Purple Rain Deluxe

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Purple Rain Deluxe
Studioalbum von Prince

Veröffent-
lichung(en)

23. Juni 2017

Aufnahme

14. Januar 1983 – 7. Dezember 1984

Label(s) NPG Records / Warner Bros. Records

Format(e)

Doppelalbum, 3-CD-Set + DVD

Genre(s)

Funk, Pop, Rock, R&B

Titel (Anzahl)

35
9 (Purple Rain)
11 (From the Vault)
15 (Single Edits & B-Sides)
21 (DVD)

Laufzeit

198:34
43:52 (Purple Rain)
76:35 (From the Vault)
78:07 (Single Edits & B-Sides)
116:24 (DVD)

Besetzung
  • Die Songs des Albums Purple Rain wurden von Prince and The Revolution produziert, arrangiert, komponiert und vorgetragen.[1] Folgende Personen ergänzten die Aufnahmen von Purple Rain Deluxe:[2]
  • Wendy Melvoin – Rhythmusgitarristin und Gesang in Computer Blue (Hallway Speech Version), Wonderful Ass, We Can Fuck
  • Lisa Coleman – Keyboard und Gesang in Computer Blue (Hallway Speech Version), Wonderful Ass, We Can Fuck
  • Prince and The Revolution – Our Destiny / Roadhouse Garden (Beiträge sind nicht genau definiert)
  • Sid Page, Marcy Dicterow Vaj – Violine in Our Destiny / Roadhouse Garden
  • Denyse Buffum, Laury Woods – Bratsche in Our Destiny / Roadhouse Garden
  • Suzie Katayama, David Coleman – Violoncello in Our Destiny / Roadhouse Garden
  • Tim Barr, Annette Atkinson – Kontrabass in Our Destiny / Roadhouse Garden
  • David Leonard, Susan Rogers, Peggy McCreary, David Rivkin – Toningenieur
  • Michael A. Welton – Mastering und Remastering (CD 1)
  • Bernie Grundman – Remastering (CD 2 & 3)
  • Michael Howe – Reissue Executive Producer

Produktion

Prince

Studio(s)

First Avenue (Minneapolis)
Flying Cloud Drive Warehouse (Eden Prairie)
Kiowa Trail Home Studio (Minneapolis)
Paisley Park Studio (Chanhassen)
Sunset Sound (Los Angeles)
Universal Recording Corporation (Chicago)

Chronologie
HITnRUN Phase Two
(2015)
Purple Rain Deluxe Piano & A Microphone 1983
(2018)

Purple Rain Deluxe ist das 40. Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince. Es erschien postum am 23. Juni 2017 als Doppelalbum bei dem Label Warner Bros. Records / NPG Records. Die insgesamt 20 Songs hatte Prince bereits in den Jahren 1983 und 1984 aufgenommen; 11 von ihnen wurden auf diesem Album erstmals veröffentlicht. Außerdem erschien Purple Rain Deluxe in der Expanded Edition als Dreifachalbum mit einer DVD.

Die Musik zählt zu den Genres Funk, Pop, Rock und R&B. Die Songtexte handeln von Liebe, Spiritualität, Sex und Wollust. Als Gastsängerinnen wirken unter anderem Apollonia Kotero, Lisa Coleman, Sheila E. und Wendy Melvoin mit, zudem ist Prince’ frühere Begleitband The Revolution auf dem Album vertreten. Musikkritiker bewerteten Purple Rain Deluxe zum Teil sehr positiv.

Prince’ kommerziell erfolgreichstes Album Purple Rain war im Juni 1984 erschienen; die Songs auf Purple Rain Deluxe wurden von ihm im Jahr 2015 digitally remastered.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. April 2017, ein Jahr nach Prince’ Tod, kündigten die Musiklabels Warner Bros. Records und NPG Records an, das Purple-Rain-Album im Juni 2017 in einer Deluxe-Edition herauszubringen.[3] Es ist das erste Studioalbum, das von Prince postum erschien; zuvor hatten die Labels im November 2016 mit 4Ever eine Greatest-Hits-Kompilation des Musikers veröffentlicht. Bei Warner hatte Prince von 1978 bis zum 31. Dezember 1999 und im Jahr 2014 unter Vertrag gestanden. NPG Records ist sein von ihm im Jahr 1994 gegründetes Musiklabel, das bis heute existiert. Im Jahr 2014 hatte Prince sämtliche Urheberrechte an den Songs zurückerhalten, die er zuvor in seiner Karriere für Warner aufgenommen hatte.[4]

Das ursprüngliche Purple-Rain-Album hatte Prince am 14. April 1984 fertiggestellt.[5] Laut den Liner Notes von Purple Rain Deluxe hat Prince im Jahr 2015 die neun Songs des ursprünglichen Albums in seinem Paisley Park Studio in Chanhassen (US-Bundesstaat Minnesota) in der Funktion als Supervisor digitally remastered.[2][3] Für das Mastering war Michael A. Welton (bürgerlich: Joshua Aaron Michael Welton, * 21. Oktober 1990)[6][7][8] zuständig, der Ehemann von 3rdEyeGirl-Schlagzeugerin Hannah Ford-Welton.

Aufnahmen 1983[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 14. Januar 1983 nahm Prince den Song Electric Intercourse in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) im Sunset Sound auf,[9] das er zuvor gemietet hatte. Wonderful Ass spielte er gemäß der Liner Notes von Purple Rain Deluxe im September 1984 ein. Doch Duane Tudahl und Per Nilsen, Autoren von mehreren Prince-Büchern und Beobachter seiner musikalischen Karriere, datieren die Aufnahme auf Anfang bis Mitte Januar 1983. Laut Tudahl und Nilsen nahm Prince das Stück in seinem damaligen privaten Tonstudio namens Kiowa Trail Home Studio in Chanhassen auf.[10][11]

Am 1. März spielte Prince den Song Katrina’s Paper Dolls in Chicago (US-Bundesstaat Illinois) in dem Tonstudio Universal Recording Corporation ein[2][12] und am 20. April nahm er Velvet Kitty Cat im Sunset Sound auf,[13] das er damals abermals gemietet hatte. Possessed nahm Prince am 15. Mai wieder in seinem privaten Tonstudio Kiowa Trail Home Studio auf.[14]

Am 3. August spielte Prince mit seiner Begleitband Prince and The Revolution ein Benefiz-Konzert in Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota) im Musikklub First Avenue. Dieses Konzert, bei dem er unter anderem den damals noch unveröffentlichten Song Computer Blue spielte, wurde von den Toningenieuren David Leonard und David Z. Rivkin mitgeschnitten. Am 8. August überarbeitete Prince das zuvor live aufgenommene Stück mit der Toningenieurin Susan Rogers in einer Lagerhalle namens The Warehouse in St. Louis Park in der Metropolregion Minneapolis-Saint Paul[15] und am 21. September stellte er schließlich mit der Toningenieurin Peggy McCreary im Sunset Sound die „Hallway Speech-“Version fertig,[16] die letztendlich eine Länge von 12 Minuten besitzt.

Das exakte Aufnahmedatum von 17 Days ist der Öffentlichkeit nicht bekannt, aber Prince spielte den Song im August 1983 im The Warehouse und im Kiowa Trail Home Studio ein.[17] Zum damaligen Zeitpunkt plante er, 17 Days auf dem zweiten Studioalbum von Vanity 6 zu platzieren.[10] Am 12. September fügte er dem Stück Electric Intercourse Overdubs hinzu und mischte es neu.[18] Das Stück Father’s Song nahm Prince am 24. Oktober wieder in seinem privaten Tonstudio Kiowa Trail Home Studio in Chanhassen auf,[19] laut Liner Notes von Purple Rain Deluxe aber erst einen Monat später im November.[2]

Vom 27. Dezember 1983 bis zum 25. April 1984 mietete Prince erneut das Sunset Sound in Los Angeles und nahm dort am 30. Dezember den Song We Can Fuck auf, der als Arbeitstitel entweder The Dawn oder Moral Majority hieß.[20]

Aufnahmen 1984[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. Januar 1984 überarbeitete Prince 17 Days und beschloss, diesen unter eigenem Namen zu veröffentlichen.[10] 17 Days dient als B-Seite der im Mai erschienene Singleauskopplung When Doves Cry und ist der erste Song, deren Credits Prince and The Revolution zugeschrieben worden sind.[21] Am 7. Februar überarbeitete Prince Father’s Song und spielte das Instrumentalstück God (Love Theme from Purple Rain) ein,[22] das nur auf der in Großbritannien im September erschienen Maxisingle von Purple Rain als B-Seite zu finden ist.[23] Am 18. Februar nahm Prince Another Loney Christmas auf,[24] das im November als B-Seite der Singleauskopplung I Would Die 4 U veröffentlicht wurde, und am 27. Februar spielte er das Stück Love and Sex ein.[25] Possessed überarbeitete Prince am 17. März;[26] diese Version, also aus dem Jahr 1984 datiert, ist auf Purple Rain Deluxe zu hören, obwohl der Song mit Possessed (1983 Version) betitelt ist.[27] Am 25. März nahm Prince, gemeinsam mit Sheila E., den Song Erotic City auf, der als Arbeitstitel Electric City von ihm genannt wurde.[28] Erotic City erschien im Juli als B-Seite der Single Let’s Go Crazy. Am 19. April überarbeitete Prince die beiden Songs Another Lonely Christmas und God (Love Theme from Purple Rain),[29] und am 25. April beendete er am Song Possessed die Arbeiten im Sunset Sound in Los Angeles.[30]

Anfang Mai nahm Prince die beiden Songs Our Destiny und Roadhouse Garden in Eden Prairie (US-Bundesstaat Minnesota) im Flying Cloud Drive Warehouse auf.[31] Am 7. Juni 1984, seinem 26. Geburtstag, gab Prince erneut ein Konzert in Minneapolis im Musikklub First Avenue, wo er unter anderem die beiden Stücke spielte. Ähnlich wie bei dem Livekonzert am 3. August 1983 ließ er Toningenieur David Z. Rivkin das Konzert mitschneiden.[32] Am 8. Juli mischte Prince die Maxi-Single von Erotic City im Sunset Sound ab, die am 29. August als B-Seite von der Maxi-Single von Let’s Go Crazy veröffentlicht wurde.[33] Am 17. August spielte Prince im Flying Cloud Drive Warehouse das Stück The Dance Electric ein,[34] laut Liner Notes von Purple Rain Deluxe aber bereits im Juli 1983. Ursprünglich gab er den Song an seinen früheren Schulfreund André Cymone weiter,[35] der es am 16. Juli 1985 als Single veröffentlichte. Am 19. August 1984 nahm Prince im Flying Cloud Drive Warehouse eine Version von God mit Gesang auf,[36] die als B-Seite der Singleauskopplung im September von Purple Rain dient. God und God (Love Theme from Purple Rain) überarbeitete er am 22. August.[37] Am 27. September überarbeitete Prince dann im Sunset Sound die beiden Songs Our Destiny und Roadhouse Garden und fügte Overdubs hinzu.[2][38] Insbesondere Wendy Melvoin und Lisa Coleman überarbeiteten Our Destiny, wobei Coleman den Hauptgesang übernahm.[39] Ferner nahm Prince mit Jill Jones als Hauptsängerin am 29. September eine Version von Our Destiny auf, die bis heute (Stand 2019) aber unveröffentlicht ist.[40]

Die Extended Version von I Would Die 4 U, die sich deutlich von der Albumversion unterscheidet, spielte Prince mit The Revolution und Sheila E. am 25. Oktober in Minneapolis in der Arena Minneapolis Auditorium live ein,[41] überarbeitete diese am 7. Dezember[42] und wurde dann am 19. Dezember 1984 offiziell in den USA veröffentlicht.[43]

DVD: Prince and the Revolution: Live[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die “Expanded Edition” (deutsch: „erweiterte Ausgabe“) von Purple Rain Deluxe enthält zusätzlich eine DVD mit dem Titel Prince and the Revolution, Live at the Carrier Dome, Syracuse, NY, March 30, 1985. Die DVD ist 116 Minuten lang und umfasst 21 Titel, wobei aber Track 6 [Interlude] und Track 21 credits auf dem Albumcover nicht aufgelistet sind. Im Rahmen seiner damaligen Purple-Rain-Tour, die nur durch die USA und Kanada führte, spielten Prince and The Revolution ein Konzert am 30. März 1985 in Syracuse (New York) im Carrier Dome. Es war das 93. von insgesamt 98 Purple-Rain-Konzerten und wurde von dem deutschen TV-Sender WDR im Rahmen der Sendung Rockpalast Nacht europaweit live im Fernsehen übertragen.[44][45] Das Konzert verfolgten in Europa 12 bis 15 Millionen Zuschauer.[46]

Am 29. Juli 1985 wurde dieses Konzert unter dem Titel Prince and the Revolution: Live auf VHS und Laserdisc veröffentlicht. Am 9. August 1988 wurde die VHS-Ausgabe in den USA für 100.000 verkaufte Exemplare mit Platin-Status ausgezeichnet.[47] Auf DVD ist das Konzert erst seit dem Album Purple Rain Deluxe erhältlich; auf Blu-ray Disc ist es bislang nicht erschienen.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musik von Purple Rain Deluxe ist eine stilistische Kombination aus den Musikgenres Pop, Rock, R&B, Funk und Soul. Zudem setzt Prince auf dem Album Synthesizer und das Linn LM-1 als Drumcomputer ein, womit er in Musikgenres wie Elektronische Tanzmusik und Electro Funk vordringt. Außerdem sind auf dem Album Balladen und zwei Instrumentalstücke zu hören. Neben seinem charakteristischen Falsettgesang benutzt Prince auf dem Album auch tiefere Stimmlagen. Zudem singt er in dem Song Erotic City (1984) erstmals in einem von ihm kreierten Stimmeffekt, den er ab 1987 „Camille“ nannte; dabei läuft das Tonband während der Gesangsaufnahme langsamer als normal. Beim Abspielen des Tonbands im Normaltempo entsteht ein Pitch-Shifting-Effekt, durch den Prince’ Stimme beschleunigt wird und etwas höher wirkt.[48][49]

In den Liedtexten widmet sich Prince den Themen Liebe, Spiritualität, Sex und Wollust. Als Gastsängerinnen sind unter anderem Lisa Coleman, Sheila E. und Wendy Melvoin sowie Prince’ frühere Begleitband The Revolution zu hören.

