Sign o’ the Times (Album)

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Sign "☮" the Times
Studioalbum von Prince
Veröffentlichung 30. März 1987
Aufnahme 15. März 1986 – 15. Januar 1987
Label Warner Bros. Records / Paisley Park Records
Format Doppel-CD, Doppel-LP
Genre R&B, Dance, Funk, Jazz, Pop, Rock, Soul
Anzahl der Titel 16
Laufzeit 79:59

Besetzung

  • Prince – Alle Songs wurden von Prince produziert, arrangiert, komponiert und vorgetragen. Seine Bandmitglieder ergänzten die Aufnahmen folgendermaßen:[1]
  • Eric Leeds – Saxophon in Housequake, Slow Love, Hot Thing, It’s Gonna Be a Beautiful Night und Adore
  • Atlanta Bliss – Trompete in Slow Love, It’s Gonna Be a Beautiful Night und Adore
  • Sheila E. – Schlagzeug und Perkussion in U Got the Look, Perkussion und Transmississippirap in It’s Gonna Be a Beautiful Night
  • Lisa Coleman – Backing Vocals in Slow Love, Sitar und Holzflöte in Strange Relationship
  • Wendy Melvoin – Backing Vocals in Slow Love, Gitarre in Slow Love, Tamburin und Congas in Strange Relationship
  • Susannah MelvoinBacking Vocals in Play in the Sunshine, Starfish and Coffee und It’s Gonna Be a Beautiful Night
  • Gilbert Davison, Coke Johnson, Todd Hermann, Susan Rogers, Mike Soltys, Brad Marsh und „The Penguin“ – Backing Vocals in Housequake
  • Clare FischerArrangement des Streichorchesters in Slow Love
  • Sheena EastonDuett-Partnerin von Prince in U Got the Look
  • Jill Jones – Backing Vocals in It’s Gonna Be a Beautiful Night
  • Mico Weaver (Mico wurde zuvor mit k anstatt c geschrieben) – Gitarre in It’s Gonna Be a Beautiful Night
  • Greg Brooks, Wally Safford, Jerome Benton und „6000 Wonderful Parisians“ – Backing Vocals in It’s Gonna Be a Beautiful Night
  • Toningenieur – Susan Rogers, Coke Johnson, Prince
  • Mastering – Bernie Grundman
  • Fotografie – Jeff Katz
  • Artdirector – Laura LiPuma
  • Bob Cavallo, Joe Ruffalo, Steve Fargnoli – Persönliches Management von Prince
Produktion Prince
Studio Sunset Sound (Los Angeles)
Dierks Studio Mobile Trucks
(mobiles Tonstudio)
Chronologie
Parade
(1986)
Sign "☮" the Times Lovesexy
(1988)
Singleauskopplungen
18. Februar 1987 Sign "☮" the Times
6. Mai 1987 If I Was Your Girlfriend
14. Juli 1987 U Got the Look
3. November 1987 I Could Never Take the Place of Your Man

Sign o’ the Times (stilisiert als Sign "☮" the Times; englisch für Zeichen der Zeit) ist das neunte Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince. Es erschien als Doppelalbum am 30. März 1987 bei dem Label Warner Bros. Records / Paisley Park Records. Ursprünglich nahm Prince ein Dreifachalbum mit 22 Songs namens Crystal Ball auf, musste dieses aber auf Wunsch von Warner Bros. Records auf ein Doppelalbum mit 16 Songs reduzieren und benannte es in Sign "☮" the Times um.

Als Gastmusiker wirken Clare Fischer, Jill Jones, Lisa Coleman, Wendy Melvoin, Susannah Melvoin, Sheena Easton und Sheila E. mit. Sign "☮" the Times war kommerziell erfolgreich und konnte international in diversen Ländern Gold- und Platinstatus erreichen.

Nach Ansicht von Kritikern stellt Sign "☮" the Times einen Höhepunkt des musikalischen Schaffens von Prince dar; er verknüpft auf dem Album verschiedene Musikstile aus den Genres R&B, Dance, Funk, Jazz, Pop, Rock und Soul miteinander. 2017 wurde Sign "☮" the Times in die Grammy Hall of Fame aufgenommen.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte März 1986 hatte sich Prince ein Tonstudio in sein Privathaus in Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota) einbauen lassen. Das neue Heimstudio bot genügend Platz für Songaufnahmen einer Musikband. Toningenieurin Susan Rogers meinte: „Es war ein Weltklasse-Studio. Wir hätten wirklich mit jedem beliebigen konkurrieren können. Im Gegensatz zum vorherigen Haus hatte dieses sogar ein kleines Zusatzstudio, wo man Schlagzeug und Klavier aufstellen konnte.“[2] In den vorangegangenen Jahren hatte Prince für Band-Studioaufnahmen aus Platzgründen auf andere Musikstudios ausweichen müssen.

Bereits am 14. März 1983 nahm Prince den Song Strange Relationship auf, den er damals in seinem privaten Tonstudio namens Kiowa Trail Home Studio in Chanhassen (US-Bundesstaat Minnesota) einspielte.[3] Im Laufe der Jahre überarbeitete er, gemeinsam mit Wendy Melvoin und Lisa Coleman, den Song immer wieder und platzierte ihn letztendlich auf dem Album Sign "☮" the Times.

Drei Jahre später nahm Prince am 15. März 1986 mit The Ballad of Dorothy Parker den ersten Song in seinem neuen Heimstudio in Minneapolis auf,[4] Starfish and Coffee spielte er dort am 20. April ein.[5] Vom 3. Mai bis zum 11. Mai 1986 buchte Prince das Tonstudio Sunset Sound in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) und nahm am letzten Tag den Song It auf.[6] Slow Love spielte er am 4. Juni in seinem Heimstudio ein.[5] Vom 12. Juli bis zum 18. Juli 1986 mietete Prince erneut das Sunset Sound und nahm am 13. Juli The Cross auf und am 15. Juli das Titelstück Sign "☮" the Times.[5] Zudem überarbeitete er am 16. Juli den Song I Could Never Take the Place of Your Man, den er ursprünglich im Jahr 1982 geschrieben hatte.[7] Am 6. August 1986 nahm Prince in seinem Heimstudio Hot Thing auf und einen Tag später Forever in My Life[5]

Vom 12. August bis zum 9. September 1986 war er mit seiner Parade-Tour weltweit unterwegs, die er mit The Revolution absolvierte. Am 25. August spielte Prince in Paris im Zénit den Song It’s Gonna Be a Beautiful Night, und ließ diesen mitschneiden.[7]

