Controversy (Album)

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Controversy
Studioalbum von Prince
Veröffentlichung 14. Oktober 1981
Aufnahme Frühjahr 1981 – 23. August 1981
Label Warner Bros. Records
Format LP, CD
Genre R&B, Dance, Funk, New Wave, Pop, Rock, Rockabilly
Anzahl der Titel 8
Laufzeit 37:15

Besetzung

  • Prince – Alle Songs wurden von ihm produziert, arrangiert, komponiert und vorgetragen. Seine Bandmitglieder ergänzten die Aufnahmen folgendermaßen:[1][2]
  • Lisa ColemanBacking Vocals in Controversy, Ronnie Talk to Russia, Jack U Off, Keyboards in Jack U Off
  • Doctor Fink – Keyboards in Jack U Off
  • Bobby Z. – Schlagzeug in Jack U Off
  • Don Batts, Bob Mockler, Mic Guzauski, Ross Pallone, Terry Christian, Bill Jackson und Peggy McCreary – Toningenieur[2]
  • Bernie Grundman – Mastering
  • Allen Beaulieu – Fotografie
  • Bob Cavallo, Joe Ruffalo, Steve Fargnoli – Persönliches Management von Prince
Produktion Prince
Studio Uptown (Minneapolis)
Hollywood Sound (Los Angeles)
Sunset Sound Studio (Los Angeles)
Chronologie
Dirty Mind
(1980)
Controversy 1999
(1982)
Singleauskopplungen
2. September 1981 Controversy
16. Oktober 1981 Sexuality
6. Januar 1982 Let’s Work
16. Juli 1982 Do Me, Baby

Controversy (englisch für Kontroverse) ist das vierte Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince. Es erschien am 14. Oktober 1981 bei dem Label Warner Bros. Records. Die Musik des Albums zählt zum Genre R&B, Dance, Funk, New Wave, Pop, Rock und Rockabilly. Als Gastmusikerin wirkt unter anderem Lisa Coleman mit.

Musikkritiker bewerteten Controversy unterschiedlich; Lob und negative Kritik waren in etwa gleichmäßig verteilt. Ein Tiefpunkt in Prince’ Karriere waren zwei Konzerte, die er zur Promotion der Albumveröffentlichung im Oktober 1981 im Vorprogramm von The Rolling Stones absolvierte, als er von den Zuschauern von der Bühne gebuht wurde. Die Controversy-Tournee war hingegen aber kommerziell erfolgreich. Das Album konnte im Jahr 1985 Platinstatus in den USA erzielen und im Jahr 2014 Goldstatus im Vereinigten Königreich.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 1981 zog Prince in ein Ranch-style House in Chanhassen (US-Bundesstaat Minnesota), in dem er bis 1986 wohnen blieb.[3] Sein damaliger Toningenieur Don Batts installierte ihm das 16-Spurstudio, das Prince in seinem vorherigem Haus für die Aufnahmen seines Albums Dirty Mind (1980) benutzt hatte. Zudem wurde sein musikalisches Equipment aktualisiert. Außerdem platzierte Prince im Wohnzimmer des ersten Stockwerks ein Klavier, das er sich neu gekauft hatte und mit seinem privaten Heimstudio im darunter liegendem Stockwerk verkabelt war. Die meiste Zeit des Sommers 1981 verbrachte Prince in seinem Heimstudio und nahm Songs auf, was Schlagzeuger Bobby Z. bestätigte: „Kein Alkohol, keine Drogen. Nichts. Er spielte zwölf Stunden am Tag Musik und hatte ein paar Freundinnen. Das war es.“[4]

Drei Songs nahm Prince im Frühjahr und Sommer 1981 in seinem Heimstudio für das Album Controversy auf, und zwar: das Titelstück, Sexuality und Annie Christian. Zudem hatte er noch eine unvollständige Demoaufnahme von Ronnie, Talk to Russia und einen Song mit Namen Let’s Rock eingespielt. Jugendliche, die in Musikklubs tanzten, inspirierten Prince zu Let’s Rock. Unmittelbar nach dem er diesen Song aufgenommen hatte, wollte er Let’s Rock als Single veröffentlichen, ohne, einem Album folgen zu lassen. Warner Bros. Records verweigerte aber seinen Vorschlag. Später bezeichnete Prince diese Meinungsverschiedenheit mit Warner als eines der ersten Male, dass er sich von der Schallplattenfirma in seiner künstlerischen Freiheit eingeschränkt gefühlt habe. Ferner nahm Prince auch eine erste Version des Songs Tick, Tick, Bang auf, der in einer überarbeiteten Version auf seinem Album Graffiti Bridge (1990) zu hören ist.[5]

Anfang August 1981 flog Prince nach Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien), um im Tonstudio Hollywood Sound Recorders die Albumaufnahmen von Controversy fortzuführen. Er spielte die vier Songs Do Me, Baby, Jack U Off, Ronnie, Talk to Russia und Let’s Work – zuvor als Let’s Rock betitelt – ein. Bobby Z. und Keyboarder Doctor Fink wurden aus Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota) eingeflogen, damit die beiden Musiker Prince bei Jack U Off unterstützen konnten. Lisa Coleman wohnte damals in Los Angeles und sang die Backing Vocals in Controversy und Ronnie, Talk to Russia ein.[6]

Nach wenigen Tagen gab es aber technische Probleme mit dem Equipment im Hollywood Sound Recorders, worauf Prince vom 14. August 1981 für zehn Tage das nahe gelegene Tonstudio Sunset Sound Studio mietete, das sich ebenfalls in Los Angeles befindet. Als Toningenieurin assistierte ihm Peggy McCreary, die fortan für die nächsten Jahre für Prince’ Aufnahmen zuständig gewesen war. Im Sunset Sound mischte Prince die zuvor aufgenommenen Songs für Controversy ab und versah diese mit Overdubs. Am 16. August nahm er mit Private Joy den letzten Song für das Album auf,[7] wobei ihn seine damalige Freundin Susan Moonsie zum überwiegenden Teil des Liedtexts inspirierte. Private Joy ist der erste Prince-Song, bei dem er einen Linn LM-1 Drumcomputer benutzte, der damals neu auf den Markt kam.[8] Am 23. August 1981 stellte Prince das Album Controversy endgültig fertig.[6]

Im Herbst 1981 nahm Prince das Acapella-Stück The Second Coming in seinem privaten Heimstudio in Chanhassen auf, das als Intro seiner Controversy-Tour diente, aber auf Tonträger bis heute (Stand 2018) nicht veröffentlicht wurde.[7]

Gestaltung des Covers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Cover ist Prince in einem lavendelfarbenen Trenchcoat mit Nieten zu sehen, auf dem ein Anstecker mit der Aufschrift „Rude Boy“ (dt.: „unhöflicher Junge“) prangt. Im Hintergrund und auf der Rückseite des Covers sind erfundene Fake News von der in der Realität nicht existierenden Zeitung The Controversy Daily zu lesen, wie beispielsweise: „Annie Christian Sentenced to Die!“ (dt.: „Annie Christian zum Tod verurteilt!“), „President Signs Gun Control Act“ (dt.: „Präsident unterzeichnet Waffenkontrollgesetz“) und „Lingerie – New Fashion Trend“ (dt.: „Unterwäsche – der neue Modetrend“). Außerdem sind Schlagzeilen wie „Love Thy Neighbor“ (dt.: „Liebe deinen Nächsten“) und „Do You Believe in God“ (dt. „Glaubst du an Gott“) zu finden.[9]

Die Innenhülle der LP und das Begleitheft zur CD sind schlicht gehalten; weder Fotos noch Songtexte sind enthalten. Im Songtitel von Jack U Off benutzt Prince erstmals die Schreibweise „u“ anstelle des Wortes „you“.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musikalischer Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Album Controversy verknüpft Prince verschiedene Musikstile miteinander; New-Wave-Einflüsse und Synthesizer-Sound sind im Titelstück ebenso zu hören wie R&B in der Ballade Do Me Baby, Funk bei Sexuality und Let’s Work oder Rockabilly im Song Jack U Off.[10]

Bei dem Song Private Joy setzte Prince zum ersten Mal in seiner Karriere den damals neu erschienenen Drumcomputer Linn LM-1 ein. Durch den Einsatz dieses Drumcomputers war Prince fortan auf noch weniger Mithilfe anderer Musiker oder Techniker angewiesen.[11]

Text und Gesang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Titelstück Controversy befasst sich Prince mit Fragen, die einige US-Medien damals an ihn stellten. Beispielsweise, ob er hetero oder schwul veranlagt sei, oder ob er weiße oder schwarze Hautfarbe habe. Eine Antwort darauf gibt Prince in dem Song jedoch nicht.[12] Ferner zitiert Prince das Vaterunser.[13]

Die Songs Do Me Baby, Private Joy, Let’s Work und Jack U Off handeln von sexuellen Themen.[14] Der Songtext zu Private Joy war Susan Moonsie gewidmet,[15] mit der Prince seit dem Jahr 1980 eine Beziehung führte. Er lernte sie bereits auf der Highschool kennen. Jack U Off nimmt Bezug auf Masturbation.[16]

Ronnie, Talk to Russia ist ein Appell von Prince an Ronald Reagan – damals Präsident der Vereinigten Staaten – mit der Sowjetunion Frieden zu schließen.[17] Im Song Annie Christian listet Prince reale Schlagzeilen auf, wie beispielsweise die Ermordung von John Lennon.[18]

Auf dem Album Controversy kommt Prince erstmals von seinem typischen Falsettgesang ab,[19] und lotet auch die tieferen Bereiche seiner Stimme aus.[20] Die meisten seiner Texte singt Prince auf dem Album melodisch vertont, doch im Titelstück und im Song Annie Christian kommen vereinzelt Passagen von Sprechgesang vor.[17]

Titelliste und Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titelliste
  1. Controversy – 7:15
  2. Sexuality – 4:21
  3. Do Me, Baby – 7:42
  4. Private Joy – 4:37
  5. Ronnie, Talk to Russia – 1:51
  6. Let’s Work – 3:53
  7. Annie Christian – 4:23
  8. Jack U Off – 3:09
Autor aller Songs ist Prince

Controversy erschien am 14. Oktober 1981 in den USA und am 13. November 1981 in Großbritannien.[21] Das Album ist auf Schallplatte, Kompaktkassette und auf Compact Disc erhältlich.

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von dem Album wurden vier Singles ausgekoppelt: Das Titelstück Controversy ist als Single-Edit-Version am 2. September 1981 erschien,[22] die 3:36 Minuten lang ist. Die B-Seite When You Were Mine ist auch auf dem Vorgänger-Album Dirty Mind (1980) enthalten. Im Jahr 1993 wurde Controversy erneut als Single-Edit-Version ausgekoppelt – diesmal aus der Greatest-Hits-Kompilation The Hits 2 und The Hits/The B-Sides. Allerdings wurde die Single damals nicht weltweit ausgekoppelt. Ferner nahm Prince im Dezember 2003 eine sechsminütige Live-Version von Controversy bei einem Konzert in Hawaii auf und verkaufte diese als limitierte CD-Single über seine damalige Website NPG-Music-Club.com.

Als zweite Single wurde am 16. Oktober 1981 Sexuality ausgekoppelt.[23] Die Single wurde nur in Deutschland, Australien und in Japan ausgekoppelt. Auf der B-Seite ist die Singleversion von Controversy zu finden. In Japan wurde als B-Seite die Singleversion von I Wanna Be Your Lover vom Album Prince (1979) ausgewählt.

Am 6. Januar 1982 wurde Let’s Work ausgekoppelt,[24] das auf 2:56 Minuten gekürzt wurde. Die B-Seite Ronnie, Talk to Russia ist mit der Album-Version identisch. Do Me, Baby wurde am 16. Juli 1982 als vierte und letzte Single vom Album ausgekoppelt.[25] Die Single wurde nur in den USA und in Peru veröffentlicht[26] und erschien ebenfalls in einer gekürzten Single-Edit-Version mit einer Länge von 3:56 Minuten, als B-Seite dient Private Joy.

Musikvideos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wurden nur zu den Singleauskopplungen Controversy und Sexuality Musikvideos gedreht. Beide Videos ähneln sich und wurden im Oktober 1981 in einem Studio in Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota) aufgenommen. Regisseur der Musikvideos war Bruce Gowers.[27]

Coverversionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinzelt nahmen Musiker Coverversionen von Songs des Albums Controversy auf; das Titelstück wurde beispielsweise von Hefner (1997), Victor Bailey (2001) und David Helbock (2012) neu interpretiert. Do Me, Baby coverten Meli’sa Morgan (1985), Lindy Layton (1991) und Jade (1993). Jack U Off wurde unter anderem von Robyn (2006) neu aufgenommen, und Private Joy von La Toya Jackson (1984).[28][29][30]

Debakel für Prince im Vorprogramm von The Rolling Stones[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mick Jagger hatte Prince zum ersten Mal bei einem Live-Konzert im Jahr 1980 in New York (Bundesstaat) gesehen und zeigte sich von ihm beeindruckt. Daraufhin bot er Prince an, als Vorgruppe von The Rolling Stones bei zwei Konzerten im Oktober 1981 in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) aufzutreten, was Prince annahm.[31]

Doch die beiden Konzerte am 9. und 11. Oktober 1981 im Los Angeles Memorial Coliseum entwickelten sich zu einem Debakel und somit zu einem Tiefpunkt in Prince’ Karriere. Er wollte für die bevorstehende Albumveröffentlichung von Controversy Promotion machen und Prince trat, wie zur damaliger Zeit typisch für ihn, im Trenchcoat auf. Darunter hatte nur einen schwarzen Slip an, trug Overknees-Strümpfe und High Heels. Auf dem Kopf trug er ein Bandana. Sein Gitarrengurt bestand aus Leopardenfell. Als Prince am 9. Oktober den dritten Song Jack U Off spielte reagierte das Publikum mit massiver Abneigung; einige äußerten Buhrufe, riefen „Runter von der Bühne, du Schwuchtel!“ und warfen Bierflaschen auf die Bühne.[32] Zudem wurde Gitarrist Dez Dickerson von einer Wasserflasche am Kopf getroffen, eine Flasche Jack Daniel’s verfehlte Prince nur knapp. Während des vierten Songs Uptown verließ Prince kommentarlos die Bühne; er hatte seine Band nicht involviert und flog direkt nach seinem Auftritt zurück in seine Heimatstadt Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota).[33] Jagger und Konzertveranstalter Bill Graham, die beide die Vorfälle bedauerten und das Publikum dafür scharf kritisierten, überredeten Prince, das zweite Konzert trotzdem zu spielen. Mick Jagger sagte zu ihm: „Wenn du ein wirklich großer Headliner werden möchtest, musst du darauf vorbereitet sein, dass die Leute Flaschen nach dir werfen.“[34]

Prince lenkte ein und spielte schließlich das zweite Konzert am 11. Oktober 1981 in Los Angeles. Doch während des Songs Bambi flog abermals eine Whiskyflasche auf die Bühne, Plastikflaschen mit Saft gefüllt und Tomaten folgten. Im Gegensatz zum ersten Konzert spielte Prince diesmal sein gesamtes Set und endete mit dem fünften und letzten Song Why You Wanna Treat Me So Bad?.[34] Abgesehen von Prince spielten damals im Vorprogramm von The Rolling Stones auch George Thorogood und J. Geils, die ihre Auftritte aber ohne Zwischenfälle absolvierten.[31]

20 Jahre nach den beiden Konzerten sagte Prince zu dem Musikjournalisten Robert Hilburn von der US-Tageszeitung Los Angeles Times: „Sagt nicht, dass es an mir gelegen hatte – das Publikum war Schuld. Klar, natürlich war das Tragen von Unterwäsche und einem Trenchcoat bestimmt nicht gerade vorteilhaft, aber wenn man jemanden mit Müll bewirft, liegt es daran, dass man zu Hause nicht richtig erzogen wurde. Der Grund, warum ich gegangen bin, ist, dass ich nicht mehr spielen wollte. Ich wollte nur kämpfen.“[35]

Tournee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typische Setlist der Controversy-Tour vom
20. November 1981 – 14. März 1982[36]
  1. The Second Coming
  2. Uptown
  3. Why You Wanna Treat Me So Bad?
  4. I Wanna Be Your Lover
  5. Head
  6. Dirty Mind
  7. Do Me, Baby
  8. Controversy
  9. Let’s Work
  10. Partyup
  11. Jack U Off
Autor aller Songs ist Prince

Tourauftakt der Controversy-Tour war am 20. November 1981 in Pittsburgh (US-Bundesstaat Pennsylvania). Die Tour endete am 14. März 1982 in Cincinnati (US-Bundesstaat Ohio).[36] Die Tournee fand ausschließlich in den USA statt und die Zuschauerkapazität der Konzerthallen betrug zwischen 2.000 und 8.000 Plätzen. Die Länge der Konzerte variierte von 70 bis 85 Minuten.[36] Bei den insgesamt 53 Konzerten trat The Time als Vorgruppe auf. Prince’ Band bestand damals aus folgenden Mitgliedern:

  • Dez Dickerson (bürgerlich: Desmond D’andrea Dickerson) – Gitarre
  • Brown Mark (bürgerlich: Mark Brown) – E-Bass
  • Lisa ColemanKeyboard
  • Doctor Fink (bürgerlich: Matthew Robert Fink) – Keyboard
  • Bobby Z. (bürgerlich: Robert B. Rivkin) – Schlagzeug

Brown Mark, Lisa Coleman, Doctor Fink und Bobby Z. waren von 1983 bis 1986 auch Mitglieder von Prince and the Revolution.

The Second Coming ist ein Intro, das zuvor in einem Tonstudio aufgenommen wurde und vom Tonband über die Hallenlautsprecher abgespielt wurde.[36] Am Anfang der Controversy-Tour spielte Prince den Song Sexuality anstelle von Uptown. Gelegentlich wurden auch die Songs Sexy Dancer, When You Were Mine, Still Waiting und Private Joy gespielt.[36]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Presse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kritiken des Albums Controversy fielen unterschiedlich aus; Stephen Holden vom Musikmagazin Rolling Stone nannte Prince einen potentiellen Nachfolger von Sly Stone und lobte, Prince sei der „vollendete Meister von Pop-Funk-Songs Formen“. Den Song Annie Christian bezeichnete Holden aber als „kindliche Behandlung des Bösen“ und Ronnie, Talk to Russia sei der schwächste Song des Albums. Insgesamt gesehen sei Controversy exzentrisch und Holden gab vier von fünf Sternen.[17][37] Die Newsweek war ebenfalls begeistert und meinte: „Er [Prince] ist ein Prophet der sexuellen Anarchie: Seine anzüglichen Auftritte haben ihn zu einer Kultfigur des New Wave und zu einem großen Idol der Jugendlichen aus den Schwarzen-Ghettos gemacht. Er heißt Prince – und er ist vielleicht der aufregendste neue Star der heutigen Pop-Szene.“[38] Der Musikkritiker Robert Palmer von der New York Times fragte: „Führt Prince die Musik zu einem wahren Birassismus?“[39][40]

In Hinblick auf die Liedtexte vom Album schrieb die US-Wochenzeitung The Village Voice aber: „Prince ist immer dann besonders naiv und irritierend, wenn es um ein offen politisches Thema geht.“[17] Das US-Magazin Sweet Potato (später in City Pages umbenannt) zeigte sich ebenfalls enttäuscht und schrieb: „Der Sequenzereinsatz auf Controversy ist grauenvoll, aber die nächste LP könnte tatsächlich eine voll ausgeformte Darstellung von seiner Vision bringen.“[17]

Nach Prince’ Tod im April 2016 rezensierten die Musikjournalisten Albert Koch und Thomas Weiland von der deutschen Musikzeitschrift Musikexpress das Album Controversy und gaben vier von sechs möglichen Sternen. Sie schrieben unter anderem: „Der Titelsong ist einer dieser unsterblichen Funk-Feger aus dem Prinzengemach und Let’s Work steht dem in puncto Hüftanimation kaum nach. Texte wie in Jack U Off sind so anzüglich, dass man sich wundert, ob der kleine Mann je auf den großen Erfolg spekulierte“.[41]

Charts und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen [42][43]
DE AT CH UK US
1981 Controversy 21
(66 Wo.)

Controversy wurde international mit Gold- und Platinstatus ausgezeichnet. Beispielsweise erhielt es:

  • US: 1x Platin für 1.000.000 verkaufte Exemplare am 11. Januar 1985[44]
  • UK: 1x Gold für 100.000 verkaufte Exemplare am 7. März 2014[45]
Jahr Titel Chartpositionen [42][43]
DE AT CH UK US
1981 Controversy n.v. n.v. n.v. 70
(11 Wo.)
Sexuality
nur in Deutschland, Australien und Japan ausgekoppelt
n.v. n.v. n.v. n.v.
1982 Let’s Work 104
(3 Wo.)
Do Me, Baby
nur in den USA und Peru ausgekoppelt
n.v. n.v. n.v. n.v.
1993 Controversy
(Wiederveröffentlichung) (nur in Europa ausgekoppelt)
5
(5 Wo.)
n.v.
  • Sexuality erreichte Platz 88 der australischen Singlecharts[46]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Begleitheft der CD Controversy von Prince, Warner Bros. Records, 1981
  2. a b Nilsen (1999), S. 279.
  3. Nilsen (1999), S. 261–262.
  4. Nilsen (1999), S. 78.
  5. Nilsen (1999), S. 79.
  6. a b Nilsen (1999), S. 80.
  7. a b Nilsen (1999), S. 261.
  8. Nilsen (1999), S. 82.
  9. Greenman (2017), S. 146.
  10. Hahn (2016), S. 68–70.
  11. Hahn (2016), S. 68–69.
  12. Hill (1989), S. 132.
  13. Hahn (2016), S. 71.
  14. Ewing (1994), S. 39.
  15. Hahn (2016), S. 69.
  16. Hill (1989), S. 135.
  17. a b c d e Hahn (2016), S. 70.
  18. Hill (1989), S. 134.
  19. Hill (1989), S. 133.
  20. Hahn (2016), S. 68.
  21. Controversy. In: Princevault.com. 7. Dezember 2017, abgerufen am 31. März 2018 (englisch).
  22. Uptown (2004), S. 31.
  23. Record Details. In: 45cat.com. 2018, abgerufen am 31. März 2018 (englisch).
  24. Uptown (2004), S. 34.
  25. Nilsen (1999), S. 97.
  26. Do Me, Baby. In: Princevault.com. 24. November 2017, abgerufen am 31. März 2018 (eng).
  27. Uptown (2004), S. 622.
  28. Discover the original. In: Coverinfo.de. Abgerufen am 31. März 2018 (Bei "Suche" Prince eingeben).
  29. Prince auf WhoSampled
  30. SecondHandSongs – a cover songs database. In: Secondhandsongs.com. 2018, abgerufen am 31. März 2018 (englisch).
  31. a b Greenman (2017), S. 211.
  32. Garcia (2017), S. 126.
  33. Greenman (2017), S. 212–213.
  34. a b Greenman (2017), S. 213. „If you get to be a really big headliner, you have to be prepared for people to throw bottles at you.“
  35. Greenman (2017), S. 213. „Don’t say that was because of me – that was the audience doing that. I’m sure wearing underwear and a trench coat didn’t help matters, but if you throw trash at anybody, it’s because you weren’t trained right at home. The reason I left is that I didn’t want to play anymore. I just wanted to fight.“
  36. a b c d e Uptown (2004), S. 32.
  37. Nilsen (1999), S. 91.
  38. Seibold (1991), S. 46.
  39. Hill (1989), S. 114.
  40. Nilsen (1999), S. 92.
  41. Aus dem grossen Prince-Special – Alle Alben im Überblick. In: Musikexpress.de. 22. Mai 2016, abgerufen am 31. März 2018.
  42. a b Chartquellen: DE AT CH US
  43. a b Prince in den Official UK Charts (englisch)
  44. Uptown (2004), S. 32.
  45. Certified Awards Search. British Phonographic Industry, abgerufen am 31. März 2018 (englisch).
  46. nelson: Prince worldwide charts & sales. In: ukmix.org. 21. Juli 2004, abgerufen am 31. März 2018 (englisch).