Sabrina Mockenhaupt

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Sabrina Mockenhaupt Leichtathletik

Sabrina Mockenhaupt (2012)
Mockenhaupt nach Platz 5 bei den Europameisterschaften 2012

Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 6. Dezember 1980 (36 Jahre)
Geburtsort SiegenDeutschland
Größe 155 cm
Gewicht 46 kg
Beruf Hauptfeldwebel
Karriere
Verein LT Haspa Marathon Hamburg (ab 2017)
Medaillenspiegel
Deutsche Meisterschaften 45 × Gold 2 × Silber 1 × Bronze
Deutsche Meisterschaften
0Gold0 Stuttgart 2001 5000 m
0Gold0 Bochum 2002 5000 m
0Gold0 Ulm 2003 5000 m
0Gold0 Ulm 2003 10.000 m
0Gold0 Ulm 2003 Crosslauf
0Gold0 Braunschweig 2004 5000 m
0Gold0 Braunschweig 2004 10.000 m
0Gold0 Braunschweig 2004 Crosslauf
0Gold0 Bremen 2009 10.000 m
0Gold0 Düsseldorf 2014 5000 m
0Gold0 Düsseldorf 2014 Crosslauf
0Gold0 Düsseldorf 2014 10-km-Straßenlauf
0Gold0 Bad Liebenzell 2016 Halbmarathon
0Gold0 Bad Liebenzell 2017 10-km-Straßenlauf
letzte Änderung: 3. September 2017

Sabrina Mockenhaupt (* 6. Dezember 1980 in Siegen) ist eine deutsche Langstreckenläuferin und vielfache nationale Meisterin.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. September 2001 ist sie Sportsoldatin in der Sportfördergruppe der Bundeswehr und hat den Dienstgrad Hauptfeldwebel.

Sportliche Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus einer Familie von Langstreckenläufern stammend (die Marathonbestzeiten ihrer Eltern Fred und Hildegard Mockenhaupt betragen 2:24:59 h bzw. 2:40:41 h), wurde sie je fünfmal Deutsche Jugend- und Juniorinnenmeisterin.

2001 holte Mockenhaupt über 5000 Meter ihren ersten von bislang zwölf Deutschen Meistertiteln über diese Distanz (weitere folgten in den Jahren 2002–2005 und 2007–2013). Über 10.000 Meter wurde sie bislang zehnmal Deutsche Meisterin (2003–2005, 2007, 2009–2012 und 2016–2017), im Crosslauf neunmal (2003–2005, 2007–2011 und 2014).

2003 startete Mockenhaupt beim 10.000-Meter-Lauf der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Paris/Saint-Denis, musste aber eingangs der zweiten Hälfte aufgrund krankheitsbedingter Verfassung aussteigen.[1]

Olympische Sommerspiele 2004[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen belegte sie über 10.000 Meter den 15. Platz. Im Jahr darauf kam sie bei den Weltmeisterschaften in Helsinki über dieselbe Distanz auf Platz 17.

Der erste internationale Medaillenerfolg gelang ihr im Dezember 2005 mit dem zweiten Platz bei den Crosslauf-Europameisterschaften. Tatsächlich stammt ihre erste internationale Medaille jedoch von den Halleneuropameisterschaften 2005 in Madrid. Dort belegte sie zwar zunächst nur den vierten Platz über 3000 Meter. Allerdings wurde die zweitplatzierte Türkin Tezeta Desalegn-Dengersa später wegen Doping disqualifiziert, und Mockenhaupt bekam 2006 nachträglich die Bronzemedaille zugesprochen.[2]

Bei den Europameisterschaften in Göteborg erreichte sie den achten Platz über 10.000 Meter und den sechsten Platz über 5000 Meter. Im selben Jahr startete sie beim Halbmarathon-Wettbewerb des Köln-Marathons und lief auf Anhieb 1:10:35 h, geschlagen nur von Irina Mikitenko.

Bei den Halleneuropameisterschaften 2007 in Birmingham kämpfte sie um eine Medaille im 3000-Meter-Lauf, musste sich aber mit dem vierten Platz zufriedengeben, trotz ihrer persönlichen Hallen-Bestzeit von 8:45,77 min. Einige Wochen später stellte sie beim Bonn-Marathon mit 1:11:57 h einen Streckenrekord auf der Halbmarathon-Distanz auf.

Marathon seit 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei ihrem Debüt über die 42,195 km im Oktober 2007 gewann Mockenhaupt den Köln-Marathon und erfüllte mit ihrer Zeit von 2:29:33 h die Qualifikationsnorm des DLV für die Olympischen Spiele 2008 in Peking. In der darauffolgenden Saison konzentrierte sie sich jedoch wieder auf die kürzeren Strecken, wurde beim Paderborner Osterlauf über 10 Kilometer Zweite in 32:07 min und erfüllte die 10.000-Meter-Olympianorm mit einer Zeit von 31:27,05 min, gelaufen am 4. Mai 2008 in Palo Alto. In Peking belegte sie den 13. Platz mit ihrem persönlichen Rekord von 31:14,21 min.

Am 26. Oktober 2008 gewann sie in Frankfurt auch ihren zweiten Marathon in einer neuen persönlichen Bestleistung von 2:26:22 h und erfüllte damit die vom DLV geforderte Qualifikationsnorm für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2009 in Berlin. Sie erklärte jedoch, dort nicht im Marathon, sondern im 10.000-Meter-Lauf starten zu wollen.[3]

Die erforderliche Norm erfüllte sie Anfang Mai 2009, als sie in einer Zeit von 31:27,56 min ihren fünften Deutschen Meistertitel im 10.000-Meter-Lauf errang.[4] Bereits vier Wochen zuvor siegte sie beim Berliner Halbmarathon in neuer persönlicher Bestzeit von 1:08:45 h.[5] Ebenfalls eine neue Bestzeit erzielte sie mit 14:59,88 min im 5000-Meter-Lauf und blieb damit als vierte deutsche Frau unter 15 Minuten. Entgegen früheren Aussagen kündigte sie an, bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften sowohl im 10.000-Meter-Lauf als auch im Marathon zu starten.[6] Zwei Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaften änderte sie ihre Meinung jedoch erneut und gab bekannt, nun doch auf einen Start über 10.000 Meter zu verzichten.[7] Im Marathon belegte sie schließlich in 2:30:07 h den 17. Platz. Einige Wochen später gewann sie in 2:30:12 h zum zweiten Mal nach 2007 den Köln-Marathon.

Sabrina Mockenhaupt beim Müritz-Lauf (August 2010)

Bei den Europameisterschaften 2010 in Barcelona lief Mockenhaupt am 28. Juli 2010 die 10.000 Meter in 32:06,02 min und belegte damit den sechsten Rang. Nachträglich wurden Inga Eduardowna Abitowa (Rang 2) und Meryem Erdoğan (Rang 5) wegen Verstößen gegen die Dopingbestimmungen disqualifiziert, so dass Mockenhaupt auf den vierten Platz aufrückte.
Beim Berlin-Marathon desselben Jahres verbesserte sie trotz Dauerregens ihre persönliche Bestzeit um eine Sekunde auf 2:26:21 h und kam auf den vierten Platz.[8]

Olympische Sommerspiele 2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. Oktober 2011 schaffte sie beim Frankfurt-Marathon mit einer Zeit von 2:28:08 h die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2012 in London.[9]

Bei den Europameisterschaften 2012 wurde Mockenhaupt Fünfte über 10.000 Meter und erreichte damit ihre beste internationale Platzierung über diese Distanz.[10] Bei den Olympischen Spielen 2012 in London kam Mockenhaupt beim 10.000-Meter-Lauf als 17. ins Ziel.

Beim Boston-Marathon belegte sie im April 2013 mit 2:30:09 h den zehnten Rang. Beim New-York-City-Marathon im November 2013 erreichte sie mit 2:29:10 h den siebten Platz und war die beste Deutsche im Feld. Als Sechste kam sie bei den Europameisterschaften 2014 über 10.000 Meter ins Ziel. Von Juni 2013 bis Frühjahr 2014 wurde sie von Dietmar „Pit“ Bittermann aus Cottbus trainiert[11], der auch lange Zeit Stephan Freigang, der bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona Dritter im Marathonlauf wurde, trainiert hat. Dann schloss sie sich der SG Wenden unter Trainer Egon Bröcher an.[12]

Sabrina Mockenhaupt siegt beim 41. Nikolauslauf Tübingen 2016 mit neuem Streckenrekord

Ihre größten Erfolge bisher feierte sie mit ihrem langjährigen Trainer Heinz „Heiner“ Weber, der sie bis 2011 betreut hat. Im November 2014 erfolgte dann die Rückkehr von Breuer zu Weber.[13]

Ihren 40. Titel als Deutsche Meisterin erreichte Mockenhaupt am 7. September 2014, als sie in Düsseldorf zum vierten Mal hintereinander Siegerin im 10-Kilometer-Straßenlauf wurde.[14]
Im September wurde ihr das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber verliehen.

Im April 2016 holte sie sich mit ihrem Sieg auf der Halbmarathon-Distanz ihren 41. nationalen Titel.[15]

Im Juni 2016 wurde Mockenhaupt für die Europameisterschaften in Amsterdam nominiert, gab aber einen Tag später bekannt, dass sie auf Grund der Vorstufe eines Ermüdungsbruches auf die Teilnahme verzichten muss, und somit auch an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, da sie die Olympia-Norm noch nicht erreicht hatte.[16]

Im Mai 2017 holte sie sich in Bautzen über 10.000 Meter ihren 44. Meistertitel.[17] Im Straßenlauf über 10 km holte sie sich in Bad Liebenzell im September ihren 45. Meistertitel.

Die Athletin mit dem Spitznamen „Mocki“[18] ist 1,55 m groß und wiegt 46 kg. Sie startete vom 1. Januar 2011 bis Ende 2016, wie schon von 1997 bis 2005, für die LG Sieg.[19] In den Jahren 2006 bis 2010 war sie beim Kölner Verein für Marathon. Ab 2017 geht Mockenhaupt für das LT Haspa Marathon Hamburg an den Start.

Sportliche Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(DNF – Did Not Finish)

Bestleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der seit 1985 jährlich von der Westfälischen Rundschau durchgeführten Wahl zum Sportler des Jahres im Kreis Siegen-Wittgenstein konnte sie seit 1998 insgesamt zwölfmal den ersten Platz erreichen.[22][23]

Einem breiten Publikum wurde Mockenhaupt durch verschiedene Videoeinspielungen bei TV total sowie ihrem Besuch dort bekannt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sabrina Mockenhaupt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. leichtathletik.de: WM-Splitter – Hochklassige 10.000 Meter. 23. August 2003
  2. leichtathletik.de: Sabrina Mockenhaupt bekommt Bronze. 16. April 2006
  3. leichtathletik.de: Kein WM-Marathon von Sabrina Mockenhaupt. 18. Februar 2009
  4. leichtathletik.de: One-Mocki-Show mit Weltmeisterschafts-Norm. 2. Mai 2009
  5. leichtathletik.de: „Mocki“ ist fit für die 10.000-Meter-Norm. 6. April 2009
  6. DerWesten: Sabrina Mockenhaupt plant bei der WM in Berlin Starts über 10 000 Meter und Marathon: „…soviel Spaß am Laufen wie noch nie“. 25. Mai 2009
  7. leichtathletik.de: Kein WM-Doppelstart von Sabrina Mockenhaupt. 2. August 2009
  8. leichtathletik.de: Sabrina Mockenhaupt Vierte in Berlin. 26. September 2010
  9. http://live.bmw-frankfurt-marathon.com/2011/index.php?content=detail&fpid=search&id=0000170AEF46630000468A7B&lang=DE&event=L&ageclass=
  10. Siegener Zeitung Printausgabe vom 2. Juli 2012
  11. Christian Fuchs: Sabrina Mockenhaupt wechselt den Trainer, www.leichtathletik.de, 1. Juli 2013
  12. eigene Facebookseite, gesichtet 27. Juli 2014
  13. Siegener Zeitung Printausgabe, gesichtet 12. November 2014
  14. http://www.runnersworld.de/koe-lauf-duesseldorf-2014 Runnersworld.de, gesichtet 8. September 2014
  15. Sabrina Mockenhaupt knackt EM-Norm (23. April 2016)
  16. Pamela Ruprecht: Sabrina Mockenhaupt zieht die Notbremse, Vorstufe Ermüdungsbruch, auf: leichtathletik.de, vom 23. Juni 2016, abgerufen 24. Juni 2016
  17. "Mocki" erweitert Titelsammlung, Simon Boch fängt Amanal Petros ab (13. Mai 2017)
  18. Die Welt: „Mocki“, Provinznudel mit dem gewissen Etwas. 20. Februar 2005
  19. Bericht der Siegener Zeitung, gesichtet 30. November 2010
  20. Halbmarathon: "Mocki" holt 43. DM-Titel (9. April 2017)
  21. Kenianer Rotich siegt – „Mocki“ kämpft sich durch (26. April 2015)
  22. Westfälische Rundschau, Lokalsport Siegen, vom 5. Dezember 2011
  23. derwesten.de, gesichtet 21. Januar 2012