Salvador (Bahia)

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Salvador da Bahia
-12.983055555556-38.5166666666678Koordinaten: 12° 59′ S, 38° 31′ W
Karte: Bahia
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Salvador da Bahia

Salvador da Bahia auf der Karte von Bahia

Basisdaten
Staat BrasilienBrasilien Brasilien
Bundesstaat BahiaBahia Bahia
Stadtgründung 29. März 1549
Einwohner 2.676.606 (IBGE 2010)
   – im Ballungsraum 3,3 Millionen
Stadtinsignien
Brasão de Salvador.jpg
Bandeira de Salvador.jpg
Detaildaten
Fläche 707 km²
Bevölkerungsdichte 4091 Ew./km²
Höhe m
Stadtgliederung 92
Gewässer Atlantik
Postleitzahl 40010 - 41950
Vorwahl (+55) 71
Zeitzone UTC-3
Stadtvorsitz ACM Neto (DEM)
Website www.pms.ba.gov.br
Alexius Foto Collage Salvador.jpg

Salvador, offiziell: Município de Salvador, ist nach São Paulo und Rio de Janeiro die drittgrößte Stadt Brasiliens. Der historische Name der Küstenstadt lautet São Salvador da Bahia de Todos os Santos (Heiliger Erlöser von der Bucht der Allerheiligen), da sie an der Allerheiligenbucht liegt. Der Name der Bucht geht auf den Tag der Ankunft der ersten Seefahrer zurück, den 1. November 1501. Der Name „Bahia“ war bis Mitte des 20. Jahrhunderts auch als Alias für die Stadt gebräuchlich.

Salvador hat rund 2,7 Millionen Einwohner,[1] ist die Hauptstadt des nordöstlichen Bundesstaates Bahia und war bis 1763 Hauptstadt Brasiliens. Salvador ist Erzbischofssitz des Erzbistums São Salvador da Bahia. Es ist ein international anerkanntes Handels- und Wirtschaftszentrum mit einer Erdöl- und Zuckerraffinerie sowie Baumwoll-, Tabak- und Kakaoverarbeitung.

Salvador ist auf verschiedenen Ebenen einer Bergkette gebaut, welche die Stadt in eine Oberstadt (cidade alta) und in eine 70 Meter tiefer gelegene Unterstadt (cidade baixa) teilt. Um vom einen Teil in den anderen zu gelangen, kann man den Aufzug Lacerda oder eine der vielen Buslinien nutzen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die bis zur europäischen Okkupation bekanntesten Indios dieser Küstenregion waren die Tupinambá und noch früher Indios von den Stämmen der Tupi, Tupina und Tupinae, so wie die frühen Seefahrer Martim Afonso de Souza und Simão Alcazaba 1533 und 1535 berichteten. Am 1. November 1501 gab es bereits Handel zwischen den portugiesischen Seefahrern unter Leitung von Gonçalo Coelho und den Indios vom Stamme Eurotupinambá an einem Ort der Küste, der als „Stelle des Patrons“ bezeichnet wurde, dem heutigen Leuchtturm Farol da Barra. Dem Einfluss der Jesuiten ist es geschuldet, dass die Indios von der Sklaverei verschont blieben und stattdessen angolanische Afrikaner entführt und nach Brasilien verschleppt wurden. Bereits 1551 lebten in Bahia die ersten 50 afrikanischen Sklaven und legten damit den Grundstein für eine bis heute afrikanisch geprägte Stadt Salvador.[2]

Die Okkupation Brasiliens[Bearbeiten]

Grabplatte von Catarina Paraguaçu, Graça

Schon lange, bevor Salvador die Stadtrechte erhielt, war die Region um 1510 durch die Überlebenden eines in Schiffbruch geratenen französischen Schiffes bevölkert worden. Zu dessen Besatzung zählte auch Diogo Álvares Correia,[3] der berühmte Caramuru (übersetzt: Neunauge), oder auch „Sohn des Donners“ – er verschaffte sich mit seinem Gewehr bei den Indios entsprechenden Respekt, als er damit eine fliegende Möwe abschoss. Der Häuptling Morubixava Taparica gab ihm seine älteste Tochter, Paraguaçu,[4] zur Frau.[5] 1534 wurde die Kapelle Nossa Senhora das Graças (Unsere Liebe Frau zu den Gnaden) errichtet, denn dort lebten Diogo Álvares und seine Gattin, Catarina Paraguaçu.[2] In dieser Kirche,[6] im gleichnamigen Stadtteil Graça, wurde Catarina Paraguaçu in der Nähe des Altars stehend[7] beigesetzt. Diese Stelle ist mit einer Grabplatte deutlich sichtbar.[8] Über das Grab von Caramuru gibt es nur die Mutmaßung, dass es sich im „Mosteiro de Jesus“, dem ehemaligen Jesuitenkloster und heutiger Kathedrale befinden könnte.

Historische Karte (um 1888)

1536 erreichte der Portugiese Francisco Pereira Coutinho[9] das Gebiet, welches ihm vom portugiesischen König Johann III. als Besitz zugesprochen wurde. Dieses Gebiet befindet sich in etwa im heutigen Stadtteil Barra. Die dort lebenden Indios revoltierten mehrfach gegen Francisco Pereira Coutinho, weil er sie grausam und ungerecht behandelte. Flucht und Rückkehr folgten, und am Ende wurde er 1547 von den Indios getötet und während eines großen Festes verspeist.[10]

Pedro (Pero) Fernandes Sardinha, erster Bischof Brasiliens

Ein nicht weniger dramatisches Ende[11] nahm der erste Bischof Brasiliens, Dom Pedro Fernandes Sardinha. Er wurde am 1552 zum Bischof von Salvador ernannt, starb aber schon 1556 einen grausamen Tod. Nach seiner Amtseinführung legte sich schnell mit den Jesuiten an, u. a., weil er die Praxis missbilligte, indianische Instrumente von christlich erzogenen Kindern benutzen zu lassen und native Melodien in christlichen Kulten einzusetzen. Aber gerade hier sahen die Jesuiten das große Potenzial, Indios für den christlichen Glauben zu gewinnen, zumal ihnen die Katechese der Indios aufgetragen worden war.[12] Sein Streit mit den Jesuiten endete mit seinem Tod am 16. Juli 1556, nachdem er vor der Küste Alagoas Schiffbruch erlitt und von den Indios Caetés gegessen wurde.[10]Des Weiteren bemängelte die katholische Amtskirche die immer mehr um sich greifende Polygamie:

„Die verheirateten Männer, die ohne ihre Familien nach Brasilien gekommen waren, gaben sich demselben morallosen Leben hin, wie alle anderen: ‚Über die ganze [brasilianische] Küste verteilt, findet man Männer, die in Portugal verheiratet sind, und sie leben hier in großer Sünde mit großem Nachteil für ihre Frauen und Kinder …‘[13]

Die Stadt wurde am 29. März 1549 durch Tomé de Sousa gegründet. Caramuru war von der portugiesischen Krone beauftragt worden, Tomé de Sousa alle erdenkliche Unterstützung bei dieser Mission zu gewähren. Man errichtete auf Befehl des portugiesischen Königs eine Festung mit Namen São Salvador. Mit Tomé de Sousa erreichten Salvador mehr als tausend Portugiesen. Unter ihnen die ersten Jesuiten, Manuel de Nóbrega, João Aspilcueta Navarro, Leonardo Nunes und andere. Neben diversen Streitigkeiten zwischen Franzosen und Portugiesen, wurde Salvador 1598, 1624 bis 1625 und 1638 von Holländern besetzt. Hauptexportmittel war im 17. Jahrhundert der Zucker. Die Sklaven mussten auf den Plantagen und Zuckerrohrfeldern des Umlandes, des sogenannten Recôncavo, arbeiten. Sie sorgten dafür, dass Salvador da Bahia bis zum Jahre 1650 die größte Metropole auf der Südhalbkugel war. Eine der größeren Revolten gegen die Unterdrücker geschah 1835 durch muslimische Sklaven. Salvadors erste Blüte endete, als die Stadt 1763 ihre Rolle als Hauptstadt Brasiliens an Rio de Janeiro verlor. Bis dahin war sie koloniales Verwaltungszentrum Brasiliens.

Salvador im 18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Der Aufstand der Schneider (Revolta dos Alfaiates)[Bearbeiten]

Opfer des Aufstandes der Schneider

Inspiriert an der französischen Revolution von 1789 breitete sich in allen baianischen Gesellschaftsschichten der Gedanke an Unabhängigkeit von der portugiesischen Krone aus. Anders als die revolutionären Anfänge in Minas 1792, deren Anführer Tiradentes von den Vertretern der portugiesischen Krone ermordet wurde, ging die baianische Revolution im Jahr 1798 mit der Forderung nach dem Ende der Sklaverei deutlich weiter.[14] Aber dieser Aufstand, auch bekannt unter dem Namen „baianische Verschwörung“ (Conjuração Baiana), endete 1799 mit der Ermordung oder Deportation der Anführer. Alle zur Oberschicht zählenden Sympathisanten der Unabhängigkeitsidee, wie der Journalist und Arzt Cipriano Barata, der an vorderster Front die einfachen Menschen gegen die portugiesische Unterdrückung aufwiegelte, und der Priester Agostinho Gomes zogen rechtzeitig ihren Kopf aus der Schlinge.

