Rouet

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Rouet
Lo Roet
Wappen von Rouet
Rouet (Frankreich)
Rouet
Region Okzitanien
Département Hérault
Arrondissement Lodève
Kanton Lodève
Gemeindeverband Communauté de communes du Grand Pic Saint-Loup
Koordinaten 43° 49′ N, 3° 49′ OKoordinaten: 43° 49′ N, 3° 49′ O
Höhe 179–500 m
Fläche 24,77 km2
Einwohner 59 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 2 Einw./km2
Postleitzahl 34380
INSEE-Code

Rouet – Montagne d’Hortus

Rouet (okzitanisch: Lo Roet) ist ein Ort und eine Gemeinde mit 59 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im südfranzösischen Département Hérault in der Region Okzitanien.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Rouet liegt am Fuße der südlichen Ausläufer der Cevennen (Montagne d’Hortus) in einer Höhe von etwa 270 Metern ü. d. M. in der alten Kulturlandschaft des Languedoc. Die Großstadt Montpellier ist etwa 39 km (Fahrtstrecke) in südöstlicher Richtung entfernt; die Stadt Nîmes befindet sich etwa 60 km östlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1800 1851 1901 1954 1975 1999 2012
Einwohner 93 138 106 56 49 46 52

Im 19. Jahrhundert hatte die in mehrere Weiler (hameaux) und Einzelgehöfte zerfallende Gemeinde stets deutlich über 100 Einwohner. Infolge der Reblauskrise im Weinbau und der zunehmenden Mechanisierung der Landwirtschaft sank die Einwohnerzahl im 20. Jahrhundert kontinuierlich bis auf die Tiefststände der letzten Jahrzehnte ab.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner der Gemeinde lebten jahrhundertelang als Selbstversorger (Getreide, Wein, Gemüse, Käse) von der Landwirtschaft; nur die Stadt Montpellier kam wegen ihrer relativen Nähe als Marktort für Käseprodukte, Pökelfleisch etc. infrage. Der Weinbau ist noch immer von Bedeutung, doch spielt seit den 1960er Jahren der Tourismus in Form der Vermietung von Ferienhäusern (gîtes) eine zunehmend wichtigere Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gemeindegebiet befinden sich mehrere jungsteinzeitliche Dolmen, darunter der imposante Dolmen du Lamalou. Im 11. oder 12. Jahrhundert entstand das abgelegene Château de la Roquette. Der Ort selbst war spätestens seit dem 12. Jahrhundert bewohnt. Während der Hugenottenkriege (1562–1598) wurde die örtliche Kirche in Mitleidenschaft gezogen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umgebung

  • Der allseitig von einem Steinhügel (Cairn) umschlossene Dolmen du Lamalou befindet sich etwa 2,5 km nordwestlich des Ortes nahe der Quelle des Flüsschens Lamalou (43° 49′ 27″ N, 3° 47′ 59″ O). Die Anlage gehört zu den imposantesten Megalithbauten im Süden Frankreichs. Wenige Kilometer entfernt stehen die Überreste weiterer Dolmen. Seit dem Jahr 1954 ist die Anlage als Monument historique anerkannt.[1]
  • Der etwa 5,30 m hohe, aber stelenartig abgeflachte sogenannte Menhir de Juoilles (43° 49′ 2,6″ N, 3° 51′ 8,3″ O)sollte ursprünglich wohl als Deckplatte eines Dolmens dienen, zerbrach aber beim Transport in zwei Teile. Die beiden Teilstücke wurden erst im Jahr 1992 zusammengesetzt und unweit seines Fundortes aufgerichtet.
  • Die immer noch eindrucksvollen Ruinen auf einem Felsen im südwestlichsten Zipfel der Gemeinde stehenden Château de la Roquette oder Château de Viviourès (43° 47′ 35″ N, 3° 49′ 8″ O) sind nur im Rahmen einer mehrstündigen Wanderung zu erreichen. Seit dem 16. Jahrhundert ist die Anlage nicht mehr bewohnt; seit dem Jahr 1940 ist sie als Monument historique eingestuft.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rouet (Hérault) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dolmen de Lamalou, Rouet in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Restes du château de la Roquette, Rouet in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)