898–1919: Entstehung eines Darmstädter Sportvereins[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ensgrabers

Das mit dem 22. Mai 1898 notierte Gründungsdatum entspricht dem des FK Olympia 1898 Darmstadt, der von Professor Ensgraber, seinen fünf Söhnen Fritz, Bernhard, Karl, Wilhelm und Ernst sowie anderen Schülern, hauptsächlich Gymnasiasten, die sich mit den Ensgrabern gelegentlich zum Fußballspielen auf dem Schlossgartenplatz trafen, gegründet wurde. Somit zählt der SV 98 zu den ältesten Vereinen in der deutschen Fußball-Landschaft und im Rhein-Main-Gebiet. 1901 untersagten die höheren Darmstädter Schulen ihren Schülern das als englisch angesehene Fußballspielen. Doch die Verbreitung dieses Sports war auch in Darmstadt nicht mehr aufzuhalten, sodass das Verbot bereits 1903 wieder fallen gelassen wurde. Lokal verdrängte der FK Olympia bald den Pionierverein Darmstädter FC als führende Kraft im Fußball, überregional feierte man 1908 mit der Westkreismeisterschaft der B-Klasse den ersten Erfolg, unter anderem nach einem 14:1-Sieg gegen den amtierenden Saarmeister Völklingen 03. Bis 1913 spielten die „Olympier“ dann zwar in der obersten Spielklasse, konnten sich dort aber gegen die ambitionierteren Vereine aus Mannheim, Ludwigshafen und Kaiserslautern nicht durchsetzen; der fünfte Rang in der Spielzeit 1909/10 war die beste Platzierung.

Das erste Match gegen einen internationalen Gegner fand im Jahr 1910 statt. Zu Gast in Darmstadt war der Pariser Meister Club Athlétique de Vitry. Das Spiel endete 5:0 für die Darmstädter Mannschaft. Durch die Einberufung zahlreicher Spieler in die Armee während des Ersten Weltkriegs entstanden auch in Darmstadt Spielgemeinschaften, sogenannte Kriegsmannschaften. Als Folge der positiven Erfahrungen in der Zusammenarbeit der Darmstädter Vereine während des Krieges fusionierte der FK Olympia mit dem Stadtkonkurrenten SC Darmstadt 1905 am 11. November 1919 letztendlich auch offiziell. Mit jetzt 1.000 Mitgliedern größter Sportverein Darmstadts war der SV Darmstadt 1898 entstanden. Der sportlichen Entwicklung Rechnung tragend, entstand in der Folge das Stadion am Böllenfalltor als neue Heimstatt des SV 98.

1919–1945: Zwischen den Weltkriegen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Fusion der Darmstädter Vereine im Jahre 1919 zum SV Darmstadt 1898 e.V. begann man sogleich mit den Bauarbeiten einer entsprechenden Spielstätte. Zwei Jahre später wurde das Stadion am Böllenfalltor feierlich eröffnet. Die Hoffnungen, sich durch den Zusammenschluss zu einer regionalen Spitzenkraft zu entwickeln, erfüllten sich allerdings zunächst nicht. Zwar konnte man sich zeitweilig in der obersten Liga etablieren, da die Spielklassen in der Weimarer Republik aber kaum über die regionale Ebene hinausreichten und zudem häufig umstrukturiert wurden, konnte der SV 98 überregional selten auf sich aufmerksam machen. 1923 stiegen die Fußballer in die Zweitklassigkeit ab, während die Handballer und die Leichtathleten durch ihre Leistungen in den Vordergrund rückten. Die Handballabteilung wurde insgesamt sechsmal Süddeutscher Meister und stand 1931 im Endspiel um die deutsche Handballmeisterschaft (4:7 gegen Polizei SV Berlin). In der Leichtathletik dominierte der spätere Olympia-Medaillen Gewinner Hermann Engelhard, der über die 800 Meter Süddeutscher Meister und Zweiter bei den deutschen Meisterschaften 1927 in Berlin wurde. Die Fußballer des SV 98 wirkten ab Ende der 1920er Jahre zwar vorübergehend wieder in der obersten Spielklasse, der Bezirksliga Main/Hessen, mit, kamen aber nie über das Mittelmaß hinaus und stiegen in der Saison 1932 wieder in die Zweitklassigkeit ab.

Von den Folgen der Machtergreifung der NSDAP im Jahr 1933 blieb auch der Sport nicht verschont. Wie in der Politik wurden auch in den Vereinen demokratische Strukturen abgeschafft. An deren Stelle trat das sogenannte Führerprinzip. Bereits 1933 traten daraufhin die meisten sportlichen Funktionäre beim SV 98 von ihren Posten zurück. Dazu zählte auch der langjährige Präsident Karl Heß, der das Amt seit 1928 innehatte. Der Verein ging auf kritische Distanz zu den neuen Machthabern. Um die Gleichschaltung der Vereine voranzutreiben, wurde 1938 auch in Darmstadt auf Betreiben der örtlichen Nationalsozialisten der Großverein GfL Darmstadt gebildet, dem auch die Lilien beitreten sollten. Die Verantwortlichen des SV 98 leisteten jedoch erfolgreich Widerstand und so konnte der SV Darmstadt 98 als einziger Darmstädter Sportverein seine Eigenständigkeit bewahren. Allerdings mussten die Lilien in der Folge auf jegliche staatliche Förderung verzichten, was u. a. eine sportliche Stagnation nach sich zog. In den Kriegsjahren gelang immerhin zur Saison 1941/42 kurzzeitig der Sprung in die Gauliga Hessen-Nassau, aus der der Verein bereits 1943 wieder abstieg. Durch die zahlreichen Einberufungen der Spieler zur Wehrmacht änderte sich das Gesicht der Mannschaft oft von Spiel zu Spiel. Spätestens nach dem britischen Luftangriff auf Darmstadt im September 1944, bei dem fast 80 Prozent der Stadt zerstört wurden, war an einen geregelten Sportbetrieb auch bei den Lilien nicht mehr zu denken.

1945–1978: Die ersten Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits ein halbes Jahr nach Kriegsende konnte der SV 98 neugegründet werden. In den nächsten Jahren kehrten immer mehr ehemalige Spieler aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Nach und nach stiegen damit auch die sportlichen Leistungen des Vereins wieder an. Allerdings beschlagnahmten die amerikanischen Besatzungstruppen das Böllenfalltorstadion für eigene Zwecke. Die ersten Jahre nach dem Kriegsende waren vor allem von Lokalderbys gegen SG Arheilgen, VfR Bürstadt und SKV Mörfelden geprägt, die zahlreiche Zuschauer zu den Spielen anzogen. Unter Spielertrainer Adam Keck steigerten sich die spielerischen Leistungen der Lilien von Jahr zu Jahr. Die Saison 1949/50 wurde besonders erfolgreich abgeschlossen. Vor 12.000 Zuschauern im Hochschulstadion, welches heute zur Universität Darmstadt gehört, besiegte der SV 98 den größten Verfolger Viktoria Aschaffenburg mit 3:2 und qualifizierte sich damit für die Relegationsrunde um den Aufstieg in die Oberliga Süd, der damals höchsten deutschen Spielklasse. Mit fünf Siegen aus sechs Spielen meisterten die als Außenseiter gehandelten Lilien ihre Aufgaben gegen den 1. FC Bamberg, Union Böckingen und den 1. FC Pforzheim siegreich und lösten ein in Darmstadt noch nie da gewesenes Fußballfieber aus. Gleich das erste Spiel in der neuen Spielklasse führte den deutschen Meister von 1949, den VfR Mannheim nach Darmstadt, der mit 5:4 geschlagen werden konnte. An diesen Erfolg konnte in der ersten Oberligasaison nicht angeknüpft werden. Am Ende stand, trotz Siegen u.a. gegen 1860 München, Bayern München und zweier Unentschieden gegen den amtierenden Deutschen Meister VfB Stuttgart, der unglückliche Abstieg als Viertletzter, da die Oberliga auf 16 Mannschaften reduziert wurde.

Herausragender Spieler der Nachkriegsjahre war Stürmer Werner Böhmann, der bereits mit 17 Jahren Stammspieler der ersten Mannschaft wurde. Böhmann ist bis heute mit 123 Treffern in 261 Pflichtspielen für die Lilien der erfolgreichste Darmstädter Spieler. Im Jahr 1952 konnte das umgebaute Böllenfalltorstadion wieder von den Lilien bezogen werden. Das gestiegene Zuschauerinteresse nach dem Aufstieg hatte einen Ausbau auf 25.000 Zuschauer notwendig gemacht. In den folgenden Jahren etablierte sich der SV 98 schließlich in der 2. Liga Süd und landete am Ende der Spielzeit meist auf einem Mittelfeldplatz. 1961, 1963 und 1970 musste der SV 98 allerdings Abstiege in die Amateurliga Hessen hinnehmen, denen jedoch im Jahr darauf wieder der Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse folgte. 1971/72 übernahm Udo Klug das Traineramt bei den Lilien und baute die Mannschaft grundlegend um. Klug, der zuvor der Cheftrainer der Amateurmannschaft von Eintracht Frankfurt war, setzte auf eine Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern aus dem Rhein-Main-Gebiet und propagierte Laufbereitschaft, Kampfgeist und Spielintelligenz. Für den Aufbau eines neuen Darmstädter Teams nahm er eine Reihe von jungen Spielern wie Walter Bechtold, Dieter Ungewitter, Hans Lindemann, Edwin Westenberger oder Joachim Weber von Frankfurt mit nach Darmstadt. Dieser Spielerkreis wurde durch die Darmstädter Torwartlegende Dieter Rudolf, der ein Jahr später ebenfalls von Eintracht Frankfurt wechselte, und junge Spieler aus der mittelhessischen Provinz wie Willi Wagner oder Peter Cestonaro ergänzt. Für Jahre sollten diese Fußballer das Gesicht von Darmstadt 98 prägen. Unter Trainer Klug etablierten sich die Lilien im Spitzenfeld der süddeutschen Mannschaften.

Am 5. Mai 1973 besiegte der SV 98 auswärts den SSV Reutlingen 05 mit 4:2 und konnte daraufhin an der Aufstiegsrunde zur Bundesliga teilnehmen. Eine Woche später kam es zum denkwürdigen Spiel gegen den 1. FC Nürnberg, der am heimischen Böllenfalltor vor über 20.000 Zuschauern mit 7:0 geschlagen wurde. Die Lilien waren erstmals Süddeutscher Fußballmeister. In der Aufstiegsrunde wurde die Mannschaft schließlich Zweiter hinter Rot-Weiss Essen und verpasste somit den Aufstieg. In der folgenden Spielzeit schaffte der SV 98 die Qualifikation für die neu geschaffene 2. Bundesliga. Während der Saison 1976/77 übernahm Lothar Buchmann das Traineramt. Wirtschaftliche Zwänge ließen keine großen Zukäufe zu. Wieder mussten sich die Lilien nach Spielern aus Südhessen umschauen. In die Saison 1977/78 startete die Mannschaft holprig. Dafür wendete sich in der zweiten Saisonhälfte das Blatt. Nach zwölf Siegen in Folge und einem Unentschieden bei Waldhof Mannheim kam erneut der 1. FC Nürnberg an das ausgebaute Darmstädter Böllenfalltor. Vor 26.000 Zuschauern besiegte der SV 98 die Nürnberger mit 2:0. Mit nur einer Niederlage in der Rückrunde und einem 6:1-Erfolg gegen den FK Pirmasens reichte den Lilien ein 2:2 gegen die Stuttgarter Kickers, um aufzusteigen. Die Meisterschaftsfeier nahm große Teile der Darmstädter Innenstadt ein, und die Siegermannschaft wurde am Luisencenter von Oberbürgermeister Heinz Winfried Sabais in Empfang genommen. Der SV Darmstadt 98 war erstklassig.

1978–1982: Die Feierabendfußballer vom Böllenfalltor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trainer Lothar Buchmann führte die Lilien 1978 erstmals in die Bundesliga

Nach dem Aufstieg in die Bundesliga kamen auf den Verein zahlreiche Aufgaben zu. Zunächst musste das Stadion am Böllenfalltor auf 30.000 Plätze erweitert werden. Mithilfe der Stadt Darmstadt wurde die Gegengerade erweitert. Ein weiteres Problem betraf die Mannschaft selbst. Viele sahen dem Abenteuer Erstklassigkeit skeptisch entgegen und waren nicht bereit, ihre berufliche Existenz aufs Spiel zu setzen. Aus dieser Situation heraus schuf Trainer Buchmann das sogenannte Darmstädter Modell: Die meisten Spieler des SV 98 gingen einer hauptberuflichen Tätigkeit nach und waren keine Vollprofis. Verkürzte Arbeitszeiten wurden vom Verein ausgeglichen und Trainingslager in die Urlaubszeit verlegt. Dadurch konnte lediglich nach Feierabend trainiert werden. In der Presse entstand deshalb der Begriff der Feierabendfußballer vom Böllenfalltor. Der Kader wurde weitgehend zusammengehalten, als namhafte Verstärkungen wurden lediglich Jürgen Kalb und Kurt Eigl verpflichtet.

Der Start in der höchsten deutschen Spielklasse gelang. Am 11. November 1978 spielten die Lilien in München bei den Bayern 1:1. Zwei Minuten vor Abpfiff traf Uwe Hahn aus 25 Metern zum Tor des Monats. Danach häuften sich die Niederlagen und der SV 98 fand sich am Ende der Hinrunde auf einem Abstiegsplatz wieder. Auch in der Rückrunde konnte trotz guter Spiele das Ruder nicht mehr herumgerissen werden. Nach einer 1:3-Niederlage gegen Nürnberg vor heimischer Kulisse wurde Lothar Buchmann entlassen und Co-Trainer Klaus Schlappner wurde Cheftrainer. Unter ihm gab es noch Erfolge gegen die Frankfurter Eintracht und Werder Bremen; trotzdem war der Abstieg nach nur einem Jahr im Oberhaus nicht mehr zu verhindern und die besten und bekanntesten Spieler, darunter Bum-Kun Cha, verließen den Verein.

Die folgende Zweitliga-Saison schloss der SV Darmstadt 98 mit einer auf vielen Positionen veränderten Mannschaft mit dem vierten Tabellenplatz ab. Die Erkenntnis aus dem Abstieg war, dass auch in Darmstadt kein Weg am Vollprofitum vorbeiführen würde. Unter Trainer Werner Olk ging der Verein in die Saison 1980/81. Ziel war es, "oben mitzuspielen" und gleichzeitig die Qualifikation für die neue eingleisige 2. Bundesliga zu schaffen. Die Mannschaft startete stark in die Saison, wobei der Sturm den erfolgreichsten Mannschaftsteil stellte. Hohe Siege gegen VfR Bürstadt (5:0), ESV Ingolstadt (9:2), Freiburger FC (6:3), FC Homburg (7:1) und Wormatia Worms (5:0) spiegelten die Spielstärke der Lilien wider. Am Ende war man erneut souverän Erster der 2. Liga Süd und Aufsteiger in die Bundesliga geworden. Wieder folgten Auflagen des DFB, die der SV 98 zu erfüllen hatte. Unter anderem sahen diese die Errichtung einer Flutlichtanlage vor. Diesmal wurden die Lilien von der Stadt finanziell nicht unterstützt. Um den Weg in die Erstklassigkeit zu gehen, verschuldete sich der Verein auf Jahre hinaus. Dies führte auch dazu, dass die Mannschaft kaum mit neuen Spielern verstärkt werden konnte.

Trotzdem gelang der Start in die zweite Bundesligasaison und man hielt sich besser als zwei Jahre zuvor. Höhepunkt der Hinrunde war das 1:1 beim Tabellenführer 1. FC Köln. In der Rückrunde führten Spannungen innerhalb der Mannschaft und im Vorstand des Vereins zu nachlassenden Leistungen. Nach der Entlassung von Olk übernahm Manfred Krafft die sportliche Leitung. Doch auch dieser konnte den abermaligen Abstieg in die Zweitklassigkeit als Tabellenvorletzter nicht mehr verhindern.

1982–2007: Hohe Ziele, tiefer Fall[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem letzten Abstieg aus der Bundesliga stand der Verein vor einem großen Schuldenberg. Trotzdem versuchte man mit aller Macht den direkten Wiederaufstieg. Von Eintracht Frankfurt wechselte Wolfgang Trapp ans Böllenfalltor. Aus Prag verpflichtete man den tschechoslowakischen Nationalspieler Luděk Macela. Doch wiederum gab es Probleme innerhalb der Mannschaft. Zur Winterpause wurden weitere bekannte Spieler eingekauft, darunter der Europameister von 1976, Zdeněk Nehoda. Mit Willi Wagner, der elfeinhalb Jahre bei den Südhessen gespielt hatte und bis heute mit 401 Einsätzen der Rekordspieler von Darmstadt 98 ist, sowie Peter Cestonaro beendeten in der Winterpause 1982/83 zwei die damalige Mannschaft prägende Gesichter ihr Engagement bei den Lilien. Wagner verlegte sich aufs Trainerfach im höchsten hessischen Amateurbereich, während Cestonaro zum Zweitligisten KSV Hessen Kassel transferiert wurde. Am Saisonende hatten sich die Verbindlichkeiten auf über 8 Mio. DM erhöht. Die spektakulären Neueinkäufe hatten nicht gefruchtet. Die folgenden Jahre waren von häufigem Wechsel an der Vereinsspitze und im Trainerstab gekennzeichnet. Ende 1984 kehrte Udo Klug nach Darmstadt zurück. Er peilte mittelfristig an, mit einer wesentlich jüngeren Mannschaft wieder um den Aufstieg mitzuspielen. Sportlich hielten sich die Lilien gerade so in der Zweiten Liga und etablierten sich erst nach und nach im Mittelfeld. Nach Klugs Ausstieg als Trainer übernahm Eckhard Krautzun die Mannschaft zur Spielzeit 1986/87. Er strebte ein laufintensives und offensives Spielsystem an und führte die Lilien zwischenzeitlich bis auf den zweiten Rang; die Mannschaft landete schließlich als Vierter knapp hinter dem Relegationsplatz, den der FC St. Pauli mit zwei Punkten Vorsprung erreichte. Zu wenig für die Verantwortlichen des Vereins, die mit Klaus Schlappner ein bekanntes Gesicht als neuen Trainer am Böllenfalltor präsentierten. In der neuen Saison sollte der Wiederaufstieg gelingen. Der SV 98 hielt sich über die gesamte Spielzeit unter den Spitzenmannschaften der Liga und belegte am Ende Platz 3. Damit kam es am 1. Juni 1988 zum ersten Relegationsspiel gegen den Drittletzten der Bundesliga, dem SV Waldhof Mannheim. Das Hinspiel in Darmstadt gewannen die Lilien vor 25.000 Zuschauern knapp mit 3:2 (nach 0:2-Rückstand). Im Rückspiel retteten sie sich durch den späten Anschlusstreffer zum 2:1 in ein Entscheidungsspiel. Nach 120 Minuten war kein weiteres Tor gefallen – ein Elfmeterschießen musste entscheiden. Oliver Posniak, Karl-Heinz Emig und zuletzt Willi Bernecker verschossen ihre Elfmeter und Waldhof blieb erstklassig. Es folgten zahlreiche erfolglose Zweitligaspielzeiten. 1993 stiegen die Lilien als Letzter in die Oberliga Hessen ab. Damit war der SV 98 nach 22 Jahren im Profifußball wieder drittklassig.

Nach dem Zweitligaabstieg musste der Verein komplett neu aufgebaut werden, doch die Qualifikation für die neugegründete Regionalliga als neue dritte Spielklasse gelang auf Anhieb. In den Folgejahren hielten sich die Lilien mehr oder weniger knapp drittklassig, 1998 aber konnten sie nach einer 0:2-Niederlage am vorletzten Spieltag gegen den direkten Kontrahenten SC Weismain den Klassenerhalt nicht mehr aus eigener Kraft realisieren. Eine Woche später besiegelte der direkte Kontrahent um dem Klassenerhalt SC Neukirchen durch einen 3:0-Sieg bei den Amateuren des Karlsruher SC den ersten Abstieg der am letzten Spieltag spielfreien Darmstädter nach dem Zweiten Weltkrieg in die Viertklassigkeit. Dieser Schock wirkte zunächst heilsam. Nach wesentlichen Änderungen in Verein und Vorstand schaffte der SV 98 unter Slavko Petrović den direkten Wiederaufstieg. Durch die Reformierung der Dritten Liga (auf zwei statt vier Unterteilungen) musste der Aufsteiger gleich unter die elf besten Mannschaften kommen. Nach einem Jahr Abstiegskampf meisterten die Lilien die Qualifikation mit einem neunten Rang. Die Darmstädter zählten ein Jahr später sogar zu den Favoriten auf den Zweitligaaufstieg. Dieser Traum wurde ihnen aber von Trainer Michael Feichtenbeiner nicht erfüllt. Die folgende Saison 2001/02 wurde zum Ausgangspunkt einer weiteren sportlichen Krise; der Anwärter auf die ersten beiden Plätze belegte nur Platz 14. Unter dem neuen Trainer Hans-Werner Moser verschlimmerte sich die Situation weiter und Moser trennte sich einvernehmlich vom SV 98, der nach dem 28. Spieltag auf einem Nichtabstiegsplatz stand, am Ende der Saison 2002/03 schließlich aber nach vier Drittliga-Jahren mit Höhen und Tiefen erneut in die Oberliga Hessen absteigen musste, nachdem er bis zum 13. Spieltag noch auf den Aufstieg in die Zweite Liga hatte hoffen dürfen.

Spieler und Trainer bei den Lilien: Bruno Labbadia

Mit dem Anspruch des direkten Wiederaufstiegs ging der SV Darmstadt 98 in die Saison 2003/04, welche eine der eindrucksvollsten der vergangenen Jahre werden sollte. Unter dem neuen Trainer Bruno Labbadia schafften die Lilien mit 88 von 102 Punkten, der bis heute höchsten Ausbeute in der Ligageschichte, ihr Saisonziel. In einem denkwürdigen Duell gegen den KSV Hessen Kassel setzten sich die Darmstädter mit vier Punkten Vorsprung durch. Das folgende Jahr verlief ähnlich erfolgreich. Mit dem Ziel Klassenverbleib gestartet, erreichten die Lilien sofort Rang fünf und durften sich sogar zwischendurch Hoffnungen auf die Zweite Liga machen. In der Saison 2005/06 endete der Höhenflug der 98er vorerst. Nach einem holprigen Start kamen dem Vorstand Zweifel an dem Erreichen des vorgegebenen Saisonziels, was Trainer Labbadia 2006 zum Rücktritt veranlasste. Dies änderte nichts in Bezug auf die Leistung der Mannschaft und so belegten die Lilien auch in dieser Saison einen für die Fans enttäuschenden fünften Platz.

Danach entschied sich der Vorstand für einen kompletten Neuanfang im sportlichen Bereich. Vom gesamten Kader wurden nur fünf Spieler gehalten. Als Trainer wurde Gino Lettieri verpflichtet; mit den bescheidenen finanziellen Möglichkeiten sollte dieser eine komplett neue Mannschaft bilden, die schließlich zu einem Großteil aus Führungsspielern seines ehemaligen Klubs SpVgg Bayreuth bestand, dem aus finanziellen Gründen die Lizenz für die Regionalliga verweigert wurde. Lettieri wurde nach nur zehn Spieltagen beurlaubt, da der SV 98 mit neun von 30 möglichen Punkten auf einem Abstiegsplatz stand. Seine Nachfolge trat am 6. Oktober 2006 Gerhard Kleppinger an, doch auch unter ihm besserte sich die Lage nicht. Am letzten Spieltag der Saison 2006/07 besiegelte die zweite Mannschaft des FC Bayern München durch einen 2:0-Sieg gegen die Lilien den erneuten Abstieg in die Viertklassigkeit.

Seit 2007: Von der Hessenliga in die Bundesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abstieg in die Oberliga Hessen wurde ein neues Präsidium gewählt und der Spielerkader erfuhr einen kompletten Umbruch. Das Ziel sofortiger Wiederaufstieg wurde am 18. April 2008 nach 14 ungeschlagenen Spielen in Folge realisiert, zudem gelang der Gewinn des Hessenpokals (2:0 im Finale gegen Viktoria Aschaffenburg). Am 5. März 2008 gab das Präsidium bekannt, dass man wegen finanzieller Belastungen in Millionenhöhe ein Insolvenzverfahren einleiten müsse. Unter Führung des Präsidenten Hans Kessler stemmten sich Fans und Umfeld gegen eine mögliche Insolvenz des Vereins. Durch zahlreiche Aktionen, Spenden und mit Hilfe der Freunde und Fans des SV Darmstadt 98 wurde die Lizenz für die Regionalliga-Saison 2008/09 erfolgreich beantragt und im Juni 2009 der Insolvenzantrag beim Amtsgericht Darmstadt zurückgezogen.

In der viertklassigen Regionalliga waren die Lilien in den Saisons 2008/09 und 2009/10 unter den Trainern Gerhard Kleppinger und Živojin Juškić lediglich im Abstiegskampf vertreten, erst unter Kosta Runjaic stellte sich Erfolg ein. So schafften die 98er bereits 2010/11 durch eine Serie von neun Siegen an den letzten neun Spieltagen überraschend den Aufstieg in die 3. Liga. Das entscheidende 4:0 am letzten Spieltag gegen den FC Memmingen verfolgten 17.000 Zuschauer im Stadion, zudem wurde die Partie live im Hessischen Rundfunk ausgestrahlt.

Die ersten Spiele der Lilien in der Drittligasaison 2011/12 wurden von großer Euphorie begleitet, begünstigt durch einen 5:1-Sieg der 98er gegen den Aufstiegskandidaten Arminia Bielefeld. Am 2. Oktober 2011, dem 12. Spieltag, war das Böllenfalltorstadion zum Derby des SV 98 gegen Kickers Offenbach ausverkauft, ehe am drittletzten Spieltag den Lilien mit einem 3:1-Erfolg gegen den SV Babelsberg 03 der vorzeitige Klassenerhalt gelang. In der Saison 2012/13 rutschten sie unter Trainer Runjaic nach acht absolvierten Ligaspielen auf einen Abstiegsplatz. Runjaic wechselte am 3. September 2012 zum Zweitligisten MSV Duisburg. Am 5. September 2012 wurde Jürgen Seeberger als neuer Coach des SV 98 vorgestellt, unter dessen Leitung nur zehn Punkte in 13 Spielen geholt wurden, was den letzten Tabellenplatz zur Folge hatte. Am 17. Dezember 2012, unmittelbar nach dem letzten Spiel vor der Winterpause 2012/13, der 0:3-Niederlage bei Preußen Münster, gab der Verein Seebergers Entlassung bekannt. Am 28. Dezember 2012 wurde Dirk Schuster als neuer Trainer vorgestellt, unter dessen Leitung sich die Lage besserte und die Darmstädter vom 20. Tabellenplatz aus dem rettenden Ufer immer näher kamen. Das Saisonfinale 2012/13 lief auf ein „Endspiel“ am letzten Spieltag (18. Mai 2013) ausgerechnet gegen Schusters Verein der Hinrunde, die Stuttgarter Kickers, hinaus. Der Sieger der Partie hätte sich in jedem Fall den Klassenerhalt gesichert. Vor 13.600 Zuschauern endete das Spiel 1:1, was zwar den Stuttgartern, jedoch nach den Ergebnissen von den anderen Plätzen nicht dem SV 98 ausreichte. Doch trotz des sportlich verfehlten Klassenerhalts blieben die Lilien in der 3. Liga, da sie für Kickers Offenbach nachrückten, das keine Lizenz für die Dritte Liga erhielt.

In der Drittligasaison 2013/14 sorgten die Lilien zunächst in der 1. Runde des DFB-Pokals mit einem 5:4-Sieg nach Elfmeterschießen gegen den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach für Schlagzeilen, mussten sich dann aber im Spiel der 2. Runde gegen den FC Schalke 04, das live im Ersten zur Hauptsendezeit übertragen wurde, mit 1:3 geschlagen geben. In der Meisterschaft zeigte die Mannschaft des Vorjahresabsteigers überraschend starke Leistungen, an denen der Stürmer Dominik Stroh-Engel mit 27 Drittligatoren in 34 Ligaspielen großen Anteil hatte und damit auch zum Rekordtorjäger der Drittliga-Geschichte wurde. Bis zum vorletzten Spieltag hielten sich die 98er die Möglichkeit offen, als Zweitplatzierter direkt aufzusteigen, sodass aufgrund des gewachsenen Interesses am Verein fast jedes Ligaspiel des SV 98 im letzten Saisondrittel live im TV und im Internet per Livestream, meist vom HR, ausgestrahlt wurde. Nach 38 Spieltagen belegten die Lilien den 3. Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrelegation zur 2. Bundesliga berechtigt, in der sie auf den Drittletzten der 2. Bundesliga 2013/14, Arminia Bielefeld trafen – beide Spiele wurden vom HR sowie vom WDR live im TV übertragen. Das Hinspiel am Böllenfalltor verlor die Mannschaft mit 1:3, im Rückspiel auf der Bielefelder Alm konnten die Darmstädter das Hinspielergebnis zunächst egalisieren; sie gewannen in der Nachspielzeit der Verlängerung schließlich mit 4:2 durch ein Tor von Elton da Costa in der 120+2. Minute. Mit diesem überraschenden Erfolg stieg der SV 98 nach 21 Jahren wieder in die 2. Bundesliga auf und er sorgte aufgrund der Dramatik und Spannung der Relegation, vor allem der Entscheidung in den letzten Minuten der Verlängerung, für bundesweite Aufmerksamkeit.

Das Merck-Stadion am Böllenfalltor nach dem Bundesligaaufstieg am 24. Mai 2015

Nach dem Aufstieg wurden die Lilien auch regional deutlich positiver wahrgenommen. Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck stieg als Namenssponsor der Darmstädter Spielstätte ein, sodass das Stadion in Merck-Stadion am Böllenfalltor umbenannt wurde. Als Aufsteiger gelang Darmstadt 2014/15 eine überzeugende Saison. Nachdem man in der 1. Runde des DFB-Pokals erst im Elfmeterschießen gegen den späteren Pokalsieger VfL Wolfsburg unterlegen war, setzten sich die 98er nach elf Spieltagen auf den ersten vier Tabellenplätzen fest, die sie bis zum Ende der Saison nicht mehr verließen. Nach den Schlüsselsiegen über die direkten Aufstiegskonkurrenten 1. FC Kaiserslautern und Karlsruher SC an den letzten vier Spieltagen gelang am letzten Spieltag mit einem 1:0-Sieg über den FC St. Pauli durch einen von Tobias Kempe direkt verwandelten Freistoß schließlich der Durchmarsch in die oberste Spielklasse, womit die Lilien nach 33 Jahren wieder erstklassig wurden. Und das als erster Verein, der mit nur 44 geschossenen Toren direkt in die Bundesliga aufgestiegen ist, und zudem als erst siebter Verein, dem ein solcher Durchmarsch gelungen ist. Dabei hatte der SV 98 in der Saison 2014/15 mit etwa 5 Mio. € das niedrigste Budget und den kleinsten Kader der Liga.

In der Bundesligasaison 2015/16, Darmstadts dritter Spielzeit in der Bundesliga, starteten die Lilien mit drei Unentschieden und einem 1:0-Auswärtssieg bei Bayer 04 Leverkusen, ehe der FC Bayern München am 5. Spieltag die erste Saisonniederlage zufügte. Im DFB-Pokal schied man im Achtelfinale mit 0:1, ebenfalls gegen die Bayern aus, nachdem man sich in der 2. Pokalrunde noch 2:1 gegen Ligakonkurrent Hannover 96 durchsetzen konnte. Am 8. März 2016 verstarb der langjährige Lilienfan Jonathan Heimes, dessen „Du musst kämpfen“-Kampagne in den Vorjahren Solidarität von Fans, Trainerteam und Spielern erfuhr, im Kampf gegen den Krebs. Mit einer deutlichen Heimschwäche, aber einer sensationellen Auswärtsbilanz sammelte der SV Darmstadt 98 über die gesamte Bundesligasaison beständig Punkte, für die neben dem Top-Torschützen Sandro Wagner auch der Kapitän und Innenverteidiger Aytaç Sulu mit 7 Toren, allesamt auswärts erzielt (zudem 6 der 7 Tore per Kopf, nur zu Gast bei Borussia Dortmund mit dem Fuß) großen Anteil hatte, ehe am vorletzten Spieltag, am 7. Mai 2016, mit einem 2:1-Auswärtserfolg gegen Hertha BSC der geschaffte Klassenerhalt im Olympiastadion Berlin gefeiert werden konnte. Mit Platz 14 war Darmstadt 98 damit auch erstmals bestplatzierter hessischer Fußballverein.

Im Anschluss an den geglückten Klassenerhalt in der Bundesliga verkündete Dirk Schuster seinen Wechsel zum FC Augsburg, sodass die Lilien mit dem neuen Trainer Norbert Meier in die Bundesligasaison 2016/17 starteten. Dieser gestaltete den Kader mit insgesamt 18 Abgängen und 18 Zugängen stark um, konnte damit jedoch in 12 Spielen nur 8 Punkte holen. Nach fünf Niederlagen in Folge, darunter gegen die direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt Hamburger SV und FC Ingolstadt 04, sowie dem Ausscheiden aus dem DFB-Pokal in der 2. Runde gegen den Regionalligisten FC-Astoria Walldorf wurde Norbert Meier am 5. Dezember 2016 entlassen. Ihm folgten Manager Holger Fach und Co-Trainer Frank Heinemann. Für die letzten drei Spiele des Kalenderjahres übernahm der sportliche Leiter des Leistungszentrums der Lilien Ramon Berndroth übergangsweise die Leitung der Mannschaft. Am 27. Dezember 2016 wurde der ehemalige, deutsche Nationalspieler Torsten Frings als neuer Cheftrainer vorgestellt, der den SV 98 trotz erkennbaren Aufwärtstrend gegenüber der ersten Saisonhälfte nicht in der Bundesliga halten konnte: So stand am 6. Mai 2017, dem drittletzten Spieltag, nach der 0:1-Niederlage beim FC Bayern München, der Abstieg in die 2. Bundesliga fest.

Sportlicher Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ewigen Bundesligatabelle belegen die Darmstädter Platz 39. In den bislang 4 Spielzeiten und 136 Spielen wurden 28 gewonnen, 33 endeten Unentschieden und 75 Spiele gingen verloren. Das Torverhältnis beträgt dabei 152:273.[2]
In der Ewigen Tabelle der 2. Bundesliga sind die Lilien auf Platz 12 zu finden. Aus 684 Spielen in 18 Spielzeiten holte der Verein 287 Siege, 172 Unentschieden und 225 Niederlagen bei einem Torverhältnis von 1101:955 (Stand: Mai 2017).[3]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DFB-Pokal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eintrittskarte für die 3. Runde des DFB-Pokals gegen den späteren Pokalsieger Schalke 04 aus der Saison 2001/02

Der größte Erfolg in diesem Wettbewerb, der Einzug ins Viertelfinale, datiert aus der Saison 1986/87. Die Lilien schafften es zuletzt 2015/16 ins Achtelfinale des DFB-Pokals. Den höchsten Sieg erzielten sie beim 10:0 gegen die Amateure des FSV Hemmersdorf. Dreimal mussten sich die Lilien mit fünf Toren Unterschied geschlagen geben, davon zweimal bei Werder Bremen (jeweils 0:5) und zuletzt 1988/89 in Köln beim 1. FC (1:6). Eine Entscheidung im Elfmeterschießen gab es dreimal in der Pokalgeschichte. 2001/02 wurde der Bundesligist SC Freiburg am Böllenfalltor mit 6:4 besiegt, ein weiterer Sieg folgte in der Saison 2013/14 mit einem 5:4 gegen den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, in der das Spiel der 2. Runde gegen FC Schalke 04 (1:3) auch live in der ARD zur Hauptsendezeit ausgestrahlt wurde. Eine Niederlage mussten die Lilien in der 1. Runde der Saison 2014/15 gegen den späteren Pokalsieger VfL Wolfsburg hinnehmen. Im Elfmeterschießen unterlag man 4:5.

Vor dem Aufstieg in die 2. Bundesliga mussten sich die Lilien über den Hessenpokal für den DFB-Pokal qualifizieren. Für den Hessenpokal war der SV 98 als Drittligist automatisch qualifiziert, zu Ober- und Regionalligazeiten musste sich der Verein zunächst mit dem Sieg im Regionalpokal (ehemals Bezirkspokal) für den Hessenpokal qualifizieren. Doch um am Regionalpokal teilnehmen zu können, war wiederum der Sieg im Kreispokal der Vorsaison nötig. Bis auf eine Ausnahme schafften es die 98er immer, sich für den Hessenpokal zu qualifizieren; am 20. April 2010 unterlag man unter Živojin Juškić als Regionalligist dem Gruppenligisten Germania Pfungstadt im Halbfinale des Kreispokals mit 5:6 nach Elfmeterschießen. Mit diesem Ausscheiden im Kreispokal 2009/10 war keine Teilnahme am Regionalpokal 2010/11 möglich, damit auch der Hessenpokal 2010/11 verbaut und die Teilnahme am DFB-Pokal 2011/12 ausgeschlossen.

Personalien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aktuelle Kader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kader Saison 2017/18
Nr. Spieler Nat. Geburtsdatum im Verein seit Vertrag bis letzter Verein Zweitligaspiele Zweitligatore
Torhüter
1 Daniel Heuer Fernandes PortugalPortugal 13.11.1992 2016 2020 SC Paderborn 07 17 0
23 Joël Mall SchweizSchweiz 05.04.1991 2017 2019 Grasshopper Club Zürich 0 0
31 Florian Stritzel DeutschlandDeutschland 31.01.1994 2017 2019 Karlsruher SC 0 0
Abwehr
4 Aytaç Sulu Kapitän der Mannschaft TurkeiTürkei 11.12.1985 2013 2019 SCR Altach 35 5
13 Markus Steinhöfer DeutschlandDeutschland 07.03.1986 2017 2019 Sparta Prag 44 5
17 Sandro Sirigu DeutschlandDeutschland 07.10.1988 2013 2019 1. FC Heidenheim 24 0
21 Immanuel Höhn DeutschlandDeutschland 23.12.1991 2016 2018 SC Freiburg 29 3
26 Patrick Banggaard DanemarkDänemark 04.04.1994 2017 2020 FC Midtjylland 1 0
32 Fabian Holland DeutschlandDeutschland 11.07.1990 2014 2020 Hertha BSC 47 1
33 Ruibao Hu China VolksrepublikVolksrepublik China 17.10.1996 2017 2018 Vejle BK 0 0
41 Niklas Kern DeutschlandDeutschland 24.04.1999 2009 2018 Erster Verein 0 0
42 Leo Petri DeutschlandDeutschland 09.03.1999 2008 2018 Erster Verein 0 0
Mittelfeld
6 Marvin Mehlem DeutschlandDeutschland 11.09.1997 2017 2020 Karlsruher SC 15 1
8 Julian von Haacke DeutschlandDeutschland 14.02.1994 2017 2020 NEC Nijmegen 0 0
10 Jan Rosenthal DeutschlandDeutschland 07.04.1986 2015 2019 Eintracht Frankfurt 9 1
11 Tobias Kempe DeutschlandDeutschland 27.06.1989 2017 2020 1. FC Nürnberg 161 19
18 Peter Niemeyer DeutschlandDeutschland 22.11.1983 2015 2018 Hertha BSC 54 5
19 Kevin Großkreutz DeutschlandDeutschland 19.07.1988 2017 2019 VfB Stuttgart 53 8
25 Yannick Stark DeutschlandDeutschland 28.10.1990 2015 2018 FSV Frankfurt 110 10
34 Hamit Altıntop TurkeiTürkei 08.12.1982 2017 2018 Galatasaray Istanbul 4 0
36 Wilson Kamavuaka Kongo Demokratische RepublikDemokratische Republik Kongo 29.03.1990 2017 2020 Panetolikos 32 2
38 Romuald Lacazette FrankreichFrankreich 03.01.1994 2017 2020 TSV 1860 München 36 1
43 Paul Schmieder DeutschlandDeutschland 21.04.1999 2012 2018 Erster Verein 0 0
Sturm
7 Felix Platte DeutschlandDeutschland 11.02.1996 2016 2021 FC Schalke 04 0 0
9 Jamie Maclaren AustralienAustralien 29.07.1993 2017 2020 Brisbane Roar 2 0
14 Roman Bezjak SlowenienSlowenien 21.02.1989 2016 2019 HNK Rijeka 0 0
15 Terrence Boyd Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 16.02.1991 2017 2018 RB Leipzig 11 2
20 Artur Sobiech PolenPolen 12.06.1990 2017 2019 Hannover 96 27 2
27 Orrin McKinze Gaines II Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 02.03.1998 2017 2020 VfL Wolfsburg 0 0
40 Silas Zehnder DeutschlandDeutschland 30.06.1999 2013 2021 SKG Erfelden 0 0

Stand: 26. August 2017

Transfers Sommer 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugänge Abgänge
Roman Bezjak SlowenienSlowenien HNK Rijeka
Kevin Großkreutz DeutschlandDeutschland VfB Stuttgart
Julian von Haacke DeutschlandDeutschland NEC Nijmegen
Ruibao Hu China VolksrepublikVolksrepublik China Vejle BK (Leihe)
Tobias Kempe DeutschlandDeutschland 1. FC Nürnberg
Niklas Kern DeutschlandDeutschland Eigene Jugend
Romuald Lacazette FrankreichFrankreich TSV 1860 München
Jamie Maclaren AustralienAustralien Brisbane Roar
Joël Mall SchweizSchweiz Grasshopper Club Zürich
Marvin Mehlem DeutschlandDeutschland Karlsruher SC
Orrin McKinze Gaines II Vereinigte StaatenVereinigte Staaten VfL Wolfsburg U19
Leo Petri DeutschlandDeutschland Eigene Jugend
Paul Schmieder DeutschlandDeutschland Eigene Jugend
Artur Sobiech PolenPolen Hannover 96
Yannick Stark DeutschlandDeutschland FSV Frankfurt
Florian Stritzel DeutschlandDeutschland Karlsruher SC
Silas Zehnder DeutschlandDeutschland Eigene Jugend
Can Luca Aydogan DeutschlandDeutschland Ziel unbekannt
Ihor Beresowskyj UkraineUkraine Ziel unbekannt
Antonio Čolak KroatienKroatien TSG 1899 Hoffenheim
Michael Esser DeutschlandDeutschland Hannover 96
Artem Fedezkyj UkraineUkraine Karpaty Lwiw
Liam Fisch DeutschlandDeutschland VfB Ginsheim
Jérôme Gondorf DeutschlandDeutschland Werder Bremen
Benjamin Gorka DeutschlandDeutschland Ziel unbekannt
Leon Guwara GambiaGambia Werder Bremen
Marcel Heller DeutschlandDeutschland FC Augsburg
Alexander Milošević SchwedenSchweden Beşiktaş Istanbul
Denys Olijnyk UkraineUkraine Ziel unbekannt
Sidney Sam DeutschlandDeutschland FC Schalke 04
Sven Schipplock DeutschlandDeutschland Hamburger SV
Dominik Stroh-Engel DeutschlandDeutschland Karlsruher SC
Daniel Thur DeutschlandDeutschland Ziel unbekannt
Mario Vrančić Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Norwich City
Johannes Wolff DeutschlandDeutschland FC Alsbach

Transfers Winter 2016/17[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugänge Abgänge
Hamit Altıntop TurkeiTürkei Galatasaray Istanbul
Patrick Banggaard DanemarkDänemark FC Midtjylland
Terrence Boyd Vereinigte StaatenVereinigte Staaten RB Leipzig
Wilson Kamavuaka Kongo Demokratische RepublikDemokratische Republik Kongo Panetolikos
Sidney Sam DeutschlandDeutschland FC Schalke 04
Markus Steinhöfer DeutschlandDeutschland Sparta Prag
Änis Ben-Hatira TunesienTunesien Gaziantepspor
Roman Bezjak SlowenienSlowenien HNK Rijeka
Florian Jungwirth DeutschlandDeutschland San José Earthquakes
László Kleinheisler UngarnUngarn Ferencváros Budapest
Victor Obinna NigeriaNigeria Ziel unbekannt

Aktuelle sportliche Leitung und Vereinsführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Funktion
Trainer- und Betreuerstab
Torsten Frings Cheftrainer
Björn Müller Co-Trainer
Kai Peter Schmitz Athletik-Trainer
Dimo Wache Torwart-Trainer
Helmut Koch Betreuer
Utz Pfeiffer Betreuer
Dr. Thomas Saltzer Mannschaftsarzt
Präsidium
Klaus Rüdiger Fritsch Präsident
Markus Pfitzner Vize-Präsident
Volker Harr Vize-Präsident
Anne Baumann Finanzen
Wolfgang Arnold Amateurabteilungen
Uwe Kuhl Nachwuchsleistungszentrum

siehe auch: Liste der bekannten, ehemaligen Spieler des SV Darmstadt 98
siehe auch: Liste der Trainer des SV Darmstadt 98
siehe auch: Liste der Vereinspräsidenten des SV Darmstadt 98

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merck-Stadion am Böllenfalltor, Gegengerade und Gästeblock

Die Lilien spielen im Merck-Stadion am Böllenfalltor, benannt nach Pappeln, den sogenannten Böllen. Der Rest des Namens leitet sich von einem ehemaligen (selbst zufallenden) Tor ab, das den Zugang zum nahe gelegenen Wald ermöglichte und das sich in unmittelbarer Umgebung des heutigen Stadions befand.

Das baufällige, 1921 erbaute Stadion kann langfristig keinen Profifußball ohne ständige Reparatur- und Sanierungsarbeiten mehr bieten. Einer Machbarkeitsstudie zum Umbau des Stadions am bestehenden Standort wurde im Magistrat der Stadt zugestimmt. In der Sommerpause 2014/15 begann eine erste Phase der Umbaumaßnahmen des Stadions mit dem Einbau einer Rasenheizung und der Modernisierung der Infrastruktur.

Seit Juli 2014 trägt das Stadion im Rahmen eines Namenssponsorings durch das Darmstädter Chemie- und Pharma-Unternehmen Merck KGaA den Namen Merck-Stadion am Böllenfalltor.[4]

Für die Bundesligasaison 2016/17 wurde das Stadion in Jonathan-Heimes-Stadion am Böllenfalltor umbenannt. Der Sponsor Merck verzichtete für diese Zeit auf sein Namensrecht, um den 2016 verstorbenen Jonathan Heimes zu würdigen.[5]

Jugendleistungszentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der SV Darmstadt 98 verfügt im Bereich Fußball über ein breit gefächertes Angebot für Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 19 Jahren. Sportlicher Leiter des Leistungszentrums ist Ramon Berndroth, als Koordinator im Leistungs- und Aufbaubereich von U19 bis U14 fungiert Björn Kopper, während Andreas Zdarsky als Koordinator im Aufbau- und Grundlagenbereich der U13 bis U10 verantwortlich ist. Seit dem Jahre 2004 hält der SV 98 in regelmäßigen Abständen das MERCK-Lilien-Fussballcamp ab. Dahinter verbirgt sich eine vom SV 98 veranstaltete Ferien-Fußballschule, die in Schulferien sowohl auf dem Gelände der Lilien als auch bei verschiedenen Vereinen in der Region stattfindet. Pro Jahr bieten die Lilien mindestens zehn Merck-Lilien-Fußballcamps für jeweils bis zu 60 Kindern von sechs bis zwölf Jahren in den Ferien an.

Besonders erfolgreich in den Jugendabteilungen des SV 98 ist die U19-Mannschaft, die sich bereits 2006 mit dem Erreichen des DFB-Pokal-Viertelfinales auf sich aufmerksam machte. Am 21. Juni 2009 gelang den A-Junioren der Aufstieg in die Bundesliga Süd, nachdem sie sich in der Relegation gegen Saarbrücken durchsetzen konnten, allerdings wurde der Klassenerhalt in der höchsten deutschen A-Jugendklasse zwischen den Nachwuchsabteilungen der ambitionierten Bundesligisten wie beispielsweise dem FC Bayern München, VfB Stuttgart oder dem 1. FSV Mainz 05 nicht erreicht und es folgte auf Platz 12 von insgesamt 14 Teilnehmern der Wiederabstieg. Als langfristiges Ziel ist vorgesehen, die U19- und U17-Mannschaften, die derzeit in den zweithöchsten Klassen spielen, in die Bundesligen zu führen und zu etablieren. Auch die unteren Jugendabteilungen sind als sehr erfolgreich einzustufen, da fast alle Altersklassen der Darmstädter Jugend in altershöheren Ligen etabliert sind. Die U13 überspringt sogar zwei Altersklassen und spielt im Ligensystem der U15-Junioren mit.

Die Jugendmannschaften tragen ihre Spiele im HEAG-Stadion aus. Die beiden Kunstrasenplätze befinden sich in unmittelbarer Nähe des Böllenfalltorstadions, sind mit Flutlicht ausgestattet und haben eine offizielle Kapazität von 1500 Stehplätzen.

Bis zur Saison 2013/14 führten die Lilien ein U23-Team als zweite Mannschaft in der Verbandsliga Hessen Süd. Da jedoch die jungen Talente im Verein stets bereits von der U19 zur 1. Mannschaft hochgezogen wurden, folgte mit dem Aufstieg der ersten Mannschaft im Jahre 2014 in die 2. Bundesliga die Abmeldung der U23-Mannschaft aus konzeptionellen und strukturellen Gründen, um damit zudem vermehrt den Fokus auf die U19- und U17-Mannschaften zu legen.

Sponsoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haupt- und Trikotsponsor des SV Darmstadt 98 ist die Software AG. Am 20. Mai 2008 löste das internationale Unternehmen für Softwarelösungen das Darmstädter Haarpflegeunternehmen Wella ab, das rund drei Monate zuvor aufgrund des ausstehenden Insolvenzverfahrens als Hauptinvestor abgesprungen war. Die Bereitschaft der Software AG zur Unterstützung der Lilien und die somit sichergestellte finanzielle Sicherheit für die Saison 2008/09 führte zur Erfüllung der Bedingungen, die der DFB im Lizenzierungsverfahren um die neue Regionalliga Süd gestellt hatte. Gründe für das eigentlich ungewöhnliche Sportsponsoring der Software AG sah dessen Finanzvorstand Arnd Zinnhardt in der Verbundenheit zweier Darmstädter Institutionen sowie in der Wichtigkeit der Jugendförderung und des Breitensports.

Zur Saison 2014/15 übernahm der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA für fünf Jahre die Namensrechte des Stadions am Böllenfalltor, welches seitdem den Namen Merck-Stadion am Böllenfalltor trägt. Eine weitere wichtige Säule in der finanziellen Planung des SV 98 sind die sechs Premiumsponsoren. Dies sind im Einzelnen der Darmstädter Energieversorger Entega, die Darmstädter Firmengruppe PEAK, die südhessische Pfungstädter Brauerei, die US-amerikanische Schuhmarke Skechers, Merck KGaA und Lotto Hessen. Des Weiteren wird der SV Darmstadt 98 von 23 Co-Sponsoren und über 100 Sponsoren sowie 250 sogenannte "Partner der Lilien" unterstützt, die den Verein fördern.

Der offizielle Ausrüster ist nach zuvor jahrzehntelanger Zusammenarbeit mit Nike seit der Saison 2015/16 das deutsche Sportartikelunternehmen JAKO.

Fanszene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegengerade am 10. September 2006 gegen Hertha BSC

Der SV Darmstadt 98 hat eine sehr breite Fanszene. Der Zuschauerschnitt in der 3. Liga lag bei mehr als 7.000 Zuschauern. In der Saison 2014/15 in der 2. Fußball-Bundesliga kamen durchschnittlich über 14.000 Zuschauer zu den Spielen, in der Bundesliga war der Heimbereich bei jedem Spiel ausverkauft.

Hauptverantwortlich für den akustischen und optischen Support bei Heim- und Auswärtsspielen sind die Ultras im zur Saison 2012/13 gegründeten Block 1898, der sich aus Fangruppen wie den Usual Suspects (ehemals Allesfahrer Darmstadt/AFD), Ultrà de Lis und Underdogs zusammensetzt. Am anderen Ende der Haupttribüne befindet sich der von einzelnen Fans bestimmte A-Block, der eher für einen klassisch-englischen Oldschool-Support steht.

Im Laufe der Saison 2016 zieht die aktive Fanszene in die eigens für diese neu überdachte Südkurve.

Die Ultras des SV 98 unterhalten eine Fanfreundschaft zu den Ultras der Young Boys aus der Ostkurve Bern. Die Fans besuchen regelmäßig die Spiele des jeweils anderen Clubs.

Seit der Saison 2012/13 betreibt der Verein ein ehrenamtliches Fanradio.[6]

Rivalitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die größte Rivalität des SV Darmstadt 98 besteht zu den Kickers Offenbach und hat eine lange, traditionsreiche Geschichte. Nachdem jedoch in der Saison 2007/08 der OFC in der 2. Bundesliga gespielt hatte und der SVD noch in der Oberliga Hessen antreten musste, trafen sich die beiden rivalisierenden Mannschaften erst 2011/12 (beide Ligaspiele endeten Remis) und 2012/13 (Darmstadt gewann beide Ligaspiele) in der 3. Fußball-Liga wieder. Als zum Ende der Drittligasaison 2012/13 die Offenbacher keine Lizenz für die 3. Liga erhielten, profitierten ausgerechnet die Lilien; sie konnten durch deren Lizenzentzug den Klassenerhalt feiern. Nachdem die Kickers in die Fußball-Regionalliga Südwest abgestiegen waren, stieg der SV 98 in die 2. Bundesliga auf.

Ebenso angespannt ist die Situation mit Eintracht Frankfurt. Selbst in den Oberliga- und Regionalligazeiten der Lilien mobilisierten sich beide Fanlager in den Spielen gegen die U23-Mannschaft der Eintracht, ehe man sich in den Bundesligasaisons 2015/16 und 2016/17 wieder gegenüberstand: Zwei Partien gewann Darmstadt, zwei Spiele entschied Frankfurt für sich. Als am Ende der Saison 2015/16 die 98er einen höheren Tabellenplatz als die Eintracht belegte, stellte der SV 98 in dieser Spielzeit der beste hessische Fussballverein dar.

Eine weitere, besondere Rivalität besteht zum Regionalligisten KSV Hessen Kassel. Nachdem man sich bereits in der Oberligasaison 2003/04 um den Aufstiegsplatz in die Regionalliga Süd gestritten hatte, den am Ende Darmstadt für sich verbuchen konnte, folgten Duelle in der drittklassigen Regionalliga, bis die Lilien 2007 wieder in die Oberliga ab-, aber nach einem Jahr wieder aufstiegen; so folgte ein Wiedersehen in der viertklassigen Regionalliga Süd, aus der der KSV Hessen Kassel seit 2008 versucht, in die 3. Fußball-Liga aufzusteigen, allerdings Saison für Saison kurz vor dem Ziel scheitert. 2010/11 war dies der SV Darmstadt 98, der in der Rückrunde einen enormen Punktevorsprung der Nordhessen einholte und aufgrund des zeitgleichen Negativtrends von Kassel am Ende aufstieg. Bis heute muss Kassel in der viertklassigen Regionalliga antreten. Des Weiteren sind die Fronten zum SV Waldhof Mannheim, gegen den man letztmals 2008/09 in der Regionalliga Süd antrat, spätestens seit der verlorenen Bundesliga-Relegation 1988 verhärtet.

Der nächstgrößere Darmstädter Verein, Rot-Weiß Darmstadt, der in der sechstklassigen Verbandsliga Hessen Süd spielt, sagte den Lilien bei zeitweise nur einer Liga Unterschied (2007/08 und 2010/11 spielten die 98er nur eine Liga über den "Rot-Weißen") den Kampf an, dies legte sich jedoch aufgrund der folgenden Aufstiege des SV 98. Seit jeher ein freundschaftliches Verhältnis besteht zum drittgrößten Darmstädter Verein 1. FCA Darmstadt, der bis 2013 noch fünftklassig spielte, am Ende der Saison 2016/17 jedoch den Abstieg in die 8. Liga beklagen musste.

Futsal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch im Futsal findet sich der SV Darmstadt 98 seit dieser Saison in der höchsten deutschen Spielklasse, der Regionalliga Süd, wieder. Über eine Kooperation mit der TU Darmstadt wurde der Sport vor einigen Jahren als neue Abteilung eingegliedert. 2014 wurde zudem eine zweite Mannschaft gemeldet, die direkt von der Verbands- in die Hessenliga aufsteigen konnte. Als größter Erfolg gilt der Gewinn des süddeutschen Pokals 2015 im Finale gegen den Futsal Club Portus aus Pforzheim.

Tischtennis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tischtennisabteilung ist die zweiterfolgreichste des SV 98. Bereits 1932/33 wurde die Herrenmannschaft, der u.a. Karl-Heinz Eckardt angehörte, deutscher Vizemeister. Später haben insbesondere die Frauen für Erfolge gesorgt. Die erste Damenmannschaft gehörte bereits seit den frühen 1960er Jahren zu den besten hessischen Frauenteams. Bis zum erstmaligen Abstieg 1960 gehörte die Mannschaft der Oberliga Südwest an. Nach dem Wiederaufstieg in die nun zweitklassige Oberliga 1974 etablierten sich die Lilien bald in der Spitzengruppe und wurden 1978 Vizemeister hinter dem TTC Olympia Koblenz. Ein Jahr später gelang dann der Aufstieg in die Tischtennis-Bundesliga, aus der man aber postwendend wieder abstieg. Der sofortige Wiederaufstieg scheiterte, weil die Darmstädterinnen 1981 hinter dem ATSV Saarbrücken lediglich Zweite in der nun Regionalliga genannten Klasse wurden. Derzeit spielt die Damenmannschaft und Herrenmannschaft jeweils in der Verbandsliga.

Weitere Sportarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1951 gegründete Judoabteilung ist hauptsächlich durch ihre Jugendarbeit bekannt. Aktuell kämpfen die männlichen Judoka in der Oberliga Hessen. Außerdem bietet der Sportverein noch Basketball, Wandern, Leichtathletik und Headis an.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hardy Grüne: Legendäre Fußballvereine. Hessen. Agon Sportverlag, Kassel 2005, ISBN 3-89784-244-0, S. 186–191.
  • Wolfgang Knöß, Heinz Wenck: SV Darmstadt 98. Sutton, Erfurt 2006, ISBN 3-86680-042-8.
  • Ralf Panzer: SV Darmstadt 98. Die Blüten der Lilien. Agon Sportverlag, Kassel 2011, ISBN 978-3-89784-383-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: SV Darmstadt 98 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SV98.de: Werde ein Teil der Lilien-Familie!
  2. Ewige Tabelle der Bundesliga. In: fussballdaten.de. Abgerufen am 21. März 2012.
  3. Ewige Tabelle der 2. Bundesliga. In: fussballdaten.de. Abgerufen am 21. März 2012.
  4. Jens-Jörg Wannemacher: Ab sofort „Merck-Stadion am Böllenfalltor“. Darmstädter Echo, 30. Juli 2014.
  5. Lilien im Jonathan-Heimes-Stadion am Böllenfalltor. In: sv98.de. SV Darmstadt 98, 5. September 2016, abgerufen am 6. September 2016.
  6. SV 98 Fanradio auch erstklassig DAbei. In: sv98.de. SV Darmstadt 98, 21. August 2015, abgerufen am 1. Februar 2017.