Korean Air

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Korean Air Lines
Das Logo der Korean Air
Ein Airbus A380-800 der Korean Air
IATA-Code: KE
ICAO-Code: KAL
Rufzeichen: KOREANAIR
Gründung: 1962
Sitz: Seoul, Korea SudSüdkorea Südkorea
Drehkreuz:

Seoul-Incheon

Heimatflughafen:

Seoul-Incheon

Leitung: Cho Yangho (CEO) (seit 1999)
Mitarbeiterzahl: 20.567 (Dez. 2013)[1]
Fluggastaufkommen: 23.400.000 (2013)[1]
Allianz: SkyTeam
Vielfliegerprogramm: SKYPASS
Flottenstärke: 159 (+ 75 Bestellungen)
Ziele: 12 nationale und 113 internationale (August 2014)[2]
Website: www.koreanair.com

Korean Air ist eine südkoreanische Fluggesellschaft mit Sitz in Seoul und Basis auf dem nahegelegenen Flughafen Incheon sowie Gründungs-Mitglied in der Luftfahrtallianz SkyTeam. Sie ist sowohl im Passagiertransport als auch in der Luftfracht tätig.

Unternehmen[Bearbeiten]

Europäische Konzernzentrale, London

Die Fluggesellschaft wurde 1962 als Korean Air Lines/KAL gegründet, geht aber auf die Korean National Airlines von 1947 zurück. 1984 erfolgte die Umbenennung in Korean Air. In der Eigendarstellung auf der deutschsprachigen Homepage wird der 1. März 1969 – das Privatisierungsdatum – als Gründungsdatum angegeben.[2]

Die Flüge der Korean Air tragen den IATA-Code KE, das Präfix der Ticketnummer ist "180". Bei internationalen Verbindungen werden die Flüge nach Korea mit geraden Nummern und die Flüge ins Ausland mit ungeraden Nummern bezeichnet.

Im April 2013 übernahm das Unternehmen die knapp 44 % Anteile der tschechischen Konsolidierungsagentur an Czech Airlines für umgerechnet 2,6 Mio. Euro.[3]

Flugoperationen / Ziele[Bearbeiten]

Koreanische Schreibweise
koreanisches Alphabet: 대한 항공
chinesische Schriftzeichen: 大韓航空
Revidierte Romanisierung: daehan hanggong
McCune-Reischauer: taehan hanggong

Heimatbasis und wichtigstes Drehkreuz ist Incheon International Airport, der internationale Flughafen von Seoul; fast alle nationalen Flüge, aber auch zahlreiche regionale Verbindungen, insbesondere nach Japan, nutzen den näher an der Innenstadt gelegenen Flughafen Gimpo. Die beiden Flughäfen sind u.a. durch die Schnellbahn AREX verbunden.

Fast alle der großen europäischen Drehkreuze werden vom Flughafen Incheon aus angeflogen.

Seit Ende Mai 2011 verfügt Korean Air als sechste Fluggesellschaft über Flugzeuge des Typs Airbus A380.

Flotte[Bearbeiten]

Eine Boeing 747SP der Korean Air Lines 1985 in Basel
Ein Airbus A330-200 der Korean Air
Eine Boeing 777-200ER der Korean Air
Eine Boeing 747-400F der Korean Air Cargo

Mit Stand Dezember 2014 besteht die Flotte der Korean Air inklusive der Korean Air Cargo aus 159 Flugzeugen:[4]

Flugzeugtyp aktiv bestellt[5][6][7][8] Anmerkungen Sitzplätze[9]
(First/Prestige/Economy)
Airbus A330-200 008 6 226 (6/24/196)
256 (6/18/232)
Airbus A330-300 018 04 eine betrieben für Czech Airlines 296 (12/28/256)
Airbus A380-800 0010 Erste Auslieferung am 24. Mai 2011, mit Duty-free Shop an Bord ausgestattet.[10] 407 (12/94/301)
Boeing BBJ 001 Geschäftsreiseflugzeug auf Basis der Boeing 737-700 -
Boeing 737-800 016 Erste Auslieferung am 15. August 2000 147 (-/12/135)
149 (-/8/141)
162 (-/12/150)
Boeing 737-900 016 Erste Auslieferung am 21. November 2001 188 (-/8/180)
Boeing 737-900ER 006 Erste Auslieferung am 20. Juni 2011 159 (-/12/147)
Boeing 747-400 014 Erste Auslieferung am 13. Juni 1989 333 (10/61/262)
335 (12/61/262)
384 (16/58/310)
Boeing 747-400F 017 Frachtflugzeuge der Korean Air Cargo; teils ehemalige Passagiermaschinen -
Boeing 747-8i 010 - offen -
Boeing 747-8F 005 02 Frachtflugzeuge der Korean Air Cargo -
Boeing 777-200ER 017 Erste Auslieferung am 21. März 1997 248 (8/28/212)
261 (8/28/225)
301 (12/28/261)
Boeing 777-300 004 Erste Auslieferung am 12. August 1999 342 (6/35/301)
Boeing 777-300ER 012 013 Erste Auslieferung am 27. Mai 2009; 2 Bestellungen als Leasing 291 (8/56/227)
Boeing 777F 004 01 Frachtflugzeuge der Korean Air Cargo -
Boeing 787-9 10 ursprünglich war die Variante 787-8 bestellt worden[11] - offen -
Bombardier CS300 10 - offen -
Gesamt 159 75

Zwischenfälle[Bearbeiten]

Die im Laufe ihrer Existenz unter verschiedenen Namen agierende heutige Korean Air hatte seit 1975 insgesamt 15 Totalverluste von Flugzeugen, davon allein fünf Boeing 747 „Jumbo Jets“.[12][13]

  • Am 20. April 1978 wurde eine Boeing 707 der Gesellschaft nahe Murmansk von sowjetischen Abfangjägern abgeschossen. Der Korean-Airlines-Flug 902 sollte von Paris über Anchorage nach Seoul führen. Die Maschine änderte in unbeabsichtigter Weise ihren Kurs und drang dadurch in sowjetischen Luftraum ein. Da die Piloten die Aufforderung ignorierten, den Suchoi Su-15 zu folgen, wurden zwei Abfangraketen abgefeuert. Zwei Passagiere verloren dadurch ihr Leben, eine Tragfläche wurde beschädigt. Es kam zu einer Notlandung, nach der die weiteren 97 Passagiere und 12 Crewmitglieder von den Russen geborgen wurden.
  • Am 19. November 1980 setzte eine Boeing 747 der Korean Air Lines auf dem Flughafen Seoul-Gimpo rund 100 m vor der Landebahn auf und rutschte auf dem Bauch über das Flughafengelände. Im dabei ausgebrochenen Feuer starben 15 der 212 Menschen an Bord.[15]
  • Am 23. Dezember 1983 startete die Besatzung einer McDonnell Douglas DC-10 der Korean Air Lines auf dem Flughafen Anchorage von der falschen Startbahn. Dabei rammte sie eine mit neun Personen vollbesetzte Piper PA-31 Navajo der South Central Air, überschoß dann das Landebahnende um rund 450 m und wurde irreparabel beschädigt. Alle Insassen beider Maschinen überlebten die Kollision, zum Teil allerdings schwer verletzt.[16]
  • Am 29. November 1987 explodierte über der Andamanensee an Bord des Korean Airlines-Fluges 858 eine von zwei nordkoreanischen Agenten an Bord gebrachte Bombe. Die Attentäterin, die nordkoreanische Geheimagentin Kim Hyon-hui, sagte in ihrem fragwürdigen[17] Geständnis aus, sie habe die Bombe auf Weisung Kim Jong-ils an Bord geschmuggelt.[18] Alle 115 Menschen an Bord der Boeing 707-3B5C kamen ums Leben. Der Flug war auf der Route Bagdad-Abu Dhabi-Bangkok-Seoul unterwegs.
  • Am 25. November 1989 kam es beim Start einer Fokker F-28 der Korean Air auf dem Flughafen Seoul-Gimpo zu einem teilweisen Schubverlust. Die Piloten verloren die Kontrolle und brachen den Start ab, wobei die Maschine über das Landebahnende hinaus schoß und zum wirtschaftlichen Totalschaden wurde. Alle 48 Insassen überlebten den Unfall.[20]
  • Am 13. Juni 1991 vollzog eine Boeing 727 der Korean Air eine Bauchlandung auf dem Flughafen Daegu. Die Besatzung hatte vergessen, das Fahrwerk auszufahren, las die vor der Landung vorgeschriebene Checkliste nicht und schaltete das ertönende Warnhorn mittels der zugehörigen Sicherung aus. Obwohl das Flugzeug zerstört wurde, überlebten alle 127 Menschen an Bord den Unfall.[21]
  • Am 10. August 1994 setzte ein Airbus A300 der Korean Air auf dem Flughafen Jeju bei der Landung erst knapp 1800 m hinter dem Landebahnbeginn auf. Die verbleibenden 1200 m reichten nicht aus, das Flugzeug überrollte das Pistenende mit fast 200 km/h, kollidierte mit Hindernissen und fing Feuer. Dennoch überlebten alle 160 Insassen den Unfall.[22]
  • Am 5. August 1998 verunglückte eine Boeing 747-400 der Korean Air auf dem Flughafen Seoul-Gimpo, als der Kapitän die Schubumkehr asymmetrisch bediente, da er sie bei einem Triebwerk nicht aktivierte. Die Maschine kam seitlich von der Landebahn ab, wobei ein Teil des Hauptfahrwerks abgerissen wurde. Alle 395 Menschen an Bord konnten aus der zerstörten Maschine gerettet werden.[24]
  • Am 15. März 1999 landeten die Piloten einer Douglas DC-9-83 auf dem Flughafen Pohang mit 20 Knoten (37 km/h) Rückenwind (zulässig waren maximal 10 Knoten). Beim Überrollen des Landebahnendes zerbrach der Rumpf der Maschine in zwei Teile. Alle 156 Insassen überlebten.[25]

Trivia[Bearbeiten]

  • Am 5. Dezember 2014 verzögerte sich der Flug 086 von John F. Kennedy International Airport nach Flughafen Incheon mit einer Airbus A380-800, weil ein Flugbegleiter Frau Cho Hyun-ah in der Ersten Klasse Macadamianüsse erstens unaufgefordert und zweitens in der Verpackung und nicht auf dem Teller serviert hatte. Erzürnt setzte sie daraufhin durch, dass das Flugzeug zum Gate umkehrte und der Purser als Chef des Flugbegleiters das Flugzeug verließ. Frau Cho Hyun-ah ist die Tochter von Cho Yangho, dem Chef der Fluggesellschaft, und zu dem Zeitpunkt selber im Management der Fluggesellschaft tätig. Der Familie Cho gehören 10% der Anteile von Korean Air.[27] Eine Woche später trat sie von allen Ämtern zurück und entschuldigte sich öffentlich.[28] Der Fall hatte hohe Wellen geschlagen und galt als Symbol für eine Generation arroganter und verwöhnter Nachkommen einflussreicher familiengeführter südkoreanischer Unternehmen. Am 24. Dezember 2014 verhaftete die koreanische Polizei einen mit der Untersuchung betrauten Mitarbeiter des Transportministeriums, der sich mit dem Purser via Textnachrichten und Anrufe ausgetauscht haben soll. Der Purser wiederum steht wegen Vernichtung und Vorenthaltung von Beweismaterial unter Verdacht.[29] Anfang 2015 wurde Cho Hyun-ah zu einem Jahr Gefängnisstrafe verurteilt. Im Mai 2015 ist die Strafe im Berufungsverfahren in 2. Instanz in eine zehnmonatige Haftstrafe zur Bewährung auf zwei Jahre gemildert worden.[30]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Korean Air – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Unternehmensdaten. In: Webseite Korean Air. 2014, abgerufen am 26. April 2015.
  2. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatInformationen zum Unternehmen. In: Webseite Korean Air. August 2014, abgerufen am 26. Mai 2015.
  3. Korean Air kauft sich für 2,6 Millionen Euro bei Czech Airlines ein. auf airliners.de vom 12. April 2013.
  4. ch-aviation.ch - Korean Air (englisch), abgerufen am 8. Dezember 2014
  5. Bestellungen der Korean Air auf: airbus.com (englisch), abgerufen am 29. August 2013
  6. Bestellungen der Korean Air auf: boeing.com (englisch) abgerufen am 29. August 2013
  7. airleasecorp.com - Air Lease Corporation Announces the Placement of Two New Boeing 777-300ERs with Korean Air (englisch) 1. Mai 2013
  8. bombardier.com - Program Status Report - CSeries aircraft (englisch; PDF; 13 kB), 31. März 2013
  9. Vorstellung der Flotte auf: koreanair.com
  10. Korean baut Duty-Free-Shop an Bord. auf: airliners.de
  11. Korean Air ordert weitere Boeing 747-8F. auf: airliners.de, 21. März 2011
  12. Aviation Safety Network, Statistik Korean Air Lines
  13. Aviation Safety Network, Statistik Korean Air
  14. Aviation Safety Network, Unfallbericht HL7412
  15. Aviation Safety Network, Unfallbericht HL7445
  16. Aviation Safety Network, Unfallbericht HL7339
  17. SÜDKOREA: Einsames Jahr. In: Der Spiegel. Ausgabe 16/1988, S. 195
  18. SÜDKOREA: Einsames Jahr. In: Der Spiegel. Ausgabe 16/1988, S. 194.
  19. Aviation Safety Network, Unfallbericht HL7328
  20. Aviation Safety Network, Unfallbericht HL7285
  21. Aviation Safety Network, Unfallbericht HL7350
  22. Aviation Safety Network, Unfallbericht HL7296
  23. D.C. Dirkmaat: Recovery and Interpretation of the Fatal Fire Victim: The Role of Forensic Anthropology. In: W.D. Haglund, M.H. Sorg (Hrsg.): Advances in Forensic Taphonomy Method, Theory and Archaeological Perspectives. CRC Press, Boca Raton 2000, S. 451-472.
  24. Aviation Safety Network, Unfallbericht HL7496
  25. Aviation Safety Network, Unfallbericht HL7570
  26. Aviation Safety Network, Unfallbericht HL7373
  27. Der Spiegel: Nuss-Affäre abgerufen am 17. Dezember 2014
  28. aerotelegraph: Purser musste niederknien, abgerufen am 13. Dezember 2014
  29. aerotelegraph: Nuss-Ausraster wird zur Staatsaffäre, abgerufen am 29. Dezember 2014
  30. Südkorea Strafmaß in der "Nuss-Affäre" geknackt. In: Webseite Deutsche Welle. 22. Mai 2015, abgerufen am 26. Mai 2015.