Maria-Anzbach

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Marktgemeinde
Maria-Anzbach
Wappen Österreichkarte
Wappen von Maria-Anzbach
Maria-Anzbach (Österreich)
Maria-Anzbach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: St. Pölten-Land
Kfz-Kennzeichen: PL
Fläche: 18,21 km²
Koordinaten: 48° 11′ N, 15° 56′ OKoordinaten: 48° 11′ 25″ N, 15° 55′ 48″ O
Höhe: 245 m ü. A.
Einwohner: 3.009 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 165 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3034
Vorwahl: 02772
Gemeindekennziffer: 3 19 21
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Marktplatz 22
3034 Maria-Anzbach
Website: www.maria-anzbach.at
Politik
Bürgermeisterin: Karin Winter (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(21 Mitglieder)
14
4
2
1
14 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Maria-Anzbach im Bezirk St. Pölten-Land
AltlengbachAsperhofenBöheimkirchenBrand-LaabenEichgrabenFrankenfelsGablitzGerersdorfHafnerbachHaunoldsteinHerzogenburgHofstetten-GrünauInzersdorf-GetzersdorfKapellnKarlstettenKasten bei BöheimkirchenKirchberg an der PielachKirchstettenLoichMarkersdorf-HaindorfMaria AnzbachMauerbachMichelbachNeidlingNeulengbachNeustift-InnermanzingNußdorf ob der TraisenObritzberg-RustOber-GrafendorfPerschlingPressbaumPrinzersdorfPurkersdorfPyhraRabenstein an der PielachSchwarzenbach an der PielachSt. Margarethen an der SierningSt. PöltenStatzendorfStössingTraismauerTullnerbachWeinburgWilhelmsburgWölblingWolfsgrabenLage der Gemeinde Maria-Anzbach im Bezirk St. Pölten-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Marktplatz
Marktplatz
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Luftaufnahme von Maria-Anzbach

Maria-Anzbach ist eine Marktgemeinde mit 3009 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021[1]) im Bezirk Sankt Pölten-Land in Niederösterreich. Die Schreibweise unterscheidet zwischen Gemeinde, Ort und Katastralgemeinde. Während der Name von der Gemeinde und dem Ort mit Bindestrich verbunden ist, wird die Bezeichnung der Katastralgemeinde getrennt geschrieben.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maria-Anzbach liegt im Mostviertel südöstlich von Neulengbach im Tal des Anzbaches, eines Nebenflusses der Großen Tulln. Die beiden höchsten Erhebungen sind im Norden der Buchberg (469 m) mit der Buchbergwarte und im Süden der Kohlreithberg (516 m).

Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 18,21 Quadratkilometer. Davon sind 48 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 36 Prozent der Fläche sind bewaldet.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 16 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2021[3]):

  • Burgstall (132)
  • Furth (37)
  • Götzwiesen (89)
  • Groß-Raßberg (255)
  • Gschwendt (36)
  • Hof (14)
  • Hofstatt am Anzbach (255)
  • Klein-Weinberg (7)
  • Knagg (43)
  • Meierhöfen (249)
  • Maria-Anzbach (1407) samt Haitzing
  • Oed (48) samt Hofstetten
  • Pameth (15)
  • Unter-Oberndorf (401)
  • Winkl (2)
  • Winten (19)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Getzwiesen, Großraßberg, Maria Anzbach und Unteroberndorf.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neulengbach Asperhofen
Nachbargemeinden
Altlengbach Eichgraben

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altertum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Besiedlung in der Bronzezeit wurde durch die Ausgrabung einer Wallanlage auf dem Buchberg nachgewiesen. Auf dem Eichberg wurden Graburnen, Ziergefäße, Münzen und Fibeln aus der Römerzeit gefunden.[4]

Am 29. April 998 wird Maria-Anzbach als Amizinesbach erstmals urkundlich erwähnt.[4]

Erster Türkensturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den ersten Türkensturm erlebte der Ort im Jahr 1529, dabei wurde auch die Kirche großteils zerstört.[5]

Zweiter Türkensturm und Pestzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1683 brachte der zweite Türkensturm wieder große Zerstörung in den Ort, dabei wurden u. a. Mühlen, Bräuhaus und die Burg Wasen zur Gänze zerstört. Die Kirche blieb dank einer erloschenen Fackel die in die hölzerne Kanzel flog, unbeschadet. Die erloschene Fackel ist in der Kirche in einem Glaskästchen zu sehen. In Folge des Türkensturms brach die Pestzeit an, dabei starb über Jahrzehnte das Gebiet um Maria-Anzbach fast aus. Nach der Pest wurde das Gebiet von Ansiedlern aus Bayern, Oberösterreich, Salzburg und aus der Pfalz neu besiedelt.

Franzosenkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franzosenkrieg 1805–1809: Die napoleonische Armee hielt dabei eine Etappenstation in Purkersdorf, dabei plünderten die Soldaten das Gebiet und es kam zu Auseinandersetzungen.

Markterhebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1933 bei der Markterhebungsfeier bekam der Ort Anzbach den Beinamen Maria. So wurde aus Anzbach Maria-Anzbach.[4] Das Wappen enthält seither das Gnadenbild.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 2621 Einwohner. 2018 hatte die Marktgemeinde 3055 Einwohner, 1991 2562, 1981 2151 und im Jahr 1971 1808 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Türkenkopf an der Schmiede
Pflegeheim St. Louise Meierhöfen 2018
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Maria-Anzbach
  • Katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria-Anzbach Unsere Liebe Frau als Mutter der Barmherzigkeit
  • Grafenhaus: Hier wohnten früher bedeutende Leute. Das Grafenhaus soll der Sitz der „Hochfreien von Amizinesbach“ gewesen sein, die von 1090 bis 1203 die Herrschaft in Maria-Anzbach hatten. Seit 1923 ist dieses Anwesen im Besitz der Familie Walderdorff.
  • Schmiede: An der Fassade der Schmiede befindet sich ein aus der Türkenzeit stammendes Relief eines Kopfes eines Türken. Im Keller der Schmiede war früher ein unterirdischer Gang, der vermutlich zur Kirche führte.
  • Schönbeck-Mühle: In der Mühle wurde in den 1910er Jahren der erste elektrische Strom für den Ort produziert. Heute befinden sich darin ein Heimatmuseum und ein Restaurant (derzeit geschlossen).
  • Annunziatakloster: Das am 4. August 1898 gegründete und zur Gemeinde Maria-Anzbach gehörige, unter Denkmalschutz stehende Annunziatakloster „Am Stein“ in der Klosterstraße 5 in Furth – die erste Niederlassung der Franziskanerinnen Missionarinnen Mariens in Österreich – stellte Ende März 2011 den Betrieb ein. Zuvor wurde am 19. Juni 2010 das 100-Jahr-Jubiläum der Weihe der im neugotischen Stil des Späthistorismus ab 1899 erbauten Klosterkirche – ein Werk des k.u.k. Hofbaumeisters Josef Schmalzhofer – gefeiert.[6] Es wurde im Juni 2012 um 2,3 Mill. Euro an eine Investorengruppe verkauft. Geplant war ein Seniorenrefugium und leistbares Wohnen.[7] Nach Scheitern der Pläne wurde das Areal 2015 an eine burgenländische Investorenfirma weiterverkauft. Über die Schließung des Klosters hat Regisseur Helmut Manninger 2013 den Kinofilm Die große Reise geschaffen.
  • Ludovikaheim: Pflegeheim St. Louise in Meierhöfen, ehemals Landwirtschaft, wurde 1898 von den Barmherzigen Schwestern erworben. 1931 wurde das Haus umgebaut und dient bis heute als Altersheim. 2015 wurde das Pflegeheim erweitert.[8]
  • Buchbergwarte: Die Aussichtswarte auf dem Gipfel des Buchbergs wurde 2004 errichtet und ist 22,5 Meter hoch.
  • Galerie Anzbach bzw. Goldammer Museum, wurde 2018 geschlossen
  • Galerie 3034[9]
  • Heimatmuseum Schönbeck Mühle
  • Historischer Rundwanderweg um den Ort[10]

Freizeit und Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Marktgemeinde gibt es ein großes Angebot an Freizeitgestaltungen. Neben Fußball, Tennis und Eisstockschießen gibt es mehrere Reitmöglichkeiten. Wanderwege und Fahrradstrecken durchkreuzen die Gemeinde und den angrenzenden Wienerwald.

Neue Sportanlage Maria Anzbach 2018

Seit 2017 bietet die neue Sporthalle viele Indoor-Möglichkeiten wie Klettern, Badminton und Fußball.

Es gibt viele Vereine im Ort wie Sportvereine (1.SV Maria Anzbach, TC Maria Anzbach), Theatervereine und einen Musikverein.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 109, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 56. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1176. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 46,16 Prozent. In der Katastralgemeinde Unter-Oberndorf existiert ein Industriegebiet. In Maria-Anzbach befindet sich der Firmensitz der Hundezeitschrift Wuff – Das Hundemagazin.[11]

In Maria-Anzbach werden zehn gastronomische Betriebe geführt und es gibt zwei Unterkunftsmöglichkeiten. Im Zentrum befindet sich das Gemeindeamt, Pfarramt, drei gastronomische Betriebe, ein Ärztezentrum, Kindergarten sowie Volks- und Musikschule. In den letzten Jahren mussten u. a. Bank, Postamt, Galerie Anzbach und ein gastronomischer Betrieb im Zentrum geschlossen werden.

Außerhalb des Zentrums befinden sich Sportanlage, ÖBB Haltestelle und Einkaufsmöglichkeiten im Ort Maria-Anzbach.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marktgemeinde liegt an der Neulengbacher Straße B44, nahe der Tullner Straße. Dabei erreicht man in beiden Richtungen gut über St.Christophen, Altlengbach und Pressbaum die West Autobahn.

Weiters verfügt die Gemeinde über drei Haltestellen an der Westbahn (Österreich):

Zwischen den Haltestellen Unter Oberndorf und Eichgraben auf Bahnkilometer 31,1 befindet sich noch der aktive Bahnhof Hutten, der aber nicht über einen Personenverkehrshalt verfügt. Es befindet sich lediglich ein Bahnhofshaus an den Gleisen.[12]

2019 wurde von der ÖBB beschlossen, dass ab 2025 die Haltestellen Hofstatt und Unter Oberndorf geschlossen werden. Stattdessen werden in Zukunft stündlich Busse eingesetzt. Des Weiteren wird die Haltestelle Maria Anzbach saniert, barrierefrei und mit einer Par&Ride Anlage versehen.[13]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergarten
  • Volksschule Maria Anzbach
  • Neue Schule[14]

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freiwillige Feuerwehr Maria-Anzbach
  • Freiwillige Feuerwehr Maria-Anzbach
  • Freiwillige Feuerwehr Unter-Oberndorf
Gemeindeamt

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 2008 Franz Allmayer (ÖVP)
  • seit 2008 Karin Winter (ÖVP)[21]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Persönlichkeiten die ihren Wohnsitz in Maria-Anzbach haben oder hatten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Maria-Anzbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahresbeginn 2002–2021 nach Gemeinden (Gebietsstand 1.1.2021)
  2. Ein Blick auf die Gemeinde Maria-Anzbach, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 16. November 2021.
  3. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2021 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2021), (xlsx)
  4. a b c Gedächtnis des Landes - Orte: Maria-Anzbach. Museum Niederösterreich, abgerufen am 16. November 2021.
  5. Geschichte der Gemeinde. Gemeinde Maria-Anzbach, abgerufen am 16. November 2021 (österreichisches Deutsch).
  6. Annunziata-Kloster Am Stein Website der Österreichischen Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege. Abgerufen am 22. Mai 2012.
  7. Jelitzka und Tojner kaufen Kloster APA-OTS Presseaussendung des Wirtschaftsmagazins GEWINN vom 25. Juni 2012.
  8. Barmherzige Schwestern Pflege – Unsere Geschichte. Abgerufen am 29. Dezember 2018.
  9. Home. Abgerufen am 21. Dezember 2018.
  10. Josef Eßletzbichler: Maria Anzbach Historische Rundwanderung 2010. Abgerufen am 21. Dezember 2018.
  11. Impressum & Kontakt. In: Hundemagazin WUFF. Abgerufen am 21. Dezember 2018 (deutsch).
  12. Priwo: Deutsch: der Bahnhof Hutten (nur als Betriebsstelle existent) der Westbahn in Niederösterreich. 9. Juli 2011, abgerufen am 28. Dezember 2018.
  13. Zwei Haltestellen werden geschlossen: Zug fährt durch. Abgerufen am 25. März 2019.
  14. Die Neue Schule: Home. Abgerufen am 27. Dezember 2018.
  15. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Maria-Anzbach. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 25. Oktober 2019.
  16. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Maria-Anzbach. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 25. Oktober 2019.
  17. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Maria-Anzbach. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 25. Oktober 2019.
  18. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Maria-Anzbach. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 25. Oktober 2019.
  19. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Maria-Anzbach. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 25. Oktober 2019.
  20. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Maria-Anzbach. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 25. Februar 2020.
  21. Bürgermeisterin. Gemeinde Maria-Anzbach, abgerufen am 16. November 2021 (österreichisches Deutsch).
  22. Plentiy: Die besten Sprüche – Was gibt es Neues? 8. Oktober 2012, abgerufen am 26. Februar 2017.