Niederstetten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Niederstetten
Deutschlandkarte, Position der Stadt Niederstetten hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 24′ N, 9° 55′ OKoordinaten: 49° 24′ N, 9° 55′ O
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Main-Tauber-Kreis
Höhe: 306 m ü. NHN
Fläche: 104,05 km2
Einwohner: 4941 (31. Dez. 2022)[1]
Bevölkerungsdichte: 47 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 97996, 97980
Vorwahlen: 07933, 07932, 07934, 07939Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: TBB, MGH
Gemeindeschlüssel: 08 1 28 082
Adresse der
Stadtverwaltung:
Albert-Sammt-Straße 1
97996 Niederstetten
Website: www.niederstetten.de
Bürgermeister: Heike Naber
Lage der Stadt Niederstetten im Main-Tauber-Kreis
KarteAhornAssamstadtBad MergentheimBoxbergCreglingenFreudenbergGroßrinderfeldGrünsfeldIgersheimIgersheimKönigheimKülsheimLauda-KönigshofenNiederstettenTauberbischofsheimWeikersheimWerbachWertheimWittighausen
Karte
Blick vom Altenberg nach Nordosten über Niederstetten im Tal des Vorbachs auf Schloss Haltenbergstetten auf dem Talsporn Lämmerberg zwischen den Tälern von Vorbach (von links nach rechts) und Frickentalbach (von hinten nach vorn)

Niederstetten (anhören/?) ist eine Kleinstadt in Hohenlohe im fränkischen Nordosten von Baden-Württemberg, die dem Main-Tauber-Kreis angehört.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doline Häften

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederstetten liegt im Tal des Vorbachs, eines Nebenflusses der Tauber. Die zehn Stadtteile Niederstettens befinden sich im Südosten des Main-Tauber-Kreises. Einen Großteil des 104,06 Quadratkilometer großen Stadtgebiets nimmt der Südzipfel des vom Muschelkalk geprägten Naturraums Tauberland ein. Im Südosten des Stadtgebiets, auf der Hohenloher-Haller Ebene, steigt das Gelände am Rand des Poppenholzes auf 482,8 m ü. NHN an. Im Südwesten ragt das Stadtgebiet in die Kocher-Jagst-Ebenen hinein. Die tiefste Stelle des Stadtgebiets befindet sich am Austritt des Aschbachs auf die Markelsheimer Gemarkung bei etwa 242 m ü. NHN. Als Naturschutzgebiete sind der Erlenbruchwald beim Lichteler Landturm, die Oberrimbacher Erdfälle und der Wildentierbacher Berg ausgewiesen. Die Stadt ist als Kleinzentrum eingestuft und gehört seit Anfang 1973 zum Main-Tauber-Kreis.[3]

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Niederstetten gehören neben der Kernstadt Niederstetten die ehemals selbstständigen Gemeinden und heutigen Stadtteile Adolzhausen, Herrenzimmern, Oberstetten, Pfitzingen, Rinderfeld, Rüsselhausen, Vorbachzimmern, Wermutshausen und Wildentierbach.[4]

f1 Karte mit allen Koordinaten der Orte der Stadt Niederstetten: OSM

  • Zur ehemaligen Gemeinde Adolzhausen das Dorf Adolzhausen () mit den abgegangenen Ortschaften Dunkenrod[5] (mit Adolzhausen vereinigt), Lindlein (?), Radolzhausen, Reckertsfelden und Schöntal.
  • Zur ehemaligen Gemeinde Herrenzimmern das Dorf Herrenzimmern () mit dem Gehöft Untere Mühle () sowie die abgegangenen Ortschaften Greifenbronn und Helmpach.
  • Zu Niederstetten die Kernstadt Niederstetten () mit dem Wohnplatz Am Flugplatz (), den Weilern Eichhof (), Ermershausen () und Sichertshausen (), dem Wohnplatz Haltenbergstetten (), dem Gehöft Rehhof () und den Häusern Dreischwingen () und Neuweiler () sowie der abgegangenen Ortschaft Schafhof.
  • Zur ehemaligen Gemeinde Oberstetten das Dorf Oberstetten () mit dem Weiler Weilerhof (), dem Gehöft Höllhof (; teilweise auch zu Wildentierbach[6]) und den Häusern Fuggersmühle (), Reutalmühle () und Stegmühle ().
  • Zur ehemaligen Gemeinde Pfitzingen das Dorf Pfitzingen ().
  • Zur ehemaligen Gemeinde Rinderfeld das Dorf Rinderfeld () mit den Weilern Dunzendorf () und Streichental () sowie den abgegangenen Ortschaften Kunzenweiler und Wieset.
  • Zur ehemaligen Gemeinde Rüsselhausen das Dorf Rüsselhausen ().
  • Zur ehemaligen Gemeinde Vorbachzimmern das Dorf Vorbachzimmern ().
  • Zur ehemaligen Gemeinde Wermutshausen das Dorf Wermutshausen () mit dem Weiler Ebertsbronn () sowie den abgegangenen Ortschaften Hohenweiler und Raweg (Lage wird nur in Wermutshausen vermutet).
  • Zur ehemaligen Gemeinde Wildentierbach das Dorf Wildentierbach () mit den Weilern Hachtel (), Heimberg () und Wolkersfelden (), dem Hof Schönhof (), dem Wohnplatz Landturm () und dem Gehöft Höllhof (; teilweise auch zu Oberstetten[6]).

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Niederstetten gibt es vier Landschafts- und drei Naturschutzgebiete:[7]

Die FFH-Gebiete Taubergrund Weikersheim-Niederstetten und Jagsttal Langenburg-Mulfingen liegen teilweise auf der Gemarkung von Niederstetten. Daneben gibt es auf dem Gebiet der Stadt Niederstetten insgesamt 49 als Naturdenkmal geschützte Objekte.

Daneben liegen noch neun Wasserschutzgebiete in der Gemarkung der Stadt Niederstetten.

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[8]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag der Ort im Herzogtum Franken. Erstmals schriftlich erwähnt wurde Niederstetten im Jahre 780 in den Traditiones Fuldenses, dem Schenkungsbuch des Klosters Fulda, aus Anlass eines Zehntstreits zwischen Bischof Wolfgar von Würzburg und Abt Ratgar von Fulda. Die Geschichte Niederstettens ist mit der um das Jahr 1200 erbauten Burg, dem jetzigen Schloss Haltenbergstetten, eng verbunden. Am 14. September 1340 wurde Ulrich von Bruneck von Kaiser Ludwig IV. das Stadtrecht für Haltenbergstetten (heute: Niederstetten) verliehen und die Stadt mit dem Stadtrecht von Gelnhausen bewidmet.[9] 1367 verlieh Kaiser Karl IV. Niederstetten die Stadtrechte. Zunächst durch lehnsrechtlich bedingten Besitzwechsel im Mittelalter. Im Jahre 1366 erwarb Götz von Hohenlohe-Speckfeld Burg und Stadt, dessen Geschlecht 1412 ausstarb.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 16. Jahrhundert wurde die Burg zum Schloss Haltenbergstetten umgebaut. Durch Erbschaft folgten nach den Herren zu Hohenlohe die Grafen von Castell, die Schenken von Limpurg, die Herren von Rosenberg und Hatzfeld (1641–1794), das Hochstift Würzburg und ab 1803 die Fürsten zu Hohenlohe-Jagstberg, die das Schloss Haltenbergstetten bis heute besitzen. 1806 fiel die Stadt im Zuge der Mediatisierung an das Königreich Württemberg, wo sie ab 1810 zum Oberamt Gerabronn (ab 1934 Kreis Gerabronn) gehörte und nach dessen Auflösung 1938 während der NS-Zeit in Württemberg dem Landkreis Mergentheim zugeschlagen wurde. Nach Pierer’s Universal-Lexikon hieß der Ort bis 1807 Haltenbergstetten.[10]

Im April 1945 wurde Niederstetten durch Angriffe amerikanischer Jagdbomber und Artilleriebeschuss zur Hälfte zerstört.

Wildentierbach mit seiner Wehrkirche

Da Niederstetten nach dem Zweiten Weltkrieg Teil der Amerikanischen Besatzungszone geworden war, gehörte die Stadt somit seit 1945 zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging.

Gemeindereform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Oberstetten, Pfitzingen und Vorbachzimmern nach Niederstetten eingemeindet. Am 1. Februar 1972 folgten Rinderfeld und Wildentierbach, am 1. April 1972 Adolzhausen, am 1. Juli 1972 Herrenzimmern und Rüsselshausen und am 1. Januar 1974 Wermutshausen.[11] Der Landkreis Mergentheim wurde aufgelöst und Niederstetten kam mit all seinen Ortsteilen am 1. Januar 1973 zum neugebildeten Main-Tauber-Kreis, der im ersten Jahr der Zugehörigkeit noch Tauberkreis hieß.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesamtbevölkerung der Stadt Niederstetten entwickelte sich wie folgt:

Jahr Bevölkerung
1961 4987
1970 5270
1991 5432
1995 5611
2005 5476
2010 5222
2015 4822
2020 4800

Quellen: Gemeindeverzeichnis[12] und Angaben des Statistischen Landesamtes

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jüdische Gemeinde Niederstetten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im Mittelalter lebten Juden in Niederstetten. Die Entstehung der neuzeitlichen jüdische Gemeinde geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. Diese bestand bis zur Zeit des Nationalsozialismus.[13]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus mit Schimmelturm

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat normalerweise 18 ehrenamtliche Mitglieder, die für fünf Jahre gewählt werden. Die Gemeinderäte führen die Bezeichnung Stadtrat.[14] Die Zahl der Mitglieder kann sich durch Ausgleichssitze erhöhen (gesamt 2019: 19 Sitze; 2014: 19). Hinzu kommt der Bürgermeister als stimmberechtigter Gemeinderatsvorsitzender.

Dabei garantiert die Unechte Teilortswahl den Ortsteilen eine festgelegte Anzahl von Sitzen: Aus dem Hauptort Niederstetten kommen mindestens neun Gemeinderäte, aus den weiteren neun Ortsteilen – Adolzhausen, Herrenzimmern, Oberstetten, Pfitzingen, Rinderfeld, Rüsselhausen, Vorbachzimmern, Wermutshausen und Wildentierbach – kommt jeweils mindestens ein Gemeinderat.[15]

Die Kommunalwahl 2019 führte zu folgendem Ergebnis (in Klammern: Unterschied zu 2014):[16]

Gemeinderat 2019
Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
Allgemeine Wählervereinigung (AWV) 61,5 % (−8,7) 12 (−1)
CDU 27,4 % (+6,2) 5 (+1)
SPD 11,1 % (+2,5) 2 (±0)
Wahlbeteiligung: 66,0 % (+8,9)

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heike Naber wurde am 4. Februar 2018 zur Bürgermeisterin von Niederstetten gewählt. Bei einer Wahlbeteiligung von 68,0 % hat Naber die Wahl mit 54,8 % gegen sechs weitere Bewerber für sich entscheiden können. Naber hat ihren Dienst am 2. Mai 2018 im Rathaus Niederstetten angetreten.[17]

Nach verschiedenen kommunalrechtlichen Verstößen durch Naber hat das Landratsamt Main-Tauber-Kreis am 27. April 2021 eine vorläufige Dienstenthebung gegen die Bürgermeisterin ausgesprochen.[18] Erster Bürgermeister-Stellvertreter ist Harald Dietz, dem seit der vorläufigen Dienstenthebung Nabers die Führung der Amtsgeschäfte obliegt. Der Gemeinderat hat Simon Michler, den bisherigen Bürgermeister von Edingen-Neckarhausen zum Amtsverweser ab dem 1. Oktober 2022 gewählt.[19]

Der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim hat in seiner letztinstanzlichen Entscheidung die vorläufige Amtsenthebung von Bürgermeisterin Naber für rechtswidrig erklärt und eine Revision gegen das Urteil nicht zugelassen.[20] Nach Rechtskraft des Urteils kann Bürgermeisterin Naber auf ihre Stelle zurückkehren. Seit Februar 2023 ist Heike Naber zurück im Amt.

Siehe auch: Liste der Bürgermeister der Stadt Niederstetten

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: In Blau eine silberne Burg mit durchgehender gequaderter Zinnenmauer und zwei Zinnentürmen mit roten Spitzdächern, zwischen ihnen auf gestufter Zinne an schwarzem Mast eine rotsilberne Hissflagge, das Tor belegt mit einem fünfmal von Rot und Silber gespaltenen Schild.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt unterhält seit 1996 partnerschaftliche Beziehungen zu Le Plessis-Bouchard im Département Val-d’Oise in Frankreich. Mindestens dreimal im Jahr werden gegenseitige Besuche organisiert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Haltenbergstetten
Innenhof von Schloss Haltenbergstetten

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederstetten verfügt über vier Theaterbühnen[21], die für verschiedene Aufführungen genutzt werden.

Freilichtspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1991 finden alle zwei Jahre Freilichtspiele im Tempele statt, einem romantischen Ausläufer des ehemaligen Schlossgartens von Schloss Haltenbergstetten. Dabei sind ca. 30 Amateurschauspieler aus der Region beteiligt.[22]

Russland-Deutsches Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1993 hat sich in Niederstetten das Russland-Deutsche Theater des Schauspielerehepaares Viktoria Gräfenstein und David Winkenstern niedergelassen. Dieses Theater ging aus dem ehemaligen Deutschen Theater in Alma-Ata hervor, dem einzigen deutschsprachigen Theater der ehemaligen Sowjetunion. Als Spielstätte nutzt das Theater das Amtshaus Oberstetten.

Theaterfreