Bahnhof Stuttgart-Vaihingen

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Stuttgart-Vaihingen
Bahnhof Stuttgart Vaihingen.JPG
Bahnhof Vaihingen
Daten
Kategorie 3
Betriebsart Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Abkürzung TSV
IBNR 8005776
Eröffnung 2. September 1879
Lage
Stadt Stuttgart
Land Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Koordinaten 48° 43′ 36″ N, 9° 6′ 47″ O48.7266666666679.1130555555556Koordinaten: 48° 43′ 36″ N, 9° 6′ 47″ O
Höhe (SO) 434 m ü. NN
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Baden-Württemberg
i7i12i13i15i15i16i17i20

Der Bahnhof Vaihingen liegt am Streckenkilometer 15,6 der Gäubahn und ist eine Station im Netz der S-Bahn Stuttgart, sowie ein Knotenpunkt im Öffentlichen Nahverkehr auf der Filderebene.

Geschichte[Bearbeiten]

Mit der Eröffnung der Gäubahn von Stuttgart nach Freudenstadt am 2. September 1879 fand auch die feierliche Einweihung des Bahnhofs in Vaihingen auf den Fildern statt. Dieser lag damals etwa 400 Meter südöstlich des Dorfs und bestand aus dem heute noch erhaltenen Empfangsgebäude und einer Güterabfertigungshalle.

1891 beschloss die Filderbahn-Gesellschaft die Errichtung einer Strecke von Möhringen zum Vaihinger Bahnhof, welche die königliche Regierung am 14. April 1896 genehmigte. Nach anderthalbjähriger Bauzeit erreichte am 23. Dezember 1897 der erste Zug Vaihingen. Die meterspurigen Schmalspurgleise lagen östlich der normalspurigen Staatsbahngleise. Im Bahnhof wurde 1898 eine Rollbockgrube errichtet, da über Vaihingen der ganze Güterverkehr der Filderbahn bis Degerloch, Hohenheim und Neuhausen auf den Fildern lief. 1902 ersetzte die Filderbahn-Gesellschaft die Schmalspurgleise durch Dreischienengleise für den Güterverkehr, elektrifizierte 1904 den Abschnitt Degerloch–Vaihingen und baute eine Verbindung vom Wallgraben zum Schillerplatz (Haltestelle Vaihingen Ort) mit Überführung über die Staatsbahn.

Am 22. November 1905 nahm die Staatsbahn zwischen dem Stuttgarter Westbahnhof und Böblingen ein zweites Streckengleis in Betrieb. Der Ausbau des Bahnhofs mit weiteren Gleisen erfolgte in den folgenden zwei Jahren. Um Verwechslungen mit der Station Vaihingen (Enz) Staatsbahnhof (bis 1906 Vaihingen-Sersheim) an der Westbahn zu vermeiden, änderte sich die offizielle Beschilderung in Vaihingen (Filder).

Kriegsbedingt stellte die Württembergische Nebenbahnen AG (Nachfolgerin der Filderbahn-Gesellschaft) am 15. April 1915 die Verbindung nach Vaihingen Ort ein. Sie wurde – inzwischen als Städtische Filderbahn – erst am 28. Oktober 1929 wieder reaktiviert, dabei wurde auch die Verbindung zur Stuttgarter Straßenbahn hergestellt.

Nach der Eingemeindung Vaihingens in die Stadt Stuttgart am 1. April 1942, änderte sich die Bahnhofsbezeichnung ein zweites Mal in Stuttgart-Vaihingen.

Am 15. Mai 1944 stellte die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) den Personenverkehr von Möhringen zum Vaihinger Bahnhof ein und die Straßenbahnen fuhren nur noch in die Ortsmitte.

Das Verbindungsgleis nach Möhringen diente aber weiterhin dem Güterverkehr, bis er 1981 beendet wurde. Es stand danach bis 2008 der SSB unter anderem zur Überführung der U-Bahn-Fahrzeuge zur Verfügung und endet seither an einem Prellbock (im Bereich Ruppmannstr./Kupferstraße). Mit der Errichtung einer Schleife, die über Herrenberger- und Emilienstraße führte, entstanden 1963 neue Haltestellen (heute ersetzt durch Jurastraße), eine in Bahnhofsnähe, am Ende der Vollmoellerstraße direkt beim („Staatsbahn-“/DB-)Bahnhof.

S-Bahn-Linie nach Vaihingen[Bearbeiten]

Im Zuge der S-Bahn-Erweiterung baute die Bundesbahn den Bahnhof in den Jahren 1980 bis 1985 komplett um. Sie verlegte die Güterabfertigung auf die östliche Seite und schloss den Bahnübergang der Mitterwurzerstraße. Die Bahnsteige wurden nach S-Bahn-Standard erhöht. Gleichzeitig entstand südlich des Bahnhofs eine Abstellanlage für die S-Bahnen. Auf dem Bahnhofsvorplatz weihte die Stuttgarter Straßenbahnen AG eine viergleisige Stadtbahnhaltestelle ein.

Mit der Inbetriebnahme der Verbindungsbahn am 29. September 1985 begann der S-Bahn-Betrieb, seitdem halten in Stuttgart-Vaihingen keine Regionalzüge mehr.

Im März 1982 begannen die Bauarbeiten für ein neues, 24 Millionen DM teures Zentralstellwerk in Vaihingen. Dessen erste Ausbaustufe wurde am 8. November 1984 in Betrieb genommen. Bis Juli 1985 folgten weitere Gleisanlagen. Dieses Stellwerk steuert unter anderem den Zugverkehr auf der Gäubahn bis Stuttgart-Rohr sowie auf der S-Bahn-Verbindungsbahn ab Stuttgart Schwabstraße.[1]

Im Zuge der Proteste gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 und aus Stadtteilinitiativen heraus sprechen sich aktuell (Stand 2012) einige Bürgergruppen dafür aus, wieder einen Regional-Express-Halt in Stuttgart-Vaihingen einzuführen.[2] Wenigstens vier Monate vor Inbetriebnahme des Stuttgart-21-Bahnknotens soll die Gäubahn im Innenstadtbereich stillgelegt werden, um den Bau neuer S-Bahn-Gleise im Bereich des Nordbahnhofs zu ermöglichen. In dieser Zeit sollen Regionalzüge am Bahnhof Vaihingen halten und enden, um dort einen Umstieg zur S-Bahn zu ermöglichen.[3]

Rechts das Reisezentrum, hinten der Colorado-Turm

Reisezentrum[Bearbeiten]

Am Bahnhof Vaihingen bietet die DB Beratung und Fahrkartenverkauf durch Personal. Dieses Reisezentrum befindet sich nicht im alten Bahnhofsgebäude, sondern in einem pavillonartigen Neubau Richtung Bushaltestellen.

Im direkten Umfeld des Bahnhofs befinden sich zwei der höchsten Hochhäuser in Stuttgart, der Colorado-Turm in Richtung Gewerbegebiet sowie das Pullmann-Hotel „Fontana“.

Bahnbetrieb[Bearbeiten]

Der Bahnhof verfügt über drei Bahnsteiggleise und wird durch die Stuttgarter S-Bahnlinien S1, S2 und S3 bedient. An Gleis 1 halten die S-Bahnen der Linie S1 Richtung Herrenberg. Am Gleis 2 verkehren die S-Bahnen Richtung Flughafen/Messe und am Gleis 3 alle drei Linien Richtung Stuttgart Hbf.

Die Regional- und Fernverkehrszüge Richtung Böblingen - Horb ( - Schweiz) passieren Gleis 1 ohne Halt; für die Gegenrichtung benutzen sie ein Gleis ohne Bahnsteig.

Der Bahnhof Vaihingen entspricht laut der Deutschen Bahn AG der Bahnhofskategorie 3.

S-Bahn[Bearbeiten]

Der Halt Stuttgart-Vaihingen liegt zwischen den Halten Stuttgart-Österfeld und Stuttgart-Rohr.

Linie Strecke
S 1 Kirchheim unter TeckWendlingenPlochingenEsslingenNeckarparkBad Cannstatt – Hauptbahnhof – SchwabstraßeVaihingen – Rohr – BöblingenHerrenberg
(Verstärkerzüge Montag-Samstags zwischen Esslingen und Schwabstraße; zur Hauptverkehrszeit zwischen Plochingen und Herrenberg.)
30-Minuten-Takt
15-Minuten-Takt in der HVZ
S 2 SchorndorfEndersbachFellbachWaiblingenNürnberger Straße – Bad Cannstatt – Hauptbahnhof – Stadtmitte – Schwabstraße – Vaihingen – Rohr – Flughafen/MesseFilderstadt
(Verstärkerzüge im Berufsverkehr zwischen Schorndorf und Vaihingen.)
30-Minuten-Takt
15-Minuten-Takt in der HVZ
S 3 BacknangWinnenden – Waiblingen – Bad Cannstatt – Hauptbahnhof – Vaihingen – Rohr – Flughafen/Messe
(Verstärkerzüge im Berufsverkehr zwischen Backnang und Vaihingen).
30-Minuten-Takt
15-Minuten-Takt in der HVZ
im (spät-)abendlichen Verkehr ist für viele Züge der S3 Vaihingen Endbahnhof

Stadtbahn[Bearbeiten]

An der Haltestelle Vaihingen Bahnhof enden und beginnen vier Stadtbahnlinien.

Linie Stadtbahnstrecke (Spurweite 1435 mm)
U1 Fellbach Lutherkirche – Bad CannstattCharlottenplatzHeslach – Vaihingen
U3 Plieningen – Möhringen – Vaihingen
U8 Vaihingen – Möhringen – Degerloch – Ruhbank/FernsehturmHeumaden – Ostfildern-Nellingen
Nur Montag bis Freitag von 6:30 Uhr bis 19:30 Uhr im 20-Minuten-Takt.
U12 (Vaihingen –) Möhringen – Degerloch – Hauptbahnhof – Nordbahnhof – Hallschlag
Nur Montag bis Freitag in den Spitzenzeiten (HVZ), sonst ab Möhringen

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Andreas M. Räntzsch: Stuttgart und seine Eisenbahnen. Die Entwicklung des Eisenbahnwesens im Raum Stuttgart. Uwe Siedentop, Heidenheim 1987, ISBN 3-925887-03-2.
  • Hans-Wolfgang Scharf, Burkhard Wollny: Die Gäubahn von Stuttgart nach Singen. EK-Verlag, Freiburg im Breisgau 1992, ISBN 3-88255-701-X.
  • G. Bauer, U. Theurer, C. Jeanmaire: Straßenbahnen um Stuttgart. Verlag Eisenbahn Villigen (Schweiz) 1984, ISBN 3-85649-047-7.
  • Christine Bührlen-Grabinger, Dagmar Kraus, Martin Zurowski: Vaihingen / Rohr / Büsnau und Dürrlewang. Aus der Geschichte eines Stadtbezirks. Verlag Karl Scharr und WEGRAhistorik-Verlag, Stuttgart 1993, ISBN 3-929315-01-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bundesbahndirektion Stuttgart (Hrsg.): Der Tunnel, Stuttgart 1985, ISBN 3-925565-01-9, S. 218.
  2. Stefanie Käfferlein: Kampf für Regionalbahn-Halt. In: Stuttgarter Zeitung (Onlineausgabe), 3. April 2012.
  3. Konstantin Schwarz: Bahn braucht zeitweise Halt in Vaihingen. In: Stuttgarter Nachrichten, Nr. 155, 7. Juli 2012, S. 22 (ähnliche Fassung online).