Falkenhagen (Mark)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Falkenhagen (Mark)
Falkenhagen (Mark)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Falkenhagen (Mark) hervorgehoben
Koordinaten: 52° 26′ N, 14° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Märkisch-Oderland
Amt: Seelow-Land
Höhe: 61 m ü. NHN
Fläche: 27,23 km²
Einwohner: 718 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 26 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15306
Vorwahl: 033603
Kfz-Kennzeichen: MOL, FRW, SEE, SRB
Gemeindeschlüssel: 12 0 64 128
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Berliner Straße 31 a
15306 Seelow
Webpräsenz: http://www.falkenhagen-mark.de/
Bürgermeisterin: Bärbel Mede (SPD)
Lage der Gemeinde Falkenhagen (Mark) im Landkreis Märkisch-Oderland
Altlandsberg Alt Tucheband Bad Freienwalde Beiersdorf-Freudenberg Bleyen-Genschmar Bliesdorf Buckow Falkenberg Falkenhagen Fichtenhöhe Fredersdorf-Vogelsdorf Garzau-Garzin Golzow Gusow-Platkow Heckelberg-Brunow Höhenland Hoppegarten Küstriner Vorland Lebus Letschin Lietzen Lindendorf Märkische Höhe Müncheberg Neuenhagen bei Berlin Neuhardenberg Neulewin Neutrebbin Oberbarnim Oderaue Petershagen/Eggersdorf Podelzig Prötzel Rehfelde Reichenow-Möglin Reitwein Rüdersdorf bei Berlin Seelow Strausberg Treplin Vierlinden Waldsieversdorf Wriezen Zechin Zeschdorf BrandenburgKarte
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Falkenhagen (Mark), früher nur Falkenhagen ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg. Die (Groß-)Gemeinde Falkenhagen wurde am 1. Februar 2005 in Falkenhagen (Mark) umbenannt[2]. Der Kernort, heute ein Gemeindeteil trägt dagegen weiterhin den Namen Falkenhagen. Falkenhagen (Mark) wird vom Amt Seelow-Land verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt auf der Lebusplatte, einer Grundmoräne der Weichsel-Eiszeit, im südwestlichen Vorland der Eisrandlage der Frankfurter Staffel an einer Stelle, wo eine subglaziale Rinne diese Platte und die Eisrandlage quert. Innerhalb der Rinne ist der Ort von Nord über Ost bis Süden von sechs Seen und weiteren Kleingewässern umgeben.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Gemeindeteilen Falkenhagen, Regenmantel und Georgenthal, sowie den Wohnplätzen Grüner Baum, Helenenruh, Jochenshof und Luisenhof[3].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grabfelder der frühen, mittleren und späten Bronzezeit am Seehotel Luisenhof zeugen von sehr früher Besiedlung. Während der slawischen oder polnischen Herrschaft entstand hier wahrscheinlich eines der beiden Schlösser Thorin oder Rukkowe, welche in einer Urkunde von 1336 vorkommen, aber nicht zugeordnet werden können. Die größte frühgotische Feldsteinkirche Ostbrandenburgs wurde als Basilika-Bischofssitz im 13. Jahrhundert gebaut.

Die erste urkundliche Erwähnung Falkenhagens als Castrum et districtus stammt aus dem Jahr 1313. 1321 war Falkenhagen ein oppidum an der Fernhandelsstraße Magdeburg–Posen. 1375 war Ritter Johann von Wulkow und ab 1412 die Familie von Uchtenhagen, Familie von Bernfelde und die Familie von Scharpelow Besitzer. 1472 kam für über 300 Jahre die schlesische Familie von Hohendorff. 1600 hatte die Stadt Falkenhagen eine Schule. 1624 lebten in Falkenhagen 535 Einwohner. 1650 nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges bestand die Stadt nur noch aus 52 Hofstellen.

Schloss Falkenhagen um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Bis zum 17. Jahrhundert hatte Falkenhagen Stadtrechte. 1773 kaufte Legationrath Johann Anton von Junck Falkenhagen und baute ein Lustschloss. 1792 heiratete Albertine von Junck Franz Alexander von Kleist. Das Paar zog 1793 nach Falkenhagen in das neu erbaute Schloss. Die Schrift Das Glück der Ehe ist hier seiner Frau gewidmet. 1797 verstarb Franz Alexander von Kleist. 1796 wurde Falkenhagen an Reichsgraf zu Münster-Meinhöfel verkauft. 1799 wurde Graf von der Goltz Besitzer von Falkenhagen.

Kirche

Die zwei Seitenschiffe der Kirche wurden 1801 abgebrochen. 1805 erwarb Freiherr von Eckardstein das Schloss, ca. 1815 verwandelte es seine Frau Lisette, geb. von Blumenthal, in ein Herrenhaus und legte einen Park an. 1830 folgten Julius von Eckardstein und seine Ehefrau Reichsgräfin Wilhelmine Finck von Finckenstein. 1852 wurde zwischen Wasser und Wald das Neue Schloss im Tudorstil erbaut. 1862 kaufte Walter Schulz-Wulkow Schloss und Anwesen Falkenhagen.

1923 wurde das Seengebiet Landschaftsschutzgebiet. 1938/39 wurden die Eigentümer der Grundstücke an der Ostseite des Schwarzen Sees durch die Nationalsozialisten enteignet und das Schloss Falkenhagen 1939 abgerissen. An dieser Stelle entstand unter dem Tarnnamen Seewerk ein geheimes Rüstungswerk.[4] 1940/43 wurde ein unterirdisches Werk zur Herstellung von Chlortrifluorid (N-Stoff) und von 1943/45 eine Sarin-Großanlage errichtet. Die Fertigstellung war frühestens für Mai/Juni 1945 geplant. Im Februar 1945 wurde die komplette Chemiefabrik evakuiert und im April kampflos von sowjetischen Truppen übernommen.

1950 erfolgte der Neubau der Schule und 1954 die Gründung der LPG. Von 1958 bis 1964 wurde der Bunker Falkenhagen durch die GSSD zur ABC-sicheren Ernstfall-Einsatzkommandozentrale des Warschauer Pakts umgebaut. Zwischen 1958 und 1962 wurde in Teilen der Wehrmachtsanlage Plasma-Forschung betrieben. 1962 kam es zur Gründung des Institutes für Werkstoffbearbeitung (Halbleitertechnik). 1995 entstand mit dem Seehotel Luisenhof ein Hotelneubau am Gabelsee. Seit 1998 ist das OderlandCamp mit über 200 Betten eine der größten Einrichtungen dieser Art in Deutschland, Ziel für zahlreiche Schulfahrten und Reisen von Kindertagesstätten.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindename Falkenhagen wurde am 1. Februar 2005 mit dem Zusatz (Mark) ergänzt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 879
1890 710
1910 792
1925 874
1933 737
1939 752
1946 1 076
1950 1 238
1964 1 152
1971 1 110
Jahr Einwohner
1981 990
1985 967
1989 917
1990 930
1991 877
1992 868
1993 861
1994 878
1995 881
1996 787
Jahr Einwohner
1997 777
1998 777
1999 786
2000 781
2001 761
2002 750
2003 746
2004 754
2005 768
2006 794
Jahr Einwohner
2007 788
2008 765
2009 767
2010 752
2011 729
2012 717
2013 719
2014 718

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[5][6], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 10 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister.

  • Wählergruppe Falkenhagen 4 Sitze
  • SPD 2 Sitze
  • CDU 2 Sitze
  • FDP 1 Sitz
  • Heimatverein Falkenhagen 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[7]

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bärbel Mede (SPD) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 70,9 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.[8]

Partnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 2006 besteht eine Partnerschaft mit der polnischen Gemeinde Kłodawa.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Falkenhagen (Mark) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmäler.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Falkenhagen (Mark) ist über die Landesstraße 37 mit der Bundesstraße 5 und damit mit Berlin und Frankfurt (Oder) verbunden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2014 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Änderung des Namens der Gemeinde Falkenhagen. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 28. Dezember 2004. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 16. Jahrgang, 2005, Nummer 2, Potsdam, den 19. Januar 2005, S.20 PDF
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg: Gemeinde Falkenhagen (Mark)
  4. Martin Kaule: Faszination Bunker: Steinerne Zeugnisse der europäischen Geschichte. Ch. Links Verlag, Berlin 2014, S. 92.
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland. S. 18–21
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  7. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  8. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Falkenhagen (Mark) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien