Letschin

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Letschin
Letschin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Letschin hervorgehoben
Koordinaten: 52° 38′ N, 14° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Märkisch-Oderland
Höhe: 8 m ü. NHN
Fläche: 141,21 km²
Einwohner: 4035 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15324
Vorwahlen: 033475, 033478 (Groß Neuendorf, Ortwig), 033473 (Sophienthal)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: MOL, FRW, SEE, SRB
Gemeindeschlüssel: 12 0 64 274
Gemeindegliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 30a
15324 Letschin
Webpräsenz: www.letschin.de
Bürgermeister: Michael Böttcher (Letschin FWL)
Lage der Gemeinde Letschin im Landkreis Märkisch-Oderland
Altlandsberg Alt Tucheband Bad Freienwalde Beiersdorf-Freudenberg Bleyen-Genschmar Bliesdorf Buckow Falkenberg Falkenhagen Fichtenhöhe Fredersdorf-Vogelsdorf Garzau-Garzin Golzow Gusow-Platkow Heckelberg-Brunow Höhenland Hoppegarten Küstriner Vorland Lebus Letschin Lietzen Lindendorf Märkische Höhe Müncheberg Neuenhagen bei Berlin Neuhardenberg Neulewin Neutrebbin Oberbarnim Oderaue Petershagen/Eggersdorf Podelzig Prötzel Rehfelde Reichenow-Möglin Reitwein Rüdersdorf bei Berlin Seelow Strausberg Treplin Vierlinden Waldsieversdorf Wriezen Zechin Zeschdorf BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Letschin ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg. Die heutige Gemeinde entstand 2003 durch den Zusammenschluss von elf ehemals selbständigen Gemeinden, die sich bereits vorher zum Amt Letschin zusammengeschlossen hatten.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Letschin liegt im Oderbruch und grenzt im Nordwesten und Norden an das Amt Barnim-Oderbruch, im Osten an den polnischen Landkreis Myślibórz, im Südosten und Süden an das Amt Golzow und die amtsfreie Stadt Seelow, im Südwesten und Westen an das Amt Neuhardenberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf das ehemalige Spinnerdorf Rehfeld, heute zu Sophienthal.

Die Gemeinde Letschin gliedert sich nach ihrer Hauptsatzung[2] in zehn Ortsteile:

  • Ortwig mit den bewohnten Gemeindeteilen Ortwig und Ortwig Graben
  • Sietzing mit den bewohnten Gemeindeteilen Klein Neuendorf, Posedin und Sietzing
  • Sophienthal mit den bewohnten Gemeindeteilen Sophienthal, Sydowswiese und Rehfeld
  • Steintoch mit den bewohnten Gemeindeteilen Steintoch, Voßberg und Wollup

Dazu kommen noch die Wohnplätze Ausbau, Basta, Bieruthof, Busch, Drei Kronen, Fuchsberge, Fuchsberge Ausbau, Gieshof, Graben, Groß Neuendorfer Loose, Kienitzer Loose, Kruschke, Letschiner Loose, Louisenhof, Neubarnimer Ausbau, Ortwiger Loose, Prenkeberg, Spadille, Vorwerk Mehrin, Wilhelmsauer Loose und Zelliner Loose.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1814 zur Erinnerung an die Opfer Letschins in den Befreiungskriegen errichtete Gedächtnis- und Friedenseiche.
Denkmal für die Letschiner Opfer der deutschen Einigungskriege, später umgewidmet zum Denkmal für die Opfer aller Kriege von den deutschen Einigungskriegen bis zum Zweiten Weltkrieg.

Der Ort Letschin wurde 1336 erstmals urkundlich erwähnt. Als ursprünglich rein landwirtschaftlich geprägtes Dorf, das mit Frondiensten, Kriegen und Überschwemmungen zu kämpfen hatte, entwickelte sich Letschin zu einer Gemeinde von überörtlicher Bedeutung. Händler und Handwerker siedelten sich an. Johann Gottlieb Koppes führte den Anbau von Zuckerrüben ein und errichtete eine Zuckerfabrik. Somit hatten die Bauern ein stabiles Einkommen, was sich positiv auf Letschin auswirkte. Es wurden Chausseen gebaut und Bahnlinien nach Wriezen (Bahnstrecke Fürstenwalde–Wriezen), Seelow, Frankfurt (Oder) sowie Eberswalde (Bahnstrecke Eberswalde–Frankfurt (Oder)) eröffnet.

Letschin erhielt 1863 die Marktgerechtigkeit und erhielt kleinstädtischen Charakter mit Geschäften, Gaststätten, Hotels, Festsälen, Schulen und einer Druckerei.

1905 errichtete die Gemeinde für König Friedrich II. von Preußen als Dank für die von ihm veranlasste Trockenlegung des Oderbruchs ein Denkmal nach einem Entwurf von Hans Weddo von Glümer. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Standbild von Einheimischen vor dem Einschmelzen gerettet und eingelagert. 1990 wurde es wieder aufgestellt.

Da der Ort im Zweiten Weltkrieg in der Hauptkampflinie zur Eroberung von Berlin lag, wurde er im April 1945 stark zerstört. Wohngebäude, Betriebe und Geschäfte sowie das Schiff der evangelischen Kirche fielen den Kampfhandlungen zum Opfer. Während Letschin Teil des Landkreises Lebus war, gehörte der heutige Ortsteil Zelliner Loose bis 1945 zur Neumark,[4] die seitdem weitestgehend zu Polen gehört.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinden Solikante und Wilhelmsaue wurden am 1. Februar 1974 eingegliedert.[5] Sophienthal und Steintoch gehören seit dem 31. Dezember 1997 zur Gemeinde Letschin.[6] Am 26. Oktober 2003 folgten die Gemeinden des ehemaligen Amtes Letschin Gieshof-Zelliner Loose, Groß Neuendorf, Kiehnwerder, Kienitz, Neubarnim, Ortwig und Sietzing.[7]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 3 555
1890 3 140
1910 3 180
1925 3 185
1933 3 249
1939 3 023
1946 2 876
1950 3 460
1964 2 771
1971 2 657
Jahr Einwohner
1981 2 432
1985 2 407
1989 2 454
1990 2 450
1991 2 406
1992 2 348
1993 2 343
1994 2 290
1995 2 287
1996 2 299
Jahr Einwohner
1997 3 198
1998 3 150
1999 3 085
2000 3 042
2001 2 983
2002 2 900
2003 5 057
2004 4 898
2005 4 785
2006 4 710
Jahr Einwohner
2007 4 605
2008 4 516
2009 4 399
2010 4 329
2011 4 215
2012 4 164
2013 4 132
2014 4 100

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[8][9], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Letschin besteht aus 16 Gemeindevertretern und dem Bürgermeister:[2]

  • SPD: 6 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft Letschin (FWL): 4 Sitze
  • Wir im Oderbruch (WiO): 3 Sitze
  • CDU: 2 Sitze
  • Die Linke: 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[10]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Böttcher wurde am 13. Februar 2005 zum neuen hauptamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Letschin gewählt und am 13. Januar 2013 mit 89,7 % der gültigen Stimmen für weitere acht Jahre in seinem Amt bestätigt.[11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 4. Juni 1998 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber auf grünem Boden ein grüner, von einer goldenen Schlange umwundener Eichenstumpf mit beiderseits drei Blättern; darauf ein goldbewehrter roter Hahn mit erhobenem rechten Fuß.“[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowjetisches Ehrenmal auf dem ehemaligen Dorfanger von Letschin.

Ausstellungen und Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alte Schmiede Groß Neuendorf
  • Letschiner Heimatstuben Haus Birkenweg
  • Technikausstellung vom Eisenbahnverein Letschin e.V. am Bahnhof Letschin

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Letschin

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchturm in Letschin, entworfen von Karl Friedrich Schinkel
Fachwerkkirche in Sietzing

Das Ortsbild in Letschin prägte die 1812 erbaute evangelische Kirche. Infolge der noch bis 1815 währenden Napoleonischen Kriege konnte sie zunächst nur ohne Turm ausgeführt werden. 1815 wurde Karl Friedrich Schinkel beauftragt, einen Turm zu entwerfen, der 1818/1819 nach seinen Plänen errichtet wurde.[13] Die Kirche sowie viele Bauten des Letschiner Baumeisters Carl Schüler wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Die Ruine des Kirchenschiffs wurde 1972/1973 abgerissen.[13] Der unter Denkmalschutz stehende, 37 Meter hohe schinkelsche Kirchturm wurde 2002/2003 restauriert.

Die Fachwerkkirche im Ortsteil Sophienthal wurde 1945 zerstört. Mit Spendenmitteln und der Hilfe örtlicher Handwerker wurde eine neue Kirche nach dem Original-Vorbild erbaut. Diese mutet mit ihren Fachwerkmauern aus rotleuchtendem Backstein wie eine Kleinausgabe der Kirche in Dippmannsdorf an. Der erste Gottesdienst fand am 28. Mai 2006 statt, nachdem Bischof Wolfgang Huber die Kirche eingeweiht hatte.

Denkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmal für Friedrich den Großen.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Letschin gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Letschin liegt an der Bahnstrecke Eberswalde–Frankfurt (Oder), auf der die von der Niederbarnimer Eisenbahn betriebene Linie RB 60 verkehrt (Kursbuch-Nr. 209.60).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Letschin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. a b Hauptsatzung der Gemeinde Letschin vom 20. November 2008. (PDF)
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg – Gemeinde Letschin
  4. Landkreis Königsberg (Neumark) Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900
  5. Beitrag zur Statistik Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005, 19.15 Landkreis Märkisch-Oderland. (PDF)
  6. Zusammenschluß der Gemeinden Letschin, Sophienthal und Steintoch (Amt Letschin) zu einer neuen Gemeinde Letschin. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 10. November 1997. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 8. Jahrgang, Nummer 48, 3. Dezember 1997, S.950.
  7. Bildung einer neuen amtsfreien Gemeinde Letschin Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 4. April 2002. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, Nummer 18, 2. Mai 2002, S. 501/2 (PDF)
  8. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch Oderland. S. 26-29
  9. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  10. Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  11. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 13. Januar 2013
  12. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  13. a b Eva Börsch-Supan: Kirchen als „Monumente“ der Befreiungskriege. In: Uwe Michas u.a.: Karl Friedrich Schinkel. Architekt, Maler, Möbelgestalter, Bühnenbildner und Kunstphilosoph (= Die Mark Brandenburg, Bd. 61). Großer, Berlin 2006, ISBN 978-3-910134-24-9, S. 17–23, hier S. 18.