Creglingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Creglingen
Creglingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Creglingen hervorgehoben
49.46666666666710.033333333333278Koordinaten: 49° 28′ N, 10° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Main-Tauber-Kreis
Höhe: 278 m ü. NN
Fläche: 117,22 km²
Einwohner:

4626 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97993
Vorwahlen: 07932, 07933, 07939, 09335
Kfz-Kennzeichen: TBB
Gemeindeschlüssel: 08 1 28 020
Adresse der
Stadtverwaltung:
Torstraße 2
97993 Creglingen
Webpräsenz: www.creglingen.de
Bürgermeister: Uwe Hehn
Lage der Stadt Creglingen im Main-Tauber-Kreis
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Über dieses Bild

Creglingen (früher auch Kreglingen[2]) ist eine Stadt im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Geografische Lage [Bearbeiten]

Creglingen liegt in Tauberfranken, im äußersten Nordosten Baden-Württembergs an der Tauber, flussabwärts etwa 15 km im Südosten von Rothenburg ob der Tauber und flussaufwärts etwa 19 km im Westen von Bad Mergentheim (jeweils Luftlinie). Der namengebende Hauptort liegt im Mündungstrichter des dort von links und Süden zufließenden Herrgottsbachs.

Stadtgliederung [Bearbeiten]

Zu Creglingen gehören seit der Gemeindereform 1972 die ehemals selbstständigen Gemeinden Archshofen, Blumweiler, Craintal, Creglingen, Finsterlohr, Frauental, Freudenbach, Münster, Niederrimbach, Oberrimbach, Reinsbronn, Schmerbach und Waldmannshofen. Zur ehemaligen Gemeinde Archshofen gehören das Dorf Archshofen und das Gehöft Holdermühle. Zur ehemaligen Gemeinde Blumweiler gehören die Weiler Blumweiler, Reutsachsen, Schwarzenbronn, Seldeneck, Weiler und Wolfsbuch sowie die abgegangenen Ortschaften Heroldeshalden und Heymot. Zur ehemaligen Gemeinde Craintal gehört das Dorf Craintal. Zur Stadt Creglingen in den Grenzen von 1971 gehören die Stadt Creglingen und die Häuser Herrgottskirche und Kohlesmühle sowie die abgegangene Ortschaft Lemmerheim. Zur ehemaligen Gemeinde Finsterlohr gehören das Dorf Finsterlohr und die Weiler Burgstall und Schonach. Zur ehemaligen Gemeinde Frauental gehören das Dorf Frauental, die Weiler Lohrhof und Weidenhof und die Höfe Fuchshof und Seewiesenhof sowie die abgegangenen Ortschaften Enkersberg und Alterhof. Zur ehemaligen Gemeinde Freudenbach gehören das Dorf Freudenbach und die Weiler Erdbach und Schön. Zur ehemaligen Gemeinde Münster gehören das Dorf Münster sowie die abgegangenen Ortschaften Hellenmühle, Hohenweiler und Wieset. Zur ehemaligen Gemeinde Niederrimbach gehören das Dorf Niederrimbach und der Weiler Standorf. Zur ehemaligen Gemeinde Oberrimbach gehören das Dorf Oberrimbach, der Weiler Lichtel und das Gehöft Landturm. Zur ehemaligen Gemeinde Reinsbronn gehören das Dorf Reinsbronn, die Weiler Niedersteinach und Schirmbach, das Gehöft Brauneck und das Haus Altmühle. Zur ehemaligen Gemeinde Schmerbach gehört das Dorf Schmerbach. Zur ehemaligen Gemeinde Waldmannshofen gehören das Dorf Waldmannshofen und der Weiler Sechselbach.[3]

Geschichte [Bearbeiten]

Während der vorrömischen Eisenzeit, in der jüngeren La-Tène-Zeit, lag beim heutigen Teilort Finsterlohr auf einem von zwei kleinen linken Taleinschnitten zur Tauber eingefassten, breiten Sporn der Hochebene das Oppidum Finsterlohr. Archäologische Untersuchungen haben bisher nur in sehr beschränkten Umfang stattgefunden, zeigen aber eine Befestigungsanlage mit Pfostenschlitzmauer.

Darstellung aus der Topographia Franconiae des Matthäus Merian
Carl Grossberg: Creglingen, 1926

Erstmals schriftlich erwähnt wird Creglingen 1045 in einer Urkunde des Bischofs von Bamberg. Im Jahr 1088 gelangte der Ort an das Kloster Comburg. Im 13. Jahrhundert ging das Dorf in den Besitz des Grafengeschlechts der Hohenlohe über, das unter anderem die Burg Brauneck bewohnte. Im Jahr 1349 erhielt Gottfried von Hohenlohe-Brauneck für Creglingen das Stadtrecht.

Einer Sage nach fand am 10. August 1384 ein Bauer beim Pflügen am rechten Hang des Hergottstalbachs südlich von Creglingen eine unversehrte Hostie. Über dem Fundort errichtete man 1389 die Herrgottskirche, die Konrad IV. von Hohenlohe-Brauneck stiftete. In ihr steht der Marienaltar Tilman Riemenschneiders, den er um das Jahr 1505 schuf.

Nach dem Aussterben der Linie Hohenlohe-Brauneck 1390 machte Creglingen eine wechselhafte Geschichte durch – es gehörte zeitweise dem Haus Weinsberg, dem thüringischen Grafen von Schwarzburg, dann dem Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, wurde 1791 preußisch, 1806 bayerisch und 1810 schließlich württembergisch. Dort gehörte Creglingen zum Oberamt Mergentheim.

1934 wurde aus dem Oberamt der Kreis, 1938 der Landkreis Mergentheim. Mit dessen Auflösung kam Creglingen zum 1. Januar 1973 zum neuen Tauberkreis, dem heutigen Main-Tauber-Kreis. Zuvor, am 1. Februar 1972, hatte sich Creglingen mit zwölf weiteren Gemeinden (Archshofen, Blumweiler, Craintal, Finsterlohr, Frauental, Freudenbach, Münster, Niederrimbach, Oberrimbach, Reinsbronn, Schmerbach und Waldmannshofen) zur neuen Stadt Creglingen vereinigt.

Teilorte [Bearbeiten]

Archshofen [Bearbeiten]

Hauptartikel: Archshofen (Creglingen)

Das Dorf Archshofen liegt etwa 4 km aufwärts vom Stadtzentrum im Taubertal. Es wurde 807 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1341 gab es im Ort eine eigene Kirchengemeinde und 1695 siedelten sich die ersten Juden im Dorf an.

Blumweiler [Bearbeiten]

Der Weiler Blumweiler liegt fast 9 km südöstlich des Stadtzentrums auf der Hochebene links der Tauber. 1341 wurde erstmals eine Burg im Teilort Seldeneck, etwa 4 km östlich des namengebenden Weilers am linken Taubertalrand, urkundlich erwähnt. Der ebenfalls zugehörige Weiler Wolfsbuch dazwischen erhielt seinen Namen, weil die Bewohner früher die Aufgabe hatten, die Wölfe in der Rothenburger Landwehr zu fangen.

Finsterlohr [Bearbeiten]

Das Dorf Finsterlohr liegt etwa 6 km südöstlich des Stadtzentrums am oberen Ende einer kurzen linken Klinge zur Tauber. Der Ort wurde 1224 erstmals in einer Urkunde des Hochstifts Würzburg urkundlich erwähnt. Bei der Säkularisierung wurde er zunächst bayerisch, kam dann aber bereits 1810 an Württemberg.

Frauental [Bearbeiten]

Hauptartikel: Frauental (Creglingen)

Das Kloster Frauental liegt etwa 6 km nordöstlich des Stadtzentrums im Tal des rechten Tauberzuflusses Steinach und wurde 1232 als Zisterzienserinnenkloster erbaut. Im Bauernkrieg wurde es 1525 zerstört und schließlich als Kloster aufgegeben, im Jahr 1548 von der Markgrafschaft Ansbach übernommen. Mit der Zeit entwickelte sich um das ehemalige Kloster ein kleines Dorf, das 1791 selbständig wurde.

Freudenbach [Bearbeiten]

Das Dorf Freudenbach liegt etwa fünf Kilometer östlich des Hauptorts nahe an der Grenze nach Bayern auf dem etwa fünf Kilometer breiten flachen Höhenrücken zwischen den Tälern von Tauber im Süden und deren rechtem Zufluss Steinach im Norden. Durchs Dorf, das im Westen und Osten mehr oder weniger nah von größeren Waldflächen eingerahmt ist, fließt der Freudenbach zur Steinach.

Wie Archshofen wurde auch Freudenbach 807 erstmals urkundlich erwähnt. Die Ortsherrschaft lag lange bei Hohenlohe-Brauneck und ging 1448 an die Markgrafschaft Ansbach über. Im Zuge der Mediatisierung kam der Ort zunächst 1806 an Bayern, wurde aber 1810 dem Königreich Württemberg zugeteilt. Vorkommen von Lettenkohlensandstein, der im Tagebau gebrochen wird. Historisch bedeutsam war der Export von Schleifsteinen. Dieses Material fand u. a. Verwendung beim Bau des Ansbacher Schlosses und in zahlreichen anderen Gebäuden der Region. Beim zugehörigen Weiler Erdbach liegt ein überwachsener aufgelassener Steinbruch.

Münster [Bearbeiten]

Münster liegt im mittleren Bereich des Herrgottsbacheinschnitts. Das Dorf wurde 1232 erstmals urkundlich erwähnt, weil die Herren von Hohenlohe-Brauneck aus den Gewinnen, die das Dorf abwarf, das Kloster Frauental errichteten.

Niederrimbach [Bearbeiten]

1045 wurde Niederrimbach erstmals urkundlich erwähnt. Es liegt etwa 2,5 km westlich des Hauptorts am Rindbach (!), der wie der Herrgottsbach vorwiegend nördlich zur Tauber zieht.

Oberrimbach [Bearbeiten]

Das Dorf Oberrimbach liegt in der südlichen Stadtgemarkung in noch recht flacher Talmulde am linken Quellbach Rimbach (!) des Herrgottsbachs in fast 7 km Entfernung vom Stadtzentrum. Südlich des Ortes ziehen sich längs eines niedrigen Waldrückens zwischen zwei Tälchen mehrere Reihen von Süd nach Nord ziehender Einbruchdolinen in der Löss- und Unterkeuperauflage des auf der Stadtgemarkung stark verkarsteten Oberen Muschelkalks.[4]

1324 wurde Oberrimbach erstmals urkundlich erwähnt. Eine Burg im Teilort Lichtel wurde 1408 abgebrochen, als die Gemeinde zu Rothenburg kam. Stattdessen wurde ein Landturm an der Rothenburger Landhege angelegt. An einem Weg Richtung Blumweiler liegt ein altertümlicher Taufstein. Einen halben Kilometer davon entfernt wurde nach dem Jahre 2000 ein sogenannter Friedwald eingerichtet, in dem man sich nach Einäscherung bestatten lassen kann.

Reinsbronn [Bearbeiten]

Burg Brauneck

Das Dorf Reinsbronn liegt etwa 3 km nördlich der Stadtmitte zwischen Taubertal und zulaufendem Steinachtal an einem kurzen Zulauf zu dem letzten.

1267 wurde der Ort erstmals in einer Urkunde des Deutschen Ordens erwähnt. An der Stelle des heutigen Schlosses stand ein Festes Haus, welches den Herren von Reinsbronn gehörte, die unter der Lehensherrschaft des Hauses Hohenlohe-Brauneck standen. Mitte des 15. Jahrhundert gelangt das Haus Brandenburg-Ansbach in den Besitz der Herrschaft und belehnt die Familie Geyer von Giebelstadt mit Reinsbronn. Im Jahre 1587 erwirbt Philipp Geyer von Giebelstadt den Besitz um 23.000 Gulden, auf ihn gehen die heutigen Reste des ehemaligen Wasserschlosses zurück. Er ist ein Neffe des bekannten Florian Geyer und führte hier um 1587 die Reformation ein. Nach dem Aussterben der Geyer von Giebelstadt fällt 1708 die Herrschaft an Preußen bzw. Ansbach zurück. 1923 stürzen der marode Nord- und ein Teil des Westflügels ein und werden nicht mehr aufgebaut. Nur noch die erhaltenen restlichen Teile zeugen bis heute von dem einst prächtigen Schloss Reinsbronn.

Die zum Weiler Niedersteinach auf der Ortsteilgemarkung im Tal der Steinach gehörende Burg Brauneck auf einem nahen rechten Mündungssporn des kleinen Flusses stammt aus dem 11. Jahrhundert und wurde im Bauernkrieg von 1525 schwer beschädigt. Sie war Sitz der Herren von Hohenlohe-Brauneck und steht heute unter Denkmalschutz.

Schmerbach [Bearbeiten]

Schmerbach liegt am beginnenden Einschnitt des gleichnamigen rechten Herrgottsbach-Oberlaufs in 7 km Entfernung vom Stadtzentrum und wurde 1182 als Lehen des Grafen Albertus de Hohenloch (lies: Hohenlohe) erstmals urkundlich erwähnt.

Wappen der Familie Truchseß von Baldersheim

Waldmannshofen [Bearbeiten]

Hauptartikel: Waldmannshofen (Creglingen)

In einer Urkunde des Fürstbistums Würzburg wird das im Nordzipfel der Stadtgemarkung liegende Waldmannshofen 807 erstmals urkundlich erwähnt. Dorf und Burg Waldmannshofen kamen später an die Familie der Truchseß von Baldersheim, die es 1474 den Rittern von Rosenberg veräußerten. 1632 ging es dann an die Grafen von Hatzfeldt, von denen es an das Königreich Württemberg überging.

Religionen [Bearbeiten]

Seit Einführung der Reformation ist Creglingen vorwiegend evangelisch geprägt. Bis zur Zeit des Nationalsozialismus gab es aber auch eine große jüdische Gemeinde. Eine römisch-katholische Gemeinde bildete sich erst wieder nach dem Zweiten Weltkrieg, als katholische Heimatvertriebene nach Creglingen kamen. Heute gibt es auch eine landeskirchliche Gemeinschaft des Verbandes "Die Apis. Evangelischer Gemeinschaftsverband Württemberg e. V." (vormals "Altpietistischer Gemeinschaftsverband e. V.") und eine neuapostolische Gemeinde in der Stadt.

Von Anfang des 17. Jahrhunderts bis 1939 gab es in Creglingen eine jüdische Gemeinde, deren Mitglieder auf dem Jüdischen Friedhof Creglingen bestattet wurden. Am 25. März 1933 wurden 16 jüdische Mitbürger, darunter amtierende bzw. ehemalige Gemeinderäte, schwer misshandelt und gedemütigt. Zwei Männer – Hermann Stern und Arnold Rosenfeld – starben an den Folgen der Misshandlungen. Dieses Creglinger Pogrom unter der Führung von Fritz Klein ist nach heutigem Wissensstand der reichsweit erste systematische Gewaltexzess gegen Juden mit Todesfolge. An die Synagoge der Gemeinde, die sich im Haus Neuen Straße 28 aus dem Jahr 1800 befand und beim Creglinger Pogrom geschändet wurde, erinnert heute eine Gedenktafel am Gebäude.[5] Über die Deutung und Einordnung der Ereignisse von 1933 entstand freilich eine Art Historikerstreit.[6]

Politik [Bearbeiten]

Gemeinderat [Bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl 2009 führte zu folgendem Ergebnis:

  1. Wählergemeinschaft Creglinger Bürger (WCB): 37,22 % (+ 18,02) – 7 Sitze (+ 3)
  2. CDU: 33,5 % (− 0,1) – 6 Sitze (− 1)
  3. SPD: 31,2 % (+ 3,0) – 6 Sitze (=)

Bürgermeister [Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird in Baden-Württemberg für eine Amtszeit von acht Jahren direkt gewählt.

  • 1964–1988: Helmut Bauer
  • 1988–1998: Werner Fifka
  • 1998–2010: Hartmut Holzwarth (CDU)
  • Seit 2010: Uwe Hehn

Wappen [Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: In Silber zwei rot bewehrte und rot bezungte, hersehende schwarze Löwen (Leoparden) übereinander.

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Creglingen sowie die Ortsteile Reinsbronn und Archshofen sind württembergische Weinorte an der Tauber.

Verkehr [Bearbeiten]

Ab 1909 war Creglingen durch eine Nebenstrecke der württembergischen Bahn, später der Deutschen Reichsbahn und danach der Deutschen Bundesbahn an das Schienennetz angebunden. Über diese Nebenstrecke bestand auch eine Verbindung zur Gaubahn von Röttingen nach Ochsenfurt, die bei Bieberehren abzweigte und bis Röttingen mit der württembergischen Nebenstrecke identisch war. Der Personenverkehr wurde bereits 1967, der Güterverkehr in den 1980er Jahren eingestellt. Danach wurden die Gleise abgebaut und die Trasse des Taubertalradwegs in diesem Bereich auf den Bahndamm gelegt. Heute erinnert nur noch der frühere Bahndamm an die Zeit mit Eisenbahnanschluss, da der Creglinger Bahnhof einem Marktneubau weichen musste.

Medien [Bearbeiten]

Programm Frequenz ERP
SWR1 Baden-Württemberg 89,1 MHz 0,01 kW
SWR2 92,5 MHz 0,01 kW
SWR3 97,2 MHz 0,01 kW
SWR4 Franken-Radio 94,9 MHz 0,01 kW

Rundfunk [Bearbeiten]

Gegenüber der Stadtmitte steht der Sender Creglingen über dem rechten Taubertalhang, ein Füllsender, der Stadt und nahe Umgebung mit den Rundfunkprogrammen des Südwestrundfunks versorgt.[7]

Bildung [Bearbeiten]

In Creglingen gibt es eine Realschule und eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Das Gymnasium kann in Weikersheim besucht werden. Außerdem gibt es zwei städtische und einen evangelischen Kindergarten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Creglingen liegt an der Romantischen Straße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt. Der Kulturlandschaftspfad Creglingen führt über 2,4 km durch die Creglinger Landschaft.

Museen [Bearbeiten]

Wehr in Creglingen, im Hintergrund der Faulturm
  • Jüdisches Museum Creglingen
    Am 8. November 2004 wurde das Jüdische Museum Creglingen mit der ständigen Ausstellung Wurzeln und Wege eröffnet. Die Ausstellung zeigt die regionalen Wurzeln und Besonderheiten jüdischen Lebens in Creglingen und in der Teilgemeinde Archshofen. Sie skizziert Wege und Schicksale, die die tauberfränkischen Juden aus der Heimat in die Fremde führten und bringt die gemeinsame Vergangenheit von Juden und Nichtjuden wieder in Erinnerung. Zu finden ist das Museum in der Badgasse 3.
  • Lindleinturm-Museum
    Der Lindleinturm gehörte als Wehr- und Wachturm zur spätmittelalterlichen Befestigungsanlage der Stadt Creglingen. 1795 ließ der damalige Eigentümer einen Fachwerkaufbau auf den Steinsockel setzen, um den Turm bewohnbar zu machen. Margarete Böttiger, Dienstmagd in Creglingen und Umgebung, erwarb 1927 den Turm mit zwei beheizbaren Zimmern, Küche und Abort und lebte darin bis 1993. Bereits 1979 wurde die Stadt Eigentümerin des Turms. Seit 1999 ist der original eingerichtete Turm für die Öffentlichkeit zugänglich und bietet Einblick in die Lebensweise seiner letzten Bewohnerin. Zu finden ist das Museum im Stadtgraben 12.
  • Feuerwehrmuseum im Schloss von Waldmannshofen.
  • Fingerhutmuseum an der Herrgottskirche/Kohlesmühle
  • Museum Vom Kloster zum Dorf in Frauental (Geschichte von Ort und Kloster)