The Dance Electric ist aus den Genres Elektronische Tanzmusik und Electro Funk. Der zuweilen spirituelle Liedtext wirkt phasenweise mantra-ähnlich angehaucht und die Melodie wird von monotoner Musik verstärkt. Der Liedtext besitzt ein apokalyptisches Thema; Prince schildert Ängste vor dem Weltuntergang, was der „Master“ aber nicht gewollt habe. Im Refrain fordert Prince, „wir müssen den Dance Electric tanzen. Hör’ auf den Rhythmus deiner Seele“. Es sei besser, sich gegenseitig zu lieben, da es „fast Zeit zum Gehen“ sei. Zudem soll den Feinden verziehen werden und Hass beiseite gelegt werden, damit die Menschen für etwas Neues offen sein können.[50]

Der Up-tempo-Song Love and Sex besitzt einen stampfenden Beat des Linn-LM-1-Drumcomputers sowie schwungvoll klingende Synthesizer, erzeugt von einem Yamaha DX7. Die Melodie und der Groove spielen eine untergeordnete Rolle. Das Stück beginnt mit einem Schrei von Prince, der an den Song Endorphinmachine seines Albums The Gold Experience (1995) erinnert, und mit dem Refrain „sha-la-la-la, sha-la-la-la-boom“ fortfährt. Der Liedtext handelt von Freude und Schmerz innerhalb einer Sex-Beziehung; beispielsweise sagt Prince zu seiner Freundin: „Komm’, Baby, verletz’ mich, wenn du in der Stimmung bist“. Prince trägt den Song auf ungewöhnliche, fast schreiende Art und Weise vor. Toningenieurin Peggy McCreary meinte, man könne Prince’ „Übermut“ in dem Song hören.[51]

Computer Blue (Hallway Speech Version) ist die Originalversion des Songs und enthält, verglichen mit der 1984 auf Purple Rain veröffentlichten Version, längere Instrumental- und Gitarrenparts sowie zusätzlichen Liedtext. Prince beschreibt ein Haus voller Flure („Hallway“), die für unterschiedliche Gefühle stehen, wie beispielsweise „Lust“, „Unsicherheit“, „Furcht“ und „Hass“. Zudem singt Wendy Melvoin im Songtext, der Computer solle aufhören, Frauen als Schmetterlinge zu betrachten und diese ebenfalls als Computer anerkennen.[52]

Der Hinweis „Studio Version“ im Songtitel Electric Intercourse (Studio Version) ist deswegen angegeben, weil der Song zuvor nur als Live-Version zu hören war.[3] Die Ballade, die von Prince am Hybrid-Piano dominiert wird, stammt aus den Genres Soul und Popmusik. Im Liedtext trifft er eine Frau und gesteht ihr seine Liebe, obwohl er ihren Namen nicht kennt. Trotzdem fordert er „Komm’, nutz’ es aus und zieh’ mich aus“ und singt von „sexuell außergewöhnlicher Elektrizität“, die zwischen den beiden herrscht. Ursprünglich platzierte Prince den Song auf dem Original-Album Purple Rain (1984), ersetzte diesen aber durch The Beautiful Ones.[51]

Die beiden Songs Our Destiny und Roadhouse Garden nahm Prince ursprünglich als separate Stücke auf, aber auf der veröffentlichten Version von Purple Rain Deluxe verschmelzen beide ineinander; nach 2:52 Minuten geht Our Destiny direkt in Roadhouse Garden über. Our Destiny ist ein Up-tempo-Song mit einem stampfenden Beat und dynamischem Gitarrenspiel von Prince. Als Leitmotiv dient eindringliches Synthesizerspiel. Den Hauptgesang bei Our Destiny übernahm Lisa Coleman, was in den Liner Notes von Purple Rain Deluxe aber nicht erwähnt ist. Das von Prince selbst gesungene Roadhouse Garden ist aus dem Genre Rockmusik und basiert lediglich auf einem Akkord, der aus einer immer wiederkehrenden Gitarren-Phrase besteht.[53] Im Jahr 1999 kündigte Prince in einem Interview an, ein Album mit Namen Roadhouse Garden zu veröffentlichen, was er aber letztendlich nicht tat.[54]

Possessed (1983 Version) ist eine Hommage von Prince an James Brown, was in den Credits der VHS und DVD von Prince and the Revolution: Live zu lesen ist. Der Song ist aus den Genres Elektronische Tanzmusik und Electro Funk und besitzt ein Synthesizer-Leitmotiv, das immer wiederkehrt. Prince’ Gesang erinnert phasenweise an den von James Brown und der Liedtext handelt, für Prince in den 1980er Jahren typisch, von einem Mädchen; er ist von ihr besessen („possessed“) und kann ihr nicht widerstehen. „Warum kann ich diese satanische Lust nicht aufhalten? Ich will dich nicht halten, aber mein Körper sagt, ich muss“, singt Prince beispielsweise.[55]

Wonderful Ass ist ein Song aus dem Bereich Funk und Pop mit markanten Synthesizern als Leitmotiv. Der Linn-LM-1-Drumcomputer dominiert das Arrangement, das eine Funk-artige Rhythmusgitarre besitzt.[56] Im Jahr 1983 hatte Prince eine Affäre mit Vanity, die ihn zum Liedtext inspirierte;[57] er beschreibt eine junge Frau, die auf seine Freundinnen eifersüchtig ist, weil sie der Meinung ist, er gehe mit ihnen ins Bett. Prince kann die Frau nur deshalb ertragen, weil er von ihrem Po fasziniert ist.[58] Den Begleitgesang übernahmen Wendy Melvoin und Lisa Coleman.

Den Song Velvet Kitty Cat plante Prince ursprünglich auf dem Album Ice Cream Castle (1984) seines damaligen Nebenprojekts, der Band The Time, zu platzieren. Warum er dieses letztendlich nicht tat, ist der Öffentlichkeit nicht bekannt. Sue Ann Carwell, Begleitgesang-Sängerin von Prince in den Jahren 1976 bis 1981, erinnerte sich, Prince habe einen Song mit dem Titel Mink Kitty Cat aufgenommen, der ebenfalls für Vanity vorgesehen gewesen sei.[59] Prince äußerte sich nie darüber, ob die Songs identisch sind.

Katrina’s Paper Dolls ist ein für Prince typischer Song, der auf Linn-LM-1-Drumcomputer und Synthesizer basiert. Vanity inspirierte ihn erneut zu einem Liedtext;[60] „Katrina“ war der zweite Vorname ihres bürgerlichen Namens Denise Katrina Matthews.

Die Originalversion von We Can Fuck, die auf Purple Rain Deluxe zensiert als We Can F**k betitelt ist, stammt aus dem Genre Funk. Der Song besitzt monotones Schlagzeugspiel, gepaart mit markanten Synthesizern. Wie nur schon durch den Songtitel klar wird, handelt der Liedtext von Geschlechtsverkehr, den Prince mit einer nicht namentlich erwähnten Frau vollziehen möchte. In dem zuweilen sehr anzüglichen Liedtext will er fünf bis sechs Mal in einer Nacht mit ihr Sex haben. Eine in Bezug auf den Songtext weniger anzüglichere Version mit Namen We Can Funk veröffentlichte Prince, gesungen im Duett mit George Clinton, 1990 auf seinem Album Graffiti Bridge.[61]

Die Ballade Father’s Song ist ein ruhiges Instrumentalstück, das Prince am Klavier spielt. Die traurig klingende Melodie ist zum Teil dem Song Computer Blue entliehen.[62] Koautor ist Prince’ Vater John L. Nelson (* 1916; † 2001); gemäß Keyboarder Doctor Fink habe Nelson die Melodie der Bridge geschrieben und diese Prince vorgelegt.[63] Ferner spielt Prince Father’s Song in dem Film Purple Rain für ungefähr eineinhalb Minuten am Klavier.

17 Days ist aus dem Bereich Popmusik und Funk. Die Melodie singt Prince über zwei sich abwechselnden Gitarren-Akkorden, basierend auf einem Linn-LM-1-Drumcomputer mit einem sich wiederholenden E-Bass als monotone Figur. Als Hookline dienen Synthesizer. Im Liedtext zeigt sich Prince darüber enttäuscht, dass ihn seine Freundin vor 17 Tagen verlassen hat. Er ruft sie an, doch sie antwortet nicht, was ihn vermuten lässt, sie ist mit einem anderen Mann zusammen. Prince fordert Regen, als ob dieser seine Probleme wegwaschen könne.[62] Im September 2018 wurde auf dem Album Piano & A Microphone 1983 eine Akustikversion von 17 Days veröffentlicht, die Prince im Oktober 1983 aufgenommen hatte und nur auf dem Klavier spielt. Diese Version unterscheidet sich aber gravierend von der auf Purple Rain Deluxe.

Im Song Erotic City spielte Prince alle Instrumente selbst ein. Das Stück ist erneut aus den Genres Elektronische Tanzmusik und Electro Funk und der Groove des Linn-LM-1-Drumcomputers basiert auf einer Three-Note-Bass-Figur. Dazu spielt Prince Rhythmusgitarre und lebhaft wirkende Synthesizer. Im Refrain, den Prince mit Sheila E. vorträgt, heißt es unter anderem: „We can fuck until the dawn“ (dt.: „Wir können bis zur Morgendämmerung ficken“), was die Sängerin aber 2017 scherzhaft dementierte; sie selbst singe „We can funk until the dawn“, Prince hingegen „fuck“.[64][65] In einem früheren Interview sagte Prince, George Clinton habe ihn zu Erotic City inspiriert.[62]

God ist eine sanfte und besinnliche Ballade, die mit dem Klang von heulendem Wind beginnt. Gedämpfte Instrumentierung setzt ein, zu der Prince mit seiner Stimme verschiedene Geräusche macht. In der ersten Textzeile erwähnt er, „am Anfang gab es Gott“, der Himmel und Erde schuf. Ferner singt Prince, wir müssen den „Dance Electric“ tanzen, da es nicht mehr viel Zeit gibt. Er verwendet zumeist die Melodie des Instrumentalstücks God (Love Theme from Purple Rain), legt den Schwerpunkt aber auf den Refrain „Gott hat dich erschaffen, Gott hat auch mich erschaffen, er hat uns alle erschaffen“. Der Song erinnert zuweilen an ein Wiegenlied. Als musikalischer Rahmen dient Prince’ Klavierspiel in Kombination mit Synthesizern. Seine Stimme wirkt phasenweise sehr sensibel. Im Liedtext gibt Prince einen persönlichen Glauben an Gott aber nicht preis; es ist eine eher poetische Bestätigung seines Glaubens.[66]

Ähnlich wie Father’s Song ist die Ballade God (Love Theme from Purple Rain) ein Instrumentalstück, wobei diesmal aber Prince’ Gitarrenspiel dominiert, das phasenweise an jenes von Carlos Santana erinnert. Die Musik beginnt ruhig, wobei Synthesizer eine traurig klingende Melodie als Thema aufgreifen. Das Thema wird von Prince’ Gitarrespiel übernommen und baut die Melodie weiter aus. Kurz vor Ende des Songs kommt es zu einem musikalischen Showdown, bevor Prince zum Eröffnungsthema zurückkehrt.[62] Das Stück ist im Film Purple Rain zu hören. God (Love Theme from Purple Rain) unterscheidet sich zuweilen deutlich von God.

Der Song Another Lonely Christmas ist dem Genre Rockmusik zuzuordnen. Das Arrangement wirkt zuweilen etwas überladen und das Schlagzeugspiel hat Prince im Mono-Aufnahme-Stil aufgenommen. Das langsame Tempo sowie der Halleffekt in Prince’ Stimme verleihen dem Song den Eindruck einer nostalgischen Stimmung.[67] Für einen Prince-Song ungewöhnlich beginnt das Stück mit dem Refrain. Im Liedtext erzählt er von einer Freundin, die am 25. Dezember 1977 gestorben sei. Todesursache sei entweder eine Lungenentzündung oder eine Streptokokkenangina gewesen. Prince schwelgt in Erinnerungen und singt, wie die beiden im Swimmingpool ihres Vaters nackt badeten. Außerdem spielten beide um Geld Pokeno, ein ähnliches Kartenspiel wie Bingo. Ob Prince eine wahre oder eine imaginäre Geschichte schildert, ist der Öffentlichkeit nicht bekannt.

Titelliste und Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Purple Rain Deluxe erschien am 23. Juni 2017 und damit fast genau 33 Jahre nach dem Original-Album vom 25. Juni 1984. Es ist in vier verschiedenen Ausgaben käuflich zu erwerben: als Doppel-CD, als 3-CD-Set inklusive einer DVD im Digipak, als einzelne Vinyl-LP und als einzelne limitierte Picture Disc. Die Vinyl-LPs enthalten nur die neun Songs des Original-Albums.

Die erste CD trägt den Namen Original Album (2015 Paisley Park Remaster) und enthält die neun Songs des Original-Albums, die im Jahr 2015 von Prince digitally remastered wurden. Auf der zweiten CD From the Vault & Previously Unreleased sind elf zuvor unveröffentlichte Songs aus den Jahren 1983 bis 1984 zu hören. Die dritte CD heißt Single Edits & B-Sides und umfasst fünfzehn Songs, von denen die vier Stücke Another Lonely Christmas (Extended Version), Baby I’m a Star (edit), God (Love Theme from Purple Rain) und Purple Rain (edit) erstmals auf einer CD eines Prince-Albums veröffentlicht wurden. Die übrigen elf Songs von Single Edits & B-Sides sind bereits auf Kompilationen wie The Hits/The B-Sides (1993), The Very Best of Prince (2001), Ultimate (2006) und 4Ever (2016) zu finden.

Die Songs Erotic City (Make Love Not War Erotic City Come Alive) und I Would Die 4 U (Extended Version) erschienen 1989 in Deutschland als Maxi-Single auf CD.[68] Das Livekonzert auf der DVD stammt vom 30. März 1985 und wurde bereits im Juli 1985 unter dem Titel Prince and the Revolution: Live auf VHS herausgebracht.

Titel Purple Rain Deluxe Dauer Original-Tonträger
Let’s Go Crazy A Original Album (2015 Paisley Park Remaster) # 1 4:39 1984: Purple Rain
Take Me with U (Duett mit Apollonia Kotero) Original Album (2015 Paisley Park Remaster) # 2 3:53 1984: Purple Rain
The Beautiful Ones Original Album (2015 Paisley Park Remaster) # 3 5:14 1984: Purple Rain
Computer Blue B Original Album (2015 Paisley Park Remaster) # 4 3:59 1984: Purple Rain
Darling Nikki Original Album (2015 Paisley Park Remaster) # 5 4:13 1984: Purple Rain
When Doves Cry Original Album (2015 Paisley Park Remaster) # 6 5:51 1984: Purple Rain
I Would Die 4 U A Original Album (2015 Paisley Park Remaster) # 7 2:49 1984: Purple Rain
Baby, I’m a Star A Original Album (2015 Paisley Park Remaster) # 8 4:23 1984: Purple Rain
Purple Rain A Original Album (2015 Paisley Park Remaster) # 9 8:40 1984: Purple Rain
The Dance Electric From the Vault & Previously Unreleased # 1 11:29 2017: Purple Rain Deluxe
Love and Sex From the Vault & Previously Unreleased # 2 5:00 2017: Purple Rain Deluxe
Computer Blue (Hallway Speech Version) B From the Vault & Previously Unreleased # 3 12:18 2017: Purple Rain Deluxe
Electric Intercourse (Studio Version) From the Vault & Previously Unreleased # 4 4:57 2017: Purple Rain Deluxe
Our Destiny / Roadhouse Garden From the Vault & Previously Unreleased # 5 6:25 2017: Purple Rain Deluxe
Possessed (1983 Version) From the Vault & Previously Unreleased # 6 7:56 2017: Purple Rain Deluxe
Wonderful Ass From the Vault & Previously Unreleased # 7 6:24 2017: Purple Rain Deluxe
Velvet Kitty Cat From the Vault & Previously Unreleased # 8 2:42 2017: Purple Rain Deluxe
Katrina’s Paper Dolls From the Vault & Previously Unreleased # 9 3:30 2017: Purple Rain Deluxe
We Can F**k From the Vault & Previously Unreleased #10 10:17 2017: Purple Rain Deluxe
Father’s Song C From the Vault & Previously Unreleased #11 5:30 2017: Purple Rain Deluxe
When Doves Cry (7" Single Edit) Single Edits & B-Sides # 1 3:48 1984: Vinyl-Single
17 Days (B-Side Edit) A Single Edits & B-Sides # 2 3:55 1984: B-Seite von When Doves Cry
Let’s Go Crazy (7" Single Edit) A Single Edits & B-Sides # 3 3:49 1984: Vinyl-Single
Let’s Go Crazy (Special Dance Mix) A Single Edits & B-Sides # 4 7:35 1984: Vinyl-Maxisingle
Erotic City (7" B-Side Edit) A Single Edits & B-Sides # 5 3:55 1984: B-Seite von Let’s Go Crazy
Erotic City (Make Love Not War Erotic City Come Alive) A Single Edits & B-Sides # 6 7:23 1984: B-Seite von Let’s Go Crazy Maxisingle
Purple Rain (7" Single Edit) A Single Edits & B-Sides # 7 4:05 1984: Vinyl-Single
God (7" B-Side Edit) A Single Edits & B-Sides # 8 4:02 1984: B-Seite von Purple Rain
God (Love Theme from Purple Rain) A Single Edits & B-Sides # 9 7:58 1984: B-Seite von Purple Rain UK-Maxisingle
Another Lonely Christmas (7" B-Side Edit) A Single Edits & B-Sides #10 4:52 1984: B-Seite von I Would Die 4 U
Another Lonely Christmas (Extended Version) A Single Edits & B-Sides #11 6:47 1984: B-Seite von I Would Die 4 U Maxisingle
I Would Die 4 U (7" Single Edit) A Single Edits & B-Sides #12 2:56 1984: Vinyl-Single
I Would Die 4 U (Extended Version) A Single Edits & B-Sides #13 10:18 1984: Vinyl-Maxisingle
Baby, I’m a Star (7" B-Side Edit) A Single Edits & B-Sides #14 2:49 1985: B-Seite von Take Me with U
Take Me with U (7" Single Edit) Single Edits & B-Sides #15 3:42 1985: Vinyl-Single
Let’s Go Crazy A Prince and the Revolution: Live (DVD) # 1 6:20 1984: Purple Rain
Delirious Prince and the Revolution: Live (DVD) # 2 2:52 1982: 1999
1999 Prince and the Revolution: Live (DVD) # 3 5:50 1982: 1999
Little Red Corvette Prince and the Revolution: Live (DVD) # 4 3:39 1982: 1999
Take Me with U A Prince and the Revolution: Live (DVD) # 5 4:57 1984: Purple Rain
[Interlude] A Prince and the Revolution: Live (DVD) # 6 6:46 1985: Prince and the Revolution: Live (VHS)
Do Me, Baby Prince and the Revolution: Live (DVD) # 7 2:00 1981: Controversy
Irresistible Bitch Prince and the Revolution: Live (DVD) # 8 1:53 1983: B-Seite von Let’s Pretend We’re Married
Possessed Prince and the Revolution: Live (DVD) # 9 4:25 1985: Prince and the Revolution: Live (VHS)
How Come U Don’t Call Me Anymore? Prince and the Revolution: Live (DVD) #10 5:10 1982: B-Seite von 1999
Let’s Pretend We’re Married Prince and the Revolution: Live (DVD) #11 4:19 1982: 1999
International Lover Prince and the Revolution: Live (DVD) #12 1:50 1982: 1999
God Prince and the Revolution: Live (DVD) #13 7:43 1984: B-Seite von Purple Rain
Computer Blue B Prince and the Revolution: Live (DVD) #14 4:26 1984: Purple Rain
Darling Nikki Prince and the Revolution: Live (DVD) #15 5:06 1984: Purple Rain
The Beautiful Ones Prince and the Revolution: Live (DVD) #16 5:13 1984: Purple Rain
When Doves Cry Prince and the Revolution: Live (DVD) #17 9:29 1984: Purple Rain
I Would Die 4 U A Prince and the Revolution: Live (DVD) #18 3:26 1984: Purple Rain
Baby, I’m a Star A Prince and the Revolution: Live (DVD) #19 10:57 1984: Purple Rain
Purple Rain A Prince and the Revolution: Live (DVD) #20 16:29 1984: Purple Rain
credits A Prince and the Revolution: Live (DVD) #21 3:28 1985: Prince and the Revolution: Live (VHS)
Gesamt: 56
Anmerkungen: Autor aller Songs ist Prince,[69] sofern nicht anders angegeben
A Autoren: Prince and The Revolution
B Autoren: Prince, John L. Nelson, Lisa Coleman, Wendy Melvoin
C Autoren: Prince, John L. Nelson

Singles, Musikvideos und Coverversionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Purple Rain Deluxe wurden keine Singles ausgekoppelt, aber drei Songs konnten bereits vor der Veröffentlichung des Albums bei verschiedenen Musikstreaming-Anbietern heruntergeladen werden; Electric Intercourse am 28. April,[70] Our Destiny / Roadhouse Garden am 12. Mai[71] und Father’s Song am 16. Juni 2017.[72] Zudem wurden in den Jahren 1984 bis 1985 folgende fünf Singles veröffentlicht; When Doves Cry, Let’s Go Crazy, Purple Rain, I Would Die 4 U und Take Me with U. Zu genannten Singleauskopplungen sowie zu Baby, I’m a Star existieren auch Musikvideos, im Jahr 2017 wurden keine Musikvideos produziert.

Von allen Stücken des Original-Albums aus dem Jahr 1984, inklusive der B-Seiten 17 Days und Erotic City, wurde mindestens eine Coverversion produziert, die Musiker auf einem ihrer jeweiligen Studioalben veröffentlichten. Von den zuvor unveröffentlichten Prince-Songs auf Purple Rain Deluxe ist eine Coverversion von We Can F**k bekannt, die Prince-Protegé Andy Allo im Jahr 2011 unter dem Titel Oui Can Luv in einer Akustikversion aufnahm; auf die im Liedtext anzüglichen Passagen hat sie jedoch verzichtet. 2012 coverte die Band Nero den Song Electric Intercourse.[73] Beide Songs wurden also zu einem Zeitpunkt neu interpretiert, wo die Songs noch gar nicht offiziell veröffentlicht waren.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Presse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Purple Rain Deluxe wurde von Musikkritikern ähnlich gelobt wie das Original-Album im Jahr 1984. Vor allem die erste CD Original Album (2015 Paisley Park Remaster) bekam hervorragende Kritiken. Die zweite CD From the Vault & Previously Unreleased wurde überwiegend positiv bewertet und die dritte CD Single Edits & B-Sides wurde meist etwas schwächer beurteilt. Die Live-DVD wurde allgemein als „legendäres Konzert“ bezeichnet.

Will Hermes von dem US-Musikmagazin Rolling Stone gab dem Album die maximale Anzahl von fünf Sternen; seiner Meinung nach werde man Prince „noch mehr vermissen“, nachdem man das Album gehört habe. The Dance Electric sei ein „11-minütiger Party-Jam“ und das Orchester in Our Destiny sei „fabelhaft“. Der „Charme“ des Songs Velvet Kitty Cat liege in seiner Kürze (2:42) und „Schlichtheit“. We Can F**k sei „unverschämt gut“ und so „jugendgefährdend“ wie kein anderer Song von Prince auf seinen bisher veröffentlichten Tonträgern. 17 Days beschreibt Hermes als „Zwei-Zigaretten-und-gebrochen-Herz-Hymne“ – Prince singt im Liedtext unter anderem: „All I’ve got is two cigarettes and this broken heart of mine“.[74]

Joe Lynch vom US-Fach- und Branchenblatt Billboard kürte Purple Rain Deluxe zum „Album der Woche“. 1984 hätten sich Prince and The Revolution auf dem „kreativen Höhepunkt“ ihrer Karriere befunden. Die CD Original Album (2015 Paisley Park Remaster) „klingt wunderschön“ und die auf From the Vault & Previously Unreleased „herausragenden Songs“ seien Computer Blue (Hallway Speech Version) und Possessed. Der beste Song auf der CD Single Edits & B-Sides ist nach Lynch’ Meinung Let’s Go Crazy (Special Dance Mix).[75]

Brad Nelson von der Musik-Website Pitchfork Media zeigte sich vom Album begeistert und gab die Höchstpunktzahl zehn. Die Songs von From the Vault & Previously Unreleased klingen nach „vollständig ausgearbeiteten Prince-Songs – belebt, dynamisch und flüssig“. Er lobte vor allem die Tracks Love and Sex, Electric Intercourse, Possessed und We Can F**k.[76]

Cameron Adams von der australischen Website News.com.au gab mit fünf Sternen ebenfalls die Bestnote. Das Original-Album bezeichnete sie als den „wohl besten Soundtrack aller Zeiten“ und die Songs auf From the Vault & Previously Unreleased seien mit „echtem lila Gold“ ausgestattet, wobei einige Leute diese von Bootlegs aber bereits kennen würden. „Genie bei der Arbeit“ schrieb Adams als Fazit über Prince.[77]

Lukas Luger von der überregionalen Tageszeitung Oberösterreichische Nachrichten verteilte die Höchstanzahl von sechs Sternen. Die CD From the Vault & Previously Unreleased sei ein „echtes Juwel“ und Prince’ Begleitband The Revolution sei „famos“. Den Song The Dance Electric beschrieb er als „Dancefloor-Hymne“ und Our Destiny / Roadhouse Garden würden „geschmeidig ineinander übergehen“. Electric Intercourse sei eine „fantastische Beischlaf-Ballade“ und die Stücke Wonderful Ass, Velvet Kitty Cat und We Can F**k seien damals nicht aufgrund der Qualität „im letzten vom Album geflogen“, sondern wegen der sexuellen Anzüglichkeiten im Liedtext. Als Fazit meinte Luger, Purple Rain Deluxe sei „ein Muss“ für „jeden echten Musikfan“.[78]

Ben Greenman von dem US-Magazin The New Yorker zeigte sich mit Lob zurückhaltender. Wer sich für Prince interessiere, besitze das Original-Album vermutlich in bereits „verschiedenen Editionen“. Die CD From the Vault & Previously Unreleased erhielt von Greenman schwächere Kritiken als die zuvor beschriebene Rezessionen. Seiner Meinung nach sei Electric Intercourse „ein langweiliges Sex-Stück“. Auch weitere Songs der zweiten CD würden den Ansprüchen nicht genügen. Die Melodie und der Gesang in Katrina’s Paper Dolls sei zwar gelungen, aber der Song würde „von einem unglücklichen Couplet im Refrain gelähmt“. Das „schwungvolle“ Velvet Kitty Cat erinnere an die zuvor veröffentlichten Prince-Songs Gotta Stop (Messin’ About) (1981) und Horny Toad (1983). Lobend hob Greenman das „launisches Instrumentalstück“ Father’s Song hervor, und die Songs Love and Sex, Possessed und Wonderful Ass bezeichnete er als „dynamisch Funk-Jams“. Die drei besten Songs seien aber die mit der längsten Spieldauer; The Dance Electric, Possessed und We Can F**k. Insbesondere We Can F**k sei einer der „faszinierenden Ergänzungen der Purple-Rain-Ära“. Die Songs der dritten CD Single Edits & B-Sides würden nach Meinung von Greenman die meistens Prince-Fans bereits auf Tonträger besitzen, dennoch sei es „schön, alle auf einer CD zu haben“. Eine Gesamtnote für Purple Rain Deluxe verteilte Greenman nicht.[79]

Sassan Niasseri von der deutschen Ausgabe des Musikmagazins Rolling Stone gab vier von fünf möglichen Sternen. Er meinte, „für Einsteiger“ sei „das Set eine Freude, für über Jahrzehnte angetriggerte Fans ist sie eine kleine Enttäuschung“, weil die Song-Auswahl als „nicht ökonomisch erscheint“. Die Songs von From the Vault & Previously Unreleased bezeichnete er als „elf große Outtakes“, aber die Tracks der CD Single Edits & B-Sides hinterlassen „Ratlosigkeit“; „Edits“ bedeute bei Prince-Songs „Fadeouts nach der Songmitte“, was man auch „selbst erzeugen“ könne. Von daher sei „bei den Extras noch Luft nach oben“, zog Niasseri als Fazit.[80]

Helmut Brasse vom WDR lobte das Album und wählte Purple Rain Deluxe zum „Replay des Monats Juli“. Man dürfe aber von der CD Original Album (2015 Paisley Park Remaster) „keine klanglichen Wunder erwarten“, weil Prince „nie ein Soundfanatiker“ gewesen sei und das Mastering noch selbst überwacht habe. Die zweite CD sei „das Highlight“ des Albums und die Songs seien „vom Sound der frühen 1980er Jahre, als Drumcomputer und Keyboards die Popmusik prägten“ beeinflusst. Die dritte CD sei „speziell für Sammler interessant“, aber die „neue DVD-Überspielung“ des Live-Konzerts könne die „schlechte Bildqualität von damals“ auch nicht retten. Dafür sei das Konzert „musikalisch ein Highlight und aus heutiger Sicht ein Zeitdokument“. Das 34-seitige Booklet liefere Anekdoten von Prince’ Weggefährten und Mitmusikern, was Brasse als „weiteres Plus“ des Albums bezeichnete. Der „einzige Schwachpunkt“ sei die Verpackung; die „vier Scheiben“ würden von der aufklappbaren Papphülle nicht sehr geschützt werden.[81]

Michael Köhler von der deutschen Ausgabe des Musikmagazins Classic Rock gab zwar sieben von zehn möglichen Punkten, begründete diese aber nicht. Er lieferte lediglich Fakten wie beispielsweise, das Original-Album habe sich weltweit 22 Millionen mal verkauft, der Song Electric Intercourse sei als „Studiofassung“ zu hören, Father’s Song sei fünf Minuten und We Can F**k zehn Minuten lang und Katrina’ Paper Dolls sei erstmals als „Finished Master“ zu hören. Zudem „tummeln sich“ 15 Songs auf der CD Single Edits & B-Sides und der Konzertmitschnitt vom 30. März 1985 sei auf DVD „aufgefrischt“ worden.[82]

Philipp Holstein von RP Online bezeichnete Purple Rain Deluxe als „lohnenswert“ und schrieb als Fazit: „Vorbildliche Neuausgabe. Ein kleiner Schatz“.[83]

Charts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Purple Rain Deluxe im Jahr 2017

Charts Höchstplatzierung Wochen
DeutschlandDeutschland Deutschland (GfK)[84] 18 4
OsterreichÖsterreich Österreich (Ö3)[85] 9 2
SchweizSchweiz Schweiz (IFPI)[86] 12 4
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich (OCC)[87] 7 3
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten (Billboard)[88] 4 6

Purple Rain im Jahr 1984

Charts Höchstplatzierung Wochen
DeutschlandDeutschland Deutschland (GfK)[89] 5 50
OsterreichÖsterreich Österreich (Ö3)[90] 8 26
SchweizSchweiz Schweiz (IFPI)[91] 7 35
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich (OCC)[92] 4 104
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten (Billboard)[93] 1 (24) 120

Im Gegensatz zum Original-Album aus dem Jahr 1984 konnte Purple Rain Deluxe international keine Gold- und Platinstatus-Auszeichnungen erreichen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jason Draper: Prince – Life & Times (Revised & Updated Edition). Chartwell Books, New York 2016, ISBN 978-0-7858-3497-7.
  • Per Nilsen: DanceMusicSexRomance – Prince: The First Decade. Firefly Publishing, London 1999, ISBN 0-946719-23-3, OCLC 40610683.
  • Matt Thorne: Prince – Die Biografie. Edel Germany GmbH, Hamburg 2017, ISBN 978-3-8419-0523-9
  • Duane Tudahl: Prince and the Purple Rain Era Studio Sessions 1983 and 1984 (Expanded Edition). Rowman & Littlefield, London 2018, ISBN 978-1538114629, OCLC 1020588348.
  • Uptown: The Vault – The Definitive Guide to the Musical World of Prince. Nilsen Publishing, Linköping 2004, ISBN 91-631-5482-X, OCLC 186521364.
  • Steve Wide und Alice Oehr: Prince A to Z: The Life of an Icon from Alphabet Street to Jay Z. Smith Street Books, Melbourne – Australia 2017, ISBN 978-1-925418-38-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Princevault, Informationen zum Album Purple Rain Deluxe

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Begleitheft der CD Purple Rain von Prince and the Revolution, Warner Bros. Records, 1984
  2. a b c d e Begleitheft vom Digipak Purple Rain Deluxe von Prince, Warner Bros. Records / NPG Records, 2017
  3. a b c So hat man Purple Rain noch nie gehört: Das Meisterwerk erscheint als erweiterte Edition. In: Warnermusic.de. 28. April 2017, abgerufen am 23. Juni 2017.
  4. Draper (2016), S. 198–199.
  5. Uptown (2004), S. 48.
  6. Joshua Aaron Michael Welton: Joshua Aaron Michael Weltonn. In: Facebook.com. 2017, abgerufen am 23. Juni 2017 (englisch).
  7. Joshua A. M. Welton: Joshua A. M. Welton. In: Twitter.com. 12. Februar 2017, abgerufen am 23. Juni 2017 (englisch).
  8. Miles Marshall Lewis: Is Producing Prince Impossible? Ask Joshua Welton [Interview]. In: Ebony.com. 28. August 2015, abgerufen am 23. Juni 2017 (englisch).
  9. Tudahl (2018), S. 17.
  10. a b c Nilsen (1999), S. 263.
  11. Tudahl (2018), S. 18.
  12. Tudahl (2018), S. 35–36.
  13. Tudahl (2018), S. 73.
  14. Tudahl (2018), S. 84.
  15. Tudahl (2018), S. 128.
  16. Tudahl (2018), S. 178.
  17. Tudahl (2018), S. 133.
  18. Tudahl (2018), S. 163.
  19. Tudahl (2018), S. 188.
  20. Tudahl (2018), S. 207–210.
  21. 17 Days. In: Princevault.com. 18. Juni 2017, abgerufen am 23. Juni 2017.
  22. Nilsen (1999), S. 263–264.
  23. Tudahl (2018), S. 258–259.
  24. Tudahl (2018), S. 269.
  25. Tudahl (2018), S. 278.
  26. Tudahl (2018), S. 294.
  27. Tudahl (2018), S. 294–295.
  28. Tudahl (2018), S. 300.
  29. Tudahl (2018), S. 315.
  30. Tudahl (2018), S. 316.
  31. Tudahl (2018), S. 321–324.
  32. Nilsen (1999), S. 145.
  33. Tudahl (2018), S. 356.
  34. Nilsen (1999), S. 264.
  35. Tudahl (2018), S. 389.
  36. Tudahl (2018), S. 391.
  37. Tudahl (2018), S. 393.
  38. Tudahl (2018), S. 417.
  39. Tudahl (2018), S. 417–418.
  40. Tudahl (2018), S. 420.
  41. Tudahl (2018), S. 440–443.
  42. Tudahl (2018), S. 459
  43. Tudahl (2018), S. 466.
  44. Purple Rain Tour – 30 March 1985. In: Princevault.com. 18. Juni 2017, abgerufen am 23. Juni 2017.
  45. Prince – Live aus Syracuse, NY, via Satellit. In: Rockpalastarchiv.de. 13. Juni 2017, abgerufen am 23. Juni 2017.
  46. Uptown (2004), S. 58.
  47. Prince And The Revolution: Live. In: Princevault.com. 27. Februar 2016, abgerufen am 23. Juni 2017.
  48. Thorne (2017), S. 175.
  49. Draper (2016), S. 70.
  50. Uptown (2004), S. 454.
  51. a b Uptown (2004), S. 520.
  52. Thorne (2017), S. 107
  53. Uptown (2004), S. 523.
  54. Tudahl (2018), S. 323.
  55. Uptown (2004), S. 431.
  56. Uptown (2004), S. 522.
  57. Tudahl (2018), S. 19.
  58. Thorne (2017), S. 161.
  59. Uptown (2004), S. 521.
  60. Tudahl (2018), S. 36.
  61. Uptown (2004), S. 386.
  62. a b c d Uptown (2004), S. 429.
  63. Thorne, S. 107–108.
  64. Wide (2017), S. E.
  65. Sarah Grant: Sheila E. Remembers Private Life With Prince, Wild ‘Purple Rain’ Parties. In: Rollingstone.com. 7. Juni 2017, abgerufen am 23. Juni 2017.
  66. Uptown (2004), S. 429–430.
  67. Uptown (2004), S. 430.
  68. Erotic City. In: Princevault.com. 28. Februar 2016, abgerufen am 23. Juni 2017.
  69. Begleitheft der CD Purple Rain Deluxe von Prince, Warner Bros. Records / NPG Records, 2017
  70. Electric Intercourse. In: Princevault.com. 20. Juni 2017, abgerufen am 23. Juni 2017.
  71. Our Destiny. In: Princevault.com. 17. Juni 2017, abgerufen am 23. Juni 2017.
  72. Father’s Song. In: Princevault.com. 20. Juni 2017, abgerufen am 23. Juni 2017.
  73. Timmy Kusnierek: Nero covered Prince in 2012 & it’s the only Tribute we want to hear. In: Youredm.com. 5. Mai 2016, abgerufen am 23. Juni 2017.
  74. Will Hermes: Review: Prince’s Purple Rain Deluxe Reissues Reveal Top-Shelf Tracks From Icon’s Hot Streak. In: Rollingstone.com. 27. Juni 2017, abgerufen am 9. Juli 2017 (englisch).
  75. Joe Lynch: Album of the Week: Prince’s Purple Rain Deluxe Edition. In: Billboard.com. 23. Juni 2017, abgerufen am 9. Juli 2017 (englisch).
  76. Brad Nelson: Purple Rain Deluxe – Expanded Edition. In: Pitchfork.com. 26. Juni 2017, abgerufen am 9. Juli 2017 (englisch).
  77. Cameron Adams: His name is Prince and he is funky. Prince and the Revolution – Purple Rain Deluxe. In: News.com.au. 22. Juni 2017, abgerufen am 9. Juli 2017 (englisch).
  78. Lukas Luger: Purple Rain: So haben Sie das Meisterwerk von Prince noch nie gehört. In: Nachrichten.at. 27. Juni 2017, abgerufen am 9. Juli 2017.
  79. Ben Greenman: Prince’s Purple Downpour: A Review of the Expanded Purple Rain. In: Newyorker.com. 25. Juni 2017, abgerufen am 9. Juli 2017 (englisch).
  80. Sassan Niasseri: Prince Purple Rain – Expanded Edition. In: Rollingstone.de. 29. Juni 2017, abgerufen am 9. Juli 2017.
  81. Helmut Brasse: Prince – Purple Rain. In: wdr.de. 7. Juli 2017, abgerufen am 9. Juli 2017.
  82. Michael Köhler: Review: Prince And The Revolution – Purple Rain (Deluxe Expanded Edition). In: Classicrock.net. 25. Juni 2017, abgerufen am 9. Juli 2017.
  83. Philipp Holstein: Purple Rain von Prince in neuer Edition. In: rp-online.de. 17. Juli 2017, abgerufen am 17. Juli 2017.
  84. Prince. offiziellecharts.de, abgerufen am 16. Februar 2019.
  85. Prince. austriancharts.at, abgerufen am 16. Februar 2019.
  86. Prince. hitparade.ch, abgerufen am 16. Februar 2019.
  87. Prince. officialcharts.com, abgerufen am 16. Februar 2019 (englisch).
  88. Prince – Chart History. billboard.com, abgerufen am 16. Februar 2019 (englisch).
  89. Prince. offiziellecharts.de, abgerufen am 16. Februar 2019.
  90. Prince. austriancharts.at, abgerufen am 16. Februar 2019.
  91. Prince. hitparade.ch, abgerufen am 16. Februar 2019.
  92. Prince. officialcharts.com, abgerufen am 16. Februar 2019 (englisch).
  93. Prince – Chart History. billboard.com, abgerufen am 16. Februar 2019 (englisch).