Batman (Album)

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Dieser Artikel behandelt das Musikalbum Batman, zu weiteren Bedeutungen siehe Batman
Batman
Studioalbum von Prince
Veröffentlichung 20. Juni 1989
Aufnahme Juni 1988 – März 1989
Label Warner Bros. Records
Format LP, CD, MC
Genre R&B, Dance, Funk, Pop
Anzahl der Titel 9
Laufzeit 42:32

Besetzung

  • Prince – Alle Songs wurden von ihm produziert, arrangiert, komponiert und vorgetragen. Zudem arrangierte er die Samplings neu.[1] Die Aufnahmen wurden von folgenden Personen ergänzt:[2]
  • Clare FischerArrangement des Streichorchesters in The Future
  • Sounds of Blackness – Chor in The Future
  • Sheena Easton – Duettpartnerin in The Arms of Orion
  • Eric Leeds und Atlanta Bliss – Saxophon in Trust
  • Femi Jiya, Anna Fantastic – Samples in Partyman
  • Matthew Larson – Sample in Batdance
  • Jack Nicholson, Michael Keaton, Kim Basinger – Spezielle Gast-Anwesenheit in The Future, Vicki Waiting, Partyman, Batdance
  • Jon Peters, Peter GuberExecutive Album Produzenten
  • Gary LeMel – Leitende Aufsicht der Album-Produktion
  • Michael Dilbeck – Music Supervisor
  • Bernie Grundman – Mastering
  • Prince, Femi Jiya – Abmischung
  • David Friedlander, Heidi Hanschu, Chuck Zwicky, Eddie Miller und Chris Lord-Alge bei Electric Chair – Abmischungs-Helfer
  • Anton Furst – Logo Illustration
  • Jeff Katz – Fotograf von Prince
  • Tom Recchion – Design
  • Albert Magnoli – Persönliches Management von Prince

Produktion Prince
Studio Paisley Park Studio (Minneapolis)
Chronologie
Lovesexy
(1988)
Batman Graffiti Bridge
(1990)
Singleauskopplungen
9. Juni 1989 Batdance
15. September 1989 Partyman
16. Oktober 1989 The Arms of Orion
28. November 1989 Scandalous!
18. Mai 1990 The Future

Batman (englisch für Fledermausmann) ist das elfte Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince. Es erschien am 20. Juni 1989 bei dem Label Warner Bros. Records und dient als Soundtrack zum gleichnamigen Film Batman. Die Musik des Albums zählt zu den Genres R&B, Dance, Funk und Popmusik. Musikkritiker bewerteten das Album unterschiedlich; Lob und kritische Stimmen waren in etwa im Gleichgewicht.

Aus kommerzieller Sicht konnte Batman Doppelplatinstatus in den USA erzielen und Platz eins der US-Albumhitparade erzielen – in Europa war das Album ähnlich erfolgreich. Die Welttournee zum Album war kommerziell ebenfalls erfolgreich; die Nude-Tour wurde von insgesamt 900.000 Menschen besucht.

Entstehung[Bearbeiten]

Im Oktober 1988 begannen die Dreharbeiten zum Film Batman mit Regisseur Tim Burton,[3] der Mitte Dezember Albert Magnoli kontaktierte, damaliger Manager von Prince. Burton hatte in einem Rohschnitt die Prince-Songs 1999 (1982) und Baby, I’m a Star (1984) integriert. Da, seiner Meinung nach, die Songs im Film gut zur Geltung kamen, wurde Prince gefragt, ob dieser zusätzliche, neue Songs schreiben könnte.[4][5]

Ursprünglich sollte die Musik im Film von sowohl Prince als auch von Michael Jackson stammen – Prince’ Musik sollte „den Bösen“ und Jackson’s Musik „den Guten“ Filmcharaktere zugeordnet werden. Doch während der Dreharbeiten entschloss sich Filmproduzent Jon Peters für eine einheitliche Vorgehensweise und entschied, ausschließlich Musik von Prince im Film zu verwenden.[4]

Auf höchster Managementebene von Warner Bros. Records wurde Prince’ Engagement für den Film unterstützt, weil viele Mitarbeiter der Meinung waren, Batman würde sehr erfolgreich werden, was seiner musikalischen Karriere einen kommerziellen Schub geben würde. Bei einigen Angestellten von Warner Bros. herrschte die Meinung, Prince brauche nach der kommerziellen Enttäuschung in den USA mit dem Album Lovesexy wieder einen Hit. Zudem hätte Prince – nach Purple Rain (1984), Under The Cherry Moon (1986) und Sign O’ the Times (1987) – bessere Chancen, erneut ins Filmgeschäft einzutreten, was für ihn damals sehr reizvoll war.[4]

Am 20. Januar 1989 flog Prince mit Manager Albert Magnoli – Regisseur des Films Purple Rain – nach London, um dort Tim Burton zu treffen. Gemeinsam schauten sie sich das Filmset von Gotham City in den Pinewood Studios an, wo Michael Keaton (als Bruce Wayne) und Kim Basinger (als Vicki Vale) gerade eine Filmszene miteinander drehten. Burton zeigte Prince und Magnoli weiteres 20 minütiges Filmmaterial, das Prince sehr zu beeindrucken schien.[6] Am nächsten Tag trafen sich Prince, Magnoli, Burton und Mark Canton – damaliger Vorsitzender der Filmabteilung von Warner Bros. Pictures – zum Mittagessen. Burton bat Prince um lediglich zwei Songs, da Warner Bros. den Komponisten Danny Elfman für die Filmmusik bereits engagiert hatte. Doch Prince bot ein vollständiges Album an, da er von dem Konzept Batman sehr überzeugt war. Warner Bros. Pictures war von dem Konzept ebenfalls überzeugt und entschloss sich letztendlich dazu, mit Prince und Elfman zwei Soundtracks zum Batman-Film zu veröffentlichen.[5] Eigentlich wollte Prince sofort mit Aufnahmen zum neuen Album beginnen, doch der japanische Teil der Lovesexy-Tour stand Anfang Februar 1989 bevor. Da sich der US-amerikanische Teil der Tournee als kommerzielles Verlustgeschäft entwickelt hatte, absolvierte Prince die geplanten Konzerte in Japan.[6]

Drei Songs des Albums Batman nahm Prince bereits im Jahr 1988 auf; Electric Chair im Juni, Scandalous im Oktober und Vicki Waiting im Dezember 1988. Vicki Waiting hieß ursprünglich Anna Waiting, weil Prince diesen Song für seine damalige Freundin Anna Garcia – Künstlername ist Anna Fantastic[7] – geschrieben hatte. Laut Garcia fragte Prince sie, ob er den Song für das Album Batman überarbeiten und umbenennen dürfe.[4] Vom 15. Februar 1989 bis Ende März 1989 nahm Prince dann innerhalb von sechs Wochen die restlichen sechs Songs zum Album auf. Ursprünglich wählte er den Song Still Would Stand All Time anstelle von Scandalous aus, doch letztendlich entschied er sich, den Song auf das Nachfolgealbum Graffiti Bridge (1990) zu platzieren. Ähnlich wie bei seinen Studioalben For You (1978), Prince (1979), Dirty Mind (1980) und Controversy (1981) spielte Prince auf Batman nahezu alle Instrumente selbst ein.[8]

Während Prince Songs für das Album Batman schrieb, schickte ihm Tim Burton Rohschnitte vom Film, aus denen Prince Dialoge entnahm, um diese dann in einigen seiner Songs als Samples zu integrieren. Ende Februar 1989 zeigte Prince den Filmproduzenten eine Zusammenstellung von elf Songs, die er für Batman geschrieben hatte. Anstelle von Baby, I’m a Star hatte er 200 Balloons – später B-Seite der Single Batdance – platziert und 1999 hatte er durch den Song Rave Unto the Joy Fantastic ersetzt; dieses stieß bei den Filmproduzenten jedoch auf wenig Begeisterung und Zustimmung. Daraufhin nahm Prince die Songs Trust und Partyman auf und ersetzte diese für 200 Ballons und Rave Unto the Joy Fantastic. Später überarbeitete er den Song Rave Unto the Joy Fantastic in Rave Un2 the Joy Fantastic und benannte im Jahr 1999 ein Album danach.[9] Ferner nahm Prince für das Batman-Album den Song Dance with the Devil auf, den er aber als zu düster empfand und schließlich durch Batdance ersetzte. Batdance war der letzte Song, den Prince für Batman aufnahm. Ursprünglich war der Song neun Minuten lang, aber er kürzte ihn auf sechs Minuten.[10]

Im Film sind letztendlich nur die Songs Partyman und Trust prominent, während Scandalous im Abspann zu hören ist.[11]

Gestaltung des Covers[Bearbeiten]

Das Batman-Logo im Jahr 1989

Auf der Vorderseite des Albumcovers ist das Batman-Logo in orangefarbenen Konturen auf schwarzem Untergrund abgebildet, also in ähnlicher Form wie links auf dem Foto zu sehen. Auf der Rückseite des Albumcovers sind in weißer Schrift die Songtitel abgedruckt; zudem sind in violetter Schrift die Namen der Film-Hauptdarsteller sowie die der Filmstab-Mitglieder abgedruckt.[1]

Die LP-Ausgabe enthält in der Innenhülle vier Porträtfotos; jeweils eines von Batman, The Joker, Vicki Vale und Prince. Das achtseitige Booklet der CD-Ausgabe enthält zusätzlich acht weitere Fotos, die aus dem Film Batman stammen. Das zehnseitige Booklet der CD-Sonderausgabe Batcan besitzt wiederum andere Film-Fotos als das herkömmliche Booklet; beispielsweise enthält die Sonderausgabe ein anderes Foto von Prince, als auf der LP-Innenhülle und dem CD-Booklet enthalten ist. Die Songtexte sind bei allen Ausgaben abgedruckt.

Musik[Bearbeiten]

Auf dem Album Batman verknüpft Prince verschiedene Musikstile miteinander; The Future ist aus dem Genre Funk und Electric Chair ist ein Rock-Funk-Song. The Arms of Orion und Scandalous sind aus dem Musikgenre R&B, wobei Prince in der für ihn typischen Falsett-Stimme singt. Partyman, Trust, Lemon Crush und Batdance stammen aus dem Genre Dance Music. Vicki Waiting ist ein Midtempo-Song aus dem Bereich Popmusik.[12][13][14] Die Songs The Future, Partyman, Vicki Waiting, Trust und Batdance beinhalten Samples von Filmzitaten aus dem Film Batman, die von Michael Keaton, Kim Basinger und Jack Nicholson gesprochen werden.

Titelliste und Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Batman auf Musikkassette veröffentlicht

Das Album erschien in verschiedenen Ausgaben; es wurde als Musikkassette, Schallplatte, Vinyl-Picture Disc, auf herkömmlicher Compact Disc sowie in einer auf 20.000 Einheiten limitierten Sonderausgabe in einer sogenannten Batcan veröffentlicht. Die Batcan ist eine im 5"-Format große schwarze kreisrunde Metaldose, die die CD sowie das Booklet enthält.[15] Laut Liner Notes sind die Songs, die auf dem Album vorhanden sind, aus der Perspektive von einer oder mehreren Figuren des Films, nämlich: Batman / Bruce Wayne, seine Freundin Vicki Vale, Joker und Gemini.[16]

Gemini[Bearbeiten]

Anlässlich des Films Batman kreierte Prince die Figur Gemini (englisch für Zwillinge). Gemini stellt eine duale Persönlichkeit aus den Figuren Batman und Joker im Kampf zwischen Das Gute und Das Böse dar.[13][17] Die Figur Gemini taucht lediglich in Prince’ Musikvideos Batdance und Partyman auf und wird von ihm selbst gespielt; im Film kommt Gemini nicht vor.

Titelliste
  1. The Future – 4:07
    (Leadsänger: Batman)
  2. Electric Chair – 4:08
    (Leadsänger: The Joker)
  3. The Arms of Orion – 5:02
    (Duett von Vicki Vale & Bruce Wayne)
    (Duett mit Sheena Easton)
  4. Partyman – 3:11
    (Leadsänger: The Joker)
  5. Vicki Waiting – 4:52
    (Leadsänger: Bruce Wayne)
  6. Trust – 4:23
    (Leadsänger: The Joker)
  7. Lemon Crush – 4:15
    (Leadsänger: Vicki Vale)
  8. Scandalous – 6:15
    (Leadsänger: Batman)
    (Koautor John L. Nelson)
  9. Batdance – 6:13
    (Leadsänger: The Joker, Gemini, Vicki Vale, Bruce Wayne & Batman)
Autor aller Songs ist Prince, sofern nicht anders angegeben

Singleauskopplungen[Bearbeiten]

Vom Album wurden fünf Songs als Single ausgekoppelt; Am 9. Juni 1989 wurde Batdance als Vorabsingle ausgekoppelt. Die B-Seite ist der damals noch unveröffentlichte Song 200 Balloons, der auch im Film zu hören ist.[18] Partyman wurde als zweite Single am 15. September ausgekoppelt. Als B-Seite dient der damals ebenfalls noch unveröffentlichte Song Feel U Up, der ursprünglich im Jahr 1986 auf dem Prince-Album Camille platziert war[19]Camille wurde jedoch bis heute (Stand 2014) nicht veröffentlicht. Am 16. Oktober wurde The Arms of Orion als dritte Single ausgekoppelt, B-Seite ist der Song I Love U in Me, der bis dato auch unveröffentlicht war.[20]

Scandalous wurde am 28. November 1989 als vierte Single ausgekoppelt, wobei als B-Seite When 2 R in Love ausgewählt wurde; When 2 R in Love ist bereits auf dem Album Lovesexy (1988) und später auch auf dem Black Album (1994) zu finden.[20] Am 1. Oktober 1989 überarbeitete Prince den Song Scandalous und schrieb die 19-minütige Version The Scandalous Sex Suite, die in drei musikalische Abschnitte untergliedert ist. Dabei übernahm die Schauspielerin Kim Basinger einige Backing Vocals und eine Vielzahl von Gestöhne.[19] Die Maxisingle The Scandalous Sex Suite wurde am 1. Dezember veröffentlicht. Ferner wollte Prince, dass Basinger die Hauptrolle in seinem Film Graffiti Bridge (1990) übernimmt, was diese jedoch ablehnte.[21]

Am 18. Mai 1990 erschien als fünfte und letzte Single The Future, die nur in Europa ausgekoppelt wurde. The Future ist die erste Prince-Single, die als A-Seite in einer Remix-Version und nicht als (verkürzte) Album-Version zu hören ist. William Orbit war für den Remix zuständig und B-Seite ist der Song Electric Chair.[22]

Musikvideos[Bearbeiten]

Obwohl fünf Songs vom Album Batman als Single ausgekoppelt wurden, sind nur zu den drei Songs Batdance, Partyman und Scandalous Musikvideos gedreht worden. Regisseur der Videos von Batdance und Partyman ist Albert Magnoli, damaliger Manager von Prince und Regisseur des Films Purple Rain (1984). Bildmaterial vom Film Batman wurde in Prince’ Musikvideos nicht verwendet.[17]

Das Musikvideo zu Batdance wurde am 27. und 28. Mai 1989 in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) gedreht. Die Choreografie stammt von Barry Lather, der 15 Batman-, Joker- und Vicki Vale-Tänzer für das Musikvideo engagierte. Prince kreierte für dieses Musikvideos eine eigene Handlung und tritt als Person Gemini auf. Abgesehen von der Albumversion, die als Musikvideo existiert, sind noch zwei weitere Videos zu Batdance produziert worden; zu einem als The Batmix, zum anderen als Vicki Vale Mix. Beide Musikvideos sind offizielle Musikvideos und keine Bootlegs, wie zum Teil angenommen wird.[17][10]

Am 14. August 1989 wurde das Musikvideo zu Partyman in den Culver Studios in Los Angeles (US-Bundesstaat Los Angeles) gedreht. Erstmals treten Candy Dulfer und Schlagzeuger Michael Bland in Prince’ Begleitband auf, der im Jahr 1991 eines der Gründungsmitglieder von The New Power Generation war. Prince selbst tritt im Musikvideo abermals in Person des Gemini auf. In der Rahmenhandlung des Musikvideos kommt Gemini gerade noch rechtzeitig zu einer Feier, bevor sich die Gäste auf dieser zu Tode langweilen. Doch da alle Gäste der Feier Wasser trinken, das Gemini zuvor vergiftet hatte, sind am Schluss des Videos alle Gäste verstorben. Das Musikvideo von Partyman ist in der Maxiversion The Video Mix des Songs gedreht worden. Am Ende des Musikvideos zu Partyman verkündet Gemini „This ain’t over yet“ (dt.: „Dieses ist noch nicht vorbei“). Doch bis heute (Stand: 2014) trat Gemini nicht mehr in Erscheinung.[17][23]

Das darauffolgende Musikvideo zu Scandalous ist sehr schlicht gehalten; Prince tritt in einem Studio auf, tanzt und reibt sich vor einem Mikrofonständer – visuelle Ablenkungen von seinem Auftritt gibt es nicht. Im Musikvideo trägt er einen roten Overall, den er auch auf dem Cover der Single anhat.[17]

Coverversionen[Bearbeiten]

Vereinzelt nahmen Musiker Coverversionen von Songs des Albums Batman auf; The Future coverte David Byrne im Jahr 1994, Uwe Schmidt unter seinem Pseudonym Lassigue Bendthaus im Jahr 2000, Ugress 2008 und AboutNZo im Jahr 2011. Electric Chair nahmen JPWeb im Jahr 2003, Wallace Roney & Kenny Garrett mit Bob Belden für das Label Blue Note Records im Jahr 2006 und Divine Reich im Jahr 2007 neu auf. The Arms of Orion wurde von Keff McCulloch im Jahr 1991, von Bob Belden 1994 und vom Soundstar Orchestra im Jahr 2003 neu aufgenommen. Partyman coverte Shango im Jahr 1995. Trust coverte auch Keff McCulloch im Jahr 1991. Scandalous wurde von Danny Elfman im Jahr 1989 und von Ryō Kawasaki im Jahr 1994 neu interpretiert. Batdance wurde vom Allen Toussaint Orchestra im Jahr 1989, vom Andromeda Project 1990 und von Scoobie Do im Jahr 2006 neu aufgenommen.[24][25][26][27]

Nude-Tour[Bearbeiten]

Prince live auf seiner Nude-Tour im Jahr 1990
Typische Setlist der Nude-Tour 1990[28]
  1. DAT Intro
  2. The Future
  3. 1999
  4. Housequake
  5. Sexy Dancer
  6. Kiss
  7. I’m in the Mood
    (1951 von John Lee Hooker geschrieben)
  8. Purple Rain
  9. Take Me with U
  10. Alphabet St.
  11. The Latest Fashion
    (erst auf dem Album Graffiti Bridge (1990) veröffentlicht)
  12. It Takes Two
    (1988 von Rob Base und DJ E-Z Rock geschrieben)
  13. The Question of U
    (erst auf dem Album Graffiti Bridge (1990) veröffentlicht)
  14. Electric Man
  15. Controversy
  16. Ain’t No Way
    (1968 von Aretha Franklin gesungen)
  17. Nothing Compares 2 U
  18. Batdance
  19. Partyman
  20. Baby, I’m a Star
  21. Respect
    (1965 von Otis Redding geschrieben)
  22. We Can Funk
    (erst auf dem Album Graffiti Bridge (1990) veröffentlicht)
  23. Make it Funky
    (1971 von James Brown geschrieben)
Autor aller Songs ist Prince, sofern nicht anders angegeben

Ein Jahr nach dem das Album Batman erschien ging Prince auf Welttournee, die er Nude (englisch für Akt) Tour nannte. Es war das erste mal in seiner Karriere, dass Prince auf Tournee ging, ohne ein neues Album veröffentlicht zu haben; Batman erschien im Juni 1989 und das Nachfolgealbum Graffiti Bridge erst Ende August 1990. Der europäische Teil der Nude-Tour begann am 2. Juni 1990 in Rotterdam im Feijenoord-Stadion und endete am 24. August in London in der Wembley Arena. Prince gab 51 Konzerte in Europa und vom 30. August bis zum 10. September 1990 fünf Konzerte in Japan. Insgesamt besuchten die 56 Konzerte 900.000 Menschen. Die Kapazität der Arenen betrug zwischen 5.000 und 15.000 Plätzen – vereinzelt trat Prince auch in Stadien mit einer größeren Zuschauerkapazität auf. Da im Sommer 1990 neben Prince unter anderem David Bowie, Madonna, The Rolling Stones und Tina Turner auf Tournee waren, waren mehrere Prince-Konzerte nicht ausverkauft und wurden in kleinere Hallen verlegt. Die Konzertlänge betrug im Durchschnitt 90 Minuten, teilweise aber auch 80-115 Minuten.[28]

Die Begleitband von Prince bestand während der Nude-Tour aus folgenden Mitgliedern:

  • Michael Bland – Schlagzeug
  • Miko Weaver – Akustische Gitarre
  • Levi Seacer Jr. – Bass
  • Rosie Gaines – Keyboard und Gesang
  • Doctor Fink (bürgerlich: Matthew Robert Fink) – Keyboard
  • Tony Mosley – Tänzer und Rapper
  • Kirk Johnson – Tänzer
  • Damon Dickson – Tänzer

Im November 1989 bekam Candy Dulfer das Angebot, Prince’ Begleitband beizutreten und ihn als Saxophonistin auf der Nude-Tour zu begleiten. Ferner hätte sie eine kleine Nebenrolle im Prince-Film Graffiti Bridge spielen können. Dulfer lehnte diese Angebote jedoch ab, da sie Ende 1989 – gemeinsam mit David A. Stewart – mit Single Lily Was Here erfolgreich war, was ihr einen Schallplattenvertrag als Solokünstlerin bei BMG Music Publishing einbrachte. Dulfer arbeitete schließlich an ihrem Debütalbum Saxuality und gründete die Band Funky Stuff.[20]

Tony Mosley fügte gelegentlich die Rap-Passage von dem damals noch unveröffentlichten Prince-Song The Flow (1992) zum Eröffnungssong The Future hinzu und Partyman beinhaltete gelegentlich die Songs The Humpty Dance (1990) von Digital Underground sowie Liedtext von What Have You Done for Me Lately (1986) von Janet Jackson. Ferner spielte Prince bei einigen Konzerten anstelle von Ain’t No Way und Nothing Compares 2 U die Songs A Song for You – 1970 von Leon Russel geschrieben – und Little Red Corvette (1982). Dagegen wurde When Doves Cry gelegentlich für Controversy (1981) gespielt und der Song Bambi (1979) wurde bei einigen Konzerten gespielt.

Als Vorgruppe des europäischen Teil der Nude-Tour agierten drei verschiedene Musiker; Mavis Staples, Jenny Morris und Lois Lane. Ursprünglich sollte von Anfang bis Nude-Tour-Ende Mavis Staples mit Begleitband als Vorgruppe spielen, aber ab Anfang Juni war sie verhindert, sodass die australische Sängerin Jenny Morris – in ihrer Begleitband waren Mitglieder von INXS – für Staples ausgewählt wurde. Alannah Myles und Candy Dulfer wurden ebenfalls als Alternativen in Erwägung gezogen, bekamen jedoch nicht den Zuschlag von Prince. Gegen Ende der Nude-Tour spielte schließlich die niederländische Band Loïs Lane als Vorgruppe, wobei der Perkussionist Martin Verdonk gelegentlich als Gast bei Prince auf der Bühne stand.[29]

Rosie Gaines, einzige Frau in Prince’ Begleitband, hatte Schwierigkeiten, sich der männlich-dominierten Bandmitglieder anzupassen; sie fühlte Spannungen im zwischenmenschlichen Bereich zwischen ihr und der Band. Die Zeit nach Konzertende verbrachte Gaines oftmals allein. Sie war der Meinung, dass ihr gegenüber verschiedene Bandmitglieder nachtragend gewesen waren, weil sie eine prominente Rolle auf der Bühne gehabt hatte. Zudem wurde sie aufgrund ihres Übergewichts verspottet und Bandmitglieder würden allgemein eine Umgebung erzeugen, in der sich nur sehr wenige Frauen wohlfühlten. Gaines äußerte ihre Bedenken gegenüber Gilbert Davison, ehemaliger Leibwächter und damaliger Manager von Prince, aber es änderte sich nichts. Nachdem Gaines schließlich damit drohte, die laufende Nude-Tour zu verlassen, reagierte Prince und Gaines konnte, gemeinsam mit Mavis Staples, in einem separaten Tourbus fahren.[29]

Rezeption[Bearbeiten]

Presse[Bearbeiten]

Die Kritiken zum Album fielen unterschiedlich aus; Stephen Thomas Erlewine von Allmusic vergab 3 1/2 von fünf möglichen Sternen und meinte, es seien „keine echten Klassiker auf dem Album vorhanden.“ Zudem neige das Album dazu, in der Versenkung zu verschwinden, nachdem man es gehört habe. („there are no true classics on the record, and it tends to evaporate in the memory after it's finished“)[12] Damon Wise von der britischen Zeitschrift Sounds schrieb, Batman sei „weniger ein Soundtrack als vielmehr ein psychotisches Melodram. Prince’ Batman findet vor einem Ein-Mann-Auditorium statt, und Prince übernimmt alle Rollen.“[13] Die US-Tageszeitung Detroit Free Press hob den kommerziellen Aspekt des Albums in den Vordergrund und schrieb: „Heilige Hit Singles, Batman! Prince hat es wieder geschafft!“ („Holy hit singles, Batman! Prince has done it again!“)[11] Für John Parales vom US-Musikmagazin Rolling Stone drängte sich der Verdacht auf, dass Prince einige Songs nicht gezielt für den Kinofilm Batman geschrieben habe. Dennoch gab Parales 3 1/2 von fünf möglichen Sternen.[11]

Roger Morton von der britischen Musikzeitschrift New Musical Express lobte das Album Batman sehr; obwohl auf dem Album keine Songs wie beispielsweise Kiss oder Alphabet St. seien, sei dennoch ausreichend „Brillanz“ vorhanden, um das Album zu einem „Triumph“ zu machen. (“enough flashes of brilliance to make this a triumph.) Morton vergab neun von zehn möglichen Sternen.[14] Rick Shefchik von der US-amerikanischen Zeitung St. Paul Pioneer Press vergab die Höchstanzahl von vier möglichen Sternen und war der Meinung, Prince habe in den fünf Jahren nach Purple Rain (1984) vermutlich bessere individuelle Songs wie beispielsweise Kiss, Sign o’ the Times oder I Could Never Takte the Place of Your Man geschrieben, aber kein besseres, in sich geschlosseneres Album wie Batman veröffentlicht. („Prince has probably released better individual songs („Kiss,“ „Sign O' the Times“ and „I Could Never Take the Place of Your Man“ come to mind) in the five years since „Purple Rain,“ but he hasn't made a more cohesive, compelling album.“) Zudem meinte Shefchik, Batman könne „der neue Höhepunkt“ in Prince’ Karriere sein.[14]

Charts[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen [30]
DE AT CH UK US
1989 Batman 3
(25 Wo.)
3
(20 Wo.)
1(2)
(19 Wo.)
1(1)
(22 Wo.)
1(6)
(34 Wo.)

Batman wurde international mehrfach mit Gold- und Platinstatus ausgezeichnet und wurde weltweit ungefähr 4,5 Millionen mal verkauft. (Stand: 2010)[18][31]

  • in Deutschland Gold für 250.000 verkaufte Exemplare,[32]
  • in der Schweiz Gold für 25.000 verkaufte Exemplare,[33]
  • in England Platin für 300.000 verkaufte Exemplare,[34]
  • in den USA 2x Platin für 2.000.000 verkaufte Exemplare[35]
Jahr Titel Chartpositionen [30]
DE AT CH UK US
1989 Batdance 10
(19 Wo.)
17
(14 Wo.)
1(4)
(16 Wo.)
2
(12 Wo.)
1(4)
(18 Wo.)
1989 Partyman 32
(11 Wo.)
25
(5 Wo.)
14
(6 Wo.)
18
(10 Wo.)
1989 The Arms of Orion 27
(7 Wo.)
36
(14 Wo.)
1989 Scandalous! 17
(2 Wo.)
n.v.
1990 The Future 39
(9 Wo.)
15
(8 Wo.)
n.v. n.v.
  • Batdance erreichte in den USA Platinstatus für 1.000.000 verkaufter Singles und in England Silberstatus für 200.000 verkaufter Singles.[18][34]
  • Partyman erreichte in den USA Goldstatus für 500.000 verkaufter Singles.[19]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Begleitheft der CD Batman von Prince, Warner Bros. Records, 1989
  2. Uptown (2004), Seite 381
  3. Draper (2011), Seite 100
  4. a b c d Uptown (2004), Seite 103
  5. a b Hahn (2006), Seite 200
  6. a b Uptown (2004), Seite 104
  7. http://www.annafantastic.net/About_Me.html
  8. Uptown (2004), Seite 381
  9. Begleitheft der CD Rave Un2 The Joy Fantastic von O(+>, BMG Arista / NPG Records, 1999
  10. a b Uptown (2004), Seite 105
  11. a b c Draper (2011), Seite 101
  12. a b http://www.allmusic.com/album/batman-mw0000201633
  13. a b c Ewing (1994), Seite 87
  14. a b c http://princetext.tripod.com/r_batman.html
  15. http://www.princevault.com/index.php/Album:_Batman
  16. Thorne (2012), Seite 226–227
  17. a b c d e Uptown (2004), Seite 624
  18. a b c Uptown (2004), Seite 106
  19. a b c Uptown (2004), Seite 108
  20. a b c Uptown (2004), Seite 109
  21. Seibold (1991), Seite 76
  22. http://www.princevault.com/index.php/Single:_The_Future
  23. Uptown (2004), Seite 107
  24. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDiscover the original. In: Coverinfo.de. Abgerufen am 18. Januar 2013 (Bei „Suche“ Prince eingeben).
  25. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSecondHandSongs – a cover songs database. Abgerufen am 15. Januar 2013 (englisch).
  26. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatWho sampled – Exploding and discussing the DNA of music. Abgerufen am 15. Januar 2013 (englisch).
  27. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPrinceCovers – The Online Database for covered Prince-Songs. Abgerufen am 18. Januar 2013 (englisch).
  28. a b Uptown (2004), Seite 112
  29. a b Uptown (2004), Seite 113
  30. a b Chartquellen: DE AT CH UKUS
  31. Brown (2010), Seite 165
  32. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMusikindustrie – Gold & Platin. Abgerufen am 15. Januar 2013.
  33. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSwisscharts 1989. Abgerufen am 15. Januar 2013.
  34. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBPI – Certified Awards Search. Abgerufen am 15. Januar 2013 (englisch).
  35. http://www.riaa.com/goldandplatinumdata.php?table=SEARCH_RESULTS&artist=Prince%20&format=ALBUM&go=Search&perPage=50