Bergweiler

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Dieser Artikel beschreibt die Ortsgemeinde Bergweiler in Rheinland-Pfalz. Für den Ortsteil der Gemeinde Tholey im Saarland siehe Bergweiler (Saarland)


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Bergweiler
Bergweiler
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Bergweiler hervorgehoben
49.9666666666676.8252777777778310Koordinaten: 49° 58′ N, 6° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-Wittlich
Verbandsgemeinde: Wittlich-Land
Höhe: 310 m ü. NHN
Fläche: 13,25 km²
Einwohner: 832 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54518
Vorwahl: 06571
Kfz-Kennzeichen: WIL, BKS
Gemeindeschlüssel: 07 2 31 007
Adresse der Verbandsverwaltung: Kurfürstenstraße 1
54516 Wittlich
Webpräsenz: www.og-bergweiler.de
Ortsbürgermeister: Johann Horst Weber
Lage der Ortsgemeinde Bergweiler im Landkreis Bernkastel-Wittlich
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Über dieses Bild
Fintenkapelle

Bergweiler ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Wittlich-Land an.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt etwa fünf Kilometer westlich der Kreisstadt Wittlich in der südlichen Eifel auf etwa 300 m ü. NN und gewährt einen erhöhten Einblick in die Wittlicher Senke.

Früher wurde der Ort zur genaueren Lokalisierung auch „Bergweiler über Wittlich“ genannt, was sowohl die Nähe zur Kreisstadt als auch die geografische Lage erklärte.

Flächennutzung[Bearbeiten]

Die Gemarkungsfläche beträgt 13,25 km², davon sind 5,71 km² landwirtschaftlich genutzt, 6,33 km² sind Waldfläche.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbarorte sind Wittlich, Bruch, Dreis und Hupperath.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Nähe Bergweilers wurden Spuren steinzeitlicher Besiedlung – Steingeräte – gefunden, die auf etwa 3000 v. Chr. datiert werden. Es existieren auch Hinweise auf römische Ansiedlungen nahe dem Ort.

Die erste urkundliche Erwähnung als Wilre (Weiler) geht auf das Jahr 981 zurück. Danach änderte sich der Name des Ortes mehrmals, was größtenteils sprachlich Anpassungen darstellte. So hieß der Ort 1056 Villaris, 1171 Reinboldvillari, 1184 Villare, 1190 Vilare, 1219 Wilare, 1243 Remboldswilre, im 14. Jahrhundert Wilre supra montem, 1417 Wiler, 1428 Wilre, 1487 Wyler, 1569 Bergwiler und 1656 dann schließlich Bergweiler. In einem bischöflichen Visitationsprotokoll wird Bergweiler 1669 mit diesem Namen erwähnt.

In diesem Protokoll wird auch das erste Mal ein kleines Gotteshaus erwähnt, welches unter dem heutigen Namen Fintenkapelle bekannt ist. Bereits im 13. Jahrhundert wird Bergweiler als Pfarrort bezeichnet. 1669 und 1833 wurde die Kirche an gleicher Stelle im damaligen Zentrum Bergweilers (Unterdorf) neu gebaut. 1957 wurde die katholische Kirche St. Johannes (Evangelist) - größtenteils durch Eigenleistung der Einwohner - renoviert und teilweise umgebaut. An die Kirche mit einem Kirchvorplatz schließt sich ein Friedhof an. Im angegliederten Pfarrheim befindet sich das Eifel-Heimat-Museum des Ortes.

