Notre-Dame-de-Londres

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Notre-Dame-de-Londres
Londras
Wappen von Notre-Dame-de-Londres
Notre-Dame-de-Londres (Frankreich)
Notre-Dame-de-Londres
Region Okzitanien
Département Hérault
Arrondissement Lodève
Kanton Lodève
Gemeindeverband Grand Pic Saint-Loup
Koordinaten 43° 50′ N, 3° 47′ OKoordinaten: 43° 50′ N, 3° 47′ O
Höhe 126–426 m
Fläche 28,15 km2
Einwohner 480 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 17 Einw./km2
Postleitzahl 34380
INSEE-Code

Notre-Dame-de-Londres – Bruchsteinhaus

Notre-Dame-de-Londres (okzitanisch: Londras) ist ein Ort und eine Gemeinde mit 480 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im südfranzösischen Département Hérault in der Region Okzitanien.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Notre-Dame-de-Londres liegt am Flüsschen Tourquille in der Plaine des Londres genannten Ebene am Südrand der Ausläufer der Cevennen in einer Höhe von etwa 190 Metern ü. d. M. in der alten Kulturlandschaft des Languedoc; die Berge Pic Saint-Loup und Hortus befinden sich in Sichtweite. Die Großstadt Montpellier ist etwa 33 Kilometer (Fahrtstrecke) in südöstlicher Richtung entfernt; die Stadt Nîmes befindet sich etwa 64 Kilometer östlich und das ehemalige Benediktinerkloster von Saint-Guilhem-le-Désert liegt etwa 33 Kilometer südwestlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1800 1851 1901 1954 1975 1999 2012
Einwohner 272 513 412 210 193 398 477

Infolge der Reblauskrise im Weinbau und der zunehmenden Mechanisierung der Landwirtschaft sank die Einwohnerzahl im 20. Jahrhundert kontinuierlich auf die Tiefststände der 1960er bis 1980er Jahre ab. Wegen der relativen Nähe zu Montpellier und den auf dem Lande deutlich niedrigeren Immobilienpreisen ist in den letzten Jahrzehnten wieder ein Anstieg der Bevölkerungszahlen zu verzeichnen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner der Gemeinde lebten jahrhundertelang als Selbstversorger (Getreide, Wein, Gemüse, Käse) von der Landwirtschaft; nur die Stadt Montpellier kam wegen ihrer geringen Entfernung als Marktort für Käseprodukte, Pökelfleisch etc. infrage. Der Weinbau ist noch immer von Bedeutung, doch spielt seit den 1960er Jahren der Tourismus eine zunehmend wichtige Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Umgebung des Ortes befinden sich mehrere jungsteinzeitliche Dolmen, darunter der bereits arg zerstörte Dolmen de la Caumette oder der Dolmen du Lamalou auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Rouet. Im 11. oder 12. Jahrhundert entstand eine Burg (château), die später mehrfach umgebaut und vergrößert wurde. Der Ort entwickelte sich in ihrer unmittelbaren Umgebung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Château de Londres ist ein beeindruckender Bau mit mittelalterlichen Anklängen (Wehrtürme und Zinnen), der in seiner heutigen Gestalt jedoch auf das 16. und 17. Jahrhundert zurückgeht. Er befindet sich Privatbesitz, wurde im Jahr 1978 als Monument historique anerkannt[1] und in den 1990er Jahren umfassend restauriert.
  • Die ehemalige Burgkapelle und heutige Pfarrkirche ist der Gottesmutter Maria geweiht und stammt noch aus dem 12. Jahrhundert. Der architektonisch ungewöhnliche Bau ist zweigeteilt; die beiden Bauteile zeigen verschieden gut behauenes Steinmaterial und unterschiedliche Gewölbetechniken (Kreuzgratgewölbe im südlichen Teil; Tonnengewölbe im nördlichen Teil). Der Bau wurde bereits im Jahr 1925 als Monument historique eingestuft.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Notre-Dame-de-Londres – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Château de Londres, Notre-Dame-de-Londres in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Église, Notre-Dame-de-Londres in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)