Lietzen

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Lietzen, zum gleichnamigen niederländischen Fußballspieler siehe Feike Lietzen.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Lietzen führt kein Wappen
Lietzen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lietzen hervorgehoben
Koordinaten: 52° 28′ N, 14° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Märkisch-Oderland
Amt: Seelow-Land
Höhe: 48 m ü. NHN
Fläche: 29,26 km²
Einwohner: 736 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15306
Vorwahl: 033470
Kfz-Kennzeichen: MOL, FRW, SEE, SRB
Gemeindeschlüssel: 12 0 64 288
Adresse der Amtsverwaltung: Berliner Straße 31 a
15306 Seelow
Webpräsenz: www.amt-seelow-land.de
Bürgermeister: Frank Kasper (Bürger für Lietzen)
Lage der Gemeinde Lietzen im Landkreis Märkisch-Oderland
Altlandsberg Alt Tucheband Bad Freienwalde Beiersdorf-Freudenberg Bleyen-Genschmar Bliesdorf Buckow Falkenberg Falkenhagen Fichtenhöhe Fredersdorf-Vogelsdorf Garzau-Garzin Golzow Gusow-Platkow Heckelberg-Brunow Höhenland Hoppegarten Küstriner Vorland Lebus Letschin Lietzen Lindendorf Märkische Höhe Müncheberg Neuenhagen bei Berlin Neuhardenberg Neulewin Neutrebbin Oberbarnim Oderaue Petershagen/Eggersdorf Podelzig Prötzel Rehfelde Reichenow-Möglin Reitwein Rüdersdorf bei Berlin Seelow Strausberg Treplin Vierlinden Waldsieversdorf Wriezen Zechin Zeschdorf BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Lietzen ist eine Gemeinde im Südosten des Landkreises Märkisch-Oderland. Sie wird vom Amt Seelow-Land verwaltet.

Komturei Lietzen - Komtureikirche und Herrenhaus
Komturei Lietzen - Herrenhaus
Komturei Lietzen - Gutsverwaltung
Komturei Lietzen - Speicherhaus (Anfang 14. Jahrhundert)

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt unweit der Oder inmitten einer seenreichen Landschaft. Benachbarte größere Städte sind Seelow etwa acht Kilometer nordöstlich und Frankfurt (Oder) etwa 25 Kilometer südöstlich.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Lietzen besteht aus den Ortsteilen Lietzen-Dorf, Lietzen-Nord und Lietzen-Vorwerk.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lietzen wurde um 1229 vom Templerorden gegründet.[2] Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1244 als „villa lesnitz“. Der Name stammt aus dem Slawischen und heißt Dorf am Flüsschen Lesnitz.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 800
1890 754
1910 706
1925 903
1933 822
1939 769
1946 1 042
1950 1 100
1964 825
1971 764
Jahr Einwohner
1981 698
1985 711
1989 733
1990 717
1991 793
1992 778
1993 780
1994 757
1995 699
1996 771
Jahr Einwohner
1997 861
1998 878
1999 906
2000 864
2001 856
2002 840
2003 808
2004 805
2005 812
2006 733
Jahr Einwohner
2007 725
2008 704
2009 703
2010 698
2011 682
2012 666
2013 676
2014 665

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[3][4], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Lietzen besteht aus 8 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[5]

  • Wählergruppe Bürger für Lietzen 6 Sitze
  • Wählergruppe Bauern und ländlicher Raum 2 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frank Kasper (Bürger für Lietzen) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 77,5 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[6] gewählt.[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Lietzen stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Komturei Lietzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutendstes Bauwerk der Gemeinde ist die Komturei der Tempelritter im Ortsteil Lietzen-Nord. Die Komturei (auch Comanderie oder Kommende genannt) ist der letzte noch erkennbare Rittersitz des Templerordens in Brandenburg. 1232 wurde sie von den Tempelrittern errichtet. Papst Innozenz IV. bestätigte den Templern 1247 den Besitz von Lietzen und den benachbarten Dörfern. Um 1250 wurde auch mit dem Bau der einschiffigen romanischen Komtureikirche und des Herrenhauses begonnen. Das große Speicherhaus stammt vom Anfang des 14. Jahrhunderts. Nach der Auflösung des Templerordens 1312 wurde dessen Lietzener Besitz vom Johanniterorden übernommen. Mit der Säkularisierung kam die Komturei 1812 in den Besitz des Königreichs Preußen. 1814 übereignete König Friedrich Wilhelm III. von Preußen das Rittergut als Schenkung seinem Staatskanzler Fürst Karl August von Hardenberg für dessen Verdienste. Aufgrund der Beteiligung von Carl-Hans Graf von Hardenberg am Attentat und Staatsstreich vom 20. Juli 1944 wurde der Gutshof der Familie sowie der gesamte Grundbesitz von den Nationalsozialisten beschlagnahmt. Nach Kriegsende wurden im Zuge der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone (Junkerland in Bauernhand) die Hardenbergs 1945 in der SBZ endgültig enteignet. Zu DDR-Zeiten wurde die Komturei später Teil der Lietzener LPG und Schweinemastbetrieb.

Da die Familie von Hardenberg bereits im Dritten Reich wegen ihrer Beteiligung am Attentat vom 20. Juli 1944 de facto enteignet worden war, konnte sie nach der deutschen Wiedervereinigung im Rahmen der Rückübertragung ihre Ansprüche auf die Komturei Lietzen geltend machen. Seit 1993 ist die Komturei wieder privater Familienbesitz derer von Hardenberg, die die Komturei und den dazugehörigen landwirtschaftlichen Betrieb wieder bewirtschaften. Das Gelände der Komturei sowie die Komtureikirche sind öffentlich zugänglich.

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der deutschen Kriegsgräberstätte für Gefallene des Zweiten Weltkrieges fanden über 1000 Soldaten ihre letzte Ruhe. Heute wird der Friedhof als zentraler Zubettungsfriedhof des Landes Brandenburg genutzt.[8]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lietzen liegt an der Landesstraße L 37 zwischen Seelow und Müllrose.

Die Haltepunkte Lietzen und Lietzen Nord lagen an der Bahnstrecke Fürstenwalde–Wriezen. 1969 wurde der Personenverkehr eingestellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Brandenburgisches Klosterbuch, S. 805.
  3. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland. S. 26–29
  4. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  5. Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  6. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  7. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  8. Märkische Oderzeitung: Soldaten betten Soldaten zur letzten Ruhe vom 28. August 2005.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lietzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien