Treplin

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Wappen Deutschlandkarte
?
Treplin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Treplin hervorgehoben

Koordinaten: 52° 23′ N, 14° 24′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Märkisch-Oderland
Amt: Lebus
Höhe: 88 m ü. NHN
Fläche: 11,35 km2
Einwohner: 377 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner je km2
Postleitzahl: 15236
Vorwahl: 033602
Kfz-Kennzeichen: MOL, FRW, SEE, SRB
Gemeindeschlüssel: 12 0 64 480
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Straße der Freiheit 1
15326 Lebus
Bürgermeister: Joachim Kretschmann
Lage der Gemeinde Treplin im Landkreis Märkisch-Oderland
AltlandsbergAlt TuchebandBad FreienwaldeBeiersdorf-FreudenbergBleyen-GenschmarBliesdorfBuckowFalkenbergFalkenhagenFichtenhöheFredersdorf-VogelsdorfGarzau-GarzinGolzowGusow-PlatkowHeckelberg-BrunowHöhenlandHoppegartenKüstriner VorlandLebusLetschinLietzenLindendorfMärkische HöheMünchebergNeuenhagen bei BerlinNeuhardenbergNeulewinNeutrebbinOberbarnimOderauePetershagen/EggersdorfPodelzigPrötzelRehfeldeReichenow-MöglinReitweinRüdersdorf bei BerlinSeelowStrausbergTreplinVierlindenWaldsieversdorfWriezenZechinZeschdorfBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Treplin ist eine Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland. Sie wird vom Amt Lebus verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Treplin liegt auf der Lebuser Hochfläche, einer wald- und wasserreichen Grundmoränenlandschaft am Rand des Oderbruchs, etwa 70 km östlich von Berlin.

Nachbargemeinden

Östlich von Treplin liegt Booßen, ein Ortsteil von Frankfurt (Oder). Im Westen und Norden grenzt die Gemeinde Zeschdorf an. Im Süden liegt die Gemeinde Jacobsdorf.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Treplin hat keine amtlich ausgewiesenen Ortsteile, bewohnten Gemeindeteile oder Wohnplätze.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Vordringen der askanischen Markgrafen wurden die Handelswege auf eine südlicher gelegene Linie verlegt. Diese Route verlief über Müncheberg – Frankfurt (Oder) – Posen. Entlang dieser Linie gab es eine Reihe von Gründungen neuer Siedlungen. Mit Hilfe von Lokatoren warben die Askanier Siedler an. Die ersten Ansiedlungen aus der Zeit um 1250 besaßen zumeist eine Größe von 64 Hufen, wovon vier der Kirche gehörten, so auch in Treplin,[3] und bekamen zumeist den Namen des Lokators oder ersten Lehnsherren. Um Treplin entstanden auf diese Weise einige Dörfer, wie zum Beispiel das nahe gelegene Pillgram oder Biegen. Ortsnamen, welche slawisch klingen, lassen jedoch nicht immer einen Rückschluss auf vorherige Besiedlung zu, da sich die deutschen Siedler diese Namen teilweise zu eigen machten, vor allem bei Ortsgründungen, welche nahe an Gewässern lagen, wie im Beispiel Niederjesar oder Hohenjesar.[4]

Die erste urkundliche Erwähnung von Treplin geht auf den 18. April 1341 zurück, als sich die Brüder gherardo & hinrico trepelin presbyteris in einer Appellation finden.[5] Der Name änderte seine Schreibweise in den Folgejahren nur wenig: Treppelyn (1460), Trippelin, Treppelin (1624).

Nachgewiesen seit 1520[6] gehörte das Gut Treplin den Herren von Burgsdorff, nachfolgend immer wieder verschiedenen Familienlinien dieses mittelmärkischen Adelsgeschlechts. Treplin war Zubehör vom Rittergut Hohenjesar.

1755 begann man, zwischen Treplin und Petershagen die erste Kohle in der Mark Brandenburg abzubauen. Es handelte sich dabei um Braunkohle, die im Tagebau gefördert wurde. Dieser Kohleabbau endete 1960, als die Grube „Sophie“ geschlossen wurde.

Treplin gehörte seit 1817 zum Kreis Lebus in der Provinz Brandenburg.

Um 1880 weist das erstmals veröffentlichte Generaladressbuch der Rittergutsbesitzer im Königreich Preußen für Treplin genau 468,25 ha aus. Zum Gut gehört eine Ziegelei. Pächter des Ganzen ist Ober-Amtmann Martiny. Der Eigentümer Conrad von Burgsdorff wohnt in Hohenjesar. Treplin ist zu diesem Zeitpunkt kein kreistagsfähiges klassisches Rittergut. Es bleibt quasi ein Teil von Hohenjesar, dort wohnt auch Burgsdorff.[7]

Letzte Gutsbesitzer waren unter anderem der Ehrenritter des Johanniterordens, Oberst Karl von Burgsdorff (1824–1880).[8] Ihm folgte später sein Enkel Joachim von Burgsdorff (1892–1986) mit seiner Ehefrau Renata, geborene von Zastrow-Schadewalde (1894–1974).[9] Vor der großen Wirtschaftskrise der Jahre 1929/1930 betrug die Größe des nun als richtiges Rittergut betitelten Treplin mit Vorwerk Schäferei und Ziegelei konkret 500 ha. Davon ein Bestand zu 219 ha Wald. Unterhalten wurde eine große Schafsviehbewirtschaftung und eine technisch moderne Grundausstattung des Gutes mit Dampfdreschsatz sowie Motoren-Trecker. Die Verwaltung führten der Inspektor Lohr, Hilfsförster Wollenberg und Ziegeleimeister Gaedike. Im Ort gab es noch weitere landwirtschaftliche Betriebe, und zwar der Familien W. Buchholz, Fried. Rabe, G. Scheer, A. und P. Schilsky, Rich. Schönfeld. Im Mittelwert lagen diese Bauernhöfe bei gut 44 ha.[10]

Ab 1952 gehörte Treplin zum Kreis Seelow im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 415
1890 394
1910 377
1925 397
1933 439
1939 407
1946 456
1950 495
1964 358
1971 342
Jahr Einwohner
1981 279
1985 285
1989 287
1990 291
1991 285
1992 270
1993 273
1994 314
1995 382
1996 418
Jahr Einwohner
1997 453
1998 462
1999 477
2000 468
2001 431
2002 445
2003 438
2004 429
2005 421
2006 425
Jahr Einwohner
2007 427
2008 423
2009 424
2010 405
2011 389
2012 391
2013 382
2014 378
2015 377
2016 374
Jahr Einwohner
2017 360
2018 363
2019 372
2020 377

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohner:[11][12][13] Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Treplin besteht aus sieben Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung:[14]

Wählergruppe Sitze
Wählergruppe Freiwillige Feuerwehr Treplin 5
Einzelbewerber Timo Lück 1
Wählergruppe Dorfentwicklungsverein Treplin „Glück auf 98“ 1

Der Stimmenanteil von Timo Lück entspricht zwei Sitzen. Daher bleibt nach § 48 (6) des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes[15] ein Sitz in der Gemeindevertretung unbesetzt.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2003–2008: Joachim Kretschmann
  • 2009–2014: Kathrin Jahn[16]
  • seit 2014: Joachim Kretschmann[17]

Kretschmann wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 ohne Gegenkandidat mit 64,1 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[18] gewählt.[19]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Treplin stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Treplin, nahe der Gemeindegrenze zu Frankfurt (Oder), betreibt die Deutsche Telekom AG eine Sendeanlage für UKW-Rundfunk und DVB-T. Als Antennträger kommt ein 185,1 Meter hoher abgespannter Stahlfachwerkmast zum Einsatz, der 1994 errichtet wurde. Daneben befinden sich auf dem Areal noch einige Antennen für Kurzwelle, die aus DDR-Zeiten stammen. Funkamateure betreiben auf dem Gelände ihre Klubstation.

Trepliner Dorfkirche

In dem Ort befindet sich eine Kirche mit einem Storchennest auf der östlichen Apsis und eine Wassermühlenruine.

Die Kirche aus dem 19. Jahrhundert wurde im Zweiten Weltkrieg und durch Entnahme von Baumaterial in der Nachkriegszeit schwer beschädigt, so dass sie bis 2002 eine Ruine war. Der Kirchturm konnte in den Nachkriegsjahren wieder instand gesetzt werden. 2003 wurden Turm und Kirchendach erneuert, der Innenausbau ist geplant. In der Region bekannt ist der „Weihnachtsmarkt in der Kirche“ am 1. Adventssonntag.

In einem kleinen, neu errichteten Gemeindehaus neben der Kirche befinden sich der Kirchsaal, in dem in der Regel die Gottesdienste und die weitere Gemeindearbeit stattfinden, ferner eine Gemeindeküche sowie Sanitärräume.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Treplin liegt in einem Naturschutzgebiet, dem Treplin-Alt-Zeschdorfer Fließtal. Es gibt zwei Seen in einem Waldtal.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Treplin liegt an der Bundesstraße 5, die von Berlin kommend nach Frankfurt (Oder) weiterführt. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich im neun Kilometer südlich gelegenen Jacobsdorf (Richtung Berlin und Frankfurt (Oder)).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Treplin in: Karl Siegmar Baron von Galéra: Die Herren von Burgsdorff. Lebensbilder aus sieben Jahrhunderten. Bibliothek familiengeschichtlicher Arbeiten, Band XXXIV. Verlag Degener & Co., Inhaber Gerhard Geßner, Neustadt an der Aisch, 1965. 181 Seiten. (Mit umfangreichen Erwähnungen von Treplin von 1520 bis zur Neuzeit). http://d-nb.info/451423151

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Treplin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2020 (PDF-Datei; 950 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Treplin
  3. Herbert Ludat: Das Lebuser Stiftsregister von 1405: Studien zu den Sozial- und Wirtschaftsverhältnissen im mittleren Oderraum zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Band 9 von Osteuropastudien der Hochschulen des Landes Hessen. Verlag Otto Harrassowitz, 1965, S. 7, ISBN 9783428038077
  4. Siegmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichte des ehemahligen Bisthums Lebus und des Landes dieses Nahmens. In Kommission der Nauckoschen Buchhandlung, Berlin 1829, 1. Band, S. 121
  5. Siegmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichte des ehemahligen Bisthums Lebus und des Landes dieses Nahmens. In Kommission der Nauckoschen Buchhandlung, Berlin 1829, 1. Band, S. 459
  6. Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafenthums der Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts; oder geographisch-historisch-statistische Beschreibung der Provinz Brandenburg. In: Staatsminister und Ober-Präsident Flottwell (Hrsg.): Standardwerk der Historie Brandenburgs. Dritter Band, § 61. Territorial-Geschichte des Landes Lebus. Erl. 53. Lebus. Kr. 2. Ritterschaftl.: Fam. Burgsdorf(f). Druck und Verlag von Adolph Müller, Brandenburg 1856, S. 216–218 (google.de [abgerufen am 30. September 2021]).
  7. P. Ellerholz, H. Lodemann, H. von Wedell: General-Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer im Deutschen Reiche. 1. Band: Das Königreich Preussen, Lfg. 1: Die Provinz Brandenburg. Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker, Berlin 1879, S. 66–67, doi:10.18452/377 (hu-berlin.de [abgerufen am 30. September 2021]).
  8. Hans Friedrich v. Ehrenkrook, Otto Reichert, Friedrich Wilhelm Freiherr v. Lyncker u. Ehrenkrook, Wilhelm v. Blaschek, Eberhard Burggraf zu Dohna-Waldburg, Carola v. Ehrenkrook geb. v. Hagen, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen v. Flotow: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser / A (Uradel/ bis 1400 nobilitiert) 1957. In: Ausschuss für adelsrechtliche Fragen der deutschen Adelsverbände in Gemeinschaft mit dem Deutschen Adelsarchiv (Hrsg.): GHdA Genealogisches Handbuch des Adels, von 1951 bis 2015; Nachfolger "des Gotha" bis 1942. Band III, Nr. 15. C. A. Starke, 1957, ISSN 0435-2408, S. 126–128 (d-nb.info [abgerufen am 30. September 2021]).
  9. Walter v. Hueck, Klaus Freiherr v. Andrian-Werburg, Ernst-Otto v. Dewitz, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der adeligen Häuser / A (Uradel/ bis 1400 nobilitiert) 1988. In: Deutsches Adelsarchiv e. V. (Hrsg.): GHdA. Band XX, Nr. 93. C. A. Starke, 1988, ISBN 978-3-7980-0700-0, ISSN 0435-2408, S. 497 (d-nb.info [abgerufen am 30. September 2021]).
  10. Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. 1929. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe über 20 ha. Nach amtlichen Angaben. In: Niekammer-Reihe-Letztausgabe (Hrsg.): Standardwerk der Land-und Forstwirtschaft. 4. Auflage. Band VII. Niekammer’s Adressbücher-Verlag G.m.b.H., Leipzig 1929, S. 243 (martin-opitz-bibliothek.de [abgerufen am 30. September 2021]).
  11. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland. S. 34–37
  12. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  13. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  14. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  15. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz § 48
  16. Bürgermeisterin Kathrin Jahn in: Amtsblatt für das Amt Lebus, 2. Juni 2009, S. 3
  17. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  18. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  19. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019