Laussou

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Laussou
Laussou (Frankreich)
Laussou
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Lot-et-Garonne
Arrondissement Villeneuve-sur-Lot
Kanton Le Haut Agenais Périgord
Gemeindeverband Bastides en Haut Agenais Périgord
Koordinaten 44° 35′ N, 0° 47′ OKoordinaten: 44° 35′ N, 0° 47′ O
Höhe 75–200 m
Fläche 17,15 km2
Einwohner 295 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 17 Einw./km2
Postleitzahl 47150
INSEE-Code

Pfarrkirche Saint-Pierre

Laussou ist eine französische Gemeinde mit 295 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) im Département Lot-et-Garonne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Villeneuve-sur-Lot und zum Kanton Le Haut Agenais Périgord (bis 2015: Kanton Monflanquin).

Der Name der Gemeinde leitet sich vom gleichnamigen Fluss ab, der die natürliche Grenze zu den östlichen und südlichen Nachbargemeinden bildet.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laussou liegt circa 20 Kilometer nordöstlich von Villeneuve-sur-Lot in der historischen Provinz Agenais am nördlichen Rand des Départements.

Umgeben wird Laussou von den fünf Nachbargemeinden:

Saint-Étienne-de-Villeréal Dévillac
Saint-Eutrope-de-Born Nachbargemeinden Paulhiac
Monflanquin

Laussou liegt im Einzugsgebiet des Flusses Garonne.

Die Lède, ein Nebenfluss des Lot, durchquert das Gebiet der Gemeinde zusammen mit seinen Nebenflüssen,

  • dem Ruisseau de Favier und
  • dem Laussou mit seinen Nebenfluss,
    • dem Ruisseau de Lasgrèses, und seinen Nebenflüssen, die in Laussou entspringen,
    • dem Ruisseau de Basset,
    • dem Ruisseau Maline und
    • dem Ruisseau Biard.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die geografische Lage an mehreren Fließgewässern erlaubt eine frühe Besiedelung. Die ältesten archäologischen Funde auf dem Gemeindegebiet datieren jedoch aus dem Hochmittelalter. Im 12. Jahrhundert ist ein Priorat mit einer Kirche im Weiler Envals erwähnt worden. Es geschah dies in einer turbulenten Zeit an der Grenze des Agenais zum Périgord, einem Brennpunkt der Auseinandersetzungen des Hundertjährigen Kriegs.[1]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Beginn der Aufzeichnungen erreichte die Einwohnerzahl einen Höchststand von rund 830. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1980er Jahren auf rund 210 Einwohner, bevor eine Phase mit moderatem Wachstum einsetzte, die heute noch anhält.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011 2017
Einwohner 312 266 263 208 255 234 252 273 295
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[3] INSEE ab 2011[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apsis der Kirche Saint-Pierre

Pfarrkirche Saint-Pierre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die dem Apostel Petrus geweihte Kirche wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Ihr Langhaus ist im 13. Jahrhundert teilweise neu gebaut worden. Der Glockengiebel wurde während der Gotik umgearbeitet. Die Innenwände des Chors und eines Teils des Langhauses sind mit Blendarkaden verziert. Eine Wandmalerei unter Verwendung von Leimfarbe ist im 16. Jahrhundert entstanden und verschönert alle Wände. Nur die Farben gelber Ocker und roter Ocker sind hierbei eingesetzt worden. Im Laufe der 1950er Jahre ist das Dach der Kirche eingestürzt. Der Boden und der Untergrund des ehemaligen Friedhofs, der die Kirche umsäumt, ist seit dem 15. September 1994 als Monument historique eingeschrieben, die Kirche ist seit dem 20. September 2006 als Monument historique klassifiziert.[5]

Schloss Barayre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wurde im 15. Jahrhundert im Weiler Envals mit dicken Steinmauern und einem noch heute vorhandenen Eichenparkett errichtet. 20 Hektar Wiese umsäumt das Anwesen, das heute in Privatbesitz und der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist.[6]

Schloss Boinet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde Jean Sarrau, erster Konsul von Monflanquin, Besitzer des Schlosses Boinet im gleichnamigen Weiler. Er führte seitdem dem Titel Sieur de Boinet de Gibel. Im Jahre 1610 wurde er für seine Verdienste am französischen Staat geadelt. Sein Enkel Claude Sarrau de Boinet wurde 1603 auf dem Schloss geboren. Er ist der bekannteste der Familie. Er war von 1627 bis 1636 Berater des Parlaments der Normandie, anschließend bis 1640 Berater des französischen Königs. Er kehrte anschließend in die Normandie zurück. Seine Enkel folgten seinem Weg und waren an der Gründung der Académie nationale des sciences, belles-lettres et arts de Bordeaux im Jahre 1712 beteiligt. Die Familie Sarrau behielt das Schloss bis zur Französischen Revolution. Es ist heute in Privatbesitz und der Öffentlichkeit nicht zugänglich.[7][1]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft mit ihren Schwerpunkten des Anbaus von Mischkulturen und des Obstbaus ist weiterhin einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Gemeinde.[1]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[8]
Gesamt = 31

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laussou ist erreichbar über die Routes départementales 272 und 667, die ehemalige Route nationale 667.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Laussou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Laussou (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 25. Dezember 2014. Abgerufen am 14. März 2019.
  2. Ma commune : Laussou (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 14. März 2019.
  3. Notice Communale Laussou (fr) EHESS. Abgerufen am 14. März 2019.
  4. Populations légales 2016 Commune de Laussou (47141) (fr) INSEE. Abgerufen am 14. März 2019.
  5. Eglise Saint-Pierre (fr) Französisches Kultusministerium. 30. November 2015. Abgerufen am 14. März 2019.
  6. Château de Barayre (fr) chateau-fort-manoir-chateau.eu. Abgerufen am 14. März 2019.
  7. Château de Boinet (fr) chateau-fort-manoir-chateau.eu. Abgerufen am 14. März 2019.
  8. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Laussou (47141) (fr) INSEE. Abgerufen am 14. März 2019.