Landkreis Bernkastel-Wittlich

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Bernkastel-Wittlich Deutschlandkarte, Position des Landkreises Bernkastel-Wittlich hervorgehoben49.926.97Koordinaten: 49° 55′ N, 6° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Wittlich
Fläche: 1.168 km²
Einwohner: 110.833 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: WIL, BKS
Kreisschlüssel: 07 2 31
Kreisgliederung: 107 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Kurfürstenstraße 16
54516 Wittlich
Webpräsenz: www.bernkastel-wittlich.de
Landrat: Gregor Eibes (CDU)
Lage des Landkreises Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz
Niederlande Belgien Frankreich Luxemburg Baden-Württemberg Hessen Nordrhein-Westfalen Saarland Frankenthal (Pfalz) Kaiserslautern Koblenz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Ludwigshafen am Rhein Mainz Pirmasens Speyer Trier Worms Zweibrücken Landkreis Ahrweiler Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Birkenfeld Landkreis Cochem-Zell Donnersbergkreis Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Germersheim Landkreis Kaiserslautern Landkreis Kusel Landkreis Mainz-Bingen Landkreis Mayen-Koblenz Neustadt an der Weinstraße Landkreis Neuwied Rhein-Hunsrück-Kreis Rhein-Lahn-Kreis Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Südliche Weinstraße Landkreis Südwestpfalz Landkreis Trier-Saarburg Landkreis Vulkaneifel WesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Bernkastel-Wittlich ist flächenmäßig der zweitgrößte Landkreis (nach dem Eifelkreis Bitburg-Prüm) in Rheinland-Pfalz.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Landkreis liegt zu beiden Seiten der Mosel, welche von Südwesten nach Nordosten den Kreis durchfließt. Im Norden steigt die Landschaft zur Eifel hin an, im Süden zum Hunsrück. Im äußersten Süden des Kreises liegt der höchste Berg des Hunsrücks, der Erbeskopf (816 m), gleichzeitig höchster Berg von Rheinland-Pfalz.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Vulkaneifel, Cochem-Zell, Rhein-Hunsrück-Kreis, Birkenfeld, Trier-Saarburg und Eifelkreis Bitburg-Prüm.

Geschichte[Bearbeiten]

Das heutige Kreisgebiet von Bernkastel-Wittlich war vor Ende des 18. Jahrhunderts in viele Territorien zersplittert. In den von der Französischen Revolution ausgelösten Kriegen kam das Gebiet unter französische Herrschaft. 1815 kam es unter preußische Verwaltung und 1816 entstanden die beiden Kreise Bernkastel und Wittlich, die 1946 Teil des Landes Rheinland-Pfalz wurden. Der Landkreis Wittlich und viele Gemeinden des Landkreises Bernkastel wurden bei der Kreisreform am 7. Juni 1969 zum heutigen Landkreis vereinigt, wobei auch noch einige Gemeinden des aufgelösten Landkreises Zell (Mosel) einbezogen wurden, das Gebiet um Rhaunen kam zum Landkreis Birkenfeld. Am 7. November 1970 wurden drei Gemeinden des Rhein-Hunsrück-Kreises sowie vier Gemeinden des Landkreises Trier-Saarburg ein- und fünf Gemeinden (mit Spangdahlem) in den Landkreis Bitburg-Prüm ausgegliedert.[2]

Der Landkreis gehört seit 1994 zur Initiative Region Trier (IRT), in der regionale öffentliche Institutionen, Verwaltungen, Hochschulen, Unternehmen, Banken und engagierte Einzelpersonen mit dem Ziel, die Zukunft der Region als wirtschaftlich attraktiven, kulturell bedeutsamen und ökologisch intakten Raum mit hohem Lebens- und Freizeitwert zu sichern, partnerschaftlich zusammenarbeiten.

Am 25. Mai 2009 erhielt der Landkreis den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Politik[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2014[3]
Wahlbeteiligung 58,7 %
gewichtetes Ergebnis aufgrund personalisierter Verhältniswahl
 %
50
40
30
20
10
0
22,9 %
46,1 %
8,2 %
6,7 %
3,2 %
2,1 %
10,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+0,7 %p
+1,3 %p
+0,6 %p
-5,3 %p
± 0,0 %p
+2,1 %p
+2,8 %p
Sitzverteilung im Kreistag
1
10
3
1
5
3
19
10 19 
Von 42 Sitzen entfallen auf:

Kreistag[Bearbeiten]

Der Kreistag des Landkreises Bernkastel-Wittlich besteht aus 42 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählten Kreistagsmitgliedern und dem Landrat als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Kreistag:[3]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP LINKE ÖDP FWG VBB Gesamt
2014 10 19 3 3 1 1 5 42 Sitze
2009 9 19 3 5 1 4 1 42 Sitze
2004 9 22 3 3 3 2 42 Sitze
1999 12 22 2 2 4 42 Sitze
  • FWG = FWG Kreisverband Bernkastel-Wittlich e.V.
  • VBB = Vereinigung Bürger für Bürger e.V.

Aufgrund der Besonderheiten des rheinland-pfälzischen Wahlsystems bei den Kommunalwahlen (personalisierte Verhältniswahl) sind die in der Grafik dargestellten prozentualen Stimmanteile als „gewichtete Ergebnisse“ ausgewiesen, welche das Wahlverhalten nur rechnerisch wiedergeben können.[4]

Landräte[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung:

Unter silbernem Schildhaupt mit durchgehendem roten Kreuz eine eingebogene, aufsteigende, von rot und Silber geschachtete Spitze; rechts in Gold ein roter Krebs, links in Rot zwei aufrechte silberne Schlüssel, deren Schließblätter halb aufeinander gelegt sind (Wappen-Genehmigung 21. Dezember 1971)

Bedeutung:

Das Kreuz steht für das Erzbistum Trier, das den überwiegenden Teil des Kreisgebiets beherrschte. Die beiden Schlüssel sind dem Wappen der Stadt Wittlich entnommen. Der Krebs steht für Kardinal Nikolaus von Kues, eigentlicher Name Cryfftz (=Krebs) und der rot-silberne Schach für die Grafschaft Sponheim, zu der u.a. die Stadt Traben-Trarbach gehörte.

Verkehr[Bearbeiten]

Die von der Preußischen Staatsbahn 1879 eröffnete Hauptbahn Koblenz–Trier folgt im Kreisgebiet nicht den Schleifen des Tales, sondern führt in einigem Abstand ziemlich geradlinig dahin. Nur die 1883 gebaute Stichbahn (Bullay–) Pünderich–Traben–Trarbach liegt am Moselufer.

Im selben Jahr erhielt die damalige Kreisstadt Bernkastel-Kues bei der Station Wengerohr – heute Wittlich Hbf – einen Anschluss von der Hauptstrecke her. 1885 folgte eine Zweigbahn nach der Stadt Wittlich, die 1909/1910 bis zur Nachbarkreisstadt Daun verlängert wurde. Auf der Hunsrückhöhe verkehrte seit 1902 eine Nebenbahn von Simmern bis Morbach und 1903 weiter bis Hermeskeil.

Die zahlreichen Städte und Dörfer an der Mosel wurden erst durch die Moselbahn AG in den Jahren 1903-05 an eine den Windungen des Tales folgende Kleinbahn angeschlossen, die von Trier bis Bullay reichte. Eine von der Allgemeinen Deutschen Kleinbahn-Gesellschaft im Jahr 1900 vor allem für den Güterverkehr geschaffene Schmalspurbahn verband Binsfeld mit der Strecke Köln – Trier in der Station Philippsheim.

Das umfangreiche Schienennetz von 175 km Länge wurde in den Jahren 1950 bis 1988 um 134 km reduziert:

  • 1950: Philippsheim–Binsfeld 7 km (Spur: 750 mm)
  • 1961: Traben-Trarbach Ost–Reil Ost–Bullay Süd 12 km
  • 1962: Niederemmel-Piesport–Traben-Trarbach Ost 38 km
  • 1966: Neumagen-Dhron–Niederemmel-Piesport 4 km
  • 1968: Trier–Trittenheim–Neumagen-Dhron 5 km
  • 1976: Simmern–Morbach–Dhronecken–Hermeskeil 32 km
  • 1981: Wittlich–Manderscheid-Pantenburg–Daun 23 km
  • 1985: Wittlich Hbf–Bernkastel-Kues 15 km
  • 1988: Wittlich Hbf–Wittlich 4 km

Es umfasst jetzt nur noch die Hauptstrecke mit einer Nebenbahn (Bullay–Traben-Trarbach), insgesamt also 41 km.

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 1 (Trier–Koblenz) und 60 (Lüttich–Kreuz Wittlich), deren Fortsetzung als B 50 neu über den Hunsrück in Richtung Rhein-Main-Gebiet geplant ist. Ferner durchziehen die Bundesstraßen 50, 53 und 327 (Hunsrückhöhenstraße) den Landkreis.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2012[5])

Verbandsfreie Gemeinden/Städte:

Verbandsangehörige Gemeinden, gegliedert nach Verbandsgemeinden:

Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Birkenfeld Landkreis Cochem-Zell Landkreis Vulkaneifel Trier Landkreis Trier-Saarburg Rhein-Hunsrück-Kreis Bernkastel-Kues Brauneberg Burgen (Hunsrück) Erden Gornhausen Graach an der Mosel Hochscheid Kesten Kleinich Kommen Lieser (Gemeinde) Lösnich Longkamp Maring-Noviand Minheim Monzelfeld Mülheim an der Mosel Neumagen-Dhron Piesport Ürzig Veldenz Wintrich Zeltingen-Rachtig Bausendorf Bengel (Mosel) Diefenbach (bei Wittlich) Flußbach Hontheim Kinderbeuern Kinheim Kröv Reil Willwerscheid Bettenfeld Dierfeld Eckfeld Eisenschmitt Gipperath Greimerath (Eifel) Großlittgen Hasborn (Eifel) Karl (Eifel) Laufeld Manderscheid Meerfeld Musweiler Niederöfflingen Niederscheidweiler Oberöfflingen Oberscheidweiler Pantenburg Schladt Schwarzenborn (Eifel) Wallscheid Berglicht Breit Büdlich Burtscheid (Hunsrück) Deuselbach Dhronecken Etgert Gielert Gräfendhron Heidenburg Hilscheid Horath Immert Lückenburg Malborn Merschbach Neunkirchen (Hunsrück) Rorodt Schönberg (bei Thalfang) Talling Thalfang Burg (Mosel) Enkirch Irmenach Lötzbeuren Starkenburg (Mosel) Traben-Trarbach Altrich Arenrath Bergweiler Binsfeld Bruch (Eifel) Dierscheid Dodenburg Dreis Esch (bei Wittlich) Gladbach (Eifel) Heckenmünster Heidweiler Hetzerath (Eifel) Hupperath Klausen (Eifel) Landscheid Minderlittgen Niersbach Osann-Monzel Platten (bei Wittlich) Plein Rivenich Salmtal Sehlem (Eifel) Morbach WittlichVerbandsgemeinden in WIL.svg
Über dieses Bild
(Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung *)
  1. Bernkastel-Kues, Stadt * (6840)
  2. Brauneberg (1202)
  3. Burgen (583)
  4. Erden (384)
  5. Gornhausen (219)
  6. Graach an der Mosel (669)
  7. Hochscheid (256)
  8. Kesten (353)
  9. Kleinich (690)
  10. Kommen (304)
  11. Lieser (1237)
  12. Longkamp (1167)
  13. Lösnich (423)
  14. Maring-Noviand (1503)
  15. Minheim (461)
  16. Monzelfeld (1187)
  17. Mülheim an der Mosel (1030)
  18. Neumagen-Dhron (2251)
  19. Piesport (1958)
  20. Ürzig (897)
  21. Veldenz (948)
  22. Wintrich (950)
  23. Zeltingen-Rachtig (2226)
  1. Berglicht (459)
  2. Breit (266)
  3. Büdlich (201)
  4. Burtscheid (108)
  5. Deuselbach (264)
  6. Dhronecken (122)
  7. Etgert (60)
  8. Gielert (173)
  9. Gräfendhron (116)
  10. Heidenburg (727)
  11. Hilscheid (260)
  1. Horath (458)
  2. Immert (158)
  3. Lückenburg (98)
  4. Malborn (1310)
  5. Merschbach (59)
  6. Neunkirchen (150)
  7. Rorodt (50)
  8. Schönberg (228)
  9. Talling (219)
  10. Thalfang * (1807)
  1. Bausendorf (1273)
  2. Bengel (815)
  3. Burg (Mosel) (403)
  4. Diefenbach (74)
  5. Enkirch (1545)
  6. Flußbach (462)
  7. Hontheim (839)
  8. Irmenach (693)
  9. Kinderbeuern (1058)
  10. Kinheim (796)
  11. Kröv (2279)
  12. Lötzbeuren (468)
  13. Reil (1033)
  14. Starkenburg (240)
  15. Traben-Trarbach, Stadt * (5740)
  16. Willwerscheid (64)
  1. Altrich (1605)
  2. Arenrath (337)
  3. Bergweiler (856)
  4. Bettenfeld (682)
  5. Binsfeld (1095)
  6. Bruch (449)
  7. Dierfeld (12)
  8. Dierscheid (183)
  1. Dodenburg (103)
  2. Dreis (1340)
  3. Eckfeld (362)
  4. Eisenschmitt (327)
  5. Esch (398)
  6. Gipperath (256)
  7. Gladbach (339)
  8. Greimerath (247)
  9. Großlittgen (953)
  10. Hasborn (571)
  11. Heckenmünster (143)
  12. Heidweiler (172)
  13. Hetzerath (2185)
  14. Hupperath (567)
  15. Karl (189)
  16. Klausen (1333)
  17. Landscheid (1936)
  18. Laufeld (521)
  19. Manderscheid, Stadt (1330)
  20. Meerfeld (346)
  21. Minderlittgen (677)
  22. Musweiler (57)
  23. Niederöfflingen (443)
  24. Niederscheidweiler (241)
  25. Niersbach (687)
  26. Oberöfflingen (265)
  27. Oberscheidweiler (177)
  28. Osann-Monzel (1640)
  29. Pantenburg (235)
  30. Platten (879)
  31. Plein (627)
  32. Rivenich (721)
  33. Salmtal (2342)
  34. Schladt (117)
  35. Schwarzenborn (58)
  36. Sehlem (886)
  37. Wallscheid (345)

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 7. Juni 1969 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Wittlich gültige Unterscheidungszeichen WIL zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Seit dem 26. November 2012 ist auch das Unterscheidungszeichen BKS (Bernkastel-Kues) erhältlich.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Bernkastel-Wittlich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 159f (PDF)
  3. a b Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Kreistagswahlen
  4. Erläuterung des Landeswahlleiters zum „Gewichteten Ergebnis“
  5. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)