Toni Kroos

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Toni Kroos
Liver-RM (6).jpg
Toni Kroos (2018)
Personalia
Geburtstag 4. Januar 1990
Geburtsort GreifswaldDDR
Größe 182 cm
Position Zentrales Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
1997–2002 Greifswalder SC
2002–2006 Hansa Rostock
2006–2007 FC Bayern München
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2007–2008 FC Bayern München II 13 0(4)
2007–2009 FC Bayern München 19 0(0)
2009–2010 → Bayer 04 Leverkusen (Leihe) 43 (10)
2010–2014 FC Bayern München 111 (13)
2014– Real Madrid 124 (11)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2005–2007 Deutschland U17 36 (18)
2008–2009 Deutschland U21 10 0(2)
2009 Deutschland U19 5 0(3)
2010– Deutschland [1] 86 (13)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: Saisonende 2017/18

2 Stand: 27. Juni 2018

Toni Kroos (* 4. Januar 1990 in Greifswald) ist ein deutscher Fußballspieler, der bei Real Madrid unter Vertrag steht. 2014 wurde er mit der A-Nationalmannschaft in Brasilien Weltmeister. Er wird im offensiven und defensiven Mittelfeld eingesetzt. Als einziger deutscher Spieler gewann er viermal die UEFA Champions League; er ist auch der einzige Deutsche, der diesen Titel mit verschiedenen Vereinen gewann.[2]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toni Kroos wuchs im Stadtteil Schönwalde im vorpommerschen Greifswald auf. Er erlernte das Fußballspielen beim Greifswalder SC unter seinem Vater Roland, der im Verein als Jugendtrainer arbeitete, früher selbst dort Fußball spielte und später Trainer im Nachwuchsbereich von Hansa Rostock wurde. Seine Mutter Birgit Kämmer war zwischen 1981 und 1988 zehnmal DDR-Meisterin im Badminton (zwei Einzel- und acht Mannschaftstitel) mit der BSG Einheit Greifswald. Auch Tonis jüngerer Bruder Felix Kroos ist Profifußballer; er war Juniorennationalspieler und spielt seit Januar 2016 für den 1. FC Union Berlin.

Kroos besuchte die Sportförderklasse des früheren Ostseegymnasiums im Rostocker Stadtteil Evershagen, das er mit der Mittleren Reife verließ.[3] 2002 zog die Familie nach Rostock, als der Vater eine Anstellung als Jugendtrainer bei Hansa Rostock bekam.[4] Toni und Felix Kroos traten daraufhin dem Nachwuchs der Rostocker bei. Toni fiel bei der Jugend von Hansa Rostock durch herausragende Leistungen auf, wodurch er einige Jugendmannschaften übersprang. 2004 bekundete der FC Bayern München Interesse;[4] doch Toni Kroos blieb vorerst in Rostock und gewann 2004/05 mit der B-Jugend die Vize-Meisterschaft.

FC Bayern München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2006 wechselte Kroos zum FC Bayern München und erhielt einen bis 2011 laufenden Amateurvertrag. Er prägte als Spielmacher das Spiel der U19-Mannschaft und führte sie in der Saison 2006/07 ins Finale um die Deutsche A-Juniorenmeisterschaft, das mit 1:2 n. V. bei Bayer 04 Leverkusen verloren wurde. In der zweiten Hälfte der Saison 2006/07 trainierte er mit den Profis und bestritt auch einige Freundschaftsspiele mit der ersten Mannschaft. Deren Trainer Ottmar Hitzfeld übernahm Kroos zur Saison 2007/08 in den Profikader. Von da an trainierte er mit der ersten, spielte jedoch meist in der zweiten Mannschaft. In der Bundesliga stand er erstmals am 26. September 2007 (7. Spieltag) beim 5:0-Sieg im Heimspiel gegen Energie Cottbus im Kader, wobei er in der 72. Minute für Zé Roberto eingewechselt wurde und die Vorlagen zu den beiden letzten Toren von Miroslav Klose gab. Damit war Kroos mit 17 Jahren und 265 Tagen der jüngste Spieler, der bis dahin für den FC Bayern in der Bundesliga aufgelaufen war.[5] Dieser Rekord wurde 2010 von David Alaba unterboten.

Am 4. Oktober 2007 kam Kroos beim Auswärtsspiel des FC Bayern München bei Belenenses Lissabon in der ersten Runde des UEFA-Pokals zu seinem Europapokal-Debüt, als er in der 81. Minute für Bastian Schweinsteiger eingewechselt wurde. Insgesamt kam er in seinem ersten Jahr zwölfmal in der Liga und sechsmal im Europapokal zum Einsatz, meist als Einwechselspieler. Auch im DFB-Pokal spielte er zweimal und stand im Aufgebot für das Pokalfinale, wurde aber nicht eingewechselt. Mit den Bayern gewann Kroos in dieser Saison das Double aus Meisterschaft und Pokal. Nach Vollendung seines 18. Lebensjahres wurde am 11. Januar 2008 sein Vertrag in einen Profivertrag mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2012 umgewandelt.[6]

Bayer 04 Leverkusen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn der Saison 2008/09 stand Kroos unter dem neuen Trainer Jürgen Klinsmann mehrmals in der Startelf, konnte sich jedoch im Verlauf der Hinrunde nicht durchsetzen. Um Spielpraxis sammeln zu können, wurde er am 31. Januar 2009 für eineinhalb Jahre an Bayer 04 Leverkusen ausgeliehen.[7] Dort konnte er sich in der Rückrunde zunächst keinen Stammplatz erarbeiten, nachdem er auch wegen einer Bänderverletzung erst mit Verspätung einsatzfähig gewesen war. Erst in den letzten vier Saisonspielen stand er in der Startelf. Zuvor hatte er am 18. April 2009 in der Partie beim VfL Wolfsburg sein erstes Bundesligator erzielt. In der neuen Saison 2009/10 stand er nach der Verletzung von Renato Augusto von Anfang an in der Stammformation. Er avancierte im Verlauf der Hinrunde zum Leistungsträger, sodass Karl-Heinz Rummenigge auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München am 27. November 2009 bekannt gab, dass Kroos zur neuen Saison zu den Bayern zurückkehren werde.[8] Am 19. Dezember 2009 erzielte Kroos beim 3:2-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach mit den Toren zum 1:0 und zum 3:2 erstmals zwei Tore in einem Bundesligaspiel und hatte damit Anteil an der Herbstmeisterschaft seiner Mannschaft. Im Dezember 2009 wurde Kroos von den Lesern des Kicker-Sportmagazins zum Fußballer des Monats gewählt. Der Kicker kürte ihn außerdem am 19. Spieltag der Saison 2009/10 zum dritten Mal in Folge zum Mann des Tages, was es zuvor noch nie gegeben hatte.[9] In der Rückrunde konnte Kroos seine guten Leistungen bestätigen und rückte ins Blickfeld von Bundestrainer Joachim Löw.[10] Er spielte bis auf eine Gelbsperre alle Saisonspiele und war mit neun Toren drittbester Torschütze der Leverkusener, die am Ende Platz vier belegten.

Rückkehr zum FC Bayern München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl Leverkusen ihn gerne längerfristig gebunden hätte, kehrte Kroos zur Saison 2010/11 zum FC Bayern München zurück.[11] Profitierend von den Verletzungen von Arjen Robben und Franck Ribéry rückte er schnell in die Startelf auf und blieb dort für den größten Teil der Hinrunde. Gesundheitliche Probleme sorgten nach der Winterpause für eine Zwangspause; die Rückrunde verlief daraufhin etwas wechselhafter. Ebenso erging es ihm bei seinen ersten Champions-League-Einsätzen. In den sechs Spielen vor der Winterpause spielte er von Beginn an, im Achtelfinale war er nur zu einem Kurzeinsatz gekommen, bevor die Münchner ausschieden. Vor Ablauf der Saison wurde Kroos’ Vertragslaufzeit vorzeitig um drei Jahre bis zum 30. Juni 2015 verlängert.[12] Das folgende Jahr verlief sowohl für ihn als auch für den Verein erfolgreicher. In allen drei Saisonwettbewerben erreichte das Team Platz zwei, und Kroos bestritt bis auf drei Bundesliga-Partien und eine Champions-League-Partie alle Spiele.

Am 2. April 2013 erlitt Kroos im Viertelfinalspiel der Champions League gegen Juventus Turin einen doppelten Muskelbündelriss[13] und fiel damit für den Rest der Saison aus. Dennoch hatte er bis dahin Anteil am Erfolg des FC Bayern München in der Saison 2012/13, die mit dem Triple endete.

Am 30. August 2013 gewann er mit den Bayern den europäischen Supercup gegen den FC Chelsea. In der Saison 2013/14 gewann er mit Bayern erneut das Double.

Real Madrid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toni Kroos im Trikot von Real Madrid (2015)

Nachdem sich Kroos mit dem FC Bayern nicht auf eine Verlängerung seines bis 2015 laufenden Vertrages hatte einigen können, wechselte er zur Saison 2014/15 zu Real Madrid in die spanische Primera División und unterschrieb dort einen Sechsjahresvertrag.[14][15] Laut übereinstimmenden Medienberichten betrug die Ablösesumme rund 30 Millionen Euro,[16][17][18] wobei sein Jahresbruttoverdienst bei 10,9 Millionen Euro lag.[19][20] Sein erstes Pflichtspiel für Real Madrid bestritt er am 12. August 2014 in Cardiff im Spiel um den UEFA Super Cup, das er mit seiner Mannschaft mit 2:0 gegen den FC Sevilla gewann. Am ersten Spieltag debütierte er für Real Madrid in der Primera División beim 2:0-Heimsieg gegen den FC Córdoba, zu dem er mit dem von ihm getretenen und von Karim Benzema verwerteten Eckstoß zum 1:0 beitrug. Sein erstes Ligator erzielte er am 11. Spieltag beim 5:1-Heimsieg gegen Rayo Vallecano. Kroos konnte sich bei Real, trainiert von Carlo Ancelotti, auf Anhieb einen Stammplatz im Mittelfeld sichern. Im Dezember gewann er mit seinem neuen Verein die Klub-Weltmeisterschaft in Marokko durch ein 2:0 gegen San Lorenzo aus Argentinien. Das Finale fand im Stade de Marrakech statt, in dem er ein Jahr zuvor mit dem FC Bayern die Klub-WM gewonnen hatte. Weitere Titel gab es in seiner ersten Saison bei Real nicht. In der Liga wurde er Zweiter hinter dem FC Barcelona, in der Champions League scheiterte Real als Titelverteidiger im Halbfinale an Juventus Turin und im nationalen Pokal im Achtelfinale am Stadtrivalen Atlético Madrid. Nach Saisonende wurde Ancelotti durch Rafael Benítez ersetzt. Kroos konnte auf eine gute erste Saison bei Real zurückblicken, in der er bei nahezu allen Spielen in der Startelf gestanden hatte.

In der Saison 2015/16 mussten Kroos und Real in der Liga wieder dem FC Barcelona den Vortritt lassen und im nationalen Pokal wurde Real gar disqualifiziert, weil beim Spiel gegen den Drittligisten FC Cádiz ein gelbgesperrter Spieler zum Einsatz gekommen war. Trainer Benítez wurde bereits im Winter durch Zinédine Zidane ersetzt. International verlief die Saison erfolgreicher. In der Champions League marschierte Real problemlos ins Viertelfinale, verlor dort das Hinspiel beim VfL Wolfsburg mit 0:2, kam durch ein 3:0 im Rückspiel trotzdem weiter und schaltete im Halbfinale dann Manchester City aus. Im Finale wartete der Nachbar Atlético Madrid. Das Spiel wurde im Elfmeterschießen gewonnen, Kroos stand zu dem Zeitpunkt jedoch nicht mehr auf dem Platz, sondern war in der 72. Minute aus taktischen Gründen gegen Isco ausgewechselt worden. In dieser Saison stand Kroos zwar ebenfalls meist in der Startelf, konnte aber nicht an seine Leistungen aus der Vorsaison anknüpfen und stand bisweilen in der Kritik.[21][22]

Am 12. Oktober 2016 verlängerte er seine Vertragslaufzeit bei Real vorzeitig bis zum Jahr 2022.[23][24] In der Saison 2016/17 gewann Real nach fünf Jahren wieder die spanische Meisterschaft. Kroos trug mit drei Toren in 29 Spielen dazu bei, fiel im Herbst jedoch mehrere Wochen verletzt aus. Auch bei der Klub-WM in Japan gewann Real mit Kroos den Titel. Im nationalen Pokal schied er mit der Mannschaft im Viertelfinale gegen Celta Vigo aus. In der Champions League traf er im Viertelfinale auf seinen ehemaligen Verein Bayern München, Real kam in der Verlängerung weiter. Im Halbfinale wurde Atlético Madrid ausgeschaltet und auch im Finale in Cardiff gegen Juventus Turin war Kroos dabei. Mit einem 4:1 wurde der Champions-League-Titel verteidigt.

Die Saison 2017/18 verlief in der Liga für Kroos und seinen Verein weniger erfreulich, man hinkte dem FC Barcelona doch recht deutlich hinterher, stand am Ende 17 Punkte hinter den Katalanen auf Platz drei in der Tabelle und reihte sich auch hinter dem Stadtrivalen Atlético ein. Toni Kroos kam hier auf 27 Spiele und fünf Tore und fehlte mehrfach aufgrund von Verletzungen. Im nationalen Pokal schied Real wie üblich frühzeitig aus, diesmal im Viertelfinale gegen den Vorstadtverein CD Leganés. In jenem Wettbewerb wurde Kroos in jedem der insgesamt sechs Spiele geschont, nicht so jedoch beim nationalen und internationalen Supercup sowie der Klub-WM, die allesamt gewonnen wurden. Auch in der Champions League war Kroos fast immer dabei. Im Viertelfinale gegen Juventus Turin und im Halbfinale gegen Bayern München kam Real jeweils knapp weiter und im Finale in Kiew, das mit 3:1 gegen den FC Liverpool gewonnen wurde, verteidigte er mit Real Madrid den Titel zum zweiten Mal nacheinander und ist damit einziger Deutscher, der die Champions League viermal gewann. Außerdem ist er der erste Deutsche, der den Champions-League-Titel als Spieler mit zwei verschiedenen Vereinen gewann.

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U-Nationalmannschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kroos spielte für drei der sieben Jugend-Nationalmannschaften des DFB und kam dabei auf insgesamt 49 Einsätze. Erstmals wurde er in der U-17-Auswahl eingesetzt, die er bei der U-17-Weltmeisterschaft 2007 in Südkorea als Kapitän zum dritten Platz des Turniers führte. Im Anschluss wurde Kroos mit 26 Prozent der Stimmen vor dem Nigerianer Macauley Chrisantus (25 Prozent) zum besten Spieler des Turniers gewählt.[25] Außerdem erzielte er fünf Tore und gab vier Vorlagen, was ihn zum drittbesten Torschützen und zum besten Scorer des Turniers machte.

Im August 2008 nominierte ihn der damalige U-21-Trainer Dieter Eilts im Alter von 18 Jahren erstmals für die U-21-Auswahl. Für diese gab er am 5. September 2008 sein Debüt, als er im Spiel gegen Nordirland in der Startformation stand und gleich ein Tor erzielte. Am 27. März 2009 wurde Kroos erstmals auch in der U-19-Nationalmannschaft eingesetzt und erzielte drei Tore. Dabei war Kroos von U-21-Nationaltrainer Horst Hrubesch zum jüngeren Jahrgang zurückversetzt worden, um nach einer Sprunggelenkverletzung Spielpraxis zu sammeln. Die Teilnahme an der U-20-Weltmeisterschaft in Ägypten im September 2009 sagte Kroos allerdings ab, da Bayer Leverkusen ihn nicht während der Saison freistellen wollte.

A-Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toni Kroos in einer Spielszene im Länderspiel Österreich-Deutschland (1:2) am 3. Juni 2011 in Wien

Am 21. Januar 2010 wurde Kroos anlässlich eines Leistungstests im Hinblick auf die anstehende Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika von Bundestrainer Joachim Löw erstmals in den Kreis der A-Nationalmannschaft berufen.[26] Danach gab er am 3. März desselben Jahres sein A-Länderspieldebüt, als er bei der 0:1-Niederlage im Freundschaftsspiel gegen Argentinien in der 67. Spielminute für Thomas Müller – ebenfalls Debütant an diesem Abend – eingewechselt wurde. Drei weitere Einsätze absolvierte er in der WM-Vorbereitung, zwei davon von Beginn an. Am 6. Mai wurde Kroos schließlich als jüngster Spieler in den Weltmeisterschafts-Kader berufen. Im Turnierverlauf kam er zu insgesamt vier Einsätzen, wobei er jeweils in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde. Bei der 0:1-Niederlage im Halbfinale gegen Spanien hatte Kroos kurz nach seiner Einwechslung die einzige klare Torchance auf deutscher Seite, als er im Strafraum unbedrängt zum Schuss kam, jedoch an Spaniens Torwart Iker Casillas scheiterte.

Auch nach der Weltmeisterschaft wurde er weiterhin von Bundestrainer Löw aufgeboten. Von 2010 bis 2011 wurde er in acht der zehn EM-Qualifikationsspiele eingesetzt, die alle gewonnen wurden, sechsmal davon stand er in der Startelf. Seinen ersten A-Länderspieltreffer erzielte Kroos in einem Freundschaftsspiel gegen Polen am 6. September 2011, als er in der 68. Spielminute einen Strafstoß zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich verwandelte. Danach gehörte er auch in der Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine zur ersten Elf und wurde für das deutsche Europameisterschafts-Aufgebot nominiert. Im Turnier fiel er dann jedoch aus der Stammformation und kam in der Gruppenrunde nur zu drei Kurzeinsätzen, im Viertelfinale wurde er gar nicht eingesetzt. Im Halbfinale gegen Italien wurde er dann überraschend von Trainer Löw aufgestellt, um taktisch gegen das gegnerische Mittelfeld vorzugehen. Doch das Konzept ging nicht auf, bereits zur Halbzeit hatte Italien zwei Tore erzielt und das Spiel endete mit einer 1:2-Niederlage.[27]

Im Anschluss an die Europameisterschaft gehörte Kroos weiterhin zum erweiterten Stammaufgebot der Nationalmannschaft. Zwischen 2012 und 2013 kam er in sieben der zehn WM-Qualifikationsspiele zum Einsatz, er erzielte dabei drei Tore und bereitete drei Treffer vor. Am 2. Juni 2014 wurde er von Bundestrainer Löw in den Kader für die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien berufen. In veränderter Position als Spielmacher stand er in allen Spielen in der Startelf. Bereits nach dem 4:0-Sieg im ersten Vorrundenspiel gegen Portugal wurde er von den brasilianischen Medien Garçon (deutsch: „Kellner“) getauft, da er nahezu alle Pässe präzise vom Mittelfeld aus verteilte und zwei Tore vorbereitete.[28] Beim 7:1-Sieg im Halbfinalspiel gegen Gastgeber Brasilien wurde er zum Man of the Match gewählt, nachdem er zwei Tore selbst erzielt hatte und an zwei weiteren Treffern beteiligt war.[29] Am 13. Juli 2014 gewann Kroos mit der Nationalmannschaft nach einem 1:0-Finalsieg über Argentinien den Weltmeistertitel. Aufgrund seiner Leistungen im Turnierverlauf wurde er in die Index Top 11 der Weltmeisterschaft 2014 aufgenommen. Kroos ist der erste und einzige Fußball-Weltmeister, der in der DDR geboren ist.[30]

Bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreich war er Teil des deutschen Aufgebots.[31] Er spielte alle Turnierpartien über die komplette Spielzeit und bereitete im ersten Spiel gegen die Ukraine das erste Turniertor für die Deutschen vor. Im Viertelfinalspiel gegen Italien war er im Elfmeterschießen der erste deutsche Schütze. Das Team schied im Halbfinale gegen Frankreich aus. Nach dem Turnier wurde er als einer von drei deutschen Spielern in die „Mannschaft des Turniers“ gewählt.[32]

Bei der Weltmeisterschaft 2018 spielte Kroos in allen drei Gruppenspielen über die volle Distanz.[33][34][35] Im zweiten Gruppenspiel gegen Schweden stand es lange Zeit 1:1, ehe Toni Kroos in der fünften Minute der Nachspielzeit spektakulär einen Freistoß ins rechte Lattenkreuz zirkelte und Deutschland damit auf die Siegerstraße brachte.[34] Nach der 0:1-Auftaktniederlage gegen Mexiko hatte man unbedingt einen Sieg gebraucht, um es aus eigener Kraft ins Achtelfinale zu schaffen. Im darauf folgenden Spiel gegen Südkorea (0:2) schaffte man es allerdings nicht, den notwendigen Sieg zu erringen und ins Achtelfinale vorzustoßen. Somit schied die deutsche Nationalmannschaft erstmals bei einer WM bereits in der Vorrunde aus.[36]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kroos ist seit dem 13. Juni 2015 mit seiner langjährigen Freundin Jessica verheiratet.[37] Am 14. August 2013 kam ihr gemeinsamer Sohn zur Welt,[38] am 20. Juli 2016 wurden die beiden Eltern einer Tochter.[39] Kroos ist nach eigener Aussage ein großer Basketball-Fan und verfolgt die NBA.[40]

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. Mai 2015 gründete Kroos die Toni Kroos Stiftung. Ziel der Stiftung ist es, gesundheitlich stark beeinträchtigte Kinder und Jugendliche sowie deren Familien zu unterstützen.[41] Zugunsten seiner Stiftung versteigerte Kroos unter anderem sein getragenes WM-Finaltrikot über die Charity-Auktionsplattform United Charity. Es erbrachte einen Erlös von 31.099 Euro.[42]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Nationalspieler

Als Vereinsspieler

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karrierestatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein Liga Saison Liga Nat. Pokal Europapokal Andere Gesamt
Spiele Tore Spiele Tore Spiele Tore Spiele Tore Spiele Tore
FC Bayern München Bundesliga 2007/08 12 0 2 0 6 1 - - 20 1
2008/09 7 0 1 1 1 0 - - 9 1
Gesamt 19 0 3 1 7 1 - - 29 2
Bayer 04 Leverkusen Bundesliga 2008/09 10 1 3 0 - - - - 13 1
2009/10 33 9 2 0 - - - - 35 9
Gesamt 43 10 5 0 - - - - 48 10
FC Bayern München Bundesliga 2010/11 27 1 3 1 7 1 - - 37 3
2011/12 31 4 6 1 14 2 - - 51 7
2012/13 23 6 3 0 9 3 1 0 36 9
2013/14 29 2 6 1 12 1 4 0 51 4
Gesamt 110 13 18 3 42 7 5 0 175 23
Real Madrid Primera División 2014/15 36 2 2 0 12 0 5 0 55 2
2015/16 32 1 - - 12 0 - - 44 1
2016/17 29 3 5 0 12 1 2 0 43 4
2017/18 20 4 - - 7 0 4 0 31 4
Gesamt 117 10 7 0 43 1 11 0 178 11
Karriere Gesamt 289 33 33 4 92 9 16 0 430 46

* Stand: 16. März 2018[44]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Toni Kroos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DFB.de: Toni Kroos – Mittelfeld/Sturm – Die Mannschaft auf dfb.de, abgerufen am 13. November 2016
  2. Sport1.de: Toni Kroos gewinnt Champions League als erster Deutscher zwei Mal. In: Sport1.de. (sport1.de [abgerufen am 16. Februar 2018]).
  3. Meyn, Jörn: Nationalspieler: Warum der junge Toni Kroos barfuß spielen musste bei welt.de, 22. Mai 2012 (abgerufen am 10. Juni 2012).
  4. a b Christoph Biermann: Die neue Zehn. In: SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG (Hrsg.): DER SPIEGEL. Nr. 13. SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG, 29. März 2010, Sport, S. 116–118 (spiegel.de [abgerufen am 12. April 2014] Artikel auch als PDF-Datei abrufbar).
  5. focus.de: Rohdiamanten namens Kroos, abgerufen am 5. September 2010.
  6. focus.de: Bayern befördert Supertalent Kroos zum Profi, abgerufen am 5. September 2010.
  7. spiegel.de: Leverkusen leiht Supertalent Kroos von Bayern aus, abgerufen am 5. September 2010.
  8. kicker.de: Bayer muss Kroos ziehen lassen, abgerufen am 5. September 2010.
  9. rundschau-online.de: Einmaliger Ritterschlag für Kroos, Köllnische Rundschau vom 25.Januar 2010, abgerufen am 27. April 2017.
  10. stern.de: Löw hat Kroos auf dem WM-Zettel, abgerufen am 5. September 2010.
  11. zeit.de Toni Kroos – Füße wie Lothar Matthäus, abgerufen am 11. Oktober 2010
  12. http://www.fcbayern.de:/ FCB verlängert Vertrag mit Toni Kroos, abgerufen am 31. März 2011
  13. Toni Kroos erleidet Muskelbündelriss. www.fcbayern.de, 2. April 2013, abgerufen am 26. Februar 2014.
  14. Transfer perfekt: Toni Kroos zu Real Madrid. fcbayern.de. 17. Juli 2014, abgerufen am 17. Juli 2014.
  15. Toni Kroos: Real Madrid’s new signing. realmadrid.com. 17. Juli 2014, abgerufen am 17. Juli 2014 (englisch).
  16. 30-Mio-Transfer perfekt: WM-Held Kroos wechselt zu Real. bild.de. 17. Juli 2014, abgerufen am 17. Juli 2014.
  17. Transfer perfekt: Toni Kroos erhält Rentenvertrag bei Real Madrid. welt.de. 17. Juli 2014, abgerufen am 17. Juli 2014.
  18. Toni Kroos wechselt zu Real Madrid. zeit.de. 17. Juli 2014, abgerufen am 17. Juli 2014.
  19. FCB: Darum wurde das Kroos-Gehalt nicht erhöht – Netzpublikation. tz.de, abgerufen am 18. Juli 2014
  20. "Football Leaks": Toni Kroos verdient bei Real 10,9 Millionen Euro im Jahr. In: spiegel.de. 5. Februar 2016, abgerufen am 8. Februar 2016.
  21. Toni Kroos kämpft bei Real Madrid um seinen Platz, eurosport.de, 25. September 2015, abgerufen am 28. Mai 2018
  22. Machtkampf bei Real Madrid: Toni Kroos zwischen den Fronten?, eurosport.de, 17. Dezember 2015, abgerufen am 28. Mai 2018
  23. Bestätigt: Real Madrid verlängert mit Kroos. In: transfermarkt.de. 12. Oktober 2016, abgerufen am 13. Oktober 2016.
  24. Official announcement: Kroos. Real Madrid, 12. Oktober 2016, abgerufen am 13. Oktober 2016 (englisch).
  25. fifa.de: Toni Kroos bester Spieler des Turniers, abgerufen am 20. März 2011.
  26. Aogo, Müller und Kroos für Leistungstest nominiert. focus.de. 21. Januar 2010, abgerufen am 5. September 2010.
  27. Toni Kroos beim EM-Aus: Rochade mit fatalem Ergebnis. sueddeutsche.de. 29. Juni 2012, abgerufen am 9. Juli 2014.
  28. Die neue Rolle von Toni Kroos im „Brasilien-System“: Der Kellner hat geliefert. wn.de. 18. Juni 2014, abgerufen am 9. Juli 2014.
  29. Toni Kroos Man of the Match. sport1.de. 9. Juli 2014, abgerufen am 9. Juli 2014.
  30. Der erste Weltmeister aus dem Osten. faz.net. 14. Juli 2014, abgerufen am 14. Juli 2014.
  31. Der Kader für die Europameisterschaft in Frankreich 2016 (10. Juni bis 10. Juli) (Memento vom 31. Mai 2016 im Internet Archive), dfb.de, abgerufen am 31. Mai 2016
  32. Drei Deutsche in der Top-Elf der EM – Ein Superstar fehlt, Die Welt, 11. Juli 2016
  33. Erstes Gegentor bei einem Auftaktmatch unter Löw - Auftakt verpatzt: Lozano bestraft schwache DFB-Elf. kicker.de, 17. Juni 2018, abgerufen am 30. Juni 2018.
  34. a b Toivonen schockt das DFB-Team - Boateng-Platzverweis - Kroos im letzten Moment! DFB-Team zurück im Rennen. kicker.de, 23. Juni 2018, abgerufen am 30. Juni 2018.
  35. Weltmeister von 2014 fährt nach der Vorrunde nach Hause - 0:2 gegen Südkorea: Deutschland verpasst das Achtelfinale! kicker.de, 27. Juni 2018, abgerufen am 30. Juni 2018.
  36. Deutschland scheidet in der Vorrunde der Fußball-WM aus. Süddeutsche Zeitung, 27. Juni 2018, abgerufen am 30. Juni 2018.
  37. Die WM-Helden im Hochzeitsfieber: Toni Kroos hat heimlich geheiratet. In: OK! Magazin. Abgerufen am 12. Juni 2016.
  38. Toni Kroos ist Vater – Sohn Leon ist da. abendzeitung-muenchen.de. 14. August 2013, abgerufen am 9. Juli 2014.
  39. "Einfach stolz!": Toni Kroos ist zum zweiten Mal Vater geworden. spiegel.de vom 20. Juli 2016, abgerufen am 20. Juli 2016.
  40. Buschi.TV: Buschi geht ran: Toni Kroos im ausführlichen Interview. 18. April 2015, abgerufen am 21. Juni 2016.
  41. Toni Kroos Stiftung gegründet (Memento des Originals vom 8. Februar 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tonikroos-stiftung.de, www.tonikroos-stiftung.de. 2. Juli 2015, abgerufen am 8. Februar 2016.
  42. Engländer macht Toni Kroos glücklich, Hamburger Abendblatt, abgerufen am 4. April 2018
  43. Kroos ist „Welt-Spielmacher des Jahres 2014“. dfb.de. 19. Januar 2014, abgerufen am 19. Januar 2014.
  44. Spielstatistiken von Toni Kroos auf footballdatabase.eu