Steuern an die portugiesische Krone waren zu hoch, und die einfache Bevölkerung forderte bessere Lebensbedingungen, denn seit der Regierungssitz des Landes 1763 von Salvador nach Rio de Janeiro verlegt worden war, führten sie ein Leben unter miserablen Bedingungen.[15] Bahia geriet in eine wirtschaftliche Krise, und Kriminalität[16] und Plünderungen von Märkten und Schlachtereien waren an der Tagesordnung.[17]

In ganz Salvador waren alsbald die Forderungen der Freiheitsdenker durch Aushänge zu lesen, die aus der Feder des Soldaten Luís Gonzaga das Virgens stammten:

  • Unabhängigkeit des „Regierungsbereiches“ (Capitania) Bahia,
  • Einführung einer Republik,
  • Unabhängigkeit für den Handel sowie die Öffnung aller Häfen,
  • einen Sold von 200 Réis pro Tag
  • und das Ende der Sklaverei.

Am 24. August 1798 wurde Gonzaga festgenommen. Ein Befreiungsversuch, angeführt durch den Soldaten Lucas Dantas de Amorim und die Schneider João de Deus do Nascimento und Manuel Faustino de Santos Lira, scheiterte.

Die Bewegung wurde durch „Öffentllichkeitsarbeit“[18] der Freimaurerloge „Kavaliere des Lichts“ unterstützt. Als aber Namen ihrer Mitglieder in Anklageschriften auftauchten, kauften sich alle durch falsche Zeugen und Alibis frei.[19] Anders als die Freimaurer blieben die freien und versklavten Schwarzen der Bewegung treu; zu groß war ihre Hoffnung auf das Ende ihrer Unterdrückung.

Die portugiesische Königin Maria I ließ nach der Verhaftung Gonzagas 59 Personen verhören, viele von ihnen wurden gefoltert. Aus dieser Gruppe wurde 34 der Prozess gemacht, vier Schwarze wurden durch den Strang gehenkt. Die anderen vier zum Tode verurteilten wurden am 8. November 1799 durch die Straßen Salvadors zu ihrem Richtplatz getrieben. 80 % der Schaulustigen waren Schwarze, die ihren Helden in aller Stille den gebührenden Respekt zollten. Die Delinquenten Manuel Faustino und Lucas Dantas verweigerten die Sterbesakramente, die ihnen von einem Franziskaner angeboten worden waren unter der Bedingung, dass sie sich von ihren Sünden lossagen würden. Ganz im Gegensatz zu ihren Anklägern und der portugiesischen Königin seien sie frei von Schuld.

Praça da Piedade, früher Pranger und Hinrichtungsstätte Salvadors

Auf der Praça da Piedade, auf der man regelmäßig Sklaven und Kriminelle an den Pranger stellte bzw. henkte, wurden am 8. November 1799 Manuel Faustino, Lucas Dantas, João de Deus und Luís Gonzaga gehängt und ihre Köpfe sowie die anderen Körperteile auf Spießen in der gesamten Stadt verteilt zur Schau gestellt. Alle nicht zum Tode verurteilten wurden deportiert, nachdem sie am Pranger 500 Peitschenhiebe erhalten hatten. Es mag nur Zufall sein, aber der Kopf von Manuel Faustino, der auf die Sterbesakramente durch den franziskanischen Geistlichen verzichtet hatte, wurde am Cruzeiro de São Francisco direkt vor der Franziskanerkirche aufgespießt zur Schau gestellt. Fünf Tage später wurde es Angehörigen des Krankenhauses Santa Casa de Misericordia,[20] einer Einrichtung für Mittellose, die auch für deren Beerdigungen zuständig war, die Leichenteile an unbekannter Stelle beerdigen.[21]

An jeder Ecke des Platzes Piedade steht heute eine Bronzebüste in Gedenken an die vier Ermordeten. In Bezug auf die Verurteilung von Anführern aus den unteren Schichten, drängt sich der Eindruck auf, dass in brasilianischer Kultur fest verankert man sich noch heute der Justiz auf zwei Wegen entziehen kann: a) mit Geld oder b) mit der Flucht wie im Falle von Luís Pires, dem fünften Verurteilten der Revolution. Gefangene in brasilianischen Gefängnissen beteuern bis heute: Wer hier Geld hat und sich einen Anwalt leisten kann, braucht ein Gefängnis nicht von innen zu sehen.[22]

Salvador im 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Unterstadt noch ohne Aufschüttung und Mercado Modelo

Ende des 19. Jahrhunderts veränderte sich von Grund auf das Stadtbild mit der Aufschüttung zwecks Hafenbaus. Selbst das Zollgebäude, das heute den Mercado Modelo beherbergt, war zum Teil noch vom Meer umflutet. Man beachte bei Besichtigung der Unterstadt, dass sich die alten Gebäude aus der Kolonialzeit am Fuße zur Oberstadt befinden. Richtung Meer befinden sich lediglich Gebäude aus der Zeit nach der Aufschüttung. Auf dem Panoramabild lässt sich dies gut erkennen. Außerdem sieht man die alte Kathedrale, die 1933 der Straßenbahn weichen musste. Schon zur Aufnahme des Bildes, 1860, war sie stark verfallen und ohne Türme. Nach ihrem Abriss wurde die ehemalige Jesuitenkirche zur Kathedrale umfunktioniert. Rechts im Bild sieht man das Theater São João, das während der Bombardierung stark zerstört wurde und Jahre später nach einem Brand abgerissen wurde.

Erste Schiffsladung Eis erreicht Salvador[Bearbeiten]

Im Jahre 1834 erreichte die erste Schiffsladung von Eisblöcken aus Boston den Hafen von Rio de Janeiro. Um die gleiche Zeit wurde Eis auch in der Unterstadt Salvadors, in der Nähe des ehemaligen Goldmarktes[23] verkauft. Mit einer Reklametafel[24] wurde auf seine wertvolle medizinische Wirkung hingewiesen:

„[…] Wir hoffen, dass sich das Publikum an den Verzehr dieses großartigen Stärkungsmittels gewöhnen wird, welches sich hervorragend eignet um die große Zahl der hier vorkommenden Magenerkrankungen zu lindern. Zahlreiche andere Leiden können damit geheilt werden, so berichten die besten Universitätsgelehrten. Neben der medizinischen Wirkung ist es überaus erfrischend mit Getränken eingenommen, in einem so warmen Land wie dem unseren. […]“

Der Preis von Eis war aufgrund von Transport und komplizierter Lagerung exorbitant hoch. Anfänglich wurde es mit einem isolierenden Mantel aus Holzwolle in der Erde eingegraben und konnte so bis zu 5 Monate konserviert werden. Noch heute existiert an einigen Orten der Welt der Gebrauch von Holzwolle für derartigen Zweck.[25]

Aufstand muslimischer Sklaven (Revolta dos Malês)[Bearbeiten]

Aufstand der Muslime

Das Wort Malê stammt aus der Sprache der Yoruba und bedeutet Muslim. Diese Sklaven waren in Bahia auch unter dem Namen nagô bekannt. Das Wort „nagô“ kommt aus einer Sprache, die in Benin – dem Ursprungsland ihrer Verschleppung – gesprochen wird. Die Revolte wurde im Keller des Hauses Nr. 2 in der Ladeira da Praça[26] (Straße, die zwischen der Praça Municipal[27] und der Feuerwehr der Baixa dos Sapateiros[28] verläuft.) vorbereitet, jedoch verraten. Es gab viele dieser Häuser, in denen sich Malês zu Mahlzeiten trafen und arabisch sprachen. Dieses Haus war als solcher Treffpunkt bekannt. Der Aufstand war für den 26. Januar 1835 geplant, begann aber zwangsläufig am Abend des 25. Januar 1835 als ein Richter, ein Polizist und zwei Soldaten der Anzeige nachgingen und das besagte Haus stürmten. Sie waren nicht wenig überrascht, von über 50 Malês überrannt zu werden, die hauptsächlich mit Säbeln bewaffnet waren. Viele Malês flüchteten durch den Garten und alarmierten ihre Gesinnungsgenossen.

Nun begann der Sturm des Rathauses,[29] in dessen Keller das Gefängnis untergebracht war, um den Landsmann Pacífico Licutan zu befreien. Dieser war dort eingesperrt, weil sein „Herr“ Schulden hatte und Pacífico als „Pfand“ zwecks Versteigerung aufbewahrt wurde. Der Sturm scheiterte; es gab Tote auf beiden Seiten, wobei die Malês mit ihren Säbeln eindeutig im Nachteil waren.[30] Die Malês zogen sich zurück und liefend schreiend bis Campo Grande,[31] um eine andere dort angesiedelte Gruppe zu mobilisieren. Man griff das Forte São Pedro[32] und verschiedene Polizeiposten an. Über den Pelourinho und die Unterstadt versuchten sie sich mit Sklaven aus den Zuckerrohrplantagen neu zu formieren, wurden aber in Água de Meninos[33] vom Militär gestoppt und massakriert; viele Flüchtende ertranken. Am Ende waren 70 Rebellierende und 10 Soldaten getötet. Seinerzeit hatte Salvador 65.000 Einwohner von denen 40 % Sklaven waren. So hielt sich lange Zeit die Angst einer neuen Revolte.[34]

Eduardo Baraúna Carigé und das Ende der Sklaverei in Bahia[Bearbeiten]

Kampf der Sklaverei

Ab 1878 wurden in ganz Brasilien Stimmen gegen die Sklaverei lauter, die sich in Salvador 1883 mit der Gründung der baianischen Befreiungsgesellschaft (Sociedade Libertadora Baiana ) zu konzentrieren begannen. Die medizinische Fakultät am Pelourinho spielte keine unbedeutende Rolle im Kampf gegen die Sklaverei. Aus allen Gesellschaftsschichten trafen sich nun ihre Gegner; der militanteste unter ihnen war der Arzt und Journalist Eduardo Baraúna Carigé (Iô Iô Carigé) (1851–1905). Wenn die Gesellschaft auch nur 30 Mitglieder zählte, so hatten sie doch enormen gesellschaftlichen Einfluss mit sinnvoll durchdachten Strategien gegen die sogenannte Herrenschicht.

Der Name Carigé taucht immer wieder in Zeitungsmeldungen und offiziellen Polizeidokumenten[35] auf. So am 10. April 1883, als er gemeinsam mit Gleichgesinnten den Transport des Sklaven Lino Caboto nach Rio de Janeiro zu verhindern wusste, da es gesetzlich verboten war, Sklaven von einer Provinz in die andere zu befördern. Aber in erster Linie verdankten Carigé hunderte Sklaven ihre Freiheit, weil er sie rechtlich beriet und ihnen wohlgesinnte Anwälte verschaffte. Hauptsächlich setzte man auf Formfehler wie das Fehlen der Elternangabe oder einer Registrierungsnummer. Außerdem wurde nach einem Gesetz von 1831 der Import von Sklaven nach Brasilien illegal.

Die sogenannten Herren der Sklaven kümmerten sich nicht um die Gerichtsverhandlungen sondern reagierten erst auf die Publikationen der Urteile in der Gazeta da Bahia. Diese Einsprüche vor der nächsthöheren Instanz blieben nicht immer ohne Erfolg. Aber selbst wenn die vor Gericht erstrittenen Aussichten auf Freiheit immer seltener wurden, fühlten sich immer mehr Sklaven motiviert, den juristischen Weg zugunsten eines besseren Schicksals einzuschlagen.

Grabplatte in der Franziskanerkirche

Carigé legte sich oft mit den Herren, besonders in polemischen Fällen an. Hier sei die Familie von João de Teive e Argollo zitiert, dessen Grabplatte auf der rechten Seite des Altars der Franziskanerkirche zu finden ist. Neben anderen Zucker produzierenden Ländereien besaß diese Familie die Fazenda Água Cumprida, aus der später die Stadt Simões Filho hervorging. Deren Sohn, ebenfalls João de Teive e Argollo, wurde 1887 vom Sklaven Silvestre denunziert den Sklaven Damião mit einem Knüppel erschlagen zu haben. Carigé schaltete sich ein und forderte im Namen der Befreiungsgesellschaft polizeiliche Ermittlungen, die jedoch keine Beweise gegen Argollo hervorbrachten. Auch durch einen Staatsanwalt zusätzlich geforderte Ermittlungen brachten keine Beweise, dass der Sklave Damião wirklich erschlagen worden sei. Möglicherweise hatte der Sklave Silvestre den wahrscheinlich durch chronische Krankheit hervorgerufenen Tod des Damião als Vorwand genutzt sich aus den Fesseln der Sklaverei zu befreien; eine zu der Zeit immer gängiger werdende Form der Auflehnung von Sklaven gegen ihre sogenannten Herren.

Eduardo Baraúna Carigé wurde immer wieder mit dem Tode bedroht, und man warf ihm vor, sich am wenigen Geld der Sklaven bereichert zu haben. Tatsächlich aber starb er verarmt im Alter von 54 Jahren. In noch heute bekannten Volksliedern wird er als Held gegen die Sklaverei gefeiert.[36]

Die Tram in Salvador[Bearbeiten]

Der Bau dieser Gleise zerstörte 1933 die alte Kathedrale

Die Geschichte der Tram in Salvador ist aus mehreren Gründen interessant. Zum einen fuhren in der Unterstadt Waggons, an deren Bau die Firmen Siemens, Falkenried (Hamburg) und Böker & Co (Berlin-Lichterfelde) beteiligt waren. Zum anderen sind halbe Aufstände mit ihrer Existenz verbunden, etwa weil ein Blinder am 5. Oktober 1909 von einer Tram erfasst wurde und daraufhin 14 Züge von Aufgebrachten zerstört wurden sowie Hunderte von Straßenlaternen, ein Umspannwerk und ein Erdgasverteiler der Wut der tobenden Menge zum Opfer fielen. Touristen, die auf der Praça Municipal am Elevador Lacerda in der Eisdiele Cubanas[37] eine Erfrischung zu sich nehmen, mögen daran erinnert sein, dass dort in den 1950er Jahren eine Tram entgleiste, die Mauer der Eisdiele durchbrach und mit den Vorderrädern über dem Abhang stehen blieb. Der Unfall ging ohne Verletzte aus. Weitaus tragischer war ein Zwischenfall im Stadtteil Roma im Jahre 1952, bei dem eine Tram mit einem Bus zusammen gestoßen war und in Brand geriet. Zwölf Menschen verbrannten. Die Tragödie hatte nicht noch wesentlich tragischere Auswirkungen, weil eine Gruppe beherzter Nonnen die Scheiben der Tram einschlugen und so den Eingeschlossenen und Verletzten rechtzeitig zu Hilfe eilten. Unter den mutigen Gottesfrauen war die 2011 seliggesprochene Irmã Dulce.[38][39] Waggons die sich von der Unter- in die Oberstadt quälten, wurden regelmäßig Opfer von kindlichem Schabernack, welche die Gleise an den steilsten Stellen mit Seife einrieben und so die Fahrgäste in Angst und Schrecken versetzten.

Die erste elektrische Tram wurde 1897 eingeweiht und löste die seit 1860 von Eseln gezogenen Waggons[40] ab. Man stelle sich vor, wie sich die Tiere bei den vielen Steigungen der Stadt quälen mussten und um ihr Leben bangten, wenn es dann wieder bergab ging. Futter für die Tiere musste sogar aus Argentinien herangeschafft werden. 1961 fuhr die elektrische Tram das letzte Mal. Über das genaue Ende gibt es keine auffindbaren Aufzeichnungen mehr. Die Tram wurde als veraltetes und überholtes System[41] angesehen, ein Widerspruch, denn ihre Existenz ist in Europa noch heute von dauerhaftem Erfolg gekrönt. Forscher wie Waldemar Corrêa Stiel[42] mutmaßen, dass die Auto- und Erdölindustrie großen Druck auf die Stadtverwaltung ausübten. Es gab ein Streckennetz bestehend aus 37 Linien, auf der neben der üblichen Holzklasse eine Salon-Tram für Feierlichkeiten, eine Ambulanz-Tram[43] und selbst eine Beerdigungs-Tram[44] ihren Dienst verrichteten.

Tram, Aufzug Lacerda und Plano Inclinado Gonçalves standen als öffentliche Transportmittel vereint unter nordamerikanischer Kontrolle[45], und verrichteten ihren Dienst unter dem Namen Companhia Linha Circular de Carris da Bahia.[46] Ein schon lange schwelender Antiamerikanismus brach in einer Welle der Gewalt aus, als bemerkt wurde, dass ausländische Arbeiter der Firma Chiristiani & Nielsen[47] bei der Renovierung des Plano Inclinado Gonçalves[48] ein Toilettenhäuschen mit einer brasilianischen Fahne verhängt haben sollen. Der Aufstand brach abends am 6. Oktober 1930 vor dem Franziskanerkloster[49] aus. Am nächsten Tag waren 83 Waggons ausgebrannt, 70 % des Bestandes und selbst der gerade völlig renovierte Elevador Lacerda teilzerstört.

Das „gefallene Kreuz“ von Mário Cravo vor dem Platz der alten Kathedrale

Nach 20 Jahren unermüdlicher Resistenz der Gläubigen musste 1933 die alte Kathedrale einer Wendeschleife für die Tram weichen. Viele Bewohner der Stadt zeigten sich bestürzt über die Haltung von Stadtverwaltung und Erzdiözese, diesem Abriss zugestimmt zu haben; für diesen Abriss nutzte man den Begriff vom „Verbrechen an der Geschichte Salvadors“. Nur 20 Jahre später wurde der Betrieb der Tram eingestellt, aber die Erinnerungen an die Anfänge der Stadt durch die von Tomé de Souza an dieser Stelle errichtete Kirche waren für immer verloren. Der Künstler Mário Cravo schuf das „gefallene Kreuz“ (Cruz caída) an der Stelle der alten Kathedrale als Mahnung gegen das Vergessen der eigenen Geschichte. Es wurde 1999 aufgestellt, wobei mit diesem Mahnmal die nächste geschichtliche Sünde begangen wurde, denn die Verzierungen aus portugiesischem Stein aus der Kolonialzeit mussten unter Granitplatten verschwinden.[50] Vom gleichen Künstler stammt die Skulptur Brunnen an der Markthalle (Fonte da Rampa do Mercado),[51] wo einst der ursprüngliche Mercado Modelo[52] stand.

Trivia[Bearbeiten]

Am 29. Dezember 1812 fand vor der Küste von Salvador da Bahia das Gefecht der USS Constitution gegen die HMS Java statt.

Salvador im 20. Jahrhundert und Moderne[Bearbeiten]

Bombardierung Salvadors[Bearbeiten]

José Joaquim Seabra, 1915, drei Jahre nach der Bombardierung Salvadors.

Im Jahre 1910 entbrannte ein Disput aufgrund der bevorstehenden Wahl zum Gouverneur von Bahia zwischen den zerstrittenen Oligarchen der Region. Diese politische Auseinandersetzung hatte zur Folge, dass der Gouverneur João Ferreira de Araújo Pinho 1911 vorzeitig aus dem Amt ausschied. Federführend an diesem eigentlich politischen Schachzug waren José Joaquim Seabra und Präsident Hermes da Fonseca, mit dessen Hilfe Seabra ins Amt gehoben werden sollte. Anders jedoch als geplant, wurde nicht Seabra sondern sein Gegenspieler Aurélio Rodrigues Viana 13. Gouverneur von Bahia. Diese Amtsübernahme war umstritten, und so ließ Viana das Parlament von Bahia besetzen und dessen Sitz in seinen Geburtsort Jequié verlegen um Sanktionen durch Präsident Fonseca zu entgehen.[53] Viana ließ zudem strategische Punkte der Stadt durch Polizei und Militär besetzen, weil der Bundesrichter Paulo Martins Fontes sämtliche Aktionen Vianas für nicht gesetzeskonform erklärte.

Der bewaffnete Konflikt war damit programmiert, und Richter Martins beauftragte bzw. intimierte Präsident Fonseca, in Bahia Recht und Ordnung wiederherzustellen.[54] Am 10. Januar 1912 forderte der zuständige General Sotero de Menezes[55] Viana letztmals auf, dem höchstrichterlichen Urteil zu folgen, aber um 13:00 Uhr übermittelte Viana die Antwort, dass er im Amt bleiben würde. Um 13:30 verkündete Menezes, dass die öffentliche Ordnung durch Waffengewalt wieder hergestellt würde. Um 13:40 fielen die ersten beiden Kanonenschüsse (zunächst noch Pulverschüsse) vom Forte São Marcelo.[56] Um 14 Uhr begann die vierstündige Bombardierung der Stadt. Die Zahl der Toten und Verletzten wurde nie ermittelt. Neben der Zerstörung öffentlicher Regierungssitze, wie dem Palácio Rio Branco[57] am Aufzug Lacerda, und anderer historischer Bauten, brannte die Bibliothek mit dem Stadtarchiv nieder. Originaldokumente über die Entstehung der Stadt gingen so für immer verloren. Einen Tag später, am 11. Januar 1912, gab Aurélio Rodrigues Viana dem Druck nach und trat zurück.

Die Bombardierung Salvadors als Sanktion provozierte in Brasilien einen Aufschrei der Empörung. Dadurch sah sich das oberste Gericht gezwungen, Viana durch einen Habeas corpus als Govenador wieder einzusetzen. Dies hatte aber wiederum völlig unerwartet zur Folge, dass sich die Bürger Salvadors gegen die Obrigkeit auflehnten, die Polizei in der Baixa dos Sapateiros[58] attackierten und über Barroquinha[59] zum Platz Castro Alves[60] marschierten, um dessen erneute Absetzung zu erzwingen. Viana renunzierte ein zweites Mal und flüchtete in das Konsulat von Venezuela. Der Präsident des Landesgerichtes von Bahia, Bráulio Xavier,[61] übernahm bis zur Wahl des neuen Gouverneurs die Regierungsgeschäfte. Aus dieser Wahl ging José Joaquim Seabra als 15. Gouverneur Bahias hervor.

Pelourinho[Bearbeiten]

Straßenküche auf dem Pelourinho

Eines der Touristenzentren ist der Pelourinho, zu Deutsch Pranger, im historischen Kern von Salvador. Einst Durchgangsstraße vom Jesuitenkloster zum Karmel (Convento do Carmo) wurde dort wie in vielen anderen Stadtteilen ein Pranger (Pelourinho) aufgestellt, an dem in erster Linie Sklaven ausgepeitscht und zur Schau gestellt wurden. Allerdings konnten auch andere Stadteinwohner, etwa wegen homosexueller Vergehen oder Diebstahls, für eine gewisse Zeit dort angebunden werden.[62] Am Pelourinho kann man die Kirche Igreja do Rosário dos Pretos (Kirche vom Rosenkranz der Schwarzen) besichtigen. Heute leben am und um den Platz viele Künstler wie Filmemacher, Musiker, Maler und Schriftsteller.

1988 war der Pelourinho noch verfallen

Lange Zeit aber verfiel der Pelourinho und verkam zu einer innerstädtischen Favela. Menschen hausten dort unter den unwürdigsten Bedingungen. Ab 1991 wurden sie in Neubausiedlungen außerhalb Salvadors umgesiedelt und der Pelourinho mit seinen umgebenden Straßen von Grund auf saniert. Es hielten wieder Pensionen, Restaurants und Tanz- und Capoeiraschulen Einzug. Seitdem zieht es viele in- und ausländische Touristen nach Salvador. Seine Rekonstruktion konnte nicht detailgetreu durchgeführt werden, weil viele Häuser zu Ruinen verfallen waren und von denen lediglich die Fassade gerettet werden konnte.

Wieder aufgebauter Pavillon der Medizinischen Fakultät Bahias

Eines der interessantesten Gebäude des Pelourinho, welches stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, ist die Medizinische Fakultät von Bahia (Faculdade de medicina da Bahia). Das Gründungsdatum dieses Gebäudes geht bis in die Kolonialzeit Brasiliens zurück. Hier lebten die Jesuiten, bis sie im 18. Jahrhundert Brasilien verlassen mussten. Nachdem dort ein Militärkrankenhaus funktioniert hatte, wurde 1808 die Chirurgische Schule eingerichtet. Die Fakultät wurde gleich zweimal durch ein Großfeuer größtenteils zerstört. Das erste Mal 1905, als die Bibliothek mit ihren 22.000 Bänden vollständig ausbrannte und das zweite Mal, als 1951 der besonders schöne Pavillon niederbrannte. Lange Jahre war Letzterer dem Verfall preisgegeben, bis auch er im Zuge der Gesamtrekonstruktion des Pelourinho wieder aufgebaut wurde.

Der Pelourinho beherbergt seit einigen Jahren das wichtige Straßenkinderprojekt Projeto Axé. Dort werden bis zu 1500 Kinder vom Kindergarten bis zur Berufsausbildung betreut. Viele Kinder erhalten dort neben Ausbildung und Schule eine warme Mahlzeit. Besondere Freude bereitet den für Musik engagierten Kindern und Jugendlichen das Spielen in einer zum Projekt zählenden Percussionbands oder Capoeiragruppen. Aber auch viele Gruppen des Sambareggae wie Olodum oder Ilê Aiyê sind hier mit ihren Projekten vertreten.

Tram und Metro[Bearbeiten]

Tram- und Metronetz von Salvador - mit freundlicher Genehmigung

Die Einwohner Salvadors bezeichnen die neu gebaute Metro nicht zu unrecht als Bauruine. Das ist zwar ungerecht, aber der Gedanke drängt sich auf, wenn man bedenkt, dass der erste Spatenstich 1997 getan wurde, 2008 die Waggons im Hafen von Salvador ankamen, sie im August 2010 auf die Schienen gesetzt wurden, aber bis jetzt, März 2013, überhaupt keine Voraussage gemacht werden kann, ab wann die ersten Passagiere befördert werden. Am 8. März 2013 hat die Stadtverwaltung die Verantwortung für den Betrieb der Metro in die Hände des Staates übergeben. Auch das Eisenbahnsystem wird ab jetzt auf Landesebene organisiert. Noch dazu, weil sie mit dem Acesso Norte praktisch im Nichts endet anstatt vom Zentrum Lapa direkt ins Ballungszentrum Pirajá zu fahren. Die Karte zeigt neben dem bis in die 1950er-Jahre funktionierenden Tram-Netz die ersten fünf Stationen der Metro (Lapa bis Acesso Norte), die am ehesten ans Netz gehen könnten, wenn die Verantwortlichen das Projekt weiterführen werden. Nach dem Acesso Norte sieht die Verbindung größtenteils so aus.[63]

Da die Grundidee der Metro Salvadors eine sehr gute ist, warten die Bürger sehnlichst auf ihre Inbetriebnahme. Gerade zu Stoßzeiten kann eine Busfahrt, die an einem Tag mit wenig Verkehr 30 Minuten dauert, sich bis zu zwei Stunden hinziehen. Dabei ist nicht die Zahl der Busse das Problem. Es sind zu viele private PKW auf den Straßen, die Stau erzeugen und die Omnibusse behindern. Zudem kommen die schweren Busse nur schleppend durch die steilen Stadtteile São Caetano, Liberdade und São Marcos. Schüler, Studenten und Arbeiter begegnen sich auf engstem Raum in einem Bus, der kaum von der Stelle kommt. Daher protestierten bereits 2011 Tausende Studenten im Gedenken an 12 Jahre Bau der 12 Kilometer ohne nachweisbaren Erfolg.[64]

Die Fertigstellung der ersten zwölf Kilometer war für 2003 geplant, verzögerte sich dann aber bis 2012, wo Mitte des Jahres Testfahrten mit Sandsäcken gemacht wurden. Während einer dieser Testfahrten bekannte Bürgermeister João Henrique nicht sehr vielversprechend:

„Für ein Projekt dieser Komplexizität haben wir gar keine ausgebildeten Fachkräfte. Der Lokführer, der die Wagen gerade steuert, ist aus dem Süden gekommen. Wir werden unsere Fachkräfte aber hier trainieren.“[65]

Fahrradwege und Strandpromenade[Bearbeiten]

Erste sichtbare Veränderungen im Stadtbild seit der Amtseinführung des neuen Bürgermeisters ACM Neto. Seit Mitte September 2013 stehen Radfahrern Fahrradstationen nach dem Vorbild anderer Städte wie São Paulo und Recife zur Verfügung. Mit der Registrierung über das Internet und dem Bezahlen per Kreditkarte können Fahrräder ausgeliehen und an entsprechenden Stationen wieder abgegeben werden. An Sonn- und Feiertagen wird in mühseliger Handarbeit ein Fahrradweg, bestehend aus Hunderten von Warnkegeln, aufgebaut. Von strategischen Punkten aus werden selbige bewacht und so vor Diebstahl geschützt. Dieser Fahrradweg beginnt am Domplatz und erstreckt sich über die gesamte Avenida Sete de Setembro und endet nach etwa fünf Kilometern am Leuchtturm Barra.

Seit dem 28. September 2013 wurde der Verkehr zwischen dem Leuchtturm Barra und dem Barra Center zugunsten des Bauvorhabens fußgängerfreundliche Strandpromenade[66] eingestellt. Neben intensivem Autoverkehr mussten 76 Buslinien umgeleitet werden. Nach Bauende, voraussichtlich Mai 2014, sollen aber wieder Autos mit einer max. Geschwindigkeit von 20km/h fahren dürfen. Seit vielen Jahren schon beklagen sich Anwohner und Touristen über den heruntergekommenen Abschnitt des Strandes auf dem regelmäßig Restaurants und Touristen überfallen und ausgeraubt werden. Zahlreiche Einrichtungen haben diesen Standort wegen seiner Gefährlichkeit bereits aufgegeben. Von dem Umbau erhoffen sich Stadtverwaltung und Tourismusbehörde wieder steigende Besucherzahlen für die Stadt.

Kriminalität[Bearbeiten]

Der Kriminalität zum Trotz laufen die Vorbereitungen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 auf Hochtouren
Einsatz des Heeres während des Streiks der Polícia Militar 2014

Internationale Medien zeichnen ein furchterregendes wenn auch realistisches Bild über die Kriminalität der Stadt.[67][68][69] So wurden in Salvador 2013 2.234 Menschen ermordet, was eine Mordrate von 57,51 pro 100.000 Einwohner ausmacht[70] (Gesamt-Brasilien: 27,1,[71] Deutschland: 0,8).[72] Damit erscheint Salvador im Jahr 2014 auf Rang 13 der gewalttätigsten Städte der Erde (weitere 10 brasilianische Städte unter den ersten 30).[73] Diese Zahlen halten in- und ausländische Touristen nicht davon ab, die Fußball-WM in Salvador persönlich zu besuchen. Aufgrung der wachsenden Nachfrage sind die Hotelpreise für diese Zeit um bis zu 317 % gestiegen.[74]

Abgesehen von vereinzelten Taschendieben, die sich in den touristischen Gegenden der Stadt aufhalten, bekommt der Besucher von der Gewalt in diesen hier beschriebenen Dimensionen nicht viel mit, da sie sich eher in den peripheren Stadtteilen spät nachts bzw. zur frühen Morgenstunde ereignet.[75] Gründe für diese Gewaltexzesse sind zu 69 %[76] Rivalitäten zwischen Drogenbanden, von Drogenkonsumenten nicht beglichene Rechnungen oder fatale Streitigkeiten unter Crack-Abhängigen. Um so tragischer jedoch, wenn Unbeteiligte unbeabsichtigt in Schießereien geraten.[77] Auch hier sind fast ausschließlich Favelabewohner die Opfer. In den ersten Februarwochen 2014 erreichte die Zahl der Unbeteiligten mit fünf getöteten Kindern zwischen 1 und 14 Jahren traurigen Höhepunkt.[78][79] Während der Fußballweltmeisterschaft jedenfalls werden sich Zivil-, Militärpolizei und die taktische Einsatztruppe RONDESP außerordentlich präsent zeigen, um die Touristen zu schützen.[80]

Polizeistreik (Polícia Militar) 2014

Wie schon 2012 kam es dieses Jahr vom 15. bis 17. April 2014 zum Streik der Militärpolizei. Zahlreiche Plünderungen, 70 geraubte Autos und 48 Morde wurden infolgedessen offiziell verzeichnet.[81] Am Nachmittag des 17. Aprils erklärten sich die Streikenden mit dem Lohnangebot der Regierung einverstanden.[82] Eingeflogene Bundestruppen garantierten Unversehrtheit von Einheimischen und Touristen.

Demographie[Bearbeiten]

Bevölkerungswachstum[Bearbeiten]

Salvador ist die größte Stadt des Nordostens und die achtgrößte Lateinamerikas. Mehr Einwohner haben nur São Paulo, Mexiko-Stadt, Buenos Aires, Lima, Bogotá, Rio de Janeiro und Santiago.[83]

Jahr Einwohner
1872 129.109
1900 205.813
1940 290.443
1960 649.453
1980 1.501.981
2000 2.440.828
2007 2.892.625
2010 2.676.606
2013 2.883.672

Kultur[Bearbeiten]

Castro Alves, Dichter und entschiedener Gegner der Sklaverei

Der afrikanische Einfluss auf Salvador ist nach wie vor sichtbar, in kaum einer anderen Region ist die Stellung der Afrobrasilianer so stark. Dies zeigt sich vor allem in der Küche, der Musik und in der Religion. Der Candomblé, der sich aus der Religion der Yoruba und Elementen aus anderen afrikanischen Glaubensrichtungen Bantu, Ifé entwickelt hat und sich vordergründig mit dem Katholizismus synkretisiert hat, ist die am weitesten verbreitete afrobrasilianische Religion und hat ihren Ursprung in Bahia. Nachdem der Candomblé bis in die 1970er Jahre verboten war, der Kult und die Rituale jedoch trotzdem ausgeübt wurden, mussten die Orixás, die verehrten deifizierte Helden aus den afrikanischen Ursprungsmythen, in katholischen Heiligen ihre Entsprechung finden. So wurde jedem und jeder Orixá ein/eine Heilige zugeordnet. Jedem Orixás werden jedenfalls bestimmte Charaktereigenschaften, Naturelemente, Speisen, Mineralien, Farben, Fähigkeiten und mythische Figuren aus der afrikanischen Geschichte zugeordnet. Die Farbe Rot wird beispielsweise der Heiligen Barbara beziehungsweise den Orixás Oyá, Yansa oder Xango zugeordnet. Dem französischen Ethnologen Pierre Verger sind detaillierte Aufstellungen zu verdanken.