Bauwerke [Bearbeiten]

Marienaltar
Alte Apotheke am Marktplatz
  • Marienaltar von Tilman Riemenschneider in der Herrgottskirche etwa 1 km südlich der Stadt. Dieses wahrscheinlich 1505–1508[8] geschaffene Retabel ist eines der wichtigsten Werke mittelalterlicher Holzbildhauerkunst. Im Jahr 2005 wurde sein 500-jähriges Bestehen gefeiert.
  • Die evangelische Stadtkirche Creglingen ist im Ursprung eine spätromanische Basilika (Chorraum von 1180), die mehrmals umgebaut sowie barockisiert wurde. Der Kirchturm dominiert das heutige Stadtbild. Sehenswert im Inneren sind Grabmäler, ein spätgotisches Sakramentshäuschen sowie die mit Intarsienbildern verzierte Kanzel aus dem 16. Jahrhundert.
  • ältestes ländliches Bauernhaus von 1352
  • Alte Apotheke am Marktplatz
  • ehemaliges Zisterzienserinnenkloster Frauental
  • Lichteler Landturm beim Ortsteil Lichtel
  • St. Johanneskirche aus dem 12. Jahrhundert in Niederrimbach
  • Ulrichskapelle in Niederrimbach-Standorf
  • Zwischen Finsterlohr und dem Taubertal liegt das keltische Oppidum Finsterlohr

Kulturzentrum Romschlössle [Bearbeiten]

Kulturzentrum „Romschlössle“

Am südlichen Stadtrand Creglingens steht das ehemalige Haus Weinsberg, jetzt Romschlössle genannt. Das Gebäude wurde 1992 bis 1994 von Grund auf renoviert. Es beherbergt heute unter anderem eine öffentliche Bücherei, die städtische Musikschule und eine Töpferei. Darüber hinaus finden hier regelmäßig Konzerte und Kunstausstellungen statt.

Parks [Bearbeiten]

Das Erholungsgebiet Münsterseen stellt mit seinem Badesee, dem großen Liegebereich, einem vielseitigen Wasserspielplatz und insgesamt 900 m Barfußpfad ein vorbildliches Naherholungsangebot dar. Es ist nahe dem Ortsteil Münster hinter dem Campingplatz gelegen.

Zwischen Finsterlohr, Schonach und Schmerbach liegt der Karrodsee. Neben der Bademöglichkeit existieren auch zwei Grillplätze. Jedes Jahr Ende Juli findet ein Karrodsee-Fischerfest der Interessengemeinschaft Karrodsee statt.

Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]

Der zweite Mittwoch im Februar ist in Creglingen seit über 80 Jahren ein Festtag. Der Creglinger Pferdemarkt bietet allen Pferdefreunden aus dem Taubertal und den bayerischen Nachbargemeinden eine Mischung aus alter Pferdemarkttradition und regem Markttreiben. Neben der Pferdeprämiierung und dem Krämermarkt ist der Höhepunkt an diesem Tag der traditionelle Festumzug mit anschließendem Platzkonzert.

