Kirchstetten (Niederösterreich)

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Kirchstetten
Wappen Österreichkarte
Wappen von Kirchstetten
Kirchstetten (Niederösterreich) (Österreich)
Kirchstetten (Niederösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Sankt Pölten-Land
Kfz-Kennzeichen: PL
Fläche: 17,77 km²
Koordinaten: 48° 11′ N, 15° 49′ OKoordinaten: 48° 11′ 0″ N, 15° 49′ 0″ O
Höhe: 270 m ü. A.
Einwohner: 2.170 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 122 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3062
Vorwahl: 02743
Gemeindekennziffer: 3 19 19
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wiener Straße 32
3062 Kirchstetten
Website: www.kirchstetten.at
Politik
Bürgermeister: Paul Horsak (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
12
5
2
2
12 
Insgesamt 21 Sitze
Lage der Marktgemeinde Kirchstetten im Bezirk Sankt Pölten-Land
AltlengbachAsperbachBöheimkirchenBrand-LaabenEichgrabenFrankenfelsGablitzGerersdorfHafnerbachHaunoldsteinHerzogenburgHofstetten-GrünauInzersdorf-GetzersdorfKapellnKarlstettenKasten bei BöheimkirchenKirchberg an der PielachKirchstettenLoichMarkersdorf-HaindorfMaria AnzbachMauerbachMichelbachNeidlingNeulengbachNeustift-InnermanzingNußdorf ob der TraisenObritzberg-RustOber-GrafendorfPerschlingPressbaumPrinzersdorfPurkersdorfPyhraRabenstein an der PielachSchwarzenbach an der PielachSt. Margarethen an der SierningSt. PöltenStatzendorfStössingTraismauerTullnerbachWeinburgWilhelmsburgWölblingWolfsgrabenLage der Gemeinde Kirchstetten (Niederösterreich) im Bezirk Sankt Pölten (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Kirchstetten ist eine Marktgemeinde im Bezirk Sankt Pölten-Land in Niederösterreich mit 2170 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchstetten liegt im Mostviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Gemeinde umfasst 17,76 Quadratkilometer, 22,28 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 13 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Aschberg (49)
  • Doppel (75)
  • Fuchsberg (37)
  • Gstockert (36)
  • Hinterholz (105)
  • Kirchstetten (699)
  • Ober-Wolfsbach (91)
  • Paltram (193)
  • Pettenau (29)
  • Senning (14)
  • Sichelbach (132)
  • Totzenbach (473)
  • Waasen (107)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Doppel, Kirchstetten, Oberwolfsbach, Paltram, Senning, Sichelbach, Totzenbach und Waasen.

Kirchstetten ist Mitglied der Wienerwald Initiativ Region.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. Um 450 entstand der Hunnenhügel, ein Erdwall, auf dem sich wahrscheinlich eine Wehranlage befand. 1130 wird "Chirichstetten" als selbstständige Pfarre erstmals urkundlich erwähnt. 1374 kam es zur Abspaltung der Pfarre Totzenbach von Kirchstetten. 1529 erfolgte Zerstörung des Schlosses Kirchstetten durch die Türken. 1622 kam Kirchstetten zur Pfarre Ollersbach. Um 1850 entstanden die Gemeinden Kirchstetten und Totzenbach, die 1971 zur Gemeinde Kirchstetten vereinigt wurden. 1999 erhielt Kirchstetten das Marktrecht zurück, das es schon seit dem 14. Jahrhundert bis zum ersten Türkenkrieg gehabt hatte.

Der Dichter Josef Weinheber (Anwesen in der heutigen Josef-Weinheber-Straße) und der anglo-amerikanische Lyriker W. H. Auden (Hinterholz 6) haben Kirchstetten zu ihrer zweiten Heimat und letzten Ruhestätte gewählt. Der Schauspieler Roland Düringer wohnte in Kirchstetten, sein erstes Solo-Kabarettprogramm nannte er Hinterholzacht, 20 Jahre Abrechnung, die Kinofassung Hinterholz 8 war 1998 der meistbesuchte einheimische Film in Österreich.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1814 Einwohner. 1991 hatte die Gemeinde 1617 Einwohner, 1981 1451 und im Jahr 1971 1358 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat insgesamt 21 Sitze.

  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat mit 19 Sitzen folgende Verteilung: 13 ÖVP, 4 SPÖ, und 2 FPÖ.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat mit 19 Sitzen folgende Verteilung: 13 ÖVP, und 6 SPÖ.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat mit 19 Sitzen folgende Verteilung: 12 ÖVP, 6 SPÖ, und 1 FPÖ.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hat der Gemeinderat mit 21 Sitzen folgende Verteilung: 12 ÖVP, 5 SPÖ, 2 FPÖ, und 2 GRÜNE.
Bürgermeister
  • bis 2010 Johann Dill (ÖVP)
  • seit 2010 Paul Horsak (ÖVP)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kirchstetten
  • Schloss Totzenbach
  • Katholische Pfarrkirche Totzenbach Allerheiligen
  • Audenhaus: Das Audenhaus auf Hinterholz 6 hat einen Dokumentationsraum und zeigt das originale Arbeitszimmer des amerikanischen Lyrikers britischer Herkunft W. H. Auden.[2]
  • Weinhebermuseum in der Josef-Weinheber-Straße mit Grabstätte

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 62, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 52. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 827. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 46,96 Prozent.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Bezug zur Gemeinde
  • Josef Weinheber (1892–1945), österreichischer Dichter und Lyriker, erwarb 1936 in Kirchstetten ein Haus, in dem sich heute das Weinhebermuseum befindet. Im Garten des Hauses befindet sich seine Grabstätte.
  • Wystan Hugh Auden (1907 in York (GB)-1973 in Wien), englischer, seit 1946 amerikanischer Schriftsteller und Lyriker, ab 1957 bis zu seinem Tod verbrachte Auden den Sommer in Kirchstetten, wo er auch begraben ist.
  • Roland Düringer (* 1963), österreichischer Kabarettist und Schauspieler, wohnte in Kirchstetten. Sein erstes Solo-Kabarettprogramm nannte er Hinterholzacht, 20 Jahre Abrechnung. Die Kinofassung Hinterholz 8 war 1998 der meistbesuchte einheimische Film in Österreich.
  • Bertha Ehnn, Opernsängerin, hatte ein Anwesen in Aschberg, wo sie am 2. März 1932 verstarb.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Brunner: Auden: „Hier wird die Stille zu Dingen“. Der britische Lyriker W. H. Auden und sein Haus in Kirchstetten. In: Wiener Zeitung extra - Lexikon. (Online-Version [abgerufen am 4. Juli 2010] Audens und sein Haus in Hinterholz, mit einem Schlenker zu Düringer).
  • Stella Mussulin: Auden in Kirchstetten, in: Katherine Bucknell, Nicholas Jenkins (Hrsg.): W. H. Auden. "In Solitude, For Company": W. H. Auden after 1940: unpublished prose and recent criticism. Oxford: Oxford University Press, 1995 ISBN 0-19-818294-5, S. 207–233

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirchstetten (Niederösterreich) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Gemeindeseite über das Audenhaus eingesehen, 6. Sept. 2016