Tauber

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Tauber (Begriffsklärung) aufgeführt.
Tauber
Karte des Tauberverlaufs

Karte des Tauberverlaufs

Daten
Gewässerkennzahl DE: 246
Lage Baden-Württemberg, Bayern, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Main → Rhein → Nordsee
Quelle bei Weikersholz
49° 15′ 0″ N, 10° 6′ 53″ O49.2510.114861111111447
Quellhöhe ca. 447 m ü. NN[1]
Mündung in Wertheim in den Main49.7633888888899.5137222222222133.54Koordinaten: 49° 45′ 48″ N, 9° 30′ 49″ O
49° 45′ 48″ N, 9° 30′ 49″ O49.7633888888899.5137222222222133.54
Mündungshöhe 133,5 m ü. NN[2]
Höhenunterschied ca. 313,46 m
Länge 129,1 km[3] ab Klingenbrunnen
Einzugsgebiet 1809,29 km²[4]
AbflussVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen MQ
0,63 m³/s am Pegel Bockenfeld
2,64 m³/s Archshofen
6,94 m³/s Bad Mergentheim
9,90 m³/s Tauberbischofsheimdep1
Mittelstädte Bad Mergentheim, Wertheim
Kleinstädte Rothenburg ob der Tauber, Creglingen, Röttingen, Weikersheim, Lauda-Königshofen, Tauberbischofsheim
Die Tauber bei Waldenhausen (Wertheim)

Die Tauber bei Waldenhausen (Wertheim)

Die Tauber ist ein Fluss in Süddeutschland dies- und jenseits der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern. Sie entspringt am Westfuß der Frankenhöhe, fließt in nordwestlicher Richtung etwa 130 km durch die Region Franken und mündet in Wertheim von links und Südosten in den Main.

Name[Bearbeiten]

In den ersten urkundlichen Erwähnungen wird die Tauber als tubri(gowe) (= Tauber(gau)) und dubra(goe) bezeichnet.[5] Der Name wird auf das keltische Wort dubr (bzw. Pl.: dubra) für Wasser zurückgeführt.[6] Andere Ableitungen erklären ihn durch Dubron (keltisch) mit der Bedeutung schnell dahineilendes Wasser. Das keltische Wort dubr geht jedenfalls auf die indogermanische Sprachwurzel dhav (= waschen, strömen) zurück,[5] weshalb man auch davon ausgehen kann, dass fließendes Wasser gemeint ist. Im heutigen Walisisch (Kymrisch) steht dwfr einfach für das Wort Wasser, was in Cornwall dem Wort dour (= dowr) entspricht.[7] Mehrere Ortsnamen wie Dover in Großbritannien gelten als anglisierte Formen davon. In Großbritannien findet sich auch die Ortsbezeichnung Doverdale[8][9] (ein Parish nahe Droitwich, ein Ort in Worcestershire), die dem Wort Taubertal nicht nur klanglich und äußerlich ähnelt, sondern wahrscheinlich eine analoge Wortherkunft besitzt (Dover und Tauber beide aus kelt. Dubr-, Dale und Tal beide später hinzugefügter germanischer erläuternder Wortteil).[8] Manche führen Tauber auch auf das keltische Wort dubo (= schwarz) zurück, was jedoch als sprachwissenschaftlich und sachlich unbegründet anzusehen ist.[10]

Geographie[Bearbeiten]

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Die Tallinie der Tauber zeichnet einen früheren Nebenfluss der Urdonau nach, der entgegen der heutigen Fließrichtung nach Südosten floss. Zu ihm gehörten auch Teile des heutigen Mainvierecks. Vor dem Pleistozän war das Taubertal breiter und flacher. Das heutige enge Tal bildete sich erst während der Kaltzeiten in Verbindung mit weiträumigen tektonischen Hebungen. Vermutlich war das Taubertal auch in die Talverschüttungsphasen des Mains einbezogen. Auch jüngste Formungsprozesse im Taubertal sind ablesbar. Beispielsweise liegt die Grünsfeldhausener St. Achatius-Kapelle heute mehr als drei Meter unter dem Niveau der Talaue, was auf die Ablagerung von Auenlehm zurückzuführen ist, die im Verlauf mehrerer Jahrhunderte die Talsohle um mindestens neun Meter erhöhte.[11]

Quelle[Bearbeiten]

Die Quelle bei Weikersholz, Rot am See

Während der 1970er-Jahre erreichte eine Meinungsverschiedenheit zwischen Wettringen in Bayern und Weikersholz bei Rot am See in Baden-Württemberg über die Frage, wo der Ursprung der Tauber tatsächlich liege, ihren Höhepunkt. Da der mit einem Stein kenntlich gemachte Klingenbrunnen bei Weikersholz die oberste Quelle ist, die ständig schüttet, wird dieser Brunnen seit 1976 als Ursprung der Tauber angesehen. Ab hier, etwa einen halben Kilometer östlich von Weikersholz, hat der Fluss eine Länge von etwa 129,1 km[3], ein Graben-Oberlauf, der ihre Länge dann auf 131,6 km[12] bringt, entsteht am Nordostrand des Waldes Espan etwa einen halben Kilometer nordwestlich auf rund 467 m ü. NN.

Weiterer Verlauf[Bearbeiten]

Die Tauber beim Kloster Bronnbach, sehr geringe Wasserführung im Oktober 2009
An der unteren Tauber
Die Mündung der Tauber (rechts) in den Main in Wertheim

Weniger als einen Kilometer unterhalb ihrer Quelle wechselt die Tauber ins bayerische Mittelfranken über und fließt dann in nordnordöstlicher Richtung durch Wettringen und Diebach nach Gebsattel, mit einem kurzen Abschnitt in Baden-Württemberg an der Thomasmühle (Gemeinde Rot am See). Ab Gebsattel richtet sie ihren Lauf nach Nordnordwesten. Nach dem Zufluss der Schandtauber beginnt sie, ihr Tal tief in die Schichten des Muschelkalks einzugraben, anfangs in engen Schlingen. In einer dieser Schlingen zieht sie an Rothenburg ob der Tauber vorbei, das zu ihrer Rechten 50 Meter über dem Talboden liegt. Unterhalb von Tauberzell wechselt sie an der Holdermühle nach Baden-Württemberg und fließt an Archshofen und Craintal vorbei, dann durch die Stadt Creglingen. Noch einmal durchquert sie um Bieberehren, Röttingen und Tauberrettersheim in einem nach Norden gerichteten Bogen bayerischen Boden (Unterfranken), bevor sie endgültig nach Baden-Württemberg übertritt.

Unterhalb Weikersheims fließt sie dabei zunächst auf einem kurzen Stück in Richtung Westen, kehrt sich aber schon beim etwa 10 km (Luftlinie) entfernten Bad Mergentheim nach Nordwesten und behält diesen Kurs forthin bei. Ihr Tal weitet sich auf seinen nächsten über 20 km mehr und mehr; zwischen Tauberbischofsheim und Werbach erreicht der Talgrund dabei seine maximale Breite von etwa anderthalb Kilometern. Gleich unterhalb von Werbach verengt es sich wieder auf mancherorts fast nur ein Zehntel dieses Werts, der Fluss schafft sich hier wiederum ein tiefes Mäandertal, diesmal im Buntsandstein. Dieser windungsreiche und besiedlungsarme Abschnitt zieht sich über 23 Flusskilometer lang hin (Luftlinie nur etwas über 12 km), an seinem Ende erreicht die Tauber schließlich Wertheim und mündet dort von links in den Main.

Von der Klingenbrunnen-Quelle bis zur Mündung hat der Fluss eine Länge von 131 Kilometern.

Einzugsgebiet und Nebenflüsse[Bearbeiten]

Typisch für weite Teile des Taubertals und seiner Nebentäler: die Steinriegellandschaft (hier bei Bieberehren)

Das Einzugsgebiet der Tauber umfasst ungefähr 1.800 Quadratkilometer, von denen 660 in Bayern liegen. Wichtigste Nebenflüsse sind die Gollach bei Bieberehren, die Vorbach bei Weikersheim, die Umpfer bei Königshofen sowie der Grünbach bei Gerlachsheim. Weitere Zuflüsse mit Längen zwischen 10 und 20 km sind Herrgottsbach (in Creglingen), Steinach (bei Bieberehren), Nassauer Bach (bei Schäftersheim), Aschbach (bei Elpersheim/Markelsheim), Wachbach (in Bad Mergentheim), Balbach (bei Unterbalbach), Brehmbach (in Tauberbischofsheim) und Welzbach (bei Werbach).

Diagramm mit den Zuflüssen der Tauber (Länge größer 10 km)

Flusssystem Tauber[Bearbeiten]

siehe Liste der Fließgewässer im Flusssystem Tauber

Umwelt[Bearbeiten]

Gewässergüte[Bearbeiten]

Die Tauber war mit Stand von 2004 auf ihrem ganzen hierfür erfassten Lauf in Baden-Württemberg, nämlich von etwa Tauberscheckenbach bis kurz nach Creglingen und dann wieder ab Schäftersheim bis ganz zur Mündung, mäßig belastet (Güteklasse II).[13]

Flora[Bearbeiten]

Das mittlere und weite Teile des unteren Taubertal beherbergen eine Flora, die an sommertrockene Verhältnisse angepasst ist. Hier treffen wärmeliebende Pflanzen aufeinander, deren ursprüngliche Heimat zum einen die osteuropäischen Steppenheiden und zum anderen die mediterranen Trockenrasen sind. Da hier der Weinbau in nicht allzu großem Umfang betrieben wird, sind einige dieser Pflanzen an verschiedenen Standorten noch in ausreichender Zahl anzutreffen. Charakteristisch für viele Trockenrasen ist der Blutrote Storchschnabel (Geranium sanguineum), er kann große Flächen überziehen. Die Gewöhnliche Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris) hat mehrere Vorkommen, die aber oft nur aus wenigen Pflanzen bestehen. Die Osterluzei (Aristolochia clematitis) ist regelmäßig anzutreffen. Das Apenninen-Sonnenröschen (Helianthemum apenninum) wurde bereits mehrfach nachgewiesen, es ist aus dem unteren Maintal eingewandert. Der Diptam (Dictamnus albus) wächst vornehmlich an Waldsäumen zahlreich. Das Federgras (Stipa pennata) und der Feld-Mannstreu (Eryngium campestre) besitzen nur wenige Standorte mit größeren Beständen. Bisher wurden nur sehr wenige Exemplare des Affen-Knabenkrauts (Orchis simia) gefunden. Möglicherweise wurde es angesalbt. Das Helm-Knabenkraut (Orchis militaris) ist wesentlich häufiger. Ebenfalls sehr selten ist das Brandknabenkraut (Orchis ustulata),[14] erst 2005 wurde es wieder nachgewiesen. Hoch über dem Taubertal bei Werbach befindet sich eines der wenigen Vorkommen des Lothringer Leins (Linum leonii) in Deutschland. Der Schmalblättrige Lein (Linum tenuifolium) ist etwas öfter anzutreffen. Im Taubertal gibt es mittlerweile mehr als 30 Naturschutzgebiete, weshalb bedrohte Pflanzenarten hier ein geschütztes Terrain finden.

Fauna[Bearbeiten]

Die im Taubertal häufig vorkommenden Steinriegel- und Magerrasenlandschaften beherbergen nicht nur eine an Trockenheit angepasste Flora, sondern auch eine Vielzahl an Wärme liebenden Tieren. So kann an sehr warmen Junitagen in der Gegend um Lauda-Königshofen der Schmetterlingshaft beobachtet werden. Zauneidechse, Rot-[15] und Blauflügelige Ödlandschrecken[16] tanken auf den sich bei sonnigem Wetter schnell aufheizenden Steinriegeln Energie, während der Schwalbenschwanz mit Vorliebe die Blüten auf den umliegenden Trockenrasen besucht.

Für die in der Tauber vorkommenden Fischarten wurden an 25 der 28 Wehre die bestehenden Aufstiegshindernisse beseitigt. Das Reicholzheimer Wehr und das Wehr an der Eulschirbenmühle bei Gamburg wurden mit einem sogenannten Umgehungsgerinne ausgestattet. Im Verlauf der Tauber zwischen Bronnbach und Reicholzheim wurden Seitengewässer als Ausgleichsmaßnahme geschaffen, die mittlerweile Biotope unter anderem für Gelbrandkäfer, Schilfrohrsänger und seit 2006 für den Biber darstellen.[11]

Weiterhin kommen im Taubertal in Baden-Württemberg noch die Groppe und in Bayern zusätzlich der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, der Hirschkäfer, die Mopsfledermaus und das Große Mausohr vor.[17]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Blick vom „Tauberblick“ bei Werbach ins Taubertal

Das Taubertal ist bekannt für seinen Weinbau. Es werden die Sorten Müller-Thurgau, Silvaner, Kerner, Dornfelder, Acolon, Schwarzriesling und die Spezialität Tauberschwarz angebaut, seit etwa 2000 auch die Rebsorte Zweigelt. Die Tauber fließt durch drei Anbaugebiete, durch den badischen Bereich Tauberfranken zwischen Wertheim und Lauda-Königshofen, den württembergischen in der Mitte (Markelsheim, Weikersheim und Schäftersheim) und bayerisch-fränkischen im Oberlauf bei Tauberrettersheim, Röttingen und von Tauberzell bis Rothenburg ob der Tauber. Daneben spielt der Fremdenverkehr eine bedeutende Rolle.[18] Besonders bekannt ist der Radweg „Liebliches Taubertal“ von Rothenburg ob der Tauber bis Wertheim am Main, sehenswert ist – neben den Städten – außerdem Kloster Bronnbach im unteren Taubertal mit sehr vielen terrassierten Uferhängen.

In den größeren Städten haben sich auch größere Industriebetriebe entwickelt, vorherrschend sind die holzverarbeitende (etwa Weinig und Vereinigte Spezialmöbelfabriken in Tauberbischofsheim, Ruppel GmbH in Lauda, Bembé Parkett GmbH & Co. KG in Bad Mergentheim) und die Glasindustrie (v. a. in Wertheim) sowie der (Fein-)Maschinenbau (etwa TREPEL Airport Equipment GmbH, die LAUDA Messgeräte oder die Richard Kablitz & Mitthof GmbH).

Verkehr[Bearbeiten]

Versuche zur Schiffbarmachung[Bearbeiten]

Skizze vom "neuen Wasser-Bau" für die Stadtmühle in Wertheim aus dem Jahr 1663

Bereits im Jahr 1244 wurde versucht, die Tauber schiffbar zu machen. Die treibenden Kräfte hierbei waren die Grafen Poppo und Rudolf von Wertheim, die dem Kloster Bronnbach in Aussicht stellten, die Tauber von der Abtei bis zur Mündung für Lastkähne befahrbar zu machen und hierfür auch einen Leinpfad anzulegen. Da jedoch für die Wertheimer Mühlen teure Schleusen erforderlich gewesen wären, scheiterte der Versuch. Im 16. Jahrhundert wurden erneut ähnliche Planungen aufgenommen; diesmal sollte die Tauber ab Tauberbischofsheim schiffbar gemacht werden, sodass Waren aus den Handelsstädten Rothenburg und Nürnberg ab dort auf dem Flussweg zum Main gelangen konnten. Besonders Wertheim wären daraus Vorteile erwachsen, da es abseits der Handelswege lag; jedoch wurden auch diese Pläne nicht umgesetzt. Ein weiteres Mal wurden Planungen nach dem Dreißigjährigen Krieg aufgenommen; diesmal sollte die schiffbare Strecke von Weikersheim bis Wertheim reichen. Die fünf Landesherrschaften, die Anlieger an dieser Strecke waren - die Grafschaft Wertheim, Kurmainz, der Hochstift Würzburg, der Deutsche Orden und die Grafschaft Hohenlohe - verhandelten ab 1661 miteinander. Verhandlungspunkte waren unter anderem die Kosten und deren Aufteilung, die Zölle und die Bedienung der Schleusen. Bei den Verhandlungen war auch ein Sachverständiger aus Holland anwesend, der bereits dem Herzog von Württemberg beim Ausbau des Neckars seine Dienste geleistet hatte. Nach seinen Berechnungen sollten die Gesamtkosten 8.000 Reichstaler betragen, mit denen auch die 34 erforderlichen Schleusen finanziert werden sollten. Da jede Herrschaft die erforderlichen Arbeiten auf ihrem Gebiet selbst erledigen und durchführen sollte, wurde mit Kosten von etwa 1.500 Reichstalern für jede Herrschaft kalkuliert. Im November 1662 verschafften sich Abgeordnete aller fünf Anrainer bei einem Ritt tauberaufwärts ab Wertheim einen Überblick, wobei die Wertheimer Mühlen bereits als Problemfälle erkannt wurden. In der Folgezeit wurde zwar an der Uferseite, an der der Leinpfad entstehen sollte, der Bewuchs entfernt; jedoch stellte sich heraus, dass die Kostenschätzung zu optimistisch war. Der Graf von Hohenlohe hoffte beispielsweise, dass eine Kostensteigerung von 50 % auf 12.000 Reichstaler ausreichend sein sollte. Der Deutsche Orden befürwortete das Projekt weiterhin, jedoch führten weitere Gründe dazu, dass das Projekt dann nicht weiter verfolgt wurde: Die Wertheimer Grafen fürchteten um ihre Mühlen und Kurmainz rechnete nicht damit, dass Tauberbischofsheim und Lauda nennenswert vom Ausbau profitieren würden. Ein letzter Versuch wurde 1702 unternommen; auch dieser wurde nicht umgesetzt. [19]

Bahnverkehr[Bearbeiten]

Mit dem Bahnhof in Lauda befindet sich im mittleren Teil des Taubertals ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt. Hier kreuzt sich die in Nord-Südrichtung verlaufende zweigleisige und elektrifizierte Hauptstrecke von Würzburg nach Heilbronn (und weiter nach Stuttgart oder nach Heidelberg) mit der von Nordwest nach Südost verlaufenden eingleisigen und nichtelektrifizierten Taubertalbahn zwischen Wertheim und Weikersheim (früher auch bis nach Creglingen), die dem Verlauf der Tauber folgt.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Ebenfalls der Tauber folgt im mittleren Bereich des Taubertals die B 290 zwischen Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim. Im übrigen Verlauf des Tals wird das Tal durch Landesstraßen erschlossen. Teile davon sind Bestandteil der touristisch bedeutenden Romantische Straße, die in Rothenburg ob der Tauber über eine Tauberbrücke von 1330 führt.

Bei Tauberbischofsheim überquert die Bundesautobahn 81 das Taubertal und gewährt Anschluss an die B 290. Die Taubertalbrücke genannte Balkenbrücke in Hohlkastenform wurde 1968 erbaut. Sie hat eine maximale Pfeilerhöhe von 13 m bei Standardspannweiten von 55 m.

Wasserkraftnutzung[Bearbeiten]

Zu Beginn der Elektrifizierung wurden entlang der Tauber mehrere Gleichstrom-Elektrizitätswerke zur örtlichen Stromversorgung der anliegenden Städte mittels Wasserkraft betrieben. Das erste Elektrizitätswerk im Taubertal war die sogen. Taubermühle in Lauda, die 1889 den Betrieb aufnahm. Weitere Elektrizitätswerke bestanden etwa in Bad Mergentheim (ab 1909), Bronnbach, Rothenburg, Röttingen und Tauberbischofsheim. Zwischen 1920 und 1950 wurden diese Kleinkraftwerke überwiegend zugunsten von meist größeren und weiter entfernt stehenden Wechselstromkraftwerken aufgegeben. Heute sind jedoch noch oder wieder mehrere Kleinanlagen in Betrieb, die ihren Strom durch Wasserkraft aus der Tauber erzeugen:

  • Elektrizitätswerk & Kraftwerk Rothenburg ob der Tauber, betrieben von den Städtischen Werken Rothenburg.
  • Elektrizitätswerk Müller in Tauberrettersheim.
  • Mühle & Elektrizitätswerk Karl Kuhn, das seit 1898 den Ort Markelsheim mit Strom versorgt.
  • Wasserkraftanlage an der Tauber für die Stadtwerke Wertheim, ein neues Kraftwerk, das seit 1992 von Elektrizitätswerk Linner in Engelsberg betrieben wird.
  • Königshofen, Wasserkraftwerk Helena Eckert aus Königshofen
  • Dittigheim, Wasserkraftwerk Walter & Marita Eckert aus Tauberbischofsheim
  • In Hochhausen bei Tauberbischofsheim ist außerdem heute noch eine von zwei 65 kW-Turbinen einer ehemaligen Mühle betriebsbereit, die noch zur Stromversorgung des ehemaligen Mühlengebäudes (heute Wohnhaus) dient.
  • Bronnbach, Wasserkraftwerk Richard Kail aus Rittersdorf

Siedlungs- und Territorialgeschichte[Bearbeiten]

Siehe Tauberfranken.

Die Tauber als Namensgeberin[Bearbeiten]

Der Name Tauber tritt in den Namen mehrerer am Fluss gelegener Orte auf. Am prominentesten unter diesen ist der weltbekannte Touristenort Rothenburg ob der Tauber, der den Namen des Flusses weithin bekannt gemacht hat. Weitere Orte, die den Fluss in ihrem Namen tragen, sind Tauberscheckenbach, Tauberzell, Tauberrettersheim und das durch den Olympiastützpunkt Fechten bundesweit bekannte Tauberbischofsheim. Die Bahnlinie in ihrem Grund heißt Taubertalbahn.

Ebenfalls nach dem Fluss benannt ist der baden-württembergische Main-Tauber-Kreis. Die Region entlang der Tauber wird häufig auch Tauberfranken genannt, die Landschaft südlich des Flusses zwischen Bad Mergentheim und Creglingen heißt Taubergrund.

Die Tauber-Franken-Halle in Königshofen ist seit 1967 die größte Veranstaltungshalle im Taubertal und wird für Industriemessen, Sportwettkämpfe (z. B. Handball), Musikveranstaltungen (Dancefloor und Konzerte), Festivals, Volks- und Sportfeste für die ganze Region genutzt. Jedes Jahr im September findet rund um die Halle die zehntägige Königshöfer Messe statt, das größte tauberfränkische Volksfest. Die Tauberfranken-Kaserne in Lauda war ein 20 Hektar großer Standort der Luftwaffe der Bundeswehr und wurde 2004 im Zuge der bundesweiten Truppenverringerung und Reduzierung an Bundeswehrstandorten geschlossen. Das Areal wird derzeit in ein höherwertiges Gewerbegebiet umgewandelt, wozu die Gemeinde 2006 eine Entwicklungsgesellschaft mit dem Namen i_PARK TAUBERFRANKEN GmbH gegründet hat.

Die Touristikgemeinschaft Liebliches Taubertal vermarktet als touristische Dachorganisation[20] mehrerer Landkreise und Gemeinden das Taubertal mit dem Schwerpunkt als Ferien– und Wanderregion. Die Bezeichnung Liebliches Taubertal wird in vielen Broschüren und Werbetexten seit etwa 60 Jahren benutzt und ist in der Region zur stehenden Wendung geworden. Es gibt außerdem den an der Tauber entlang ausgebauten offiziell so genannten Tauberradweg[21] von Rothenburg nach Wertheim.

Weiterhin benutzen einige, vor allem jüngere, Unternehmen das Wort Tauber als Namensbestandteil, etwa das Unternehmen Tauber–Solar in Tauberbischofsheim.[22] Auch die regionale Sparkasse ist nach der Tauber benannt und heißt Sparkasse Tauberfranken.[23]

Seit 2005 gibt es die Regionalwährung Tauberfranken.[24]

Musikalische Darstellung[Bearbeiten]

Im September 2012 wurde das Orchesterwerk Dubron – Die Tauber uraufgeführt. Komponiert wurde es von Roxana Littau, die darin die Tauber sowohl als lieblichen Fluss an einem Sommertag wie auch an einem Wintertag in Nebel getaucht darstellt, so dass melancholische Stimmungen widergespiegelt und verstärkt werden. [25]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nach dem Höhenlinienbild auf dem Geodatenviewer.
  2. Stauziel im Oberwasser der ersten Staustufe Faulbach des Mains unterhalb der Mündung nach dem Webserver der Wasser- und Schiffahrsdirektion Süd.
  3. a b Nach Stationierung des im Steinsee zulaufenden Steinseebachs bei LUBW-FG10 (Datensatzeintrag) und angemessenem Oberlaufstück bis zur offiziellen und ausgewiesenen Quelle.
  4. Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 132 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF, 3198 KB)
  5. a b Hugo Stang: Die vor- und frühgeschichtliche Besiedlung der Gemarkung Tauberbischofsheim und des Landkreises. In: Hugo Stang, Anton Ullrich, Wilhelm Ogiermann, Josef Kiefer, August Haun: Tauberbischofsheim. Eigenverlag der Stadtverwaltung, Tauberbischofsheim 1955, S. 51 (bzw. S. 52).
    Mit Verweis auf: Albert Krieger: Topographisches Wörterbuch des Großherzogtums Baden. 2. Aufl., Heidelberg 1904-1905.
  6. Hugo Stang (1955) (s.o.). Mit Verweis auf: O. Springer: Die Flußnamen Württembergs und Badens. In: Tübinger Germanistische Schriften. 11. Bd. Stuttgart 1930, S.63.
  7. Hugo Stang (1955) (s.o.). Mit Verweis auf: Hans Krahe: Alteuropäische Flußnamen. Beiträge zur Namenforschung. 1. Jahrgang, Heidelberg 1949-1950. S. 41.
  8. a b Della Hooke, P. H. Sawyer: Worcestershire Anglo-Saxon charter bounds. Woodbridge 1990: Boydell Press. ISBN 0851152767.
  9. Hugo Stang (1955) (s.o.). Mit Verweis auf: Hans Krahe: Alteuropäische Flußnamen. Beiträge zur Namenforschung. 1. Jahrgang, Heidelberg 1949-1950. S. 250.
  10. Hugo Stang (1955) (s.o.). Mit Verweis auf:
    Karl Schumacher: Die Fluß- und Bachnamen des Tauberlandes und seiner Umgebung. In: Mergentheimer Heimatblätter. 1. Jahrgang, 1931, 6.
    O. Springer: Die Flußnamen Württembergs und Badens. In: Tübinger Germanistische Schriften. 11. Bd. Stuttgart 1930, S.62.
  11. a b Siegfried Albert: Gewässerschutz im Reich des Bibers. In: Main-Echo Spezial zur Michaelis-Messe Wertheim 2009 vom Oktober 2009.
  12. Nach LUBW-FG10 (Datensatzeintrag).
  13. Biologische Gewässergütekarte 1 : 350.000 der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (PDF, 11,7 MB)
  14. B. Haynold: Orchis ustulata wieder aktuell im Tauberland. In: Journal Europäischer Orchideen 38(1) 2006, ISSN 0945-7909.
  15. Lebensraum Galgenberg
  16. Wormental
  17. Das Taubertal – Konzepte in Bayern und Baden-Württemberg
  18. Quellgebietsanalyse für das Liebliche Taubertal, 2009/2010 (PDF; 3,7 MB)
  19. Martina Heine: Große Pläne für die Tauber. In: Wertheimer Zeitung vom 26. September 2012
  20. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatTouristikgemeinschaft „Liebliches Taubertal“ e. V.: Chronik der Touristikgemeinschaft „Liebliches Taubertal“ e. V. Abgerufen am 29. September 2010 (HTML, deutsch).
  21. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Formatwww.Fahrrad-Tour.de: Tauberradweg: Liebliches Taubertal. Abgerufen am 29. September 2010 (HTML, deutsch).
  22. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatTauber-Solar: Startseite. Abgerufen am 29. September 2010 (HTML, deutsch).
  23. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSparkasse Tauberfranken: Portal. Abgerufen am 29. September 2010 (HTML, deutsch).
  24. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatTauber-Franken e. V. – Initiative für Nachhaltigkeit: Der Tauberfranken. Abgerufen am 29. September 2010 (HTML, deutsch).
  25. Peter Riffenach: Uraufgeführt: Die Tauber. In: Wertheimer Zeitung vom 12. September 2012

Literatur[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

Spezielle Themen[Bearbeiten]

  • Horst-Günter Wagner: Die historische Entwicklung von Bodenabtrag und Kleinformenschatz im Gebiet des Taubertales. In: Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft München Bd. 46, 1961, S. 99–149
  • Georg Philippi: Erläuterungen zur vegetationskundlichen Karte 1:25000 Blatt 6323 Tauberbischofsheim-West. Landessammlungen für Naturkunde Karlsruhe (Hrsg.), Landesvermessungsamt Baden-Württemberg, Stuttgart 1983
  • Karl Baur: Erläuterungen zur vegetationskundlichen Karte 1:25000 Blatt 6526 Creglingen. Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart (Hrsg.), Landesvermessungsamt Baden-Württemberg, Stuttgart 1965

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tauber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien