Saal an der Saale

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Saal a.d.Saale
Saal an der Saale
Deutschlandkarte, Position des Marktes Saal a.d.Saale hervorgehoben

Koordinaten: 50° 19′ N, 10° 22′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Rhön-Grabfeld
Verwaltungs­gemeinschaft: Saal an der Saale
Höhe: 254 m ü. NHN
Fläche: 21,57 km2
Einwohner: 1472 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97633
Vorwahl: 09762
Kfz-Kennzeichen: NES, KÖN, MET
Gemeindeschlüssel: 09 6 73 160
Marktgliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Wiesenflecklein 4
97633 Saal a.d.Saale
Website: www.saal-saale.de
Bürgermeister: Norbert Bauer (Neue Liste Markt Saal)
Lage des Marktes Saal a.d.Saale im Landkreis Rhön-Grabfeld
FladungenHausen (Rhön)Bundorfer ForstBurgwallbacher ForstForst Schmalwasser-NordForst Schmalwasser-SüdMellrichstadter ForstSteinacher Forst rechts der SaaleSulzfelder ForstWeiglerWillmarsNordheim vor der RhönSondheim vor der RhönStockheim (Unterfranken)MellrichstadtMellrichstadtOstheim vor der RhönOberelsbachBischofsheim an der RhönBischofsheim an der RhönSandbergSchönau an der BrendHohenrothNiederlauerBurglauerStrahlungenSalz (Unterfranken)BastheimOberstreuUnslebenWollbach (Unterfranken)Bad Neustadt an der SaaleHeustreuHendungenHollstadtRödelmaierWülfershausen an der SaaleHöchheimSaal an der SaaleAubstadtHerbstadtTrappstadtGroßeibstadtGroßbardorfSulzfeld (im Grabfeld)Bad Königshofen im GrabfeldBad Königshofen im GrabfeldSulzdorf an der LederheckeThüringenLandkreis HaßbergeLandkreis SchweinfurtHessenLandkreis Bad KissingenKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Saal an der Saale von Westen

Saal an der Saale (amtlich: Saal a.d.Saale) ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Saal a.d.Saale, zu der auch die Gemeinden Großeibstadt und Wülfershausen a.d.Saale gehören.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt liegt im Grabfeld am Zusammenfluss der Milz und der Fränkischen Saale.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in die beiden Gemarkungen Saal a.d.Saale und Waltershausen, die im Wesentlichen den ehemaligen Gemeinden entsprechen.

Es gibt insgesamt sechs Ortsteile[2], die sich folgendermaßen auf die Gemarkungen verteilen:

Gemarkung
Saal an der Saale
Gemarkung
Waltershausen

1nichtamtlicher Ortsteilname

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hochstift Würzburg übte von 1368 bis 1803 die Landesherrschaft in Saal aus. Ab 1500 lag es im Fränkischen Reichskreis. Der Ort gehörte zum Großherzogtum Würzburg des Erzherzog Ferdinand von Toskana, bevor es mit den Verträgen von Paris 1814 zu Bayern gelangte. Im Zuge der Verwaltungsreformen entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Schloss Waltershausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gut und Schloss Waltershausen, vormals im Besitz der Familie von Kalb, gingen zu Beginn des 19. Jahrhunderts in das Eigentum des Göttinger Gelehrten und Wirtschaftshistorikers Georg Friedrich Sartorius über, der aufgrund des Erwerbs als Freiherr von Walterhausen in den erblichen bayerischen Adelsstand erhoben wurde. Das Gut mit dem Schloss blieb im Wesentlichen bis ins 20. Jahrhundert im Eigentum der Familie Sartorius von Waltershausen. Im Jahr 1944 wurde das Schloss von der Deutschen Reichspost als Erholungsheim für Postbedienstete übernommen. Seit 1986 ist es in Privatbesitz.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Waltershausen eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1785 Einwohner[3]
  • 1970: 1789 Einwohner[3]
  • 1987: 1588 Einwohner
  • 1991: 1587 Einwohner
  • 1995: 1570 Einwohner
  • 2000: 1571 Einwohner
  • 2005: 1585 Einwohner
  • 2010: 1514 Einwohner
  • 2011: 1513 Einwohner
  • 2012: 1518 Einwohner
  • 2013: 1488 Einwohner
  • 2014: 1501 Einwohner
  • 2015: 1475 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Bürgermeister ist Norbert Bauer (Neue Liste Markt Saal). Er wurde im Jahr 2014 Nachfolger von Georg Böhm (Freie Wählergemeinschaft).

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat hat in der Wahlperiode 2014–2020 (ohne Bürgermeister) 12 Mitglieder:

  • Freie Wählervereinigung Saal a. d. Saale: 2 Sitze
  • Neue Liste Markt Saal: 4 Sitze
  • CSU BG Saal/Waltershausen: 3 Sitze
  • Unabhängige Wählergemeinschaft Waltershausen: 3 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt von Rot und Gold; oben ein silberner Lilienstengel mit zwei Blüten, überdeckt von einem gestürzten goldenen Krückenkreuz, das in Mauerankern endet; unten ein schwarzes Tischkreuz.“[4]

Der Lilienstengel im oberen Teil des Wappens symbolisiert die Wallfahrtskirche Mariae Heimsuchung auf dem Findelberg mit ihrer Wallfahrt sowie die Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt. Das Krückenkreuz ist das Wappensymbol der um 1300 ausgestorbenen Grafen von Wildberg, die für das Gemeindegebiet im Hochmittelalter von großer Bedeutung waren. Im Ortsteil Waltershausen waren die Marschalke von Ostheim von 1456 bis 1782 ansässig. Das Tischkreuz stammt aus ihrem Wappen. Die Farben Schwarz und Gold (unten) sowie die Farben Silber und Rot (oben) erinnern an weitere für den Markt Saal a.d.Saale bedeutsame Territorialherren, an die Grafen von Henneberg und das Hochstift Würzburg.

Kommunale Allianz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt Saal an der Saale ist Mitglied in der Kommunalen Allianz Fränkischer Grabfeldgau.

Kultur und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Findelbergkirche
Gut 300 Meter nördlich des Dorfes Saal steht die Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung am Osthang des Findelbergs, zu erreichen über eine Fußgängerbrücke über die Fränkische Saale. Sie entstand 1781/86 nach Plänen des Maurermeisters Hans Michael Schauer von Wermerichshausen, der Turm wurde im Jahre 1499 errichtet. Das Deckengemälde der Himmelfahrt Mariens schuf 1795 der Künstler Johann Peter Herrlein, der 1799 in Saal starb und auf dem Findelbergfriedhof bestattet wurde. 1965 wurde die Kirche restauriert.
  • Kirche St. Georg
Waltershausen: Blick auf Kirche und Schloss
In Waltershausen steht die Kirche St. Georg. Sie wurde von 1484 bis 1485 vor dem Schloss anstelle einer früheren Kirche erbaut. Im Jahre 1523 wurde Waltershausen evangelisch und es hat seit 1600 eine protestantische Pfarrei. Die Kirche ist Begräbnisstätte der Marschalk von Ostheim. Moritz Marschalk von Ostheim wurde 1523 dort bestattet. Eine Ausnahme bildete Pfarrer Johann Adam Schönwetter, der 1668 ebenfalls in der Kirche seine letzte Ruhestätte fand. Letztmals wurde die Kirche von 1969 bis 1974 restauriert.
  • Schloss Waltershausen
Schloss Waltershausen um 1984
Von 1619 bis 1627 ließ Georg Philipp Marschalk von Ostheim auf den Fundamenten einer alten Wehrburg die jetzige Schlossanlage vorerst einstöckig errichten. Etwa hundert Jahre später erfuhr das Schloss unter dem Einfluss von Balthasar Neumann weitere Veränderungen, der in den gesamten Mittelbau im zweiten Stockwerk einen Rokokosaal integrierte. Balthasar Neumann gab diesem Saal eine genial konstruierte, in den Dachstuhl hinein gewölbte Decke mit reichen Stuckarbeiten die in vielen kunstgeschichtlichen Werken abgebildet sind. Die Strukturierung gehört zu den feinsten Schöpfungen des fränkischen Rokoko und gibt dem Saal einen festlichen Charakter.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kaffeekannen-Museum: Privatmuseum von Ursula Rink mit über 3000 Kaffeekannen aus der ganzen Welt.[5]

Radwander- und Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeindeteile führen die überregionalen Radwander- und Wanderwege Fränkische Saale und Fränkischer Marienweg.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für öffentliche und private Veranstaltungen befindet sich in Saal eine Mehrzweckhalle und in Waltershausen ein Gästehaus. In beiden Gemeindeteilen stehen Dorfbüchereien zur Verfügung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charlotte von Kalb
  • Charlotte von Kalb (1761–1843), deutsche Schriftstellerin
  • Friedrich Hölderlin (1770–1843), deutscher Lyriker, lebte 14 Monate (Dezember 1793–Januar 1795) im Schloss Waltershausen als Erzieher
  • Johann Peter Herrlein (1722–1799), deutscher Maler
  • Eugen Dieterich (1840–1904), deutscher Chemiker und Pionier der deutschen pharmazeutischen Industrie sowie königlich-sächsischer Geheimer Hofrat

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saal an der Saale – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Saal an der Saale – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111121/181137&attr=OBJ&val=1608
  3. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 741.
  4. SAAL a. d. Saale - Landkreis Rhön-Grabfeld. historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de. Abgerufen am 14. Oktober 2019.
  5. Museum in Saal an der Saale – Kaffeekannen-Museum. In: Saal.Rhoen-Saale.net. Abgerufen am 20. Juli 2018.