Candomblé[Bearbeiten]

Angehörige des Candomblé

Mãe Stella de Oxóssi, die spirituelle Leiterin Iyalorixá eine der bedeutendsten Einrichtungen des Candomblé der Stadt, des Axé Opó Afonjá, tritt vehement für eine Ent-Synkretisierung des Candomblés vom Katholizismus ein. Im Volkskatholizismus, der auch sehr weit verbreitet ist, werden Elemente des Candomblés übernommen. Die Heiligenverehrung mit ihren bombastischen Festen Senhor do Bomfim, Santa Barbara hat in der Stadt der vielen Kirchen eine große Bedeutung. Ein Beispiel für Volksglauben sind die bunten Bänder (Fitinha), welche den Touristen pausenlos angeboten und um den Arm gebunden werden. In früheren Zeiten wählte der Gläubige das Band mit der Farbe des Orixás, dem er untergeordnet war beziehungsweise des Orixás, dessen man an dem Tag gedachte. Mit drei Knoten wurde das Band am rechten Handgelenk angebracht. Für jeden Knoten konnte sich der Empfänger etwas wünschen. Das Band durfte nicht mehr entfernt werden, und wenn es von alleine abfiel, waren die drei Wünsche erfüllt.

Igreja da Barroquinha - Wiege des Candomblé in Brasilien

In einem Land mit vielen Kontrasten ist es nicht verwunderlich, dass ausgerechnet eine katholische Kirche zur Wiege des Candomblé geworden war. Der brasilianische Anthropologe Renato da Silveira[84] erklärt, dass viele Sklaven über das Königreich Oyo vermittelt nach Brasilien geschafft wurden. Diese Yoruba verkauften Afrikaner aus dem Norden, Hausa, Tapa bzw. Nupe und Bariba, bis es zwischen 1820 und 1830 zu einem Aufstand kommt, und nun muslimische Händler Yoruba verkaufen. Das Königreich Oyo zerfällt, und so werden selbst Angehörige königlicher Familien, Priester und Priesterinnen durch Muslime nach Brasilien versklavt. Durch sie wird der schon seit Jahrhunderten praktizierte afrikanische Candomblé in Brasilien zu einer neuen Religion.

Ijexá, Ochosi, Shango und andere Gottheiten werden im Ritus durch die Shango-Priesterin Iyá Nassô[85] im Schwarzen-Viertel Barroquinha[86] verehrt. In der Kirche Barroquihna (s. Foto) hatte sich eine Vereinigung ehemaliger Sklaven installiert, die Schwesternschaft des Guten Jesus vom Martyrium.[87] In ihren Räumen im Innern der Kirche wurde so der Candomblé versteckt vor der weißen Gesellschaft praktiziert.[88]

Capoeira[Bearbeiten]

Auch die Capoeira ist ein Erbe der Sklavenzeit und Salvador gilt als das Zentrum dieses Kampf(tanz)sports.

Sklaven und der Kirchbesuch[Bearbeiten]

Alexius Panorama Igreja Sao Francisco Salvador Bahia Eingang.jpg

Für Sklaven gab es kein Verbot, Gottesdienste in katholischen Kirchen zu besuchen, weil sie lediglich Zutritt zu einigen wenigen Kirchen gehabt hätten. Wohl aber war es ihnen nicht erlaubt sich gemeinsam mit den Bürgern der Stadt in die Bänke zu setzen, was selbstverständlich auch erniedrigend ist und an die Praxis der südafrikanischen Apartheid erinnert. Das Panoramabild oben, aufgenommen in der Igreja São Francisco, zeigt sehr anschaulich, dass sich die Sklaven nur hinten stehend aufhalten durften. Aus diesem Grunde waren „ihre“ Heiligen auch auf Altären in ihrer Nähe aufgestellt. Hier Benedikt der Mohr links und rechts die Heilige Jungfrau Iphigenia.[89]

Barroco na Bahia[Bearbeiten]

Das deutsch-brasilianische Projekt Barroco na Bahia arbeitet seit 1993 in Salvador im Bereich der Jugendarbeit mit klassischer Musik. Mit dem sozio-kultuerellen Ansatz des Projektes wird versucht, die Werte des Humanismus in gemeinsamer Arbeit mit Jugendlichen aus mittleren und einfacheren Bevölkerungsschichten mit Hilfe von Vokal- und Chormusik, sowie gemeinsamer Arbeit an größeren Projekten bis hin zur Oper, zu vermitteln.

Fonte Nova, Arena Fonte Nova und Fußballweltmeisterschaft[Bearbeiten]

Arena Fonte Nova

Das Stadion Arena Fonte Nova hieß bis 2013 Fonte Nova und früher Estádio Octávio Mangabeira, benannt nach dem Governadeur Bahias (1947–1951). Das Stadion fasste 60.000 Personen und wurde 2007 nach einer Tragödie geschlossen. Am 25. November 2007 brach ein Teil der höher gelegenen Tribüne ein. Sieben Menschen stürzten 40 Meter tief in den Tod. 20 Verletzte wurden einen Tag nach dem Unfall noch in Krankenhäusern behandelt. Schon in der Vergangenheit waren Baumängel in Form von herabstürzenden Betonteilen sowie eine prekäre Hygiene aufgezeigt worden.[14] Am 29. August 2010 wurde das Stadion abgerissen. Das für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 neu errichtete Stadion Arena Fonte Nova wurde am 7. April 2013 mit dem Spiel Bahia gegen Vitória (Ergebnis 1:5) eröffnet.

Karneval[Bearbeiten]

Karnevalsauftakt vor dem Palast Rio Branco, 2013

Der Karneval in Salvador da Bahia ist mit dem Karneval in Rio der größte Straßenkarneval der Welt und dauert sechs Tage und sechs Nächte. Am Donnerstagabend vor Aschermittwoch beginnt das Fest in der Karnevalshochburg Brasiliens, für das mit jährlich wechselnden Slogans geworben wird. Der Bürgermeister übergibt den Stadtschlüssel an den dicken Rei Momo, den Karnevalskönig. Dann strömen anderthalb Millionen Menschen durch die Straßen – bis zum Aschermittwoch. 19 Kilometer werden für den Hauptzug entlang der Uferpromenade und durch die Innenstadt abgesperrt. Große Laster mit Lautsprecherboxen (so genannte „Trios elétricos“) von der Größe eines Schiffscontainers fahren durch die Stadt, obenauf ist die Bühne einer Musikgruppe, deren Fans im Strom durch die Straßen tanzen. Viele bekannte Musiker aus Salvador beteiligen sich, darunter auch Olodum, Daniela Mercury, Timbalada und Ivete Sangalo. Ein zweiter Zug wälzt sich während des Karnevals durch die engen Gassen des Altstadtviertels Pelourinho.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hafen und Elevador Lacerda
Originalaufzug von Antônio Francisco de Lacerda
Blaufliesengemälde

Durch den Karneval tummeln sich besonders viele Touristen in Salvador. Aber auch außerhalb dieser Zeit ist Salvador ein beliebtes Ziel für Touristen. Da es auch Non-Stop-Flüge aus Deutschland gibt, ist Salvador auch für Touristen aus Deutschland interessant. Die Stadt besitzt eine Fülle von Sehenswürdigkeiten.

Der historische Teil von Salvador wird am besten zu Fuß erlebt. Man braucht aber mindestens zwei Tage, wenn man einen umfassenden Eindruck der kolonialen Vergangenheit gewinnen will:

  • Mercado modelo: Ehemaliges Zollabfertigungsgebäude, in welchen nach seiner Deaktivierung der Mercado modelo, eine Markthalle, verlegt wurde. Letztere fiel 1969 einem Brand zum Opfer und musste vollständig demoliert werden. An ihrer Stelle steht heute ein imposantes Denkmal von Mário Cravo Junior. Der Keller des Gebäudes ist zu keiner Zeit Verlies für ankommende Sklaven gewesen, wie der Volksmund behauptet, die dort an Ringen in den Wänden angekettet knietief im Wasser gestanden hätten. In Wirklichkeit wurden dort verderbliche Lebensmittel gelagert. Heute wird das Gebäude als Touristenmarkt mit über sechzig Läden genutzt, in denen viele brasilianische Mitbringsel erstanden werden können. Er befindet sich direkt am Rande des Zentrums (Comercio).
  • Denkmal für Ludwik Lejzer Zamenhof, den Begründer der internationalen Sprache Esperanto, im Stadtzentrum.
  • Palácio de Ondina: Sitz des Generalgouverneurs im Stadtteil Ondina nahe dem Zoo.
  • Die Altstadt rund um den sogenannten Pelourinho gehört seit 1985 zum Weltkulturerbe der UNESCO.
  • Elevador Lacerda: Ursprünglich lag das Zentrum Salvadors in der Unterstadt (Cidade Baixa). Mit dem Bau eines hydraulisch betriebenen Aufzugs wollte die Unternehmerfamilie Lacerda die Erweiterung der Stadt in den Süden, also in die hinter dem historischen Kern der Oberstadt (Cidade Alta) liegenden Stadtteile vorantreiben. Der Aufzug bestand zunächst aus nur zwei Kabinen. Für den Zugang zur Unterstadt musste ein Tunnel in das Bergmassiv getrieben werden. Antônio Lacerda konnte den Erfolg seines Bauwerkes nicht mehr miterleben; er starb verarmt.[90] Erst 1930 wurde der Aufzug mit zwei zusätzlichen zu vier Kabinen ausgebaut, so, wie er heute die Silhouette Salvadors prägt. Seit 2012 wird seine marode Inneneinrichtung renoviert; zwei Kabinen sollen zum Karneval 2013 ihren Betrieb aufnehmen. Da der Plano inclinado, ein Rampenaufzug in unmittelbarer Nachbarschaft zum Lacerda, stillgelegt wurde, stehen Touristen und Bewohner in langen Schlangen, um mit der einen übrig gebliebenen Kabine zwischen Ober- und Unterstadt zu wechseln. Wenn der Schnellaufzug irgendwann wieder seinen regulären Betrieb aufnehmen wird, transportiert er etwa 50.000 Passagiere am Tag.
  • Die Kirche Nosso Senhor do Bonfim: Für die katholischen Bewohner Salvadors das wichtigste Glaubenszentrum Bahias. Die Christusstatue Nosso Senhor do Bonfim (Unserem Herrn vom Guten Ende) und Nossa Senhora da Guia (Unsere Liebe Frau von der Führung) kamen 1745 aus Portugal.
  • Eine Franziskanerkirche aus der Kolonialzeit, 1686 erbaut, mit einer der größten Sammlungen von Blaufliesengemälden (Azulejos), die in Portugal hergestellt wurden und ein Geschenk des Königs von Portugal, Johann III., sind. Die Fliesendarstellungen des oberen Stockwerks stellen Jagd-, Schiffs- und Kriegsleben dar. Die des unteren sind eine Wiedergabe der Gemälde des flämischen Malers Otto van Veen und stellen eine natürliche Sittenlehre dar, die den Versen Horaz entnommen sind. Kirche und Kloster sollen ab 2014 in jahrelangen Restaurationen so wiederhergestellt werden, wie sie dem Original entsprechen könnten. Seit Ende 2012 wird ihre Fassade sowie der anderen Kirchen kunstvoll beleuchtet.
  • Das Restaurante Escolar. Ein Restaurant am Pelourinho, in dem junge Menschen eine Ausbildung zum Ober machen können. Dort gibt es jeden Abend ein Buffet mit allen typischen Gerichten der Region.
  • Der Leuchtturm Barra am Eingang der Baía de Todos os Santos, wo man den Sonnenuntergang beobachten kann.
  • Der Zoo im Stadtteil Ondina.

Feste und Gedenktage[Bearbeiten]

Die herausragenden Feste und Gedenktage Salvadors sind durch die katholische Prägung Brasiliens meist religiöser Natur.

  • 1. Januar: In Prozession Bom Jesus dos Navegantes (Herr Jesus der Seefahrer), am 1. Januar, segeln Boote und Schiffe durch die Baia de Todos os Santos zur Kapelle Boa Viagem (Gute Reise). An Bord eines Schiffes ist die Christusstatue aus der Kirche Conceição da Praia.
  • 2. Donnerstag im Januar: In einer Prozession, die bis zu einer Million weißgekleidete Teilnehmer zählt, ziehen die Menschen auf einer acht Kilometer langen Strecke durch die Straßen Salvadors. Viele Menschen tragen Vasen auf dem Kopf, die gefüllt sind mit parfümierten Wasser und weißen Blumen. Vor der Kirche Nosso Senhor do Bonfim (Unser Herr vom Guten Ende) werden die Treppen rituell mit dem Wasser der Vasen gereinigt.
  • 14 Tage vor Karneval wird die Kirche vom Strand Itapuã gereinigt.
  • 24. Juni: Johannesfest Im Park der Ausstellungen treffen sich Sängerinnen und Sänger des ganzen Landes zu einem ausgelassenen Fest.
  • 2. Juli: Unabhängigkeit Bahias von der portugiesischen Krone. Der Aufmarsch fand erstmalig im Jahre 1824 statt, um auf die weiterhin bestehenden sozialen Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen.
  • 27. September: Fest der Brüder Heilige Kosmas und Damian. Die Gläubigen bereiten Caruru (s. u.) zu und verschenken Süßes an die Kinder. Das Fest findet um den Markt Santa Barbara auf der berühmten Straße Baixa dos Sapateiros (Schuhmacherstraße), auch Avenida José Joaquim Seabra, im historischen Zentrum Salvadors statt. Auch die Gläubigen des Candomblé begehen diesen wie die meisten anderen Festtage.
  • 29. November bis 8. Dezember: Gedenktag Nossa Senhora da Conceição (Unsere Liebe Frau von der Empfängnis). Dieses Fest findet in einer Kirche desselben Namens am Fuße des Aufzugs Lacerda statt. An vielen Ständen werden Gerichte und Getränke serviert mit den Klängen von Reggae, Pagode und Samba.
  • 4. Dezember: Heilige Barbara Viele Gläubige, besonders des Candomblé, tragen rote Kleidung.
  • 13. Dezember: Heilige Lucia von Syrakus

Küche[Bearbeiten]

Bahias Küche zeigt deutlich kreolische bzw. afrikanische Einflüsse. Zu ihren Grundzutaten gehören das Öl der Dendê-Palme, Kokosmilch, Garnelen und Muscheln, Gewürze der Region wie Pfeffer und grüner Koriander. Zu den typischen Gerichten gehören:

  • Vatapá: eine Art Püree aus getrockneten und frischen Krabben und kleinen Fischstücken gekocht. Weitere Zutaten sind Cashewnüsse, Erdnüsse, Zwiebeln, frischer Koriander, frische Ingwerwurzel, Palmöl, Bohnen und Kokosmilch. Das Gericht wird mit einem Brei aus Reismehl und Kokosmilch serviert und mit Pfeffer nach Geschmack abgerundet.
  • Moqueca: ein Eintopf aus Fisch (de peixe), Tintenfisch (de lula) oder Trockenfisch (de bacalhau) und Kokosmilch, Palmöl, Koriander, Petersilie, Tomaten, rotem Paprika, Knoblauch und Zwiebeln. Dazu werden Reis und Pimenta, eine scharfe Würzsauce gereicht.
  • Acarajé: ein Bällchen aus Bohnenmus der Augenbohne und Krabben, wird in heißem Palmöl fritiert. In Salvador an fast jeder Straßenecke zu bekommen.
  • Sarapatel: zu frischem Blut werden Leber und Herz vom Schwein oder Hammel gegart. Weiterhin gehören in das Sarapatel Tomaten, Paprika und Zwiebeln.
  • Carurú: Krabben werden kombiniert mit einer scharfen Soße aus rotem Pfeffer und Okra.
  • Churrasco: neben der Feijoada das Lieblingsgericht der Brasilianer, nicht nur in Bahia. Rind- und andere Fleischstücke oder sogar ein ganzer Ochse werden am Spieß über einem offenen Kohlefeuer gegrillt. Dazu wird ein Art Vinaigrette mit vielen kleingeschnittenen Tomaten und Zwiebeln sowie Reis und Bohnen gereicht.

Erzbistum São Salvador da Bahia[Bearbeiten]

Klimatabelle[Bearbeiten]

Salvador de Bahia
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
111
 
30
24
 
 
121
 
30
24
 
 
145
 
30
24
 
 
322
 
29
23
 
 
325
 
28
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251
 
27
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204
 
26
21
 
 
136
 
26
21
 
 
112
 
27
22
 
 
122
 
28
23
 
 
119
 
29
23
 
 
132
 
29
23
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Salvador de Bahia
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 29,9 30,0 30,0 28,6 27,7 26,5 26,2 26,4 27,2 28,1 28,9 29,0 Ø 28,2
Min. Temperatur (°C) 23,7 23,9 24,1 22,9 23,0 22,1 21,4 21,3 21,8 22,5 22,9 23,2 Ø 22,7
Niederschlag (mm) 111 121 145 322 325 251 204 136 112 122 119 132 Σ 2.100
Sonnenstunden (h/d) 7,9 8,0 7,5 6,3 5,6 5,6 5,8 6,5 7,0 7,4 7,1 7,2 Ø 6,8
Regentage (d) 9 12 14 19 21 20 19 15 13 11 10 11 Σ 174
Wassertemperatur (°C) 27 27 27 27 27 26 25 24 24 25 26 26 Ø 25,9
Luftfeuchtigkeit (%) 79 79 80 82 83 82 81 80 80 81 81 81 Ø 80,8
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
29,9
23,7
30,0
23,9
30,0
24,1
28,6
22,9
27,7
23,0
26,5
22,1
26,2
21,4
26,4
21,3
27,2
21,8
28,1
22,5
28,9
22,9
29,0
23,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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121
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322
325
251
204
136
112
122
119
132
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Mit der Stadt verbunden[Bearbeiten]

  • Jorge Amado, einer der bedeutendsten lateinamerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts, Mitglied der Sprachakademie, lebte und starb in Salvador da Bahia (1912–2001)
  • Hans Bönisch (* 1960), deutscher römisch-katholischer Priester, Domkapellmeister und Mitgründer und Leiter des Projekts Barroco na Bahia
  • Ernst Widmer (1927–1990), schweizerisch-brasilianischer Komponist

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Salvador (Bahia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IBGE Censo 2010
  2. a b ÍNDIOS EM SALVADOR (IDENTIDADE, MEMÓRIA E ALTERIDADE). In: IV ENECULT - Encontro de Estudos Multidisciplinares em Cultura. 2008, abgerufen am 15. Dezember 2012 (PDF; 242 kB, portugiesisch).
  3. Diogo Álvares Correia
  4. Paraguaçu
  5. en:Caramuru in der englischsprachigen Wikipedia
  6. In dieser Kirche
  7. Célebres fúnebres ou defuntos famosos? 7. Oktober 2009, abgerufen am 29. Januar 2013 (portugiesisch).
  8. Celebração foi realizada na igreja da Graça, onde o corpo da esposa de Caramuru foi sepultado. In: Correio da Bahia. 27. Januar 1999, abgerufen am 29. Januar 2013 (portugiesisch).
  9. Francisco Pereira Coutinho
  10. a b So Historia. In: Historia do Brasil. Abgerufen am 29. Januar 2013 (portugiesisch).
  11. Ein nicht weniger dramatisches Ende
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAÇÃO EDUCACIONAL JESUÍTICA NO BRASIL COLONIAL. In: Amanda Melissa Bariano de Oliveira. Jan/2011, abgerufen am 29. Januar 2013 (PDF; 166 kB, portugiesisch).
  13. Thales de Azevedo: Povoamento da Cidade do Salvado. Publicação da Prefeitura Municipal do Salvador Comemorativa do IV Centenario da Cidade. Salvador 1949, ISBN 978-85-61458-16-4, S. 109.
  14. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatA revolta dos Alfaiates. In: Brasil Escola. ~2012, abgerufen am 5. Februar 2013 (portugiesisch).
  15. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatA Conjuração Baiana. In: Mundo Educação. ~2012, abgerufen am 5. Februar 2013 (portugiesisch).
  16. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatConjuração Baiana. In: Info Escola. 2010/07/07, abgerufen am 5. Februar 2013 (portugiesisch).
  17. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatConjuração Baiana. In: Historia Brasileira. 2009/12/18, abgerufen am 5. Februar 2013 (portugiesisch).
  18. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatInconfidência Baiana,(1798),Salvador,Bahia, a rebelião dos Alfaiates - as revoltas, as rebeliões, os movimentos, as revoluções da história. ?, abgerufen am 5. Februar 2013 (portugiesisch).
  19. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatA revolta dos Alfaiates ou dos Búzios. História. In: Brasil Cultura. ?, abgerufen am 5. Februar 2013 (portugiesisch).
  20. Santa Casa de Misericordia
  21. Conjuração baiana in der portugiesischsprachigen Wikipedia
  22. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatJorge Hage: lei atual não manda rico para a cadeia. In: Terra Magazine. 2008/09/11, abgerufen am 5. Februar 2013 (portugiesisch).
  23. Goldmarktes
  24. Reklametafel
  25. O dia em que os baianos conheceram o gelo. Então preconizado como remédio. In: Nelson Cadena. 31. August 2012, abgerufen am 2. Februar 2013 (portugiesisch).
  26. Ladeira da Praça
  27. Praça Municipal
  28. Feuerwehr der Baixa dos Sapateiros
  29. Rathauses
  30. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHistórias do povo negro. In: Agnes Mariano. ?, abgerufen am 9. Februar 2013 (portugiesisch).
  31. Campo Grande
  32. Forte São Pedro
  33. Água de Meninos
  34. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatA revolta dos malês. In: João José Reis. 2002 (?), abgerufen am 9. Februar 2013 (PDF; 475 kB, portugiesisch).
  35. offiziellen Polizeidokumenten
  36. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatEDUARDO BARAÚNA CARIGÉ (1851–1905): O ANTÔNIO BENTO BAIANO. In: Ricardo Caires. 07/2011, abgerufen am 4. Februar 2013 (PDF; 273 kB, portugiesisch).
  37. Eisdiele Cubanas
  38. Foto
  39. Correio da Bahia:Grandes reportagens do Correio da Bahia. Publicação do Jornal Correio da Bahia - Trilhos da saudade, Salvador 2002/10/06, S. 32ff, ISBN
  40. von Eseln gezogene Waggons
  41. veraltetes und überholtes System
  42. Correio da Bahia:Grandes reportagens do Correio da Bahia. Publicação do Jornal Correio da Bahia - Trilhos da saudade, Salvador 2002/10/06, S. 52f.
  43. Ambulanz-Tram
  44. Beerdigungs-Tram
  45. The Tramways of SALVADOR Bahia state Brazil BY Allen Morrison. In: ORF. 1999, abgerufen am 30. Januar 2013 (englisch).
  46. Companhia Linha Circular de Carris da Bahia
  47. Correio da Bahia:Grandes reportagens do Correio da Bahia. Publicação do Jornal Correio da Bahia - Trilhos da saudade, Salvador 2002/10/06, S. 44, ISBN
  48. Plano Inclinado Gonçalves
  49. Franziskanerkloster
  50. Sé (Salvador)in der portugiesischsprachigen Wikipedia. A Cruz caida de Mário Cravo
  51. Brunnen an der Markthalle (Fonte da Rampa do Mercado)
  52. ursprüngliche Mercado Modelo
  53. MELLO, Agenor Bandeira de. BATALHA, Sílvio. Cartilha Histórica da Bahia, Salvador, 5ª ed., 1990
  54. Luís Henrique Dias Tavares|TAVARES, Luís H. Dias. História da Bahia (Dias Tavares)|História da Bahia, EDUFBA/UNESP, Salvador/São Paulo, 10ª ed, 3ª tiragem, 2006
  55. Sotero de Menezes
  56. Forte São Marcelo
  57. Palácio Rio Branco
  58. Baixa dos Sapateiros
  59. Barroquinha
  60. Platz Castro Alves
  61. Bráulio Xavier
  62. António Martinho Baptista – O Pelourinho do Soajo. Terra de Val de Vez, Boletim Cultural, G.E.P.A – Nº1, 1980.
  63. Verbindung
  64. Estudantes marcam ato para protestar contra falta de metrô em Salvador. In: ORF. 11. August 2011, abgerufen am 31. Januar 2013 (portugiesisch).
  65. Metrô de Salvador testa viagem pela 1° vez após 12 anos em construção. In: G1. 22. Dezember 2011, abgerufen am 31. Januar 2013 (portugiesisch).
  66. Entstehung einer Strandpromenade.
  67. Süddeutsche Zeitung: in Salvador da Bahia herrscht Armut, die Mordrate ist hoch, 25. Januar 2014
  68. YouTube: Welcome to murder capital of Brazil, engl., 25. Januar 2014
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  72. Das Statistik-Portal, 25. Januar 2014
  73. Salvador está entre as cidades mais violentas do mundo, port., 26. Januar 2014
  74. G1 Bahia: Diárias de hotéis já variam 317%, port., 25. Januar 2014
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  76. 69% dos homicídios em Salvador estão ligados ao tráfico de drogas, port., 25. Januar 2014
  77. 2-jähriger Junge in IAPI (Salvador) tödlich getroffen, port. 25. Januar 2014
  78. Crianças são mortas em guerra entre facções em Salvador, 15. Februar 2014, port.
  79. Adolescente morre e duas pessoas ficam feridas em tiroteio na avenida Ogunjá
  80. Comissão no Senado debate atuação da polícia durante grandes eventos, port., 25. Januar 2014
  81. http://www.ssp.ba.gov.br/boletim-stelecom/?bo_cod=1389 Tote und Raubdelikte während des Polizeistreiks 2014
  82. Ende des Polizeistreiks 2014
  83. World: largest cities and towns and statistics of their population. In: World Gazetteer. 2012, abgerufen am 24. Februar 2013 (englisch).
  84. Renato da Silveira in der portugiesischsprachigen Wikipedia
  85. Nassô Iyá NassôVorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehltVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter
  86. Barroquinha
  87. Schwesternschaft des Guten Jesus vom Martyrium
  88. Grandes reportagens do Correio da Bahia. Publicação do Jornal Correio da Bahia - Etnias diferentes partilham crenças. Salvador 2002/10/06, S. 53
  89. Heilige Jungfrau Iphigenia
  90. CARVALHO JR., Álvaro Pinto de. O Barão de Jeremoabo e a Política de seu Tempo. Salvador: SECT, 2006. ISBN 85-7505-147-4