Die aus dem 17. Jahrhundert stammende und als örtliche Wallfahrtskirche aufgesuchte Fintenkapelle außerhalb des Ortes wurde 1959 ebenfalls renoviert. Die kleine Feldkapelle ist als Wallfahrtskapelle für kranke Kinder bekannt. Früher wurde das Gewicht des kranken Kindes in einer Krippe in Getreide abgemessen, um als Spende für die Kapelle verwendet zu werden. Zahlreiche Votivtafeln im Inneren der Fintenkapelle zeugen noch heute von der Funktion der Kapelle als Bittort. Architektonisch interessant ist die zur Frontseite gewendete kleine Kanzel. Früher war es notwendig, dass der Geistliche, da die Kapelle zu klein war, von dieser Außenkanzel zu den auf dem freien Feld vor der Kapelle versammelten Gläubigen predigte. Erstmals erwähnt wurde die Fintenkapelle 1656, ein Neubau fand im Jahr 1717 statt. 2004 wurde die Kapelle nochmals durch freiwillige Helfer des Ortes aufwändig renoviert und erstrahlt seitdem in neuem Glanz. Die Fintenkapelle ist das Wahrzeichen des Ortes.

Vor der Französischen Revolution waren die Herren von Warsberg die Inhaber der Grundherrschaft in der reichsritterschaftlichen Herrschaft Bergweiler. Ein langjähriger Prozess um die Reichsunmittelbarkeit vor dem Reichskammergericht wurde 1794 durch die französische Besetzung des Gebietes obsolet. 1815 wurde Bergweiler Teil des Königreichs Preußen. Seit 1946 ist er Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Der Ort wird auch heute noch sowohl von den Einheimischen, wie auch in Landkarten in zwei Ortsteile geteilt. Das alte Zentrum mit der Kirche wird als Bergweiler bzw. Unterdorf bezeichnet, der neuere Teil, der einige Meter höher als der alte Teil liegt, Oberbergweiler oder Oberdorf. Entsprechende Bebauung durch den Bevölkerungszuwachs führt mittlerweile dazu, dass der Ort immer weiter zusammenwächst.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Bergweiler besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden. Die zwölf Sitze im Gemeinderat verteilen sich auf zwei Wählergruppen.[2]

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Schild geteilt, oben in Schwarz ein goldbekrönter und goldbewehrter silberner wachsender Löwe, unten Silber-Rot geschacht“.

Wappenerläuterung: Für ein in der Geschichte begründetes Wappen für Bergweiler muss man auf die territorialen Gegebenheiten vor 1789 zurückgreifen. Grundherr von Bergweiler war der Freiherr von Warsberg. Er übte seine Befugnisse innerhalb der dem Grafen von Sponheim übertragenen reichsunmittelbaren Herrschaft Bergweiler aus. Daher muss das Bergweilerer Wappen sowohl die Herrschaft des Sponheimer Grafen, als auch die Grundherrlichkeit der Freiherren von Warsberg zum Ausdruck bringen. Das geschieht durch ein geteiltes Wappen, dessen untere Hälfte das weiß-rot geschachtete Sponheimer Wappen und dessen obere Hälfte im schwarzen Feld den goldbekrönten wachsenden silbernen Warsberger Löwen zeigt.

Durch Genehmigung von 1967 erhielt die Gemeinde Bergweiler das Recht, dieses Wappen zu führen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Im Eifel-Heimat-Museum (Kirchstraße 3) werden landwirtschaftliche Geräte und Werkzeuge des 19. Jahrhunderts gezeigt. Im Mittelpunkt des Museums steht ein Ölgemälde, das eine der vielen Legenden zur Geschichte der Wittlicher Säubrennerkirmes darstellt. Das vermutlich größte Ölgemälde in Rheinland-Pfalz wurde von Otto Frankfurter gemalt.
  • Der Werthelstein (auch Wedelstein oder Würstelstein, mundartlich Werdelsteen) ist ein pfeilerartiger, isolierter Felsblock von etwa zwei auf drei Meter Querschnitt mit relativ glatten Flächen. Er steht an der Banngrenze, wo sie den alten Weg von Bergweiler nach Dreis überquert. Der Sage nach ist er ein Opferstein. Seit 1940 ist es ein Naturdenkmal.
  • Fintenkapelle: Kleine Wallfahrtskirche aus dem 17. Jahrhundert außerhalb des Ortes.

Siehe auch:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bergweiler – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen