Asow
| Stadt
Asow
Азов
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Liste der Städte in Russland | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Asow (russisch Азо́в) ist eine Stadt in der Oblast Rostow im Südwesten von Russland mit 82.937 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1] Frühere Namen sind Tanais, Tana und Azak.
Asow liegt am Don, 7 km vor dessen Mündung ins Asowsche Meer.
| Asow | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte[Bearbeiten]
Antike[Bearbeiten]
Nördlich des heutigen Asow liegen die Reste der antiken griechischen Stadt Tanais, einst ein bedeutender Handelsplatz.
Mittelalter[Bearbeiten]
Unter der Herrschaft der Kyptschaken wurde der Ort 1067 als azak (d. h. Tiefland) erwähnt, wovon sich der heutige Name ableitet. Während der Zeit der Goldenen Horde im 13. und 14. Jh. erblühte die Stadt. Venezianische und genuesische Kaufleute gründeten einen Handelsplatz, den sie Tana nannten. Über die im 14. und 15. Jahrhundert venezianisch dominierte Handelskolonie wurden große Teile des Handels mit tatarischen und russischen Sklaven abgewickelt, obwohl die ständige Konkurrentin Kaffa auf der Krim, von Genua kontrolliert, diesen Handel in noch größerem Umfang betrieb. Daneben war Tana ein wichtiges Zentrum für den Handel zwischen nördlichem und südlichem Schwarzen Meer und ein Umschlagplatz für Handelsgüter aus dem fernen Osten, da die Stadt am Ende der sog. via mongolica (einem Arm der Seidenstraße) lag und während der Herrschaft der Goldenen Horde relativ sicher war.
1471 wurde Asow von den Türken erobert und in eine Festung umgewandelt (türkisch Azak).
Die Festung Asow[Bearbeiten]
Ein erster Angriff russischer Kosaken auf Asow scheiterte 1559. Im Sommer 1637 eroberten die Don-Kosaken die Festung, die von 4000 osmanischen Soldaten mit 200 Geschützen verteidigt wurde. Im Juni 1641 widerstanden die Kosaken einer langen Belagerung durch die osmanische Armee. 1642, nach dem Rückzug der Türken, beschloss Zar Michael I., die Festung zu übergeben, um einen Konflikt mit dem Osmanischen Reich zu vermeiden. Bevor sie die Festung verließen, zerstörten die Kosaken sämtliche Verteidigungsanlagen.
In der ersten erfolgreichen Schlacht seiner Regierungszeit eroberte Peter I. am 28. Juli 1696 die Festung Asow zurück, aber nach der Niederlage in der Schlacht am Pruth im Jahr 1711 musste er sie den Türken zurückgeben. Im Frieden von Belgrad 1739 fiel die Stadt wieder an Russland, was während der Herrschaft von Katharina II. 1774 endgültig bestätigt wurde.
Sieben Jahre lang war Asow die Hauptstadt eines eigenen Gouvernements, aber mit dem Wachstum von Rostow am Don verlor die Stadt an Bedeutung.
Archäologie[Bearbeiten]
Die Gegend zwischen der späteren Stadt Taganrog und Rostow am Don wird vom DAI in Zusammenarbeit mit der russischen Archäologie untersucht (siehe Weblink).
Bereits 1823 wurden die damals noch sichtbaren archäologischen Überreste von I. A. Stempkowski mit dem antiken Tanais in Verbindung gebracht. P. M. Leontjew bestätigte dies wenige Jahrzehnte später durch Probegrabungen. Seit 1955 einsetzende und von D. B. Selow bis 1993 fortgeführte systematische größere Grabungen konnten weiteren Einblick in die Struktur der antiken Stadt erbringen. Das Hauptinteresse galt dabei im Wesentlichen der römischen Stadtgeschichte. Erst die Untersuchungen des DAI führte zu Erkenntnissen über die archaische Siedlung. Auch die Agora der hellenistischen Zeit wurde gefunden, dabei konnte der in der Art eines Propylons angelegte Torbau erschlossen werden, der zweihundert Jahre lang den Zugang zur Agora vom Hafen aus bildete. Auch die Umgestaltungen bis in römische Zeit konnten genauer untersucht werden. Die spätantike Bebauung entsprach einem durchdachten, städteplanerischen Schema.
Politik[Bearbeiten]
Bei der Präsidentschaftswahl in Russland 2012 stimmten 59,95 Prozent der Asower für Wladimir Putin, 22,2 Prozent für Gennadi Sjuganow, 6,45 Prozent für Michail Prochorow, 5,72 Prozent für Wladimir Schirinowski und 4,78 Prozent für Sergei Mironow. Die Wahlbeteiligung lag bei 94,6 Prozent.[2]
Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1885 | 16.600 |
| 1913 | 26.500 |
| 1939 | 24.999 |
| 1959 | 39.931 |
| 1970 | 59.302 |
| 1979 | 75.124 |
| 1989 | 80.297 |
| 2002 | 82.090 |
| 2010 | 82.937 |
Anmerkung: ab 1939 Volkszählungsdaten
Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]
- Irina Korschanenko (* 1974), Kugelstoßerin
- Juri Kowtun (* 1970), Fußballspieler
- Matwei Platow (1751–1818), General und Hetman des Heeres der Donkosaken
- Rudolf Samoilowitsch (1881–1939), Polarforscher und Geologe
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
- ↑ Offizielles Wahlergebnis. In: Zentrale Wahlkommission der Russischen Föderation. 5. März 2012, abgerufen am 13. Juni 2013 (russisch).
Weblinks[Bearbeiten]
- Stadt Asow (russisch)
- Eintrag auf mojgorod.ru (russisch)
- Projekt des Deutschen Archäologischen Institutes (Version vom 28. November 2007 im Internet Archive)
Verwaltungszentrum: Rostow am Don
Aksai | Asow | Bagajewskaja | Bataisk | Belaja Kalitwa | Donezk | Gukowo | Jegorlykskaja | Kamensk-Schachtinski | Konstantinowsk | Krasny Sulin | Millerowo | Morosowsk | Matwejew Kurgan | Nowoschachtinsk | Nowotscherkassk | Orlowski | Proletarsk | Salsk | Schachty | Semikarakorsk | Sernograd | Simowniki | Swerewo | Taganrog | Tschaltyr | Wolgodonsk | Zimljansk
Alupka | Aluschta | Amastris | Bosporo | Caffa | Cembalo | Cherson | Chios | Foggia | Jalta | Kilija | Korsika | Monaco | Lesbos | Licostomo | Matrida | Maurocastro | Rhodos | Safi | Salé | Samos | Sardinien | Simesso | Sinope | Smyrna | Sudak | Taman-Halbinsel | Tana | Thasos | Tmutarakan | Trebizon | Zypern (Protektorat)