Holger Badstuber

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Holger Badstuber

Holger Badstuber (2012)

Spielerinformationen
Geburtstag 13. März 1989
Geburtsort MemmingenDeutschland
Größe 190 cm
Position Abwehr
Junioren
Jahre Station
1994–2000 TSV Rot an der Rot 1890
2000–2002 VfB Stuttgart
2002–2007 FC Bayern München
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2007–2016 FC Bayern München II 56 (7)
2009–2017 FC Bayern München 119 (1)
2017 FC Schalke 04 (Leihe) 10 (0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2007–2008 Deutschland U19 2 (0)
2008 Deutschland U20 3 (0)
2009–2010 Deutschland U21 8 (2)
2010–2015 Deutschland 31 (1)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: Saisonende 2016/17

2 Stand: 25. März 2015

Holger Badstuber (* 13. März 1989 in Memmingen) ist ein deutscher Fußballspieler. Seine Position ist die Innenverteidigung, er wird aber auch als linker Außenverteidiger eingesetzt. Nach mehr als 14 Jahren beim FC Bayern München spielte er zuletzt beim FC Schalke 04 und ist seit Saisonende 2016/17 vereinslos.

Herkunft und Schulausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holger Badstuber wuchs in Rot an der Rot im Landkreis Biberach als eines von zwei Geschwistern auf. Seine Eltern unterstützten ihn früh bei seiner Fußballkarriere und begleiteten ihn regelmäßig zum Training nach Stuttgart und später nach München. Sein Vater starb im März 2009 an einem Krebsleiden, wenige Wochen nach dem Zustandekommen des ersten Profivertrags seines Sohnes. In München machte Badstuber im Internat des FC Bayern München sein Fachabitur. Seinen Zivildienst leistete Badstuber an der Bayerischen Landesschule für Körperbehinderte ab.[1]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge beim FC Bayern München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Training beim FC Bayern München (2016)

Aus der Jugend des TSV Rot an der Rot 1890 e. V. hervorgegangen, gelangte Badstuber über die Jugendabteilung des VfB Stuttgart 2002 zur Jugend des FC Bayern München. In der Saison 2006/07 spielte er mit Bayerns A-Junioren in der A-Junioren-Bundesliga und wurde dort in 20 Partien eingesetzt. Die Bayern gewannen die Staffel Süd/Südwest und erreichten die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. In der Endrunde hatte Badstuber drei weitere Einsätze und erzielte dabei ein Tor. Im Finale gegen Bayer 04 Leverkusen verlor er mit seinem Team jedoch knapp mit 1:2 nach Verlängerung. Mit 18 Jahren vollzog Badstuber 2007 den Wechsel zu den Amateuren, für die er 2007/08 in der drittklassigen Regionalliga Süd in 23 Spielen vier Tore erzielte.

Verletzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Badstuber wurde bei den Amateuren als defensiver Mittelfeldspieler eingesetzt, um seine Spielfeldübersicht zu verbessern. Nach der Einführung der 3. Liga als neuer dritthöchster Spielklasse im Sommer 2008 spielte Badstuber dort 32-mal und erzielte drei Tore. Nachdem er bereits einen Teil der Saisonvorbereitung 2008/09 mit dem Profikader des Rekordmeisters absolviert hatte, unterschrieb er am 1. Februar 2009 einen bis 2011 gültigen Profivertrag. Sein erstes Bundesligaspiel absolvierte Badstuber am 8. August 2009 (1. Spieltag) beim 1:1 bei der TSG 1899 Hoffenheim; er spielte 90 Minuten. Sein am 4. Dezember 2009 erzieltes 2:1 im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach bedeutete den Endstand und war zugleich sein erstes Bundesligator. Anfang 2010 wurde Badstubers Vertrag beim FC Bayern München vorzeitig bis 2014 verlängert.[2] In seiner ersten Bundesligasaison wurde er Stammspieler und absolvierte 49 Pflichtspiele, darunter das Finale der Champions League, das mit 0:2 gegen Inter Mailand verloren wurde. Trotz dieser Niederlage schloss Badstuber die Saison mit dem Gewinn des Doubles aus deutscher Meisterschaft und DFB-Pokal erfolgreich ab. Mit guten Leistungen Badstubers gelang dem FC Bayern München in der Saison 2011/12 der erneute Einzug in das Finale der Champions League. An der Niederlage gegen den FC Chelsea war Badstuber nicht beteiligt, da er wegen seiner dritten gelben Karte aus dem Halbfinal-Rückspiel gegen Real Madrid gesperrt war.

Am 28. November 2012, dem 14. Spieltag der Saison 2012/13, bestritt Badstuber sein 100. Bundesligaspiel. Beim darauf folgenden Bundesligaspiel am 1. Dezember 2012 gegen Borussia Dortmund zog er sich in der 35. Minute einen Kreuzbandriss zu und fiel zunächst für etwa sechs Monate aus. Im Februar 2013 verlängerte er seinen Vertrag mit dem FC Bayern um weitere drei Jahre bis 2017. Aufgrund einer während des Heilungsverlaufs zusätzlich aufgetretenen Re-Ruptur verlängerte sich die Verletzungspause bis zum 17. August 2014. Zum Saisonbeginn 2014/15 kam er zu mehreren Einsätzen, fiel nach einem Muskelsehnenriss im linken Oberschenkel nach dem 13. September 2014 jedoch wieder für den Rest des Jahres aus. Im Wintertrainingslager im Januar 2015 stieg Badstuber wieder ins Mannschaftstraining ein und stand am 30. Januar 2015 erstmals wieder im Kader des FC Bayern. Am 14. Februar 2015 stand er gegen den HSV in der Startelf und gab beim 8:0-Sieg sein Comeback.[3]

Am 11. März 2015 erzielte Badstuber im Achtelfinalspiel gegen Schachtar Donezk beim 7:0-Heimsieg mit dem Treffer zum 5:0 in der 63. Minute sein erstes Tor in der UEFA Champions League. Beim Rückspiel des Viertelfinales gegen den FC Porto am 21. April 2015 zog er sich einen Muskelriss im Oberschenkel zu.[4] Am 15. Oktober 2015 stieg er nach seiner Reha wieder ins Mannschaftstraining ein.[5] Nachdem Badstuber am 4. November 2015 gegen den FC Arsenal erstmals seit dem 21. April 2015 wieder im Kader gestanden hatte, gab er schließlich am 7. November 2015 beim 4:0-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart sein Comeback, als er in der 59. Minute für Thomas Müller eingewechselt wurde.[6] Am 13. Februar 2016 zog er sich im Training einen Bruch des Sprunggelenks zu und wurde noch am gleichen Tag operiert.[7] Dadurch fiel er erneut für den Rest der Saison aus. Vor der Saison 2016/17 stieg er wieder ins Mannschaftstraining ein und gab im Rahmen der Saisonvorbereitung in einem Spiel gegen den AC Mailand am 27. Juli 2016 sein Comeback.[8] Am 26. Oktober 2016 kam Badstuber beim 3:1-Heimsieg im DFB-Pokal gegen den FC Augsburg erstmals seit Februar 2016 wieder in einem Pflichtspiel zum Einsatz, als er in der 81. Minute für Mats Hummels eingewechselt wurde.

Leihe zum FC Schalke 04[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Winterpause der Saison 2016/17 verließ Badstuber den FC Bayern nach vierzehneinhalb Jahren und schloss sich bis zum Saisonende dem FC Schalke 04 an. Von beiden Vereinen wurde der Transfer als Ausleihe kommuniziert.[9] Allerdings wurde sein zum Saisonende auslaufender Vertrag beim FC Bayern nicht verlängert.[10]

Nachdem er bei den ersten beiden Pflichtspielen seiner neuen Mannschaft noch auf der Ersatzbank gesessen hatte, stand er am 4. Februar 2017 beim Auswärtsspiel gegen den FC Bayern München in der Startelf des FC Schalke 04.[11] Beim FC Schalke 04 konnte sich Badstuber nicht nachhaltig gegen Benedikt Höwedes und Matija Nastasić durchsetzen. Bereits vor dem Saisonende verständigte er sich mit dem FC Schalke, die Zusammenarbeit nicht über die Saison hinaus zu verlängern.[12][13]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 14. November 2007 debütierte Badstuber in der U19-Nationalmannschaft beim 1:0-Erfolg gegen England. Sein zweites und letztes Spiel bestritt er am 27. Mai 2008 beim 5:2-Erfolg gegen die Slowakei. Am 3. September 2008 spielte er erstmals in der U20-Nationalmannschaft beim 4:2-Sieg über Österreich. Die Teilnahme an der U20-Weltmeisterschaft in Ägypten im September 2009 sagte Badstuber ab, um seinen Stammplatz in der Bundesliga nicht zu verlieren. Am 11. August 2009 spielte er erstmals für die U21-Nationalmannschaft, als er bei der 1:3-Niederlage gegen die Türkei in der 59. Minute für Mats Hummels eingewechselt wurde. Sein erstes Tor erzielte er beim 3:0-Sieg der U21 über Slowenien am 9. Oktober 2009.

Am 6. Mai 2010 von Bundestrainer Joachim Löw in den erweiterten Kader für die Weltmeisterschaft 2010 berufen, gab er sein Debüt in der A-Nationalmannschaft am 29. Mai in Budapest beim 3:0-Sieg im Test-Länderspiel gegen Ungarn, als er in der 71. Minute für Arne Friedrich eingewechselt wurde. Gegen Australien am 13. Juni und gegen Serbien am 18. Juni 2010 absolvierte er seine einzigen WM-Spiele. Gegen Serbien wurde er in der 77. Minute für Mario Gómez ausgewechselt. Wegen seiner Probleme mit seinem Gegenspieler Miloš Krasić[14] nahm in den folgenden Spielen Jérôme Boateng und in den Schlussphasen Marcell Jansen seine Position ein. Anders als im Verein, bei dem er seine Position in der Innenverteidigung hatte und nur aushilfsweise außen zum Einsatz kam, wurde er bei der WM als nomineller linker Verteidiger aufgeboten.[15]

Am 7. September 2010 erzielte er beim 6:1 über Aserbaidschan im Qualifikationsspiel zur Europameisterschaft 2012 mit dem 5:1 sein erstes A-Länderspieltor. Bei der Europameisterschaft war Badstuber Stammspieler in der Innenverteidigung und absolvierte alle fünf Partien der deutschen Mannschaft bis zur Niederlage im Halbfinale über die volle Distanz. Er kam in den ersten vier Partien der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2014 noch zum Einsatz, verpasste aber aufgrund seiner Verletzungen den Rest der Qualifikation und das Endturnier in Brasilien.

Am 20. März 2015 wurde er für die Spiele des DFB-Teams gegen Australien und Georgien erstmals seit Oktober 2012 wieder nominiert.[16]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FC Bayern München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Badstuber unterstützte zusammen mit Marcell Jansen und Nuri Şahin den bundesweiten Mathematikwettbewerb Mathe macht das Tor.[17] Zudem engagiert er sich seit mehreren Jahren im Rahmen der Weihnachtspäckchenaktion Geschenk mit Herz (initiiert von der Nichtregierungsorganisation humedica e. V. in Zusammenarbeit mit der Münchner Tafel e. V.) für Kinder in Not.[18][19]

Badstuber ist verheiratet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Holger Badstuber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Holger Badstuber. In: Internationales Sportarchiv 21/2012 vom 22. Mai 2012 (abgerufen via Holger Badstuber im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)).
  2. Bayern-Trio verlängert, sport1.de vom 4. Februar 2010
  3. Nach 5 Monaten Badstuber-Rückkehr macht den FCB ‚GLÜCKLICH‘ fcbayern.de, vom 15. Februar 2015
  4. Badstuber erneut verletzt / Operation in den USA Presseerklärung des FC Bayern München, abgerufen am 24. April 2015
  5. Badstuber macht erste Schritte im Team fcbayern.de, abgerufen am 16. Oktober 2015
  6. Badstuber feiert umjubeltes Comeback fcbayern.de, abgerufen am 7. November 2015
  7. Lange Pause für Holger Badstuber auf der Website des FC Bayern, abgerufen am 14. Februar 2016
  8. FCB verliert im Elferschiessen bei Badstuber-Comeback fcbayern.de, abgerufen am 15. August 2016
  9. Siehe die Pressemitteilungen zum Transfer Badstubers des FC Schalke 04 und des FC Bayern München, beide abgerufen am 12. Mai 2017.
  10. Klarstellung zu Holger Badstuber, fcbayern.com, 12. Mai 2017, abgerufen am 12. Mai 2017.
  11. BADSTUBER NACH SCHALKES REMIS BEIM FCB: "SEHR SPEZIELL". Bundesliga.de. vom 4. Februar 2017. Abgerufen am 8. Februar 2017.
  12. Konoplyanka bleibt, Baba wohl auch, kicker.de, 11. Mai 2017, abgerufen am 12. Mai 2017.
  13. Christian Heidel über Planungen und Verträge, schalke04.de, 11. Mai 2017, abgerufen am 12. Mai 2017.
  14. Michael Skibbe: „Podolski hat Badstuber oft alleine gelassen!“ ran.de vom 18. Juni 2010
  15. Meeresluft tut nicht immer gut, Stern vom 18. Juni 2010
  16. Löw holt Badstuber und Gündogan zurück dfb.de, abgerufen am 20. März 2015
  17. http://de.bettermarks.com/presse/holger-badstuber-marcell-jansen-und-nuri-sahin-unterstuetzen-mathe-macht-das-tor.html
  18. Jasmin Eigemann: Holger Badstuber: Bayern-Star mit Mitgefühl auf der Internetseite der Hilfsorganisation humedica e. V.; abgerufen am 22. Oktober 2015
  19. Romana Marie Domin: Prominente Hilfe: FC Bayern Profi Holger Badstuber verteilt Päckchen auf der Internetseite der Hilfsorganisation humedica e. V.; abgerufen am 19. Dezember 2015