Als Prince wieder in Minneapolis war nahm er am 16. September 1986 in seinem Heimstudio den Song Shockadelica auf,[8] der als B-Seite von der im Mai 1987 veröffentlichten Singleauskopplung von If I Was Your Girlfriend dient. Während Prince in dieser Zeit in seinem Heimstudio arbeitete, erhielt er einen Telefonanruf von Produzent Quincy Jones. Dieser fragte, ob Prince zusammen mit Michael Jackson den Titelsong zu dessen neuem Album Bad (1987) im Duett singen wolle. Toningenieurin Susan Rogers erzählte: „Prince war begeistert, dass er gefragt worden war, aber er sagte zu mir ‚Ich mach’ halt solches Zeug nicht‘.“[9] Jones erinnerte sich hingegen folgendermaßen: „Prince kam ins Studio, hörte den Song und ging. Michael mußte alleine singen.“[10] Zudem wollte Jacksons damaliger Manager Frank DiLeo (* 23. Oktober 1947; † 24. August 2011)[11] Musikpromotion veranstalten, in der Jackson und Prince als Konkurrenten dargestellt werden, was Interesse an dem Song und dem gleichnamigen Album erzeugen sollte. Ferner sollten Jackson und Prince gemeinsam im Musikvideo zur Single Bad auftreten. Stattdessen bot Prince an, den Song Wouldn’t You Love to Love Me? zum Album Bad beizusteuern, was Jackson jedoch ablehnte. Schließlich gab Prince das Stück an die Sängerin Taja Sevelle weiter, die es im Jahr 1987 auf ihrem Album veröffentlichte.

Anfang Oktober 1986 flog Prince wieder nach Los Angeles, um dort für drei Monate weitere Songs im Studio Sunset Sound aufzunehmen. Saxophonist Eric Leeds und Trompeter Atlanta Bliss versahen einige Songs mit Bläser-Overdubs und Jill Jones wurde für mehrere Songs als Background-Sängerin engagiert. In den ersten zwei Wochen war Prince damit beschäftigt, Songs für andere Interpreten zu schreiben. Unter dem Pseudonym „Joey Coco“ nahm Prince unter anderem Songs für Kenny Rogers, Deborah Allen und Nona Hendryx auf. Zudem schrieb er einen Song namens Emotional Pump für Joni Mitchell, die den Song aber ablehnte und später kommentierte: „Ich rief ihn [Prince] an und sagte ‚Ich kann das nicht singen‘“.[12] Das Stück ist bis heute (2018) unveröffentlicht.

Camille[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte Oktober arbeitete Prince wieder für eigene Projekte und nahm am 18. Oktober 1986 den Song Housequake auf.[5] Mit Hilfe technischer Geräte veränderte er die Tonhöhe seiner Stimme und kreierte damit ein Alter Ego namens „Camille“, was als Pseudonym diente und als Alter Ego von ihm – seine böse Seite – interpretiert wird.[13] Toningenieur war dabei Coke Johnson, da Susan Rogers Urlaub hatte.[14] Innerhalb von zehn Tagen nahm Prince fünf weitere Songs auf – alle mit seinem neuen „Camille“-Gesang, darunter eine von ihm überarbeitete Version von Strange Relationship sowie Rebirth of the Flesh und am 2. November If I Was Your Girlfriend.[5][15]

Am 5. November 1986 stellte Prince ein neues Album fertig, das er Camille nannte. Alle Songs dieses Albums sind im beschleunigten Gesang vorgetragen. Das Album erhielt von Warner Bros. Records bereits eine Katalognummer und sollte im Januar 1987 veröffentlicht werden. Als erste Single sollte Shockadelica mit Housequake als B-Seite ausgekoppelt werden. Die Tracklist des geplanten Albums Camille war folgende:[15]

Camille (5. November 1986)
  1. Rebirth of the Flesh
  2. Housequake
  3. Strange Relationship
  4. Feel U Up
    (1989 B-Seite der Prince-Single Partyman)
  5. Shockadelica
  6. Good Love
  7. If I Was Your Girlfriend
  8. Rockhard in a Funky Place
Autor aller Songs ist Prince

Crystal Ball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Album Camille wurde jedoch nicht veröffentlicht und Prince verfolgte das Projekt nicht weiter. Stattdessen nahm er im Sunset Sound am 19. November 1986 Adore[7] auf und am 22. November Play in the Sunshine.[5] Außerdem überarbeitete er die Liveversion von It’s Gonna Be a Beautiful Night; Prince ergänzte neue Textzeilen, Sheila E. sang den Transmississippirap ein und spielte nachträglich Perkussion ein. Jill Jones und Susannah Melvoin sangen nachträglich Backing Vocals ein. Zudem wurden Eric Leeds und Atlanta Bliss aus Minneapolis eingeflogen, um ihre Instrumentalparts bei diesem Song und bei Adore aufzunehmen.[16] Am 30. November 1986 stellte Prince der Schallplattenfirma Warner Bros. Records ein neues Dreifachalbum mit 22 Songs fertig, das er Crystal Ball nannte. Die Tracklist war folgende:[17]

Crystal Ball (30. November 1986)

– Seite 1 –

  1. Rebirth of the Flesh (bis heute (2018) unveröffentlicht)
  2. Play in the Sunshine
  3. Housequake
  4. The Ballad of Dorothy Parker

– Seite 2 –

  1. It
  2. Starfish and Coffee
  3. Slow Love
  4. Hot Thing

– Seite 3 –

  1. Crystal Ball
    (1998 als Titelstück des gleichnamigen Prince-Albums veröffentlicht)
  2. If I Was Your Girlfriend
  3. Rockhard in a Funky Place (1994 auf Black Album veröffentlicht)

– Seite 4 –

  1. The Ball (1988 überarbeitet als Eye No auf Lovesexy veröffentlicht)
  2. Joy in Repetition (1990 auf Graffiti Bridge veröffentlicht)
  3. Strange Relationship
  4. I Could Never Take the Place of Your Man

– Seite 5 –

  1. Shockadelica (1987 B-Seite von If I Was Your Girlfriend)
  2. Good Love
    (1988 auf dem Soundtrack Bright Lights, Big City und
    1998 auf dem Prince-Album Crystal Ball veröffentlicht)
  3. Forever in My Life
  4. Sign "☮" the Times

– Seite 6 –

  1. The Cross
  2. Adore
  3. It’s Gonna Be a Beautiful Night
Autor aller Songs ist Prince

Mo Ostin, damaliger Vorstandsvorsitzender von Warner Bros. Records, besuchte Prince in Los Angeles im Studio Sunset Sound und hörte sich das Album Crystal Ball an. Anschließend beriet er sich mit Prince und Steve Fargnoli (1949–2001),[18] einem von Prince’ damaligen Managern. Ostin zeigte sich skeptisch und äußerte Zweifel an einer Veröffentlichung eines Dreifachalbums. Toningenieurin Susan Rogers beschrieb die Situation folgendermaßen: „Prince und Mo hatten gegenseitigen Respekt. Mo sagte zu Prince ‚Ich respektiere Ihre Vision, aber sie wird schlichtweg nicht funktionieren. Sie wird schwer zu verkaufen sein.‘ […] Natürlich war Prince sehr sehr enttäuscht.“[19] Prince’ damaliger Tourmanager Alan Leeds – Bruder von Saxophonist Eric Leeds – war zwar von einigen Songs beeindruckt, doch über eine Veröffentlichung von Crystal Ball als Dreifachalbum war er ebenfalls wenig begeistert und sagte: „Man musste zumindest damit rechnen, dass Fans und Kritiker negativ reagieren würden. Zwar hätten sich die Hardcorefans sicher über so einen Berg neuen Materials gefreut, aber davon abgesehen hatte diese Sache kaum Vorteile.“[20]

Warner Bros. Records bestand darauf, dass Prince das Dreifachalbum auf ein Doppelalbum reduzieren müsse. „Es gab zahllose Meetings, es wurde viel gebrüllt und viel genervt. Es war sehr, sehr unangenehm“, erinnerte sich später Alan Leeds über die Diskrepanzen zwischen Prince und Warner Bros. Records.[20] Prince kürzte schließlich das Album Crystal Ball, strich sieben Songs, änderte die Reihenfolge der Songs und benannte das Album in Sign "☮" the Times um.

Am 21. Dezember 1986 nahm Prince mit U Got the Look den letzten Song für das neue Album im Sunset Sound auf.[5] Als Sheena Easton überraschend im Tonstudio erschien, nutzte er diese Gelegenheit, um mit ihr den Song zusammen als Duett einzusingen. Am 15. Januar 1987 wurde das Doppelalbum Sign "☮" the Times im Sunset Sound fertiggestellt,[21] und Prince integrierte im Albumtitel ein Friedenszeichen anstelle des Wortes „of“.[22]

Gestaltung des Covers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schallplattencover zeigt einen Hintergrund aus Schrott, wie beispielsweise ramponierte Musikinstrumente und Verstärker, verblühte Blumen, kaputtes Spielzeug und Neonwerbeschilder, auf denen Schlagwörter wie „Girls, Girls, Girls“ oder „Arcade“ zu lesen ist. Rechts außen des Covers ist im Vordergrund das halbe Gesicht von Prince verschwommen zu sehen. Die Farbgestaltung des Covers ist größtenteils in Pfirsichtönen gehalten.[23]

Im Gegensatz zum Booklet[24] beinhaltet die Innenhülle des Doppelalbums zwei weitere Fotos von Prince, wobei auf einem auch die Tänzerin Cat abgebildet ist. Das Schallplattencover der Doppel-LP wurde nicht als Klappcover gestaltet; die zwei LPs werden, wie bei einer Single-LP, in eine Öffnung hinein geschoben.[25] Die Liedtexte der einzelnen Songs von Sign "☮" the Times sind sowohl im Booklet als auch in der LP-Ausgabe abgedruckt.

In den Liner Notes erwähnt Prince ein Stofftier mit Namen „The Penguin“ (dt.: „Der Pinguin“); dieser wurde als Running Gag während der Albumaufnahmen benutzt und bekam immer der jeweilige Toningenieur “als Strafe”, der kurzzeitig eingeschlafen ist. Aufgrund von Prince’ ungewöhnlichen Arbeitszeiten war es seinen Toningenieuren nicht immer möglich gewesen, permanent wach zu bleiben.[26]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prince vereint auf dem Doppelalbum die Musikstile, die unter anderem seine ersten acht Alben charakterisieren; Pop, Rock, Funk, Soul, R&B gepaart mit Elektronische Tanzmusik und Electronica. Zudem sind bei einigen Songs vom Sign "☮" the Times-Album Einflüsse von Jazz zu hören.[27][28][29][30][31] Bei den Songs Sign "☮" the Times und It benutzte Prince als Schlagzeug das Fairlight CMI, ansonsten vertraute er dem Linn LM-1.[26]

In den Liedtexten befasst sich Prince mit Themen, die er zuvor in seinen Alben ebenfalls behandelte; zwischenmenschliche Beziehungen, Liebe und sexuelle Anspielungen.[23][32] Neben seinem charakteristischen Falsettgesang benutzt er auch tiefere Stimmlagen. Prince’ Pseudonym „Camille“ ist als Hauptsänger bei den vier Songs Housequake, U Got the Look, If I Was Your Girlfriend und Strange Relationship angegeben;[24] durch einen Pitch-Shifting-Effekt wirkt Prince’ Stimme etwas höher und schneller als üblich.

Das Titelstück Sign "☮" the Times ist aus den Musikgenres Rock und Funk, gepaart mit Blues-angehauchten Gitarrenlicks. Den Liedtext trägt Prince im Sprechgesang vor, wobei die Worte von ihm in einem ausdruckslosen, matten Tonfall angestimmt werden. Er befasst sich mit gesellschaftskritischen Themen, die jedoch nicht repräsentativ für das Doppelalbum sind. Beispielsweise nimmt Prince Bezug auf AIDS, Drogenkonsum, Jugendbanden, Armut und Bombenneurosen. Zudem thematisiert er die Challenger-Katastrophe aus dem Jahr 1986.[33][34][35]

Play in the Sunshine ist ein Partysong aus dem Genre Psychedelic Rock und im Liedtext zelebriert Prince Party machen, Tanzen sowie die Freude am Leben zu sein; er wolle Spaß haben, als wäre es das letzte Mal.[35][36][37]

Housequake stammt aus dem Bereich Funk und die Horn-Riffs erinnern an Maceo Parker und Fred Wesley, als diese früher bei James Brown in der Band spielten. Die zuweilen chaotische Party-Atmosphäre erinnert dagegen an George Clintons Bands Parliament und Funkadelic. Der Liedtext ähnelt inhaltlich Play in the Sunshine.[36]

Aufgrund eines technischen Defekts erhielt die Ballade The Ballad of Dorothy Parker einen zuweilen gedämpften Klang; als Prince und seine damalige Toningenieurin Susan Rogers an dem bereits aufgenommenen Song feilten, kam es – aufgrund eines Schneesturms – währenddessen zu einem Stromausfall. Rogers stellte später fest, dass das Mischpult nur mit halb so viel Watt gelaufen war wie empfohlen. Daher wurden dem Song Höhen genommen. Der Liedtext handelt von einer blonden Kellnerin namens „Dorothy Parker“, bei der Prince mittels einer anonymen Affäre Trost sucht. Prince’ damaligen Freundin Susannah Melvoin – Zwillingsschwester von Wendy Melvoin – inspirierte ihn zum Liedtext, als er den Song nach einem Streit mit Susannah Melvoin aufnahm. Ferner singt Prince eine Textzeile des Songs Help Me (1974) von Joni Mitchell ihres Albums Court and Spark. Mit der US-Schriftstellerin Dorothy Parker (1893–1967) hat The Ballad of Dorothy Parker nichts zu tun.[37][38][39]

Der Song It ist aus dem Bereich Rock und Funk und Prince benutzte zum ersten Mal bei einem Song das Fairlight CMI als Schlagzeug anstatt als Keyboards – er nahm das Stück am 11. Mai 1986 auf. Der Liedtext handelt von Begierde und sexueller Anziehungskraft und besitzt sexuelle Anzüglichkeiten; Prince möchte „irgendwo“ und „die ganze Nacht“ Sex haben, sei es im Bett oder auf einer Treppe.[33][40]

Starfish and Coffee ist vom Britpop der 1960er Jahre beeinflusst. Der Song beginnt mit dem Klang eines schrillend klingenden Weckers, anschließend spielt Prince Klavier-Akkorde. Die im Liedtext von Prince genannte Frau mit Namen „Cynthia Rose“ war gemäß Susannah Melvoin im wahren Leben eine ehemalige Klassenkameraden von ihr.[35][36][41]

Slow Love ist eine Schlafzimmerballade aus dem Musikgenre Soul, die von Bläsern dominiert wird. Es ist der einzige des Albums, bei dem das Streichorchester von Clare Fischer zu hören ist. Prince’ Stimme bewegt sich zuweilen zwischen verschiedenen Oktaven hin- und her, und der Liedtext handelt von Liebe und Sex. Inspiriert wurde Prince von der britischen Sängerin Carole Davis (* 17. Februar 1958), mit der er im Jahr 1986 eine kurzzeitige Affäre hatte.[33][41][42][43] Davis wird in den Liner Notes als Koautorin vom Liedtext erwähnt.

Hot Thing ist dem Genre Funk zuzuordnen und beinhaltet ein sich wiederholendes Keyboardmotiv, das sowohl psychedelisch als auch fernöstlich klingt. Im Liedtext trifft Prince ein „kaum 21-jähriges Mädchen“, der er sexuelle Avancen macht.[30][44]

Die Melodie von Forever in My Life erinnert zuweilen an den Song Everyday People von Sly & the Family Stone aus dem Jahr 1969. Die Gospel-angehauchte Ballade besteht lediglich aus wenigen Gesangsspuren, einem Rhythmus, der auf dem Linn LM-1 erzeugt wurde und aus wenigen Gitarrenfiguren. Ein technischer Aufnahmefehler prägte den Song; bevor Prince mit dem Hauptgesang beginnen wollte, bat er Toningenieuren Susan Rogers, seinen zuvor aufgenommenen Begleitgesang zu dämpfen. Im Nachhinein stellte sich jedoch heraus, dass Prince mit seinem Hauptgesang zu spät angefangen hatte, sodass der Hauptgesang ein wenig hinter dem Rest der Musik hinterherhinkt. Doch diesen Effekt ließ Prince schließlich bei. Im Liedtext verspricht er, dass er bedeutungslose sexuelle Begegnungen aufgeben wolle.[36][45] John F. Kennedy, Jr. (* 1960; † 1999) ließ den Song auf seiner Hochzeit spielen.[40]

U Got the Look stammt aus dem Musikgenre Rock und Prince’ Gitarrenspiel erinnert zuweilen an jenes von dem Song Addicted to Love (1986) von Robert Palmer. Den Liedtext singt Prince im Duett mit Sheena Easton und handelt von Begierde und sexueller Anziehungskraft.[35][36]

Der ruhige Song If I Was Your Girlfriend ist aus dem Bereich Rock und Funk. Ähnlich wie bei The Ballad of Dorothy Parker und Forever in My Life kam es bei dem Stück ebenfalls zu einem Aufnahmefehler; Susan Rogers nahm versehentlich einen Einstellungsfehler vor, der dazu führte, dass Prince’ Gesang zuweilen bei einigen Wörtern verzerrt klingt. „Ich dachte, er würde mir den Kopf abreißen“, erinnerte sie sich später. Doch Prince gefiel der Effekt und er veröffentlichte letztendlich diese Version auf dem Album. Im Liedtext sehnt sich er nach der entspannten Intimität unter Freundinnen und ließ sich dabei von dem Verhältnis inspirieren, das er bei den Zwillingen Susannah und Wendy Melvoin beobachtet hatte.[33][45][46]

Der Song Strange Relationship ist aus dem Genre Elektronische Tanzmusik und Popmusik. Im Liedtext erträgt der Protagonist nicht, wenn seine Geliebte glücklich ist. Doch ihre Traurigkeit beschäftigt ihn noch mehr – eine Hassliebe entsteht, aus der keiner der beiden als Sieger hervorgeht und für die er sich entschuldigen möchte.[47]

I Could Never Take the Place of Your Man ist ein Rocksong, der an Britpop und Surfmusik aus den 1960er Jahren erinnert. Im Liedtext erzählt Prince eine Kurzgeschichte-ähnliche Handlung; eine alleinerziehende Mutter, die erneut schwanger ist, wurde von ihrem Mann verlassen. Sie trifft Prince und möchte mit ihm eine neue Beziehung eingehen, was er aber ablehnt. Als Begründung singt er, zwar sei er für einen One-Night-Stand „qualifiziert“, aber nicht für eine langfristige Beziehung. Ihren Vorschlag, „Freunde sein zu können“, verweigert Prince mit der Begründung, „dass wir nicht befriedigt sein würden“.[30][36][48]

The Cross ist eine langsame Rocknummer, der den Hauch einer Hymne und ein verzerrtes Gitarrenmotiv besitzt. Im Liedtext beschreibt Prince die Qualen des Lebens auf Erden, die durch die Schönheit des Jenseits gelindert werden.[49][50]

It’s Gonna Be a Beautiful Night ist aus dem Genre Funk und Dance-Pop, der Liedtext handelt von Begierde und sexueller Anziehungskraft. Der Hintergrundchor zitiert den Gesang der Krieger der Bösen Hexe des Westens aus dem Film Der Zauberer von Oz (1939).[35][36][51]

Die R&B-Ballade Adore singt Prince hauptsächlich im Falsett. Nach dem Prince die beiden Alben Winner in You (1986) von Patti LaBelle und Give Me the Reason (1986) von Luther Vandross gehört hatte, inspirierte ihn dieses, Adore zu schreiben. Im Liedtext zeigt Prince einen reiferen Umgang mit Beziehungen und betont Hingabe und Engagement.[13][26][36]

Titelliste und Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titelliste
  1. Sign "☮" the Times – 4:56
  2. Play in the Sunshine – 5:05
  3. Housequake – 4:41
  4. The Ballad of Dorothy Parker – 4:01
  5. It – 5:09
  6. Starfish and Coffee – 2:50
    (Liedtext: Prince und Susannah Melvoin)
  7. Slow Love – 4:22
    (Liedtext: Prince und Carole Davis)
  8. Hot Thing – 5:40
  9. Forever in My Life – 3:30
  10. U Got the Look – 3:46
  11. If I Was Your Girlfriend – 4:59
  12. Strange Relationship – 4:01
  13. I Could Never Take the Place of Your Man – 6:28
  14. The Cross – 4:45
  15. It’s Gonna Be a Beautiful Night – 9:01
    (Musik: Prince, Doctor Fink und Eric Leeds)
  16. Adore – 6:31
Autor aller Songs ist Prince, sofern nicht anders angegeben[24][52]

Am 30. März 1987 erschien Sign "☮" the Times als Doppelalbum auf Schallplatte und als Kompaktkassette in Großbritannien, einen Tag später erschien das Album in den USA.[53] Später wurde Sign "☮" the Times als Doppel-CD auch auf Compact Disc veröffentlicht.

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von dem Album wurden vier Singles ausgekoppelt; als Vorabsingle erschien am 18. Februar 1987 Sign "☮" the Times, die auf 3:42 Minuten gekürzt worden ist.[54] Als B-Seite dient eine gekürzte Version von La, La, La, He, Hee, die zuvor unveröffentlicht. Prince nahm diesen Song Mitte Januar 1987 mit Sheena Easton auf.[55] If I Was Your Girlfriend wurde am 6. Mai 1987 ausgekoppelt und ist 3:46 Minuten lang.[56] Auf der B-Seite ist eine gekürzte Version von Shockadelica zu hören, die zuvor ebenfalls unveröffentlicht war.

Als dritte Singleauskopplung erschien am 14. Juli 1987 U Got the Look, die mit der Albumversion identisch ist.[57] Die B-Seite Housequake ist auf 3:24 Minuten gekürzt und wurde zensiert; anstatt „Bullshit“ singt Prince nur „Bull“. Als letzte Single wurde am 3. November 1987 I Could Never Take the Place of Your Man ausgekoppelt,[58] die auf 3:38 Minuten gekürzt worden ist. Als B-Seite wurde das Stück Hot Thing ausgewählt, das um zwei Minuten auf 3:40 gekürzt wurde.

Musikvideos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prince produzierte mit Sign "☮" the Times, U Got the Look und I Could Never Take the Place of Your Man drei Musikvideos zu Songs des Albums Sign "☮" the Times. Im Musikvideo zum Titelstück wird lediglich der Liedtext vom Song grafisch per Computeranimation dargestellt. Prince oder andere Personen treten nicht auf.[59]

U Got the Look zeigt Prince mit seiner Begleitband sowie Duettpartnerin Sheena Easton, wie der Song gemeinsam auf einer Bühne im Playback gesungen wird. Das Video wurde am 16. Juni 1987 in Paris in der Arena Palais Omnisports de Paris-Bercy während der Sign-o’-the-Times-Tour gedreht und ist auch im Konzertfilm Prince – Sign O’ the Times zu sehen. Regisseur war David Hogan.[59] Das Musikvideo zu I Could Never Take the Place of Your Man ist ebenfalls aus dem Konzertfilm entnommen und zeigt den Live-Auftritt von Prince am 27. Juni 1987 in Rotterdam im Ahoy Rotterdam.[59]

Zur Singleauskopplung If I Was Your Girlfriend wurde offiziell kein Musikvideo veröffentlicht; zwar kann auf verschiedenen Videoportalen ein Video, das auch aus dem Film Prince – Sign O’ the Times stammt, online angeschaut werden, aber dieses ist ohne Zustimmung von Prince oder Warner Bros. Records geschehen.

Coverversionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diverse Musiker aus den unterschiedlichsten Genres nahmen Coverversionen von Songs des Albums Sign "☮" the Times auf, wobei das Titelstück am häufigsten interpretiert wurde; dieses haben beispielsweise Billy Cobham (1987), Simple Minds (1989), Sex Mob (1998), The Ukrainians (1998), Heaven 17 (1999), Joy Denalane (2004), Sandy Mölling (2006), Chaka Khan (2007), Barbara Morgenstern (2011), Torun Eriksen (2013) und Steven Wilson (2014) neu aufgenommen.

Slow Love coverte Carole Davis (1989), I Could Never Take the Place of Your Man Goo Goo Dolls (1990), Jordan Knight (1999), Sigue Sigue Sputnik (1999), Soulounge (2003), Gob Squad (2004) und Eels (2006). Die erste deutschsprachige Version eines Prince-Titels nahm Michy Reincke im Jahr 1992 auf; seine Version Ich bin nicht Dein Mann basiert auf I Could Never Take The Place of Your Man.

Den Song U Got the Look nahm Gary Numan (1992) neu auf, und If I Was Your Girlfriend spielten TLC (1994), OP:L Bastards (2001), Eels (2008) und David Helbock (2012) neu ein. Zudem enthält der Song ’03 Bonnie & Clyde (2002) von Beyoncé und Jay Z Liedtext von If I Was Your Girlfriend.

The Cross wurde von Laibach (1996) und von Blind Boys of Alabama (2002) gecovert, Starfish and Coffee von Soulwax (1999) sowie von Renee Stahl featuring Maya Rudolph (2015). Außerdem nahm der belgische Musiker Bart Peeters im Jahr 2002 eine Version in flämischer Sprache mit Namen Zeester met Koffie des Titels auf.

Forever in My Life interpretierten Soulounge (2003), Adore TQ (2004) und The Ballad of Dorothy Parker Bob Belden (2005). Der Song L.M.L.Y.P. (1990) von Ween basiert auf Shockadelica, der B-Seite von If I Was Your Girlfriend[60][61][62]

Tournee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sign-o’-the-Times-Tour begann am 8. Mai 1987 in Stockholm im Johanneshovs Isstadion und endete am 29. Juni 1987 in Antwerpen im Sportpaleis. Die Tournee fand ausschließlich in Europa statt, umfasste 34 Konzerte und wurde von insgesamt ungefähr 350.000 Menschen besucht. Prince trat unter anderem erstmals in der Schweiz und in Österreich auf.[63][64] Sowohl die Konzerte am 27. und 28. Juni 1987 in Rotterdam in der Ahoy-Halle als auch das Abschlusskonzert in Antwerpen wurden gefilmt.[65] Ein Zusammenschnitt dieser Konzerte mit ergänzenden Szenen, die in Prince’ Paisley Park Studio in Chanhassen gedreht wurden, kam als Konzertfilm Prince – Sign O’ the Times im November 1987 in die US-amerikanischen Kinos. Eine typische Setlist der Sign-o’-the-Times-Tour bestand aus denjenigen Songs, die auch für den Konzertfilm aufgenommen wurden, ergänzt um die Top-Ten-Hits 1999, When Doves Cry, Let’s Go Crazy, Purple Rain und Kiss.

Die Konzertlänge variierte von 90 bis 110 Minuten und die Gesamtkosten der Bühnenproduktion betrugen etwa 250.000 US-Dollar,[66] damals ungefähr 450.000 DM.[67] Als Vorgruppe trat die Band Madhouse auf – ein Nebenprojekt von Prince; sie spielte für zirka 20 bis 30 Minuten.[68] Prince’ Begleitband während der Sign-o’-the-Times-Tour bestand aus folgenden Mitgliedern:[69]

  • Sheila E. – Schlagzeug
  • Doctor Fink (bürgerlich: Matthew Robert Fink) – Keyboard
  • Miko Weaver – Akustische Gitarre
  • Levi Seacer Jr. – Bass
  • Eric Leeds – Saxophon
  • Atlanta Bliss (bürgerlich: Matthew Blistan) – Trompete
  • Wally Safford – Tänzer und Backing Vocals
  • Greg Brooks (bürgerlich: Gregory Allen Brooks) – Tänzer und Backing Vocals
  • Boni Boyer (bürgerlich: Bonita Louisa Boyer) (* 28. Juli 1958; † 4. Dezember 1996)[70] – Keyboards
  • Cat (bürgerlich: Catherine Vernice Glover) – Tänzerin und Backing Vocals

Am 31. Dezember 1987 spielte Prince in seinem Paisley Park Studio ein Benefizkonzert, zu dem er Miles Davis als Gastmusiker eingeladen hatte. Davis trat beim Abschlusslied It’s Gonna Be a Beautiful Night für 34 Minuten auf. Saxofonist Eric Leeds beschrieb den Auftritt von Miles Davis folgendermaßen: „Wir waren so von Miles fasziniert, dass wir völlig übersahen, dass Prince uns einen Einsatz gab. Und Prince brüllte zu uns hinüber: ‚Hey, kennt ihr mich überhaupt noch?‘ Wir mussten alle lachen.“[71]

Aftershows[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem Jahr 1986 spielte Prince nach dem Hauptkonzert gelegentlich eine Aftershow, also ein weiteres Konzert nach Mitternacht. Seine Aftershows fanden in kleineren Musikclubs vor meist 300 bis 1.500 Zuschauern statt und Prince verzichtete auf die aufwendigen Bühnenshows, Choreografien und Lightshows seiner Hauptkonzerte. Zudem gestaltete er die Songauswahl anders und verzichtete oftmals auf seine Top-Ten-Hits. Höhepunkte mancher Aftershows waren Gastauftritte bekannter Musiker.

1987 spielte Prince bei 5 der 34 Konzerte von der Sign-o’-the-Times-Tour eine Aftershow. Dabei trat er am 13. Mai 1987 in Göteborg im Park Lane, am 15. Mai in Berlin im Quasimodo, sowie[72] am 21. Mai in München im Park Café auf.[73] Als musikalische Gäste spielten in München Steven Van Zandt und Prince’ Vater John L. Nelson. Zudem gab Prince auch am 29. Mai in Wien im U4 und am 15. Juni 1987 in Paris im New Morning eine Aftershow.[74]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Presse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Doppelalbum Sign "☮" the Times stellte nach Ansicht diverser Musikkritiker einen Höhepunkt des musikalischen Schaffens von Prince dar und einige verglichen es mit The White Album (1968) von The Beatles und Exile on Main St. (1972) von The Rolling Stones.[23] Vor allem in Europa bekam Sign "☮" the Times zum Teil hervorragende Rezeptionen.[75]

Ted Mico von der britischen Zeitschrift Melody Maker lobte Prince: „Der Mann ist wahrlich ein Genie. Hier finden sich Anspielungen auf die Temptations, ein Hauch Isaac Hayes, Spuren von Sly Stone und sogar Fußabdrücke von Robert Palmer.“ Charles Shaar Murray vom britischen Musikmagazin Q hob Prince‘ „Finesse“ und „Mut“ für seine „funkige Kantigkeit, die mitten in den weichen weißen Bauch des Pop hineinfährt“ heraus.[23][75] Kurt Loder vom US-Musikmagazin Rolling Stone beschrieb die Hälfte von Sign "☮" the Times als „brillant“, und die andere Hälfte als „einfach besser als neunzig Prozent der Sachen, die man im Radio hört“. Es gebe „wirklich niemanden wie Prince (obwohl es viele Leute zu sein versuchen), und er bleibt dieser seltene Pop-Art-Künstler, dem man das Wort Genie – oder Künstler – anhängen kann, ohne zu würgen.“ Insgesamt sei das Album „natürlich grandios“.[76] Das US-Magazin Time schrieb, Prince habe das Album mit einem „hypnotischen Hook“ versehen,[77] und Dennis Hunt von der überregionalen US-Tageszeitung Los Angeles Times meinte, das Album sei „meistens sehr gut“.[75]

Stephen Thomas Erlewine von Allmusic verteilte die Höchstpunktzahl von fünf Sternen und schrieb, Sign "☮" the Times falle „in die Tradition der gewaltigen, chaotischen Doppelalben wie The Beatles [The White Album] , Exile on Main St. und London Calling [(1979) von The Clash] – Alben, die wegen ihrer Überreichweite fantastisch sind.“[78] Der US-Musikjournalist Robert Christgau zeichnete das Album mit der Höchstnote A+ aus und bezeichnete Prince als „den begabtesten Popmusiker seiner Generation“.[79] Die US-Wochenzeitung The Village Voice wählte Sign "☮" the Times zum „Besten Album des Jahres“ 1987 und das Titelstück zur „besten Single des Jahres“.[75]

Es gab aber auch weniger enthusiastische Kritiken; beispielsweise schrieb Dieter Römer von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ): „Schmoren im eigenen Saft“. Zudem hielt er den „Spannungsabfall während einiger Stücke“ für „beträchtlich“. Sein Fazit lautete aber: „Krude Texte, Abzählreime, Gemeinplätze, Vulgärphilosophisches und Endlosvariationen einzelner Zeilen mischen sich mit eindrucksvollen Schilderungen wie im grandiosen Titelstück.“[80] Paolo Hewitt von dem britischen Magazin New Musical Express zeigte sich mit Lob ebenfalls zurückhaltender und meinte, das Album wirke lückenhaft, unausgeglichen und unvollendet.[75] Geoffrey Himes von der US-Tageszeitung The Washington Post schrieb, das Album sei „inkonsistent“,[75] und Bart Bull von der US-Musikzeitschrift Spin zeigte sich sogar sehr enttäuscht; er war der Meinung, das Album sei zum „wegschmeißen“ und die Songs „so liederlich“ dass es sich um „Outtakes“ handeln „könnte“.[75]

Musikerkollegen äußerten sich ebenfalls über Sign "☮" the Times; als Herbert Grönemeyer in den 1980er Jahren von der Musikzeitschrift Musikexpress danach gefragt wurde, welche Schallplatten er als Notration auf eine Insel mitnehmen würde, zählte er neun auf, darunter die Prince-Alben Sign "☮" the Times und das im Jahr 1986 erschienene Album Parade.[81] Joni Mitchell sagte über Prince: „Wie jeder Künstler ist er ständig getrieben – motiviert durch künstlerische Weiterentwicklung und Experimentierfreude, im Gegensatz zur ständigen Wiederholung einer einmal erfolgreichen Hitformel.“[80]

Nach Prince’ Tod im April 2016 rezensierten die Musikjournalisten Albert Koch und Thomas Weiland von der deutschen Musikzeitschrift Musikexpress das Album Sign "☮" the Times und gaben die Höchstpunktzahl von sechs Sternen. Sie schrieben unter anderem: „Wer sich fragt, welche von den unzähligen Prince-Veröffentlichungen denn nun wirklich die absolut unverzichtbare ist, findet hier die Antwort“. Auf dem Album brenne Prince „ein Feuerwerk ab“.[82] 30 Jahre nach dem Erscheinungsjahr von Sign "☮" the Times gab Sassan Niasseri im Jahr 2017 von der deutschen Ausgabe des Musikmagazins Rolling Stone viereinhalb von fünf Sternen. Er meinte, das Album gelte als „Prince’ Meisterwerk, weil er darin eine Vielzahl von Stilen vereinte“.[83]

Charts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[84][85]
DE AT CH UK US
1987 Sign "☮" the Times 11
(27 Wo.)
2
(26 Wo.)
1(1)
(24 Wo.)
4
(36 Wo.)
6
(57 Wo.)

Das Album Sign "☮" the Times verkaufte sich weltweit in etwa 3,2 Millionen Mal, wobei davon die Hälfte in den USA abgesetzt wurde.[86] International wurde das Album mehrfach mit Gold- und Platinstatus ausgezeichnet:

  • US: 1× Platin für 1.000.000 verkaufte Exemplare am 2. Juli 1987[87]
  • UK: 1× Platin für 300.000 verkaufte Exemplare am 1. September 1990[88]
  • DE: 1× Gold für 250.000 verkaufte Exemplare im Jahr 1993[89]
  • AU: 1× Gold für 35.000 verkaufte Exemplare am 31. Mai 1999[90]
  • FR: 2× Gold für 200.000 verkaufte Exemplare am 18. Oktober 2001[91]
Jahr Titel Chartpositionen[84][85]
DE AT CH UK US
1987 Sign "☮" the Times 35
(14 Wo.)
20
(8 Wo.)
11
(15 Wo.)
10
(9 Wo.)
3
(14 Wo.)
If I Was Your Girlfriend 15
(5 Wo.)
20
(6 Wo.)
67
(6 Wo.)
U Got the Look (Duett mit Sheena Easton) 61
(5 Wo.)
23
(2 Wo.)
11
(9 Wo.)
2
(25 Wo.)
I Could Never Take the Place of Your Man 29
(6 Wo.)
10
(17 Wo.)
1988 Hot Thing
(keine Singleauskopplung)
n.v. n.v. n.v. n.v. 63
(9 Wo.)
2016 Sign "☮" the Times
(Wiedereinstieg postum)
67
(1 Wo.)
  • Hot Thing erschien nicht als Single; die B-Seite der Single I Could Never Take the Place of Your Man konnte sich durch Airplay – das Abspielen des Songs im Radio – in der US-Singlehitparade platzieren.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2003 wählte das US-Musikmagazin Rolling Stone das Album Sign "☮" the Times auf Platz 93 der 500 besten Alben aller Zeiten.[92] Im Jahr 2010 wählte die gleiche Zeitschrift die 500 besten Songs aller Zeiten, unter denen sie den Song Sign "☮" the Times auf Platz 304 setzte.[93] Außerdem erhielt Prince für das Album folgende Auszeichnungen:

Grammy Hall of Fame[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2017: Sign "☮" the Times (Album)[94]

Minnesota Music Awards[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1988: Album des Jahres (Album of the Year): Sign "☮" the Times[95]
  • 1988: Beste R&B-Komposition (R&B/Bands: R&B Composition): Sign "☮" the Times (Song) und U Got the Look (Gleichstand zwischen beiden Songs)[96]

MTV Video Music Awards[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1988: Bester Bühnenauftritt (Best Stage Performance): U Got the Look[96]
  • 1988: Bestes männliches Video (Best Male Video): U Got the Look[96]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Princevault, Informationen zum Album Sign "☮" the Times

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nilsen (1999), S. 281.
  2. Nilsen (1999), S. 208., „It was a world-class studio. We really could have competed with anything. Unlike the previous house, it actually had a small, isolated studio part, where you could set up drums and piano.“
  3. Tudahl (2018), S. 39.
  4. Nilsen (1999), S. 208.
  5. a b c d e f g h Nilsen (1999), S. 280.
  6. Nilsen (1999), S. 266–267.
  7. a b c Nilsen (1999), S. 281.
  8. Nilsen (1999), S. 267.
  9. Nilsen (1999), S. 215., „Prince was excited to have been asked, but he said to me, ‚I just don’t do that kind of stuff‘“
  10. Seibold (1991), S. 76.
  11. Frank DiLeo. In: IMDb.com. 2018, abgerufen am 12. April 2018 (englisch).
  12. Nilsen (1999), S. 215–216.
  13. a b Hahn (2006), S. 161.
  14. Nilsen (1999), S. 216.
  15. a b Nilsen (1999), S. 217.
  16. Nilsen (1999), S. 218.
  17. Crystal Ball. In: Princevault.com. 24. November 2017, abgerufen am 12. April 2018 (englisch).
  18. The Dead Rock Stars Club: 2001. In: The Dead Rock Stars Club. Abgerufen am 12. April 2018 (englisch).
  19. Nilsen (1999), S. 219., „Prince and Mo had mutual respect. Mo said to Prince ‘I respect your vision, but it just won’t fly. It will be hard to sell.’ … Of course [Prince] was very, very disappointed.“
  20. a b Hahn (2006), S. 165.
  21. Nilsen (1999), S. 268.
  22. Hill (1989), S. 263.
  23. a b c d Hahn (2006), S. 168.
  24. a b c Begleitheft der Doppel-CD Sign "☮" the Times von Prince, Warner Bros. Records / Paisley Park Records, 1987
  25. Albumcover der Doppel-LP Sign "☮" the Times von Prince, Warner Bros. Records / Paisley Park Records, 1987
  26. a b c Uptown (2004), S. 376.
  27. Ewing (1994), S. 72.
  28. Nilsen (1999), S. 221–223.
  29. Draper (2011), S. 85.
  30. a b c Hahn (2006), S. 159.
  31. Hill (1989), S. 277.
  32. Mischke (1989), S. 181.
  33. a b c d Nilsen (1999), S. 222.
  34. Hill (1989), S. 265.
  35. a b c d e Kenneth Partridge: Prince’s ‘Sign O’ the Times’ Turns 30: All the Songs Ranked. In: Billboard.com. 31. März 2017, abgerufen am 12. April 2018 (englisch).
  36. a b c d e f g h Nilsen (1999), S. 223.
  37. a b Thorne (2017), S. 194.
  38. Hill (1989), S. 278.
  39. Hahn (2006), S. 162.
  40. a b Thorne (2017), S. 185.
  41. a b Thorne (2017), S. 193.
  42. Hahn (1989), S. 269.
  43. Nilsen (1999), S. 211.
  44. Ro (2011), S. 153.
  45. a b Hahn (2006), S. 160.
  46. Hahn (2016), S. 163.
  47. Hill (1989), S. 269–270.
  48. Thorne (2017), S. 195.
  49. Hill (1989), S. 276.
  50. Hahn (2016), S. 174.
  51. Michaelangelo Matos: Prince's Sign O’ the Times. Continuum, New york/London 2010, S. 85.
  52. Nilsen (1999), S. 281.
  53. Sign O’ The Times. In: Princevault.com. 24. November 2017, abgerufen am 12. April 2018 (englisch).
  54. Uptown (2004), S. 78.
  55. Nilsen (1999), S. 230.
  56. Uptown (2004), S. 80.
  57. Uptown (2004), S. 84.
  58. Uptown (2004), S. 86.
  59. a b c Uptown (2004), S. 623.
  60. Discover the original. In: Coverinfo.de. Abgerufen am 12. April 2018 (Bei "Suche" Prince eingeben).
  61. SecondHandSongs – a cover songs database. Abgerufen am 12. April 2018 (englisch).
  62. Prince auf WhoSampled
  63. Uptown (2004), S. 80. u. S. 83.
  64. Nilsen (1999), S. 238.
  65. Uptown (2004), S. 83.
  66. Nilsen (1999), S. 234.
  67. US Dollarkurs Entwicklung 1971 bis 2017. In: reisebuch.de. 2018, abgerufen am 12. April 2018.
  68. Uptown (2004), S. 81.
  69. Uptown (2004), S. 80–81.
  70. Boni Boyer. In: discogs.com. 2018, abgerufen am 12. April 2018 (englisch).
  71. Hahn (2006), S. 171.
  72. One-Off Performance 15 Mai 1987 (a.m.). In: Princevault.com. 6. Mai 2017, abgerufen am 18. April 2018 (englisch).
  73. One-Off Performance 21 Mai 1987. In: Princevault.com. 5. März 2016, abgerufen am 18. April 2018 (englisch).
  74. 1987. In: Princevault.com. 19. Juni 2016, abgerufen am 18. April 2018 (englisch).
  75. a b c d e f g Nilsen (1999), S. 233.
  76. Kurt Loder: Read the original Rolling Stone Review. In: Sonicmoremusic.com. 31. März 2014, abgerufen am 12. April 2018 (englisch).
  77. Mischke (1989), S. 181.
  78. Stephen Thomas Erlewine: Prince – Sign ‘O’ the Times. In: Allmusic.com. 2018, abgerufen am 12. April 2018 (englisch).
  79. Robert Christgau: Prince: Sign o’ the Times. In: Robertchristgau.com. 1987, abgerufen am 12. April 2018 (englisch).
  80. a b Mischke (1989), S. 182.
  81. Mischke (1989), S. 144.
  82. Albert Koch und Thomas Weiland: Aus dem grossen Prince-Special – Alle Alben im Überblick. In: Musikexpress.de. 22. Mai 2016, abgerufen am 12. April 2018.
  83. Sassan Niasseri: Prince 30 Jahre Sign ‘O’ The Times. In: Rollingstone.de. 24. März 2017, abgerufen am 12. April 2018.
  84. a b Chartquellen: DE AT CH US
  85. a b Prince in den Official UK Charts (englisch)
  86. Hahn (2006), S. 169.
  87. Uptown (2004), S. 79.
  88. BPI – Certified Awards Search. 2018, abgerufen am 12. April 2018 (englisch).
  89. Musikindustrie – Gold & Platin. In: Bundesverband Musikindustrie. 2018, abgerufen am 12. April 2018.
  90. ARIA Charts. 2018, abgerufen am 12. April 2018 (englisch).
  91. Les Certifications depuis 1973. In: Infodisc.fr. 12. April 2018, abgerufen am 12. April 2018 (französisch).
  92. The Rolling Stone Top 500 Albums (2003). 23. Dezember 2017, abgerufen am 12. April 2018 (englisch, rechte Bildseite, runter scrollen).
  93. Rolling Stone – 500 Greatest Songs Of All Time (2010). 7. April 2011, abgerufen am 12. April 2018 (englisch).
  94. Grammy Hall of Fame. In: Grammy.com. 2018, abgerufen am 12. April 2018 (englisch).
  95. Uptown (2004), S. 91.
  96. a b c Awards. In: Princevault.com. 1. August 2016, abgerufen am 12. April 2018 (englisch).