Darüber hinaus finden alljährlich die bereits traditionellen Oster-, Pfingst- und Weihnachtsmärkte statt.

Am vierten Juni-Wochenende findet jährlich in und um den Romschlösslegarten das Rosenblüten- und Lichterfest mit Markt rund um Rosen und Garten und einer Rosenkönigin statt. Besonderheiten sind kulinarische Köstlichkeiten rund um die Rose. Das abendliche Lichterfest ist mit einem historischen Rahmenprogramm verbunden.[9]

Vereine [Bearbeiten]

Creglingen ist geprägt durch ein reges Vereinsleben. Hierzu gehören neun Sportvereine, 15 Gesangvereine, 8 Posaunenchöre bzw. Musikkapellen, elf Landfrauenvereine und 14 Jugendclubs.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Ehrenbürger [Bearbeiten]

  • Ernst Stuhlinger (* 19. Dezember 1913 in Niederrimbach; † 25. Mai 2008 in Huntsville, Alabama), Physiker und Raketenpionier, 1962 zum Ehrenbürger Niederrimbachs ernannt[10]

Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]

  • Alexander Macco (1767–1849), Porträt- und Historienmaler
  • Gustav Vorherr (1778–1847), Architekt und Volkswirt, Königlich Bayerischer Baurat, prägte u. a. nachhaltig die Dorfverschönerung und Landesentwicklung in Bayern
  • Georg Bernhard Schifterling (1815–1880), Tagelöhnersohn, evangelischer Pfarrer, anschließend Autor und Herausgeber erster sozialrevolutionärer Schriften in Ulm, 1848/49 Revolutionsführer in Baden und Württemberg, anschließend verurteilt und Flucht in die Schweiz, später in die USA, Teilnahme an den Sezessionskriegen auf der Seite der Unionisten
  • Georg Pflüger (1835–1896), Reichstagsabgeordneter
  • Johann Wendelin Braunwald (1838–1889), Architekt
  • Wilhelm Michler (1846–1899), Chemiker
  • Hermann Stern (1866–1933), Holocaustopfer
  • Manfred Zuleeg (* 1935), Rechtswissenschaftler
  • Manfred Hollenbach (* 1946), Politiker (CDU), Landtagsabgeordneter
  • Helmut Böttiger (* 1956), Schriftsteller, Literaturkritiker und Essayist
  • Dieter Ohr (* 1960), Politik- und Sozialwissenschaftler

Literatur [Bearbeiten]

  • Beschreibung des Oberamts Mergentheim, Magstadt: Bissinger, 1968 (Nachdr. [d. Ausg.] Stuttgart, Kohlhammer, 1880) online
  • Horst F. Rupp und Hartwig Behr: Vom Leben und Sterben. Juden in Creglingen. 2. Auflage. Königshausen und Neumann, Würzburg 2001, ISBN 3-8260-2226-2.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
  2. 1278 als „Kreglingen“
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 305–315.
  4. Geotopsteckbrief des Dolinenfeldes (PDF).
  5. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 31.
  6. Nachrichten aus einer viel gelästerten Zeit. Wie das baden-württembergische Städtchen Creglingen in einen Historikerstreit geriet. Rezension von Ulrich Rüdenauer (Oktober 2000) auf literaturkritik.de
  7. UKW-Sender und Frequenzen Baden-Württemberg beim Südwestrundfunk
  8. Iris Kalden-Rosenfeld: Der Creglinger Altar von Tilman Riemenschneider. Fotos von Georg Schaffert u. a. Langewiesche Nachf. Köster, Königstein im Taunus 2009, ISBN 978-3-7845-0382-0 (Langewiesche Bücherei).
  9. www.rosenblueten-lichterfest-creglingen.de (Aufgerufen am 4. Dezember 2011).
  10. Niederrimbachs Ehrenbürger Prof. Dr. Ernst Stuhlinger feiert seinen 90. Geburtstag auf main-tauber-kreis.de (3. Dezember 2003).

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Creglingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien