Torpedo Moskau

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Dieser Artikel beschäftigt mit der Moskauer Fußballmannschaft, die aktuell den Namen Torpedo Moskau führt, für den 1997–2004 ebenfalls Torpedo Moskau bzw. Torpedo Moskau Metallurg genannten Verein siehe FK Moskau. Für die Hamburger Punkband Torpedo Moskau aus den 80er Jahren siehe Torpedo Moskau (Band). Zu anderen Bedeutungen siehe Torpedo (Begriffsklärung).
Torpedo Moskau
Logo torpedo.png
Voller Name Fußballklub Torpedo Moskau
Ort Moskau
Gegründet 1924
Vereinsfarben Schwarz-Weiß
Stadion Eduard-Strelzow-Stadion
Plätze 13.450
Präsident RusslandRussland Alexander Tukmanow
Trainer RusslandRussland Waleri Petrakow
Homepage http://www.fc-tm.ru/
Liga 2. Division, Staffel Zentrum
2014/15 15. Platz in der Premjer-Liga, Abstieg
Heim
Auswärts

Der FK Torpedo Moskau (russisch ФК Торпедо Москва) ist ein Fußballverein aus der russischen Hauptstadt Moskau. Die Vereinsfarben sind Schwarz-Weiß.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Klub wurde 1924 gegründet und trug folgende Namen:

  • Proletarskaja kusniza (Proletarische Schmiede) (1924–1931)
  • AMO (1931–1932)
  • ZIS (1933–1935)
  • Torpedo (1936–1995)
  • Torpedo-Luschniki (1996–1997)
  • Torpedo (seit 1998)

Sowjetunion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mannschaft war während der Sowjetzeit die Werksmannschaft der SIL/ЗиЛ-Automobilwerke und spielte im Torpedo-Stadion. 1938 debütierte Torpedo in der höchsten sowjetischen Spielklasse. Die Schwarz-Weißen hatten ihre erfolgreichste Zeit in den 1950er- und 1960er-Jahren, als Eduard Strelzow (der „russische Pelé“) bei ihnen spielte. Der Verein gewann drei Sowjetische Meistertitel (1960, 1965, Herbst 1976) und sechs Sowjetische Pokalwettbewerbe (1949, 1952, 1960, 1968, 1972, 1986). 1966 war Torpedo die erste Fußballmannschaft aus der Sowjetunion, die an der Austragung des Europapokals der Landesmeister teilnahm. In der Saison 1966/67 schied Torpedo allerdings bereits in der ersten Runde gegen den späteren Finalisten Inter Mailand nach einer 0:1-Auswärtsniederlage und anschließendem 0:0-Heimunentschieden aus. In der Spielzeit 1988 belegte Torpedo in der Wysschaja Liga den dritten Platz hinter den ukrainischen Vertretern von Dnjepr Dnjepropetrowsk (Meister) und Dynamo Kiew (Vizemeister), wodurch Torpedo die erfolgreichste russische Mannschaft jener Spielzeit war. Außerdem erreichte Torpedo das Pokalfinale, das gegen den ukrainischen Verein Metalist Charkow verloren wurde. Auch in der folgenden Spielzeit wurde das Pokalfinale erreicht und diesmal gegen den Vorjahresmeister Dnjepr Dnjepropetrowsk verloren.

Torpedo erreichte bisher drei Mal das Viertelfinale in Europapokal-Wettbewerben. Im UEFA-Pokal 1990/91 erreichte Torpedo über GAIS Göteborg, den FC Sevilla und den AS Monaco das Viertelfinale, in dem die Mannschaft sich dem dänischen Vertreter Brøndby IF erst im Elfmeterschießen geschlagen geben musste.

In der ewigen Tabelle der sowjetischen Liga belegt Torpedo den fünften Platz.

Russland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion war Torpedo 1992 eines der Gründungsmitglieder der neu entstandenen russischen Premjer-Liga. Im Rahmen einer kompletten Neuorganisation wurde die Liga zunächst in zwei Gruppen (A und B) zu je zehn Teams eingeteilt. In dieser Vorrunde wurde Torpedo in Gruppe B eingeteilt, zusammen mit den aus der Sowjetzeit bereits bekannten Rivalen wie Spartak Moskau, Zenit Sankt Petersburg, Kuban Krasnodar, Krylja Sowetow Samara und Rostselmasch (FK) Rostow, sowie einigen weniger bekannten Teams aus der zweiten sowjetischen Liga. Die Besonderheit an diesem Modus war, dass lediglich die ersten vier Teams aus den beiden Gruppen an der Meisterrunde teilnehmen durften, die letzten sechs jedoch nur an der Abstiegsrunde. Eine für Torpedo -aus damaliger Sicht- durchaus machbare Aufgabe, da man sich von 1988 bis 1991 jeweils in den höheren Rängen platzieren konnte. Doch die Saison 1992 verlief alles andere als erfolgreich. Der ab Juli 1990 nacheinander einsetzende Verlust erfahrener Leistungsträger wie Juri Sawitschew (als treffsicherer Stürmer wechselte er Juli 1990 zu Olympiakos Piräus), Oleg Schirinbekow (spiel- und kampfstarker Mittelfeldspieler mit Spezialisierung auf Freistößen, wechselte Juli 1991 zu Vasas Budapest), Waleri Sarytschew (reaktionsschneller Torhüter und Ruhepol der Mannschaft, wechselte Ende 1991 nach Südkorea zu Cheonan Ilhwa Chunma) sowie längerfristige Verletzungen (u.a. des wichtigen Stürmers Juri Tischkow) machten sich langfristig im Mannschaftsgefüge negativ bemerkbar, da sie nicht direkt gleichwertig (Ausnahme: Tischkow fūr J. Sawitschew) ersetzt werden konnten. So erreichte Torpedo in der Gruppe B lediglich den enttäuschenden 6. Tabellenplatz. Die Meisterrunde wurde damit verpasst. Torpedo musste nun die ungeliebte Abstiegsrunde (mit weiteren elf Teams) absolvieren. Hier erreichte Torpedo den 3. Platz, wodurch der Abstieg verhindert werden konnte. Einen kurzen, aber dafür um so kräftigeren Lichtblick, konnte das Team in der UEFA-Pokal Saison 1992/1993 setzen. Bereits in der ersten Runde wurde Torpedo der Titelträger der Saison 1990/1991 des Europapokals der Pokalsieger, Manchester United, zugelost. Eine schier unlösbare Aufgabe, war Manchester United bereits damalig mit zahlreichen Stars gespickt und damit haushoher Favorit. Doch einmal mehr zeigte sich, das Torpedo noch über einige international erfahrene Spieler und entsprechende Klasse verfügte, die Manchester United gehörig Probleme bereitete. Tatsächlich gelang es Torpedo im Hinspiel am 16.09.1992 in Manchester alle Kräfte zu bündeln und unter heftiger Gegenwehr ein 0:0 zu verteidigen. Dennoch war Manchester United für das Rückspiel am 29.09.1992 in Moskau weiterhin ganz klarer Favorit, da man Torpedo die hervorragende Leistung des Hinspiels nicht ein zweites Mal zutraute. Doch abermals hielt Torpedo dagegen und konnte sich sogar eine spielerische Überlegenheit erkämpfen, jedoch blieb es sowohl nach 90 als auch in der Verlängerung nach 120 Minuten beim 0:0. Somit kam es zu einem denkwürdigen Elfmeterschießen. Wieder einmal hatte es Torpedo mit Peter Schmeichel im gegnerischen Tor zu tun. Dieser war als ehemaliger Torhüter von Bröndby IF maßgeblich am Ausscheiden von Torpedo im Viertelfinale der UEFA-Pokal Saison 1990/1991 im Elfmeterschießen verantwortlich. Und zunächst betätigte sich dieser wieder einmal als "Elfmeterkiller", die beiden ersten Elfmeter konnte Torpedo nicht ins Tor unterbringen, während Manchester United jeweils traf. Damit lag Torpedo aussichtslos mit 0:2 zurūck. Doch dann schlug die Stunde des jungen Torpedo-Torhüters Alexander Podschiwalow. Während die weiteren Torpedo-Spieler ihre vier Elfmeter nacheinander versenkten, wendete sich das Blatt und Manchester verzweifelte wiederum an der Tatsache, dass von drei Elfmetern lediglich nur einer untergebracht werden konnte. Den entscheidenden Elfmeter konnte Podschiwalow dann tatsächlich halten. Die Sensation war perfekt, Manchester United war gegen Torpedo mit 0:0 n.V. und 3:4 nach Elfmeterschießen ausgeschieden. Dementsprechend war der Jubel bei den Torpedo-Fans groß. Doch das Losglūck war Torpedo in dieser UEFA-Pokal-Saison nicht hold. War Manchester United bereits ein "dicker Brocken" und man sollte meinen, es könne nicht mehr schlimmer kommen, so wurden die Fans eines besseren belehrt. Ein "noch dickerer Brocken" wurde Torpedo zugelost: Real Madrid. Das Hinspiel fand am 21.10.1992 in Madrid statt. Zunächst drohte das Spiel für Torpedo zum Debakel zu werden. Bis zur 32. Minute lag die Mannschaft mit 0:3 durch drei Tore von Reals Abwehrspieler Fernando Hierro hinten. Torpedo stemmte sich mit dem Mute der Verzweiflung dagegen und kam dann völlig überraschend durch Tore von Sergei Schustikow und Sergei Grischin kurz vor der Halbzeit noch auf 2:3 heran. In der Art und Weise konnte Torpedo zumindest in diesem Spielabschnitt an alte internationale Klasse anknüpfen und schöpfte wieder Hoffnung, da Real Madrid nun völlig irritiert agierte. Doch letztendlich setzte sich die spielerische Überlegenheit der Weltklassespieler von Real Madrid in der zweiten Halbzeit durch. Torpedo verlor durch weitere Treffer von Michel und Iván Zamorano mit 2:5. Das Rückspiel am 04.11.1992 in Moskau konnte Torpedo zwar mit 3:2 durch Treffer von Juri Tischkow, Andrei Talalajew und Michail Muraschow gewinnen, jedoch war dieses Ergebnis für die Endabrechnung nur Makulatur und man schied in der zweiten Runde aus. 1993 holte der Verein den letzten nationalen Titel als im Finale um den russischen Fußballpokal der ZSKA Moskau bezwungen werden konnte. Im Jahre 1996 verkaufte SIL die Mannschaft. Nachdem SIL 1997 eine neue Mannschaft Torpedo Moskau ins Leben rief, gab es eine Zeit lang in Moskau zwei Mannschaften mit dem Namen Torpedo, wobei die neue Mannschaft (heute FK Moskau) bis 2002 den Beinamen SIL und danach Metallurg trug. SIL gründete dann 2003 erneut nach 1997 den FK Torpedo-ZIL Moskau. Galt Torpedo zu Sowjetzeiten noch als der vierte Verein in Moskau (hinter Spartak, ZSKA und Dynamo), so ist der Verein in der postkommunistischen Zeit auch noch schnell hinter Lokomotive zurückgefallen. Inzwischen galt sogar sein „eigentlicher Bruderverein“ FK Moskau (wie Torpedo von der Autofabrik SIL gegründet) als populärer, wofür es zwei Gründe gab: zum einen spielte der FK Moskau bis zu seinem freiwilligen Rückzug im Jahr 2010[1] in der höchsten Spielklasse, während Torpedo seit dem Abstieg von 2006 bis 2014 nur noch unterklassig spielte. Zum anderen spielte der FK Moskau aber auch im alten Torpedo-Stadion, das mittlerweile in Eduard-Strelzow-Stadion umbenannt wurde. Somit befand sich dessen Heimat in jenem Gebiet, in dem ursprünglich Torpedo beheimatet war. So kam es schließlich zur Aufspaltung der alten Torpedo-Fanszene.

Einige Fans blieben dem alten Namen treu und pilgerten fortan ins Luschniki-Stadion, während andere dem Stadion treu blieben und sich fortan die Spiele des FK Moskau ansahen. Wiederum andere besuchten fortan die Spiele beider Vereine.

2008 stieg Torpedo als 18. der 1. Russischen Fußballdivision ab, schaffte nicht sich rechtzeitig für die 2. Division anzumelden und musste demzufolge in der obersten Amateurklasse, die Moskauer Amateurstadtliga, spielen. Der Club schaffte durch Gewinn der Amateurstadtmeisterschaft im Jahre 2009 den sofortigen Wiederaufstieg. Anschließend konnte die Mannschaft die Staffelmeisterschaft der 2. Division gewinnen und in die 1. Division aufsteigen. In der Saison 2013/14 belegte das Team den dritten Tabellenplatz in der 1. Division, der zur Teilnahme an den Relegationsspielen gegen Krylja Sowetow Samara berechtigte. Torpedo ging als Sieger aus den beiden Partien hervor (2:0, 0:0) und schaffte somit nach achtjähriger Abstinenz die Rückkehr in das russische Fußballoberhaus.[2] In der Saison 2014/15 belegte die Mannschaft nach einem guten Start und Erfolg versprechendem Verlauf (am 21. Spieltag belegte sie noch den 12. Platz der Tabelle) doch noch den vorletzten Tabellenplatz und sollte somit wieder in die 1. Division absteigen. Allerdings zog der Verein sich aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten aus der 1. Division zurück und spielt in der Saison 2015/16 stattdessen in der drittklassigen Regionalliga mit der Bezeichnung 2. Division Zentrum / Mitte. Aus diesem Grund verließen zahlreiche Spieler das nunmehr unterklassige Torpedo, entsprechende Leistungsträger konnten nicht ersetzt werden, da die finanziellen Möglichkeiten nicht mehr vorhanden waren. Die Konsequenzen zeigen sich im derzeitigen Verlauf der Saison 2015/2016. Nach Beendigung der Winterpause und Beginn der 2. Saisonhälfte am 10.04.16 kassierte Torpedo eine weitere Niederlage, nunmehr kämpft die Mannschaft gegen den Abstieg. Nach bisher 18 Spieltagen (von insgesamt 26) konnte Torpedo aktuell lediglich den 11. Tabellenplatz erreichen (bei 5 Siegen, 5 Unentschieden und 8 Niederlagen, siehe www.de.soccerway.com). Lediglich 8 Punkte Abstand besteht zum 14. Tabellenplatz, der den Abstieg bedeutet. Das Ziel "Wiederaufstieg" rückt damit in weiter Ferne, da nur der Tabellenerste der 2. Division Zentrum / Mitte in die 1. Division aufsteigen kann.

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein trägt seit 2009 seine Heimspiele im Eduard-Strelzow-Stadions aus. In diesem Stadion wurde bereits bis in die Mitte der 1990er Jahre gespielt. Zwischendurch war die Heimspielstätte das UEFA-Fünfsternestadion Olympiastadion Luschniki, das wegen der inzwischen relativ geringen Popularität der Mannschaft bei den Moskauer Fußballfans stark überdimensioniert war.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

National[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Russland und Sowjetunion

GUS und ehemalige Sowjetunion

Europa

Rest der Welt

Die Kader von Torpedos Meistermannschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1960[3]

Tor

Abwehr

Mittelfeld

Angriff

Trainer

 

1965[4]

Tor

Abwehr

Mittelfeld

Angriff

Trainer

 

Herbst 1976[5]

Tor

Abwehr

Mittelfeld

Angriff

Trainer

Erläuterungen / Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. kicker online, Moskau steigt aus, 5. Februar 2010
  2. http://www.sovsport.ru/news/text-item/713339
  3. Torpedos Kader 1960 gemäß weltfussball.de
  4. Torpedos Kader 1965 gemäß weltfussball.de
  5. Torpedos Kader 1976 gemäß weltfussball.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]