Lokomotive Moskau

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Dieser Artikel behandelt die Fußballabteilung des Sportklubs Lokomotive Moskau, für die 1982 aufgelöste Eishockeyabteilung siehe HK Lokomotive Moskau.
Lok Moskau
Lokomotive moskau.svg
Voller Name Fußballklub Lokomotiw Moskau
Ort Moskau, Russland
Gegründet 12. August 1923
Stadion Lokomotiv-Stadion
Plätze 30.075
Präsident Ilja Gerkus
Trainer Juri Sjomin
Homepage fclm.ru
Liga Premjer-Liga, Russland
2015/16 6. Platz
Heim
Auswärts
Fankurve von Loko vor dem Derby gegen Spartak (2:2) am 19. Juli 2008

Lokomotive Moskau (russisch Локомотив Москва / Lokomotiw Moskwa, von seinen Fans meistens nur Loko genannt) ist ein Fußballverein aus der russischen Hauptstadt Moskau. Das Team spielt in der Premjer-Liga und wurde in den Spielzeiten 2002 und 2004 russischer Meister. Darüber hinaus gewann die Mannschaft in den Jahren 1996, 1997, 2000, 2001, 2007 sowie 2015 den russischen Fußballpokal. Die Vereinsfarben sind Rot-Weiß-Grün.

Vereinsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mannschaft wurde am 1. August 1923 als „KOR“ (Klub der Oktoberrevolution) von den stärksten Fußballern der sowjetischen Eisenbahn aus dem Umkreis von Moskau gegründet. 1935 wurde der „KOR“ in eine freiwillige Sportlergemeinschaft der Eisenbahner umgewandelt und in „Lokomotive“ umbenannt. Diese Mannschaft vertrat nun nicht mehr den ganzen Umkreis von Moskau, sondern gehörte zur Stadt selbst. Die Mannschaft setzte sich fortan aus den besten Spielern des „KOR“ zusammen.

Sowjetunion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Pflichtspiel in der Fußballmeisterschaft der Sowjetunion bestritt Lokomotive Moskau am 22. Mai 1936 gegen Dynamo Leningrad. Im gleichen Jahr gewann Lokomotive auch die erste Austragung des sowjetischen Pokals, als im Finale Dinamo Tiflis mit 2:0 besiegt wurde. Im Jahre 1945, gleich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges also, musste Lokomotive den ersten Abstieg in die zweitklassige Perwaja Liga hinnehmen. 1957 wurde der erneute Pokalerfolg gefeiert (1:0 im Finale gegen Spartak Moskau). Die erfolgreichste Saison hatte die Mannschaft im Jahre 1959 als die Vizemeisterschaft hinter Dynamo Moskau erkämpft wurde. Es ist die einzige Spielzeit gewesen, in der der Verein unter den besten drei in der Endtabelle landete. Insgesamt musste Lokomotive in seiner Geschichte sieben Mal den Abstieg in die Zweitklassigkeit verkraften.

Russland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1992–2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der FK Lokomotive Moskau war nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion einer der Gründungsmitglieder der neugeschaffenen russischen Obersten Liga. Bis ins Jahr 2000 wurde stets Plätze im oberen Drittel der Tabelle belegt. In den Spielzeiten 1995, 1999 und 2000 gewann das Team die Vizemeisterschaft. 1994 und 1998 wurde der dritte Tabellenplatz erreicht. Als schlechtestes Abschneiden gilt dabei der sechste Tabellenrang aus der Saison 1996. Aus dieser Zeit stammen auch drei Pokalerfolge (1996, 1997 und 2000). Als Cheftrainer des Vereines war durchgehend Juri Sjomin, der bereits 1986 zu Lokomotive wechselte und wo er 19 Jahre lang bleiben sollte.

2001–2010: Zweifacher russischer Meister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2001 wurde sowohl der vierte Gewinn des russischen Pokals gefeiert als auch erneut der zweite Platz mit vier Punkten Rückstand auf Spartak Moskau am Ende der Saison belegt. Im Pokal 2001/02 schied das Team bereits in der 1/16-finale gegen den FK Elista aus.

2002 wurde der erste Meistertitel errungen. Da Lokomotive und ZSKA Moskau am Ende der Saison punktgleich an der Tabellenspitze standen, wurde ein Entscheidungsspiel um die Meisterschaft durchgeführt. Am 21. November 2002 gewann Lokomotive Moskau im Dynamo-Stadion mit 1:0 (6 min; Dmitri Loskow) und sicherte sich damit den Meistertitel.[1] Im Pokal 2002/03 schied das Team allerdings bereits im Achtelfinale gegen Anschi Machatschkala nach einer 0:1-Niederlage aus.

Im darauffolgenden Jahr erreichte der Verein nur den vierten Platz in der russischen Meisterschaft. Im Viertelfinale des Pokals 2003/04 musste sich die Mannschaft dem Schinnik Jaroslawl geschlagen geben. In der dritten Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League 2002/03 wurde zunächst der österreichische Vertreter Grazer AK besiegt. Anschließend überstand Lokomotive die erste Gruppenphase als Tabellenzweiter gegen FC Barcelona, FC Brügge und Galatasaray Istanbul. In der zweiten Gruppenphase war die Mannschaft gegen den späteren Pokalgewinner AC Mailand, Real Madrid und Borussia Dortmund bei nur einem einzigen Unentschieden und fünf Niederlagen ohne jegliche Chance aufs Weiterkommen.

2004 konnte Lokomotive den zweiten russischen Meistertitel feiern, als der Titelverteidiger und Lokalrivale ZSKA Moskau einen Punkt weniger sammeln konnte. Zum Abschluss gewann Lok. Moskau mit 2:0 im Auswärtsspiel bei Schinnik Jaroslawl.[2] Aus dem Pokalwettbewerb 2004/05 wurde die Mannschaft im 1/16-finale von Tschernomorez Noworossijsk rausgeworfen.

Die Spielzeit 2005 wurde vom Verein mit dem dritten Platz abgeschlossen. Im Pokal 2005/06 kam das Team nicht über die Viertelfinale hinaus, wo sich Spartak Moskau als stärkere Mannschaft erwies. Am Ende der Saison 2006 wurde wie im Vorjahr der dritte Rang erkämpft. Allerdings konnte der russische Pokal 2006/07 gewonnen werden, als im Finale der FK Moskau mit 1:0 bezwungen wurde. Ende 2006 wurde der ehemalige Trainer Juri Sjomin als neuer Präsident verpflichtet. Der neue Trainer wurde Anatoli Byschowez. 2007 belegte Lokomotive den enttäuschenden siebten Rang, so dass beide (Sjomin und Byschowez) wieder entlassen worden waren.[3] Im Pokal 2007/08 war im 1/16-finale nach einer 0:1-Auswärtsniederlage gegen Ural Swerdlowsk Oblast Endstation. Die nächste Saison 2008 beendete der Verein mit Raschid Rachimow als Cheftrainer erneut auf dem siebten Platz, woraufhin auch er gehen musste.[4] Im Pokal 2008/09 schaffte Lokomotive bis zum Viertelfinale, wo er sich dem späteren Pokalgewinner ZSKA Moskau mit 0:1 geschlagen geben musste. Im Mai 2009 kehrte Juri Sjomin als Cheftrainer zu Lokomotive zurück.[5] In der Saison 2009 belegte das Team den vierten Tabellenplatz. Im russischen Pokal 2009/10 schied die Mannschaft im Sechzehntelfinale gegen SKA-Energija Chabarowsk nach einer 1:2-Auswärtsniederlage aus. Nach dem fünften Tabellenplatz in der Saison 2010 wurde der Trainer Juri Sjomin wieder entlassen.[6]

Seit 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2012/13 wurde der Kroate Slaven Bilić als Nachfolger des Portugiesen José Couceiro, dessen auslaufender Vertrag als Cheftrainer nicht verlängert worden war.[7] Bereits am 17. Juni 2013, nach nur einer Saison in Moskau, in der mit dem neunten Rang die bis dahin schlechteste Platzierung in der russischen Premjer-Liga erzielt wurde, löste Bilić seinen Vertrag auf. Daraufhin wurde er durch Leonid Kutschuk ersetzt.[8] Den ersten Titel nach acht Jahren holte Lok 2015 mit dem Gewinn des nationalen Pokalwettbewerbs als im Finalspiel nach einem Rückstand noch ein 3:1-Sieg nach Verlängerung gegen FK Kuban Krasnodar erkämpft wurde. Lok holte diesen Titel damit zum sechsten Mal.[9] Somit war die Mannschaft direkt für die Gruppenphase der UEFA Europa League 2015/16 qualifiziert. Mit Sporting Lissabon, Beşiktaş Istanbul und KF Skënderbeu Korça vervollständigte Lokomotive die Gruppe H des Wettbewerbs und zog als Tabellenerster in das Sechzehntelfinale, wo sie allerdings gegen Fenerbahçe Istanbul ausschied.[10] Im August 2016 kehrte Juri Sjomin erneut als Cheftrainer zu Lokomotive zurück.[11]

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokomotive Moskau trägt seine Heimspiele im 1923 erbauten Lokomotive Stadion aus. Nach dem Umbau in den Jahren 2001–2002 hat das reine Fußballstadion eine Kapazität von 30.075 Plätzen (alles Sitzplätze). Es wurde am 5. Juli 2002 mit einem Spiel gegen Uralan Elista (2:0) eingeweiht.[12]

Sponsoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptsponsor des Vereins ist die staatliche Eisenbahngesellschaft Russlands RŽD.

Aktueller Kader 2016/17[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Position Name
1 RusslandRussland TW Guilherme
41 RusslandRussland TW Miroslaw Lobanzew
81 RusslandRussland TW Ilja Abajew
5 SerbienSerbien AB Nemanja Pejčinović
14 KroatienKroatien AB Vedran Ćorluka
15 RusslandRussland AB Arseni Logaschow
17 UkraineUkraine AB Taras Mychalyk
28 RusslandRussland AB Boris Rotenberg
29 UsbekistanUsbekistan AB Vitaliy Denisov
49 RusslandRussland AB Roman Schischkin
55 RusslandRussland AB Renat Janbajew
Nr. Position Name
4 PortugalPortugal MF Manuel Fernandes
11 RusslandRussland MF Alan Kassajew
18 RusslandRussland MF Alexander Kolomeizew
19 RusslandRussland MF Alexander Samedow
20 RusslandRussland MF Wladislaw Ignatjew
23 RusslandRussland MF Dmitri Tarassow
27 RusslandRussland MF Igor Denissow
59 RusslandRussland MF Alexei Mirantschuk
88 Kongo RepublikRepublik Kongo MF Delvin N’Dinga
7 BrasilienBrasilien ST Maicon
9 RusslandRussland ST Igor Portnjagin
25 SerbienSerbien ST Petar Škuletić
45 NigeriaNigeria ST Ezekiel Henty

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

National[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokomotive Moskau im Europapokal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Russland

GUS und ehemalige Sowjetunion

Europa

Südamerika

Afrika

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(seit 1992)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: FC Lokomotiv Moscow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lokomotive war nicht zu stoppen
  2. Lok. Moskau Meister
  3. Анатолий Бышовец уволен из "Локомотива"
  4. Ösi-Aus bei Lok Moskau. Der Standard, 28. April 2009, abgerufen am 16. August 2016.
  5. Сёмин назначен главным тренером "Локомотива"
  6. Руководство "Локомотива" отправило Сёмина в отставку
  7. Slaven Bilic becomes Lokomotiv’s new head coach
  8. Леонид Кучук – новый главный тренер «Локомотива»
  9. Lokomotiv holt russischen Pokal
  10. sport1.de: Fenerbahce rettet sich ins Achtelfinale
  11. sports.ru: «Локомотив» подтвердил назначение Семина главным тренером Artikel vom 26. August 2016 (russisch)
  12. russland.ru: Lokomotive Stadion