Rot an der Rot

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rot an der Rot
Rot an der Rot
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rot an der Rot hervorgehoben
Koordinaten: 48° 1′ N, 10° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Biberach
Höhe: 605 m ü. NHN
Fläche: 63,44 km2
Einwohner: 4467 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km2
Postleitzahl: 88430
Vorwahl: 08395
Kfz-Kennzeichen: BC
Gemeindeschlüssel: 08 4 26 100
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Klosterhof 14
88430 Rot an der Rot
Webpräsenz: www.rot.de
Bürgermeister: Irene Brauchle
Lage der Gemeinde Rot an der Rot im Landkreis Biberach
Bayern Alb-Donau-Kreis Landkreis Ravensburg Landkreis Reutlingen Landkreis Sigmaringen Ulm Achstetten Alleshausen Allmannsweiler Altheim (bei Riedlingen) Attenweiler Bad Buchau Bad Schussenried Berkheim Betzenweiler Ummendorf (bei Biberach) Biberach an der Riß Burgrieden Dettingen an der Iller Dürmentingen Dürnau (Landkreis Biberach) Eberhardzell Erlenmoos Erolzheim Riedlingen Ertingen Gutenzell-Hürbel Hochdorf (Riß) Ingoldingen Kanzach Kirchberg an der Iller Kirchdorf an der Iller Kirchdorf an der Iller Langenenslingen Laupheim Laupheim Maselheim Mietingen Mittelbiberach Moosburg (Federsee) Ochsenhausen Oggelshausen Riedlingen Riedlingen Riedlingen Rot an der Rot Schemmerhofen Schwendi Seekirch Steinhausen an der Rottum Tannheim (Württemberg) Tiefenbach (Federsee) Ummendorf (bei Biberach) Unlingen Unlingen Uttenweiler Wain WarthausenKarte
Über dieses Bild

Rot an der Rot ist eine Gemeinde im Landkreis Biberach des Landes Baden-Württemberg in Deutschland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Rot an der Rot gehört zur Region Oberschwaben und liegt am gleichnamigen Flüsschen Rot zwischen Biberach an der Riß und Memmingen.

Im Ortsteil Spindelwag-Berg schneidet der 10. Längengrad den 48. Breitengrad und bildet damit einen Konfluenzpunkt. [2] Lage 48° 0′ 0″ N, 10° 0′ 0″ O

Konfluenzpunkt beim Ortsteil Berg

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Rot an der Rot gehören seit der Gemeindereform von 1971 bis 1975 auch die früher selbstständigen Gemeinden Ellwangen, Spindelwag und Haslach.

Ellwangen
Ellwangen
Spindelwag
Spindelwag
Haslach
Haslach

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umzug Narrenzunft Bobohle - Rot an der Rot (2013)

Rot wurde erstmals um das Jahr 1100 erwähnt. 1126 gründete Hemma von Wildenberg das Kloster Rot, auch Mönchsrot genannt, das von französischen Prämonstratenserchorherren besiedelt wurde. Die Geschichte des Orts ist seitdem eng mit der des Klosters verbunden, das als erste Niederlassung der Prämonstratenser in Schwaben und durch mehrere Klosterneugründungen bald auch überregional einflussreich und im 15. Jahrhundert reichsunmittelbar wurde.

1803 wurde es entsprechend dem Reichsdeputationshauptschluss säkularisiert und die Gemeinde von Mönchsroth in Rot an der Rot umbenannt. Die Gemeinde kam zunächst an die Grafen von Wartenberg und kurz darauf durch Adoption an die Grafen zu Erbach-Erbach, die sich seitdem auch Grafen von Wartenberg-Roth nennen. Ab 1806 gehörte die Gemeinde zum Königreich Württemberg und dort zum Oberamt Leutkirch. In den Folgejahren verlor der Ort an Bedeutung. Erst 1947 kehrten Prämonstratenserchorherren nach Rot zurück, von wo sie 1959 die Abtei Hamborn wiederbesiedelten.

Am 1. Juli 1971 wurde Spindelwag eingemeindet, die Eingemeindung von Ellwangen erfolgte am 1. Oktober 1974. Am 1. Januar 1975 kam Haslach hinzu.[3]

Durch diese Eingemeindungen erreichte die Gemeinde wieder ungefähr die Fläche, die sie bis zur Säkularisation als geistliches Territorium hatte. Somit ist Rot an der Rot flächenmäßig eine der größten Gemeinden des Landkreises Biberach. In dem gesamten Gebiet wohnen etwa 4500 Personen auf einer Gesamtfläche von 63,44 km². Dies entspricht ungefähr der halben Fläche der Großstadt Ulm, wo sich auf einer Fläche von 118,69 km² 122.801 Einwohner verteilen.

Zur Umgebung Rots befanden sich die abgegangenen Burgen Dietenberg, Nettenberg und Wirrenweiler.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rot an der Rot gehört zum Gemeindeverwaltungsverband Rot/Tannheim, der seinen Sitz in Rot an der Rot hat. Der Gemeindeverwaltungsverband gehört zum Landkreis Biberach.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab sich folgende Sitzverteilung:[4]

Ortschaftsrat Ellwangen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab sich folgende Sitzverteilung:[5]

Ortschaftsrat Haslach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab sich folgende Sitzverteilung:[6]

Kultur und Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erwähnenswert ist hier das Dorffest, die Roter Fasnet mit Klostersturm und Narrentaufe und dem alle zwei Jahre stattfindenden Narrensprung der örtlichen Narrenzunft. Zusätzlich gibt es den jährlich stattfindenden Zeller Umzug im Teilort Zell an der Rot.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rot an der Rot liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße und an der Mühlenstraße Oberschwaben.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ökonomie in Rot, das Wirtschaftsgebäude des Klosters

Sehenswert ist die Klosterkirche St. Verena (1777–1786) mit ihrem prächtig geschnitzten Chorgestühl (1691–1694), das von Andreas Etschmann geschaffen wurde. Die Fresken im Kirchenschiff stammen von Januarius Zick (1784), der auch schon in Wiblingen den Wiederaufbau geleitet hatte. Die Fresken im Chor schuf Andreas Meinrad von Au (1780). Die Chororgel (1786) und die dreimanualige, 38 Register umfassende Hauptorgel (1792) sind Werke von Johann Nepomuk Holzhey, sie erklingen regelmäßig in Orgelkonzerten zusammen mit dem örtlichen Kirchenchor St. Verena.

Seit 1960 befindet sich im Konventsgebäude des Klosters das Jugendhaus St.Norbert.

Auf dem Gelände des Klosters befindet sich am Fuße der Nordseite der Pfarrkirche ein Zeltplatz mit Sanitärgebäude in Trägerschaft des BDKJ. Unterhalb des Zeltplatzes ist ein Fußballfeld genannt Hexenkessel. Neben dem eigentlichen Fußballplatz des TSV Rot an der Rot 1890 bei der Abt-Hermann-Vogler-Schule gibt es noch das Traingsgelände bei der Ölpumpe genannt Ölpumpe.

Daneben sind auch die Tore der Klosterbefestigung beachtenswert, sowie die erst vor einigen Jahren renovierte Ökonomie, das Wirtschaftsgebäude des Klosters und der zugehörigen Mühlen und Landwirtschaft. Am Ortsrand im Haslachtal steht die Friedhofskirche St. Johann (1737–1741) mit sehenswerten Deckenmalereien und dem Hochaltar. Sehenswert ist auch die Fassadenmalerei der ehemaligen Mehlmühle des Klosters im Ortsteil Spindelwag und der von den Mönchen des Klosters angelegte Fuchsweiher.

Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Bau- und Kunstdenkmale der Gemeinde sind in der Liste der Kulturdenkmale in Rot an der Rot erfasst.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holzverarbeitung und Palettenherstellung am Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rot an der Rot existieren drei (bis 2010 sogar vier) Unternehmen, die Europaletten produzieren. Alle vier haben einst als Sägewerke angefangen. Das Holz, der Rohstoff für die Palettenherstellung, wird aus dem süddeutschen Raum bezogen. Obwohl eigentlich Konkurrenten, machen die Firmen mit dem Slogan "Paletten aus Rot" gemeinsam Werbung bei einer örtlichen Frauenfußball-Mannschaft. Die Firmen sind im Einzelnen:

  • Die Lämmle Holzverarbeitungs GmbH, die mit 140 Mitarbeitern jährlich etwa 500.000 Paletten herstellt.
  • Die Firma Anton Sailer ist mit 20 Mitarbeitern auf Sonderpaletten spezialisiert.
  • Die Firma Rau Palettenwerk GmbH & Co. KG hat sich auf Einwegpaletten und Paletten für die chemische Industrie spezialisiert.

Als vierte Firma war bis Februar 2010 das Holzwerk Schilling ebenfalls mit der Herstellung von Paletten befasst. Nach einem Brand ist die Palettenfertigung dort jedoch eingestellt worden.[7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Hanser (1738–1796), Chorherr in Schussenried, Komponist und Organist, geboren in Unterzell
  • Julius von Roeck (1818–1884) Bürgermeister der Stadt Memmingen, geboren in Mönchsroth, Rot an der Rot
  • HAP Grieshaber (1909–1981), Maler und Graphiker, geboren in Rot an der Rot
  • Gerd Leipold (* 1951), früherer Geschäftsführer von Greenpeace International Amsterdam
  • Edwin Jäger (* 1964), Tänzer, Schauspieler und Kunstschreiner, geboren in Rot an der Rot

Mit dem Ort verbundene Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Eiselin (* 1564 in Mindelheim; † 28. März 1588 in Rot an der Rot), Prämonstratenser
  • Franz Baum (1927–2016), ehemaliger Landtagsabgeordneter
  • Siegfried Rundel (* 1940 in Bußmannhausen; † 2009 in Memmingen), Komponist und Verleger
  • Frank Günther (* 1947), Shakespeare-Übersetzer, lebt in Rot an der Rot
  • Berthold Schick (* 1966), Musiker, lebt in Rot an der Rot
  • Holger Badstuber (* 1989), Fußballspieler, aufgewachsen in Rot

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rot an der Rot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Weblink zum Konfluenzpunkt
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 525 und 545.
  4. http://wahlen09.rz-kiru.de/08426100/gr2009bf.html
  5. http://wahlen09.rz-kiru.de/08426100/ore2009bf.html
  6. http://wahlen09.rz-kiru.de/08426100/orh2009bf.html
  7. Oliver Schmale: Die Palettenmacher: Viele Waren werden auf Euro-Paletten transportiert. In einem kleinen Ort in Baden-Württemberg gibt es gleich drei Hersteller, in Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. Dezember 2011, Seite 18