Musikantenstadl

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Seriendaten
Originaltitel Musikantenstadl (1981–2015)
Stadlshow (seit 2015)
Produktionsland Österreich
Deutschland
Schweiz
Südtirol
Originalsprache Deutsch
Jahr(e) 1981–
Produktions-
unternehmen
Österreichischer Rundfunk
Bayerischer Rundfunk
Schweizer Radio und Fernsehen
Länge 140 Minuten
Episoden 210
Ausstrahlungs-
turnus
ab 2016 jährlich
Genre Musiksendung
Regie Kurt Pongratz[1]
Moderation
Erstausstrahlung 5. März 1981 auf FS1

Die Stadlshow (bis 2015 Musikantenstadl) ist eine live ausgestrahlte Unterhaltungssendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit volkstümlicher Musik, Blasmusik, populärer Klassik, deutschen Schlagern und internationaler Unterhaltungsmusik. Die Sendung ist eine Koproduktion im Rahmen der Eurovision und tourt durch Veranstaltungsorte in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol sowie fallweise in nicht deutschsprachigen Ländern. Produzent ist der ORF in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk und dem Schweizer Radio und Fernsehen.

Konzeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der als Musikantenstadl gestarteten Sendung leitet sich von Stadl her, dem bayrisch-österreichischen Wort für Scheune. Die als 120-minütige Unterhaltungssendung konzipierte Musikshow beruht auf zwei Komponenten: leicht eingängige Musik und Smalltalk. Seit September 2015 lautet der Name der Sendung Stadlshow.

Bei ihrem Start war eine Besonderheit der Sendung, dass die Produktion nicht auf einen festen Standort beschränkt wurde. Die Sendung wurde überwiegend in verschiedenen Städten Österreichs, Deutschlands und der Schweiz produziert. Gelegentlich wurden Sendungen auch aus Südtirol, zum Teil auch außerhalb Europas aufgezeichnet. Innerhalb des deutschen Sprachraums besuchte man dabei nicht nur die großen, sondern auch kleinere Städte. Voraussetzung für einen Besuch war allerdings die Existenz einer geeigneten Stadt- oder Sporthalle für die Show. Diese Vorgangsweise, die in kleinerem geographischen Rahmen bereits seit den 1960er Jahren für die Sendung Zum Blauen Bock angewandt wurde, wurde später auch in anderen Unterhaltungssendungen, z. B. Wetten, dass..? angewandt.

Den Eindruck einer Scheune erzeugten Tische mit Sitzbänken, auf denen Gäste Platz nehmen konnten, und drumherum angeordnete, etwa zwei Meter hohe Kulissen, die den Eindruck von Scheunenwänden mit verschiedenen Dekorationen wie beispielsweise zum Trocknen aufgehängten Maiskolben erwecken sollten. In der Sendung spielte lange Jahre die Wolfgang-Lindner-Band, die sämtliche eingeladene Künstler begleitete. Neben der Musik nahmen Wortbeiträge einen nahezu ebenso großen Raum ein. Dazu gehörten humoristische Einlagen durch Hias, bei denen auch Karl Moik mitwirkte, und Gespräche mit den Gästen, wobei stets der Bürgermeister und die bedeutenden Persönlichkeiten der jeweiligen Stadt zu Wort kamen. Mit der Übernahme des Stadls durch Andy Borg im Jahr 2006 wurde dieses Konzept leicht adaptiert, aber nicht wesentlich verändert.

Weitere Eigenarten stellte der Fernsehwastl – ein Stoffhund, den die Gäste nach ihrer Darbietung zum Dank und als Erinnerung überreicht bekamen – und der Beginn einer jeden Sendung dar, bei dem Karl Moik in einem Einspielfilm die betreffende Stadt kurz vorstellte. Als musikalisches Intro erklang lange Jahre das Trompetenecho von Slavko Avsenik und seinen Original Oberkrainern. Zwischen 2006 und seinem Abschied 2015 in Pula eröffnete Andy Borg jede Sendung mit der eigenkomponierten Stadlzeit.

Erich Mathias Mayer, alias Hias, trat von 1981 bis 1991 im Musikantenstadl auf und verließ danach die Show. Zum 20-jährigen Bestehen der Sendereihe und in Karl Moiks letzter Sendung am 31. Dezember 2005 in Klagenfurt war er jedoch als Gast vertreten. Von 2006 bis 2015 sorgten Martin Rassau und Volker Heißmann als Waltraud & Mariechen für lustige Einlagen.

Sendetermin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Sendung am 5. März 1981 war noch allein vom ORF produziert und kam aus der oberösterreichischen Stadt Enns. Ab dem 16. April 1983 wurde der Musikantenstadl auch in Deutschland bundesweit ausgestrahlt. 1986 erhielt sie den Sendeplatz um 20:15 Uhr am Samstagabend. Die 50. Folge wurde am 4. Februar 1989, die 100. Folge am 15. Februar 1997 gesendet. Das zehnjährige Bestehen am 4. April 1991 sowie das 20. Jubiläum am 10. März 2001 wurden jeweils in der Wiener Stadthalle gefeiert. Da die letzte von Karl Moik moderierte Sendung am 31. Dezember 2005 lief, gab es im Jahr 2006 keine Gala zum 25-jährigen Bestehen des Stadls (so die Kurzbezeichnung der Show). Am 12. Januar 2016 gab der ORF bekannt wegen sinkender Einschaltquoten 2016 und 2017 keine regulären Sendungen produzieren zu wollen.[2] In beiden Jahren ist jeweils eine Silvesterausgabe geplant.

Präsentation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moderation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moderator der Sendung war ab dem Sendestart Karl Moik. Ihm zur Seite standen mit Sketchen und Wortspielen der als Bauernbursche auftretende Sänger Hias und ein Maskottchen, der Dackel Wastl.

Andy Borg, Musikantenstadl-Tournee 2010

Moiks Vertrag lief Ende Dezember 2005 aus, als Moik 67 Jahre alt war, und wurde von ORF und ARD nicht verlängert. Die Moderation der Ausgabe zum 25. Sendungsjubiläum im März 2006, die Moik angetragen worden war, lehnte er ab. Als Nachfolger moderierte seither Andy Borg den Musikantenstadl. Nach dessen Premiere in der 145. Folge am 23. September 2006 aus Wiener Neustadt sahen die darauffolgende Sendung aus Graz über 7,5 Millionen Fernsehzuschauer in der Schweiz, Österreich und in Deutschland.

Im Februar 2015 gaben ARD, ORF und SRF bekannt, dass Borg am 27. Juni 2015 die Sendung zum letzten Mal moderieren werde. Seine Nachfolger waren der Moderator Alexander Mazza sowie die Schweizer Sängerin Francine Jordi. Das Format solle künftig ein jüngeres Publikum ansprechen, weshalb das Konzept der Show grundlegend überarbeitet werde.

Im Mai 2016 wurde bekannt, dass Mazza als männlicher Moderationspart durch Jörg Pilawa ersetzt wird.[3]

Orchester[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfgang Lindner jr, Musikantenstadl-Tournee 2010.

Ab 1984 war die Wolfgang-Lindner-Band als Begleit-Orchester unter dem Namen Wolfgang Lindner und seine Original Stadlmusikanten fixer Bestandteil des Musikantenstadls mit Karl Moik. Als 2005 Wolfgang Lindner aus gesundheitlichen Gründen seine Arbeit beenden musste, übergab er die Leitung an seinen Sohn Wolfgang Lindner junior, der noch die letzten Fernsehsendungen mit Karl Moik begleitete.

Mit dem Moderationswechsel 2006 wechselte auch die Band, nicht aber der musikalische Leiter. Seither begleiten Wolfgang Lindner jr. und die jungen Stadlmusikanten die auftretenden Künstler durch die Sendungen und Tournee-Konzerte.

Sonderausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übertragungen aus dem Ausland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sendung gastierte bereits in mehreren nicht-deutschsprachigen Ländern. Schon Ende August 1985 wurde der Stadl aus Portorož im damaligen Jugoslawien ausgestrahlt. Dieser Stadl war auch der erste, der nicht in einer Halle, sondern als Open-Air-Veranstaltung im Hafen des an der Adria gelegenen Ferienortes stattfand.

Durch eine Zusammenarbeit der produzierenden Rundfunkanstalten mit dem sowjetischen Rundfunk gelang es, im September 1988 eine Sendung aus Moskau zu organisieren. Als Co-Moderatorin fungierte dabei Tatjana Wedenejewa, eine bekannte russische Fernsehansagerin.

Ab Mitte der 1990er Jahre bis 2001 gab es vermehrt Übertragungen aus dem Ausland. Karl Moik gastierte in der Coliseum Arena im Exhibition Palace im kanadischen Toronto (1994), im Flinders Park von Melbourne (1995), in Kapstadt (1996), in Disneyworld (Orlando) (1998) sowie auf dem Platz vor dem Mittagstor in der Verbotenen Stadt in Peking (1999). Im November 2000 wurde der Stadl in New York, New Orleans und der Karibik aufgezeichnet. Etwa 3.500 Personen fuhren mit dem Kreuzfahrtschiff Carnival Triumph zum Aufzeichnungsort. Das Fernsehpublikum sah einen Zusammenschnitt der Reise im Februar 2001. Auf persönliche Einladung des Scheichs von Dubai durfte Moik im Oktober 2001 seinen Stadl in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufzeichnen. Diese letzte Auslandsreise Moiks wurde zwei Monate später im Dezember 2001 gezeigt.

Nach einer zehnjährigen Unterbrechung führte am 7. Mai 2011 Andy Borg durch seinen ersten Auslands-Musikantenstadl live aus Poreč in Kroatien.

Stadlshow Silvester[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals fand im Jahr 1984 eine als Silvesterstadl benannte Sonderausgabe in der Nacht vom 31. Dezember 1984 auf den 1. Jänner 1985 statt. Seit 1989 wird jährlich eine solche Sendung ausgestrahlt. Der Silvesterstadl 2005 war gleichzeitig die letzte von Karl Moik moderierte Sendung. Ab 2016 sind keine regulären Ausgaben der Stadlshow mehr vorgesehen. Damit verbleiben die Stadlshows Silvester fortan als einzige feste Ausgaben des Formats.

30 Jahre Musikantenstadl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. März 2011 sollte eine Jubiläumsfolge zum 30-jährigen Bestehen der Sendung aus Freiburg im Üechtland gesendet werden. Wegen der am Vortag erfolgten Erdbebenkatastrophe in Japan und dem damit verbundenen Nuklearunfall im Kernkraftwerk Fukushima entschieden ARD und ORF, die Liveübertragung zugunsten von Sondersendungen über dieses Ereignis auszusetzen. Die Jubiläums-Ausgabe wurde schließlich am 26. März 2011 ausgestrahlt.[4][5]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ähnlich wie andere Sendungen der volkstümlichen Musik ist die Stadlshow häufig Ziel von Parodien und Satiren, z. B. von Matthias Schriefls Band Mutantenstadl.

Seit 2009 (ab Folge 157) wird die Show mit Untertiteln für Hörbehinderte gesendet.

Folgen und Veranstaltungsorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Produktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Francine Jordi und Andy Borg, Musikantenstadl-Tournee 2010.

Neben den Fernsehsendungen und den damit verbundenen Merchandising-Produkten (Kleidungsstücke, Taschen, Tassen u. ä.) werden unter der Dachmarke Musikantenstadl auch eine Reihe weiterer Produktionen vermarktet. Im Rahmen des Stadl-Nachwuchswettbewerbs treten Gruppen, Kapellen und Einzelinterpreten auf. Ab 2008 fand einmal im Jahr eine Musikantenstadl-Tournee mit einer Reihe von aus den Sendungen bekannten Musikern statt, die von Andy Borg moderiert wurde. 2009 gab es erstmals eine Stadl-Kreuzfahrt mit Konzerten auf einem Kreuzfahrtschiff.

Stadlpost[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadlpost
Stadlpost logo 2015 final rgb-03.jpg
Beschreibung Print- und Onlinemagazin
Verlag Stadlmedia
Erstausgabe 1997
Erscheinungsweise 8 × jährlich
Verkaufte Auflage 60.000 Exemplare
Weblink www.stadlpost.at

Die Stadlpost (vormals Musikantenstadlpost) ist ein Print- und Onlinemagazin für Volksmusik und Schlager des Stadlmedia Verlags. Die Zeitschrift wurde zur 100. Sendung des Musikantenstadls 1997 u. a. von Karl Moik gegründet und war als sendungsbegleitender Printtitel des Musikantenstadls bis 2012 ein Lizenzprodukt des ORF. Im September 2015 wurde in Wien ein Relaunch der Stadlpost versucht.[6] Die Stadlpost beschreibt sich als ein von der Sendung unabhängiges Print- und Onlinemagazin für „Heimatmusik und Alpenlifestyle“ in der Tradition des Musikantenstadls. Schwerpunkte der Berichterstattung sind die Volksmusik- und Schlagerszene, Informationen über Events und Konzerte der Unterhaltungsbranche, Reportagen über aktuelle Ereignisse und Neuigkeiten der Stars, Mode & Beauty, Gesundheit & Wellness, Reisen sowie Rätsel & Gewinnspiele.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Susanne Binder, Gebhard Fartacek (Hrsg.): Der Musikantenstadl. Alpine Populärkultur im fremden Blick. Lit-Verlag, Wien u. a. 2006, ISBN 3-8258-9802-4 (Online-Version).
  • Eva Mang: Das große Stadl-Buch. Eine Show schreibt Fernsehgeschichte. Verlag 66, Amstetten 2004, ISBN 3-902211-20-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Musikantenstadl Regisseur Kurt Pongratz wurde Professor schlagerportal.com
  2. http://oesterreich.orf.at/stories/2751957/
  3. Jörg Pilawa übernimmt den "Silvesterstadl"
  4. Thomas Lückerath: Information statt Unterhaltung – ARD verzichtet auf Ausstrahlung des „Musikantenstadl“. DWDL.de, 12. März 2011, abgerufen am 14. Dezember 2014.
  5. Jubiläums-Musikantenstadl läuft am 26. März
  6. Stadlpost feiert Comeback

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Musikantenstadl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien