Vietnam Airlines

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Vietnam Airlines
Logo der Vietnam Airlines
Boeing 787-9 der Vietnam Airlines
IATA-Code: VN
ICAO-Code: HVN
Rufzeichen: VIET NAM AIRLINES
Gründung: 1956 (als Vietnam Civil Aviation)
Sitz: Hanoi, VietnamVietnam Vietnam
Drehkreuz:

Hanoi

Heimatflughafen: Hanoi
IATA-Prefixcode: 738
Leitung: Pham Ngoc Minh (Präsident & CEO)
Mitarbeiterzahl: 10.211[1] (2015)
Umsatz: 64,4 Milliarden[1] (2015)
Fluggastaufkommen: 17,4 Millionen[1] (2015)
Allianz: SkyTeam
Vielfliegerprogramm: LotusMiles
Flottenstärke: 105 (+ 5 Bestellungen)
Ziele: national und international
Website: www.vietnamairlines.com

Vietnam Airlines (vietnamesisch Hãng hàng không Quốc gia Việt Nam) ist die staatliche Fluggesellschaft Vietnams mit Sitz in Hanoi und Basis auf dem Flughafen Hanoi sowie Mitglied der Luftfahrtallianz SkyTeam.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tupolew Tu-134 der Vietnam Civil Aviation im Jahr 1992

Vietnam Civil Aviation Department (1956–1993)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vietnam Airlines wurde 1956 unter dem Namen Vietnam Civil Aviation Department als nationale Fluggesellschaft der Demokratischen Republik Vietnam gegründet.[2] Die Fluggesellschaft nahm im September 1956 ihren Betrieb mit fünf Flugzeugen russischer Bauart auf. Im Jahr 1976 nahm sie ihre zweite internationale Route nach Vientiane (Laos) auf, 1978 gefolgt von einer weiteren Linienstrecke nach Bangkok. Bis zum Ende der 1970er Jahre hatte die vietnamesische Fluggesellschaft Liniendienste nach Laos, Kambodscha und China aufgenommen und flog Charterflüge nach Thailand, Malaysia, Singapur und auf die Philippinen.

Vietnam Airlines (seit 1993)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boeing 767-300ER der Vietnam Airlines im Jahr 2004

Im Jahr 1993 wurde die „Vietnam Civil Aviation Department“ in Vietnam Airlines umstrukturiert. Seitdem gilt sie als offizieller Flagcarrier des Staates Vietnam, und der Name „Vietnam Civil Aviation Department“ verschwand vom Markt. Noch im selben Jahr erhielt die Fluggesellschaft ihren ersten Airbus A320 und eine Boeing 767-300ER der Air France. Nur ein Jahr nach der Umstrukturierung der Fluggesellschaft nahm Vietnam Airlines ihre erste Langstrecke nach Paris auf, die mit der Boeing 767 geflogen wurde. Im Jahr 1996 wurde die Vietnam Airlines Corporation offiziell gegründet, die aus Vietnam Airlines und rund 20 flugbezogenen Geschäften besteht.

Die Expansion und Modernisierung der Fluggesellschaft wird systematisch vorangetrieben. Im Jahr 1999 führte Vietnam Airlines das Vielfliegerprogramm mit dem Namen Golden Lotus Plus (heute LotusMiles) ein, 2000 ein automatisches Check-In-System. Im Jahr 2002 bekam sie eine neue Corporate Identity mit einem Lotusblumen-Logo. Im Jahr 2003 wurde die Langstreckenflotte der Vietnam Airlines mit neuen Boeing 777-200ER erweitert. Seit 2004 fliegt Vietnam Airlines von Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt nach Frankfurt, seit 2005 nonstop ohne die Zwischenlandung in Moskau, seit Oktober 2009 sechsmal pro Woche und seit November 2010 täglich.[3]

Dementsprechend steigt die Zahl der Passagiere jährlich stark an. Im Jahr 2000 flogen 2.853.714 Passagiere mit Vietnam Airlines. In den Folgejahren wurden 3.458.504 (2001), 4.070.303 (2002) und 4.077.000 (2003) gezählt, bis 2004 die Fünf-Millionen-Marke durchbrochen wurde (5.040.000). Danach wuchs die Passagierzahl jährlich um fast eine Million Passagiere an. Im Jahr 2005 waren es sechs Millionen, 2006 6,8 Millionen, 2007 acht Millionen und 2008 8,8 Millionen.

Im August 2009 gründete Vietnam Airlines gemeinsam mit der Regierung von Kambodscha die Fluggesellschaft Cambodia Angkor Air. Mit einer Flotte von zunächst drei ATR 72-500 und einem Airbus A321-200 verbindet sie Siem Reap, Phnom Penh und Ho-Chi-Minh-Stadt.[4] Im November desselben Jahres unterzeichnete Vietnam Airlines eine Absichtserklärung zur Bestellung von vier Airbus A380-800,[5] die Festbestellung fand jedoch nicht mehr statt.

Im Juni 2010 trat Vietnam Airlines der Luftfahrtallianz SkyTeam bei.[6]

Am 12. Januar 2016 schlossen Vietnam Airlines und die japanische ANA Holdings eine Absichtserklärung für eine Kooperation zwischen beiden Unternehmen und eine strategische Beteiligung der ANA Holdings an Vietnam Airlines von 8,8 Prozent ab. Daraufhin übernahm ANA Holdings im Juli 2016 8,8 Prozent der Aktien der Vietnam Airlines[7] und diese setzte am 30. Oktober 2016 ein 35 Strecken umfassendes Codeshare-Abkommen mit All Nippon Airways in Kraft.[8] Zudem trat am 23. Februar 2017 ein Vorstandsmitglied der ANA Holdings dem Vorstand der Vietnam Airlines bei.[9]

Flugziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vietnam Airlines fliegt von Hanoi neben Zielen innerhalb Vietnams Städte in ganz Asien sowie in Australasien und Europa an. Im deutschsprachigen Raum wird Frankfurt bedient.[10]

Die Tochtergesellschaft Vietnam Air Services Company (VASCO) übernimmt Inlandsflugstrecken zu kleineren Flughäfen.

Codesharing

Vietnam Airlines unterhält Codeshare-Abkommen mit folgenden Fluggesellschaften:[11] (SkyTeam-Mitglieder sind mit * gekennzeichnet)

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Airbus A321-200 der Vietnam Airlines
Airbus A330-200 der Vietnam Airlines in SkyTeam-Sonderbemalung
Airbus A350-900 der Vietnam Airlines

Aktuelle Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Stand März 2020 besteht die Flotte der Vietnam Airlines aus 105 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 5,8 Jahren:[12]

Flugzeugtyp Anzahl bestellt[13][14] Anmerkungen Sitzplätze[15]
(Business/Eco+/Eco)
Airbus A321-200 55 184 (16/–/168)
Airbus A321neo 20 203 (8/–/195)
Airbus A350-900 14 305 (29/45/231)
ATR 72-500 1 betrieben durch VASCO 68 (–/–/68)
Boeing 787-9 11 1 274 (28/35/211)
Boeing 787-10 4 4 366 (23/–/343)
Gesamt 105 5

Ehemalige Flugzeugtypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iljuschin Il-18 der Vietnam Civil Aviation im Jahr 1985

In der Vergangenheit betrieb Vietnam Airlines unter anderem folgende Flugzeugtypen:[16][17]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 14. November 1992 kam eine Jakowlew Jak-40 der Vietnam Airlines (VN-A449) im Landeanflug auf den Flughafen Nha Trang bei schlechter Sicht vom Kurs ab, unterschritt die Mindestflughöhe und wurde in einen Bergrücken geflogen. Als Rettungskräfte die Unfallstelle acht Tage nach dem Unfall erreichten, konnte noch eine niederländische Passagierin gerettet werden. Die restlichen 30 Insassen kamen bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) ums Leben (siehe auch Vietnam-Airlines-Flug 474).[18]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Vietnam Airlines – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c vietnamairlines.com – Annual Reports (vietnamesisch), abgerufen am 9. November 2016
  2. vietnamairlines.com – Our Background: From The Old Days (englisch) (Memento vom 16. August 2009 im Internet Archive)
  3. vietnamairlines.com – Ab 1. November täglich nonstop von Deutschland nach Vietnam, 30. Dezember 2010 (Memento vom 29. Dezember 2010 im Internet Archive)
  4. bz-comm.de – Vietnam Airlines und Kambodscha gründen Cambodia Angkor Air
  5. aero.de – Vietnam Airlines unterzeichnet MoU über vier Airbus A380
  6. The Wall Street JournalVietnam Airlines Joins SkyTeam Airline Alliance (englisch), abgerufen am 10. Juni 2010
  7. ana.co.jp – ANA HOLDINGS and Vietnam Airlines Conclude Final Contract for Business and Capital Partnership (englisch), abgerufen am 13. Juni 2017
  8. ana.co.jp – ANA and Vietnam Airlines launch codeshare and frequent flyer partnerships (englisch), abgerufen am 13. Juni 2017
  9. bloomberg.com – Koji Shibata: Executive Profile & Background (englisch), abgerufen am 13. Juni 2017
  10. vietnamairlines.com – Weltweites Streckennetz abgerufen am 30. August 2017
  11. vietnamairlines.com – Tochtergesellschaften & Partner abgerufen am 30. August 2017
  12. Vietnam Airlines Fleet Details and History. Abgerufen am 28. März 2020 (englisch).
  13. AirbusOrders & deliveries (englisch), abgerufen am 9. November 2016
  14. BoeingOrders & Deliveries (englisch), abgerufen am 9. November 2016
  15. vietnamairlines.com – Unsere Flotte abgerufen am 9. November 2016
  16. Ulrich Klee, Frank Bucher et al.: jp airline-fleets international. Zürich-Airport 1966–2007.
  17. Ulrich Klee, Frank Bucher et al.: jp airline-fleets international. Sutton, UK, 2008–2013.
  18. Unfallbericht Jak-40 VN-A449, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 3. April 2020.
  19. Unfallbericht TU-134 VN-A120, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 3. April 2020.