Nußdorf ob der Traisen

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Marktgemeinde
Nußdorf ob der Traisen
Wappen Österreichkarte
Wappen von Nußdorf ob der Traisen
Nußdorf ob der Traisen (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: St. Pölten (Land)
Kfz-Kennzeichen: PL
Fläche: 15,49 km²
Koordinaten: 48° 21′ N, 15° 42′ OKoordinaten: 48° 21′ 12″ N, 15° 41′ 42″ O
Höhe: 249 m ü. A.
Einwohner: 1.823 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 118 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3134
Vorwahl: 02783
Gemeindekennziffer: 3 19 28
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Marktplatz 1
3134 Nußdorf ob der Traisen
Website: www.nussdorf-traisen.gv.at
Politik
Bürgermeister: Heinz Konrath (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(19 Mitglieder)
10
9
10 
Insgesamt 19 Sitze
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Nußdorf ob der Traisen ist eine Marktgemeinde mit 1823 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Bezirk Sankt Pölten-Land in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nußdorf ob der Traisen liegt im Mostviertel zwischen St. Pölten und Krems, westlich der Traisen. Vom Tal der Traisen in 200 Meter Seehöhe steigt das Land nach Westen zu bewaldeten Höhen an. Die höchsten Erhebungen sind der Forerberg (432 m) im Südwesten mit 432 Meter und der Hollenburger Wald im Norden (440 m).

Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 15,49 Quadratkilometer. Davon sind 42 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 29 Prozent der Fläche sind bewaldet.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2021[2]):

  • Franzhausen (459)
  • Fräuleinmühle (22)
  • Neusiedl (47)
  • Nußdorf ob der Traisen (542)
  • Reichersdorf (621)
  • Ried (56)
  • Theyern (76)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Franzhausen, Neusiedl, Nußdorf an der Traisen, Reichersdorf, Ried und Theyern.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krems an der Donau (KS)
Paudorf (KR) Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Traismauer
Statzendorf Inzersdorf-Getzersdorf

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Franzhausen befindet sich ein großes urnenfelderzeitliches Gräberfeld, das mit über 400 Gräbern zu den größten seiner Art zählt. Die Gräber reichen zeitlich von der älteren Urnenfelderzeit bis in die ältere Hallstattzeit. In der Mitte des Gräberfeldes befand sich ein zentraler Einäscherungsplatz. Da das Gräberfeld nicht beraubt worden war, ist der Bestand an geborgenen Fundstücken sehr reichhaltig. Es fanden sich u. a. eine reich verzierte Bronzetasse, eine Bronzeschale, zahlreiche Fleischmesser, in den Männergräbern meist ein Rasiermesser, Drahtfibeln, Anhänger und Ringe.[3]

In der KG Reichersdorf wurden späthallstatt- und frühlatènezeitliche Gräber entdeckt, die eine kontinuierliche Benutzung nachweisen. Im Grab 20 war als Grabbeigabe eine Ton-Urne mit figuraler Verzierung gefunden worden – drei große Vögel, eine Jagdszene sowie ein Musiker mit Lyra (?) und vier Tänzerinnen. Die Urne befindet sich in Verwahrung des Bundesdenkmalamtes in Wien.[4]

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. 1083 wird der Ort erstmals mit dem Namen „Nuzdorf“ in einer Urkunde des Stiftes Göttweig erwähnt.[5] Im Mittelalter war Nußdorf Sitz einer Herrschaft, die 1848 aufgelöst wurde. 1850 entstanden die drei Gemeinde Franzhausen, Nußdorf und Reichersdorf. 1866 vereinigten sich die Gemeinden Franzhausen und Reichersdorf aus freiwillig mit Nußdorf. St. Georgen kam 1895 von Nußdorf zur Gemeinde Traismauer. Theyern wurde 1955 auf Ansuchen der Bevölkerung von Inzersdorf nach Nußdorf umgemeindet. 1977 wurde die Gemeinde zum Markt erhoben.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1981 sind sowohl die Geburtenbilanz als auch die Wanderungsbilanz positiv, wobei die Zuwanderung überwiegt.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nußdorf ist ein traditioneller Weinbauort mit dem Fund des ältesten österreichischen Rebkerns (4000 Jahre). Nicht landwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 62, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 107. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 694. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 46,44 Prozent.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Nußdorf befindet sich ein Kindergarten[8] und eine Volksschule.[9]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eisenbahn: Durch den Südosten der Gemeinde verläuft die Tullnerfelder Bahn mit Schnellbahnverbindungen nach St. Pölten und Wien.[10]
  • Straße: Die Anschlussstelle Traismauer Süd der Kremser Schnellstraße S33 befindet sich im Gemeindegebiet.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr Nußdorf ob der Traisen
  • Freiwillige Feuerwehr Reichersdorf
  • Freiwillige Feuerwehr Theyern
  • Freizeit-Sport-Verein Nußdorf
  • Musik- und Kulturverein (Musikschule)
  • Verein Kulturgenuss (Museumsverein)
  • Kirchenchor Nussdorf
  • Landjugend Reichersdorf-Nussdorf
  • Verein Unser Dorfgschäft

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeamt

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Marktgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2020 bei insgesamt 19 Sitzen folgende Mandatsverteilung:[11] SPÖ 10, ÖVP 9.[12]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • seit ? Heinz Konrath (SPÖ)[13]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinde wurde 1975 folgendes Wappen verliehen: In einem gespaltenen Schild unter einem roten Schildeshaupt, vorne in Rot zwei silberne Balken, hinten in Blau über zwei goldenen Wellenbalken eine goldene Nuß.[14]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Nußdorf ob der Traisen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Nußdorf ob der Traisen, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 12. August 2021.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2021 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2021), (xlsx)
  3. Otto Helmut Urban: Der lange Weg zur Geschichte. Die Urgeschichte Österreichs. Ueberreuter, Wien 2003, S. 207. ISBN 3-8000-3969-9
  4. Susanne Sievers, Otto Helmut Urban, Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K; L-Z. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 1569.
  5. Marktgemeinde Nußdorf ob der Traisen. Abgerufen am 12. August 2021.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Nußdorf ob der Traisen, Bevölkerungsentwicklung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 12. August 2021.
  7. Urzeitmuseum. Abgerufen am 16. September 2014.
  8. Kindergärten in NÖ. NÖ Landesregierung, abgerufen am 8. November 2020.
  9. Schulensuche. In: Schulen online. Abgerufen am 2. Oktober 2020.
  10. ÖBB. Abgerufen am 12. August 2021.
  11. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Nußdorf ob der Traisen. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 25. Februar 2020.
  12. Land Niederösterreich - Gemeinderatswahl 2020. Abgerufen am 12. August 2021.
  13. Politik | Marktgemeinde Nußdorf ob der Traisen. Abgerufen am 12. August 2021.
  14. Wappen Gemeindefarben Nußdorf an der Traisen Art. 1 - Landesrecht konsolidiert Niederösterreich. RIS (Rechtsinformationssystem des Bundes), abgerufen am 12. August 2021.
  15. a b Partnergemeinden | Marktgemeinde Nußdorf ob der Traisen. Abgerufen am 12. August 2021.