Willmars

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Willmars
Willmars
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Willmars hervorgehoben
Koordinaten: 50° 30′ N, 10° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Rhön-Grabfeld
Verwaltungs­gemeinschaft: Ostheim vor der Rhön
Höhe: 340 m ü. NHN
Fläche: 12,17 km2
Einwohner: 606 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 50 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97647
Vorwahl: 09779
Kfz-Kennzeichen: NES, KÖN, MET
Gemeindeschlüssel: 09 6 73 182
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktstr. 24
97645 Ostheim v.d.Rhön
Webpräsenz: www.willmars.rhoen-saale.net
Bürgermeister: Reimund Voß (SPD / FWG)
Lage der Gemeinde Willmars im Landkreis Rhön-Grabfeld
FladungenHausen (Rhön)Bundorfer ForstBurgwallbacher ForstForst Schmalwasser-NordForst Schmalwasser-SüdMellrichstadter ForstSteinacher Forst rechts der SaaleSulzfelder ForstWeiglerWillmarsNordheim vor der RhönSondheim vor der RhönStockheim (Unterfranken)MellrichstadtMellrichstadtOstheim vor der RhönOberelsbachBischofsheim an der RhönBischofsheim an der RhönSandbergSchönau an der BrendHohenrothNiederlauerBurglauerStrahlungenSalz (Unterfranken)BastheimOberstreuUnslebenWollbach (Unterfranken)Bad Neustadt an der SaaleHeustreuHendungenHollstadtRödelmaierWülfershausen an der SaaleHöchheimSaal an der SaaleAubstadtHerbstadtTrappstadtGroßeibstadtGroßbardorfSulzfeld (im Grabfeld)Bad Königshofen im GrabfeldBad Königshofen im GrabfeldSulzdorf an der LederheckeThüringenLandkreis HaßbergeLandkreis SchweinfurtHessenLandkreis Bad KissingenKarte
Über dieses Bild
Schlossplatz in Völkershausen

Willmars ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ostheim vor der Rhön.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Willmars liegt in der Region Main-Rhön im Dreiländereck Hessen-Bayern-Thüringen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die politische Gemeinde Willmars hat vier amtlich benannte Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Filke, Völkershausen und Willmars.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Willmars gehörte den Grafen von Botenlauben, einer Nebenlinie der Grafen von Henneberg. Graf Otto II. von Henneberg-Botenlauben trat den Ort 1230 an das Kloster Fulda ab. Durch Verpfändung kam er an die Grafen von Henneberg-Römhild und wurde 1453 von der Linie Henneberg-Schleusingen erworben und dem Amt Maßfeld angegliedert. Nach deren Aussterben 1583 war der Ort Teil des Herzogtums Sachsen. Er gehörte ab 1680 zum Herzogtum Sachsen-Meiningen. Dabei war die eine Hälfte des Orts herrschaftlich sächsisch, die andere gehörte Ganerben, die der Reichsritterschaft angehörten. Ober- und Unterfilke sowie Völkershausen gehörten bis 1803 zur Reichsritterschaft (Herren von Stein).

Willmars kam im Jahr 1808 mit Filke, Völkershausen, Neustädtles und Sands zum Großherzogtum Würzburg des Erzherzogs Ferdinand von Toskana. Dieser hatte durch einen Staatsvertrag 1808 die Rechte (Dorf- und Gemeindeherrschaft) des Herzogtums Sachsen-Meiningen an sich gebracht.[3] 1814 fielen der Ort und seine heutigen Ortsteile an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Filke eingegliedert. Am 1. April 1972 kam Völkershausen hinzu.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 820 Einwohner
  • 1970: 799 Einwohner
  • 1987: 673 Einwohner
  • 1991: 755 Einwohner
  • 1995: 733 Einwohner
  • 2000: 717 Einwohner
  • 2005: 687 Einwohner
  • 2010: 650 Einwohner
  • 2015: 620 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister und Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Reimund Voß (FWG). Er wurde im Jahr 2002 als Nachfolger von Wolf Pittorf (Bürgergemeinschaft) gewählt und 2008 mit 84,17 % der Stimmen sowie 2014 mit 90,99 % der Stimmen im Amt bestätigt.

Der Gemeinderat besteht aus acht Mitgliedern. Alle gehören der FWG an.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappenbeschreibung: Geteilt; oben geteilt von Silber und Rot, oben ein schwarzer Schrägbalken, unten eine silberne Krone; unten in Gold auf grünem Dreiberg eine rot bewehrte schwarze Henne.

Symbolik: Die Krone im Wappen erinnert an das Königsgut im Frühmittelalter. Die schwarzen Henne auf dem Dreiberg verweist auf die Grund- und Territorialherren der Grafen von Henneberg (Henneberger Wappen). Die Herren (später Freiherren) von Stein waren im Spätmittelalter mit Gemeindegebiet verbunden. Ihr Wappen, der schwarze Querbalken in Silber, soll auf diese seltene historische Kontinuität hinweisen.

Anmerkung:Genehmigung des Wappens: 17. August 1982; Entwurf von Karl Nikolaus Haas (Heraldiker aus Kronach)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe zwölf und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 44 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 220. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe keinen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 sieben landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 610 ha, davon waren 508 ha Ackerfläche und 102 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2017):

  • 25 Kindergartenplätze mit 26 Kindern
  • Kinderheim Nicolhaus mit 48 Plätzen
  • Die Herbert-Meder-Schule Unsleben ist während der Sanierung des Unslebener Förderzentrums mit sieben Klassen und einer Kindergartengruppe im Schulhaus Willmars und in den Räumen des Rathauses
  • Vier Schulklassen der Verbands-Grundschule Ostheim werden in Containern neben dem Schulhaus unterrichtet und kooperieren mit der Herbert-Meder-Schule

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruine Mauerschädel
Jüdischer Friedhof (neuer Teil)
Jüdischer Friedhof (alter Teil)
  • Ruine Mauerschädel zwischen Willmars und Filke
  • Der Jüdische Friedhof am Rand von Willmars auf der Gemarkung der Nachbargemeinde Neustädtles wurde im Jahre 1727 durch den hessischen Baron Carl Ludwig Schenck von Schweinsberg eingerichtet. Heute sind noch ca. 370 Grabsteine dort zu finden. Der Friedhof ist in einem sehr gepflegten Zustand. Er gliedert sich in eine ältere und eine neuere Hälfte.[5]
  • Evangelische Kirche mit Turmuntergeschoss aus romanischer und Wandmalereien im Chor aus vorreformatorischer Zeit. Die bereits im Jahre 1590 renovierte Kanzel und der Taufstein von 1592 blieben erhalten. Der Kirchturm mit welscher Haube und Laterne stammt in der jetzigen Gestalt von 1719/20, die Turmuhr von 1793, die Orgel von 1759.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Luther: Adeline Elisabeth Rohn von Willmars. In: Unterfränkisches Heimatblatt, Schweinfurt, 3 (1951), 8, S. 1.
  • Gerhard Schätzlein: Filke – ein Ortsteil von Willmars. Willmars 1978.
  • Barbara Rösch, Gerhard Schätzlein: Grenzerfahrungen 1945–1990 – Fotos, Texte, Aussagen. Wilmars 1993.
  • Peter Breitling: Dörfer an der Grenze – wirtschaftliche, soziale und städtebauliche Grundlagen der Rehabilitation ländlicher Gemeinden in grenznahen Abwanderungsgebieten bis Mitte 1989, dargestellt am Beispiel der Gemeinde Willmars. München 1990.
  • Erika Rust: ... mit Tränen in den Augen die Freiheitsstatue... – Lebenserinnerungen des Max Strauss aus Willmars. In: Heimat-Jahrbuch des Landkreises Rhön-Grabfeld, Mellrichstadt, 25 (2003), S. 316–344.
  • Dekanat Bad Neustadt an der Saale: Ursprung und Leben evangelischer Gemeinden in Rhön u. Grabfeld. Verlag der Ev.-Luth. Mission, Erlangen 1984, S. 172–180

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Willmars – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111121/192129&attr=OBJ&val=1619
  3. Gebietsaustausch 1808 im Rhönlexikon
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 520
  5. Zusammenfassende Darstellung durch den Altbürgermeister Gehard Schätzlein „Der Judenfriedhof in Neustädles, früher der Judengemeinde Willmars“, Willmars 2008 (6 Seiten, Loseblattsammlung).