Unsleben

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Unsleben
Unsleben
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Unsleben hervorgehoben
Koordinaten: 50° 23′ N, 10° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Rhön-Grabfeld
Verwaltungs­gemeinschaft: Heustreu
Höhe: 248 m ü. NHN
Fläche: 8,92 km2
Einwohner: 939 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 105 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97618
Vorwahl: 09773
Kfz-Kennzeichen: NES, KÖN, MET
Gemeindeschlüssel: 09 6 73 175
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der Verbandsverwaltung: Wetterstr. 4
97618 Heustreu
Webpräsenz: www.unsleben.de
Bürgermeister: Michael Gottwald (Bürgerforum)
Lage der Gemeinde Unsleben im Landkreis Rhön-Grabfeld
Fladungen Hausen (Rhön) Bundorfer Forst Burgwallbacher Forst Forst Schmalwasser-Nord Forst Schmalwasser-Süd Mellrichstadter Forst Steinacher Forst rechts der Saale Sulzfelder Forst Weigler Willmars Nordheim vor der Rhön Sondheim vor der Rhön Stockheim (Unterfranken) Mellrichstadt Mellrichstadt Ostheim vor der Rhön Oberelsbach Bischofsheim an der Rhön Bischofsheim an der Rhön Sandberg Schönau an der Brend Hohenroth Niederlauer Burglauer Strahlungen Salz (Unterfranken) Bastheim Oberstreu Unsleben Wollbach (Unterfranken) Bad Neustadt an der Saale Heustreu Hendungen Hollstadt Rödelmaier Wülfershausen an der Saale Höchheim Saal an der Saale Aubstadt Herbstadt Trappstadt Großeibstadt Großbardorf Sulzfeld (im Grabfeld) Bad Königshofen im Grabfeld Bad Königshofen im Grabfeld Sulzdorf an der Lederhecke Thüringen Landkreis Haßberge Landkreis Schweinfurt Hessen Landkreis Bad KissingenKarte
Über dieses Bild

Unsleben ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Heustreu.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unsleben liegt in der Region Main-Rhön. Es gibt nur die Gemarkung Unsleben. Am südöstlichen Ortsrand mündet die Els in die Streu.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unsleben wurde erstmals 1162 als Sitz eines Ortsadelsgeschlechts urkundlich erwähnt. Das ehemalige Hochstift Würzburg teilte sich die Herrschaft mit den Freiherren von Habermann, bis es 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert wurde. 1805 wurde das Gebiet mit Tirol getauscht und fiel endgültig 1814 mit den Rechten der von Habermann an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Jüdische Familien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden die im Ort ansässigen jüdischen Familien verfolgt, in die Emigration getrieben oder ermordet. Ihre Synagoge an der Ecke Schlossgasse/Kemenate wurde beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern geschändet. An dem Gebäude, das heute ein Haus der Bäuerin ist, erinnert eine Gedenktafel an seine frühere Funktion.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1970: 1016 Einwohner
  • 1987: 0871 Einwohner
  • 1991: 0902 Einwohner
  • 1995: 0960 Einwohner
  • 2000: 0950 Einwohner
  • 2005: 0960 Einwohner
  • 2010: 0918 Einwohner
  • 2015: 0939 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Michael Gottwald (Bürgerforum). Er wurde 2008 mit 85,5 % der Stimmen zum Nachfolger von Elisabeth Machon gewählt.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Sehenswürdigkeit ist das Wasserschloss Unsleben. Das Schloss ist bewohnt, einige Räume werden als Ferienwohnungen und für Hochzeitsfeiern vermietet.[4]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Stichtag 30. Juni 2010 waren gemäß der amtlichen Statistik 315 Personen in Unsleben sozialversicherungspflichtig beschäftigt, davon 139 im produzierenden Gewerbe, 111 im Handel, Verkehr oder Gastgewerbe sowie 37 bei öffentlichen und privaten Dienstleistern.[5]

Der größte Betrieb am Ort ist die Nordbayerische Holzindustrie GmbH, ein Betrieb zur Herstellung von Furnieren mit einer Fläche von 35.000 Quadratmetern, die auch das Ortsbild prägt. Sie wurde 1862 von Valentin Hahn gegründet und hatte bis 2013 90 Mitarbeiter. Im Mai 2015 meldete die Nordbayerische Holzindustrie GmbH Insolvenz an.[6]

Werk der Nordbayerischen Holzindustrie GmbH im Juli 2016

Im Jahre 2010 existierten zwölf landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 628 ha, davon waren 549 ha Ackerfläche.[7]

Informationstafel Windpark Streu und Saale
WEA 15_UNS im Bau

Östlich von Unsleben ist der Windpark Streu & Saale der SILA Fünf GmbH & Co. KG in Bau. Er soll im Endausbau 10 Windenergieanlagen des Typs Senvion 3.4M122 mit einer Nabenhöhe von 139 Metern, 122 Meter Rotordurchmesser und 3,4 Megawatt Nennleistung besitzen. Die Jahresenergieproduktion dieses Windparks soll laut Informationstafel an der Baustelle ca. 56 Millionen kWh betragen, was einer Standortqualität von lediglich knapp 49 % entspricht. Tatsächlich genehmigt sind allerdings 10 Windenergieanlagen vom Typ Vestas V126-3.3 mit einer Nabenhöhe von 137 m, einem Rotordurchmesser von 126 m und einer Nennleistung von 3,3 MW (Bescheid vom 2. April 2015[8]). Das Aufgrund des am 28. November 2016 gestellten Antrags auf baurechtliche Genehmigung des Anlagenwechsels bereits eingeleitete Genehmigungsverfahren[9] wurde am 13. April 2017 von der zuständigen Genehmigungsbehörde eingestellt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • einen Kindergarten mit 50 Kindergartenplätzen und eine schulvorbereitende Einrichtung (SVE) in der Herbert-Meder-Schule
  • Schulen: Förderschule Herbert-Meder-Schule (privat, staatlich anerkannt, Trägerin Lebenshilfe Rhön-Grabfeld e. V.)[10] mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und integrierte heilpädagogische Tagesstätte und zwei Partnerklassen, eine in der Grundschule Wollbach und eine in der Besengauschule Bastheim. Das Gebäude der Grundschule wird seit dem 14. März 2011 nicht mehr als solches genutzt, seit dem 13. September 2012 befindet sich dort der Schülerhort Streutal.[11] Die Schüler aus Unsleben gehen in die Grundschule Hollstadt oder in die Grundschule Wollbach im Schulverband Heustreu-Hollstadt-Unsleben-Wollbach.

Bekannte Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Unsleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 196
  3. http://www.mainpost.de/regional/rhoengrabfeld/Michael-Gottwald-neuer-Buergermeister-in-Unsleben;art765,4373235
  4. http://www.schlossgut-unsleben.de/das-schloss/geschichte/
  5. https://www.statistik.bayern.de/statistikkommunal/09673175.pdf – Tabelle 9
  6. [1]
  7. https://www.statistik.bayern.de/statistikkommunal/09673175.pdf – Tabellen 17 und 19
  8. Öffentliche Bekanntmachung vom 24. August 2015 Website des Landratsamtes Rhön-Grabfeld. Abgerufen am 17. Juni 2017.
  9. Amtsblatt des für den Landkreis Rhön-Grabfeld vom 18.1.2017 Website des Landratsamtes Rhön-Grabfeld. Abgerufen am 17. Juni 2017.
  10. http://www.herbert-meder-schule.de/
  11. http://mobil.mainpost.de/regional/art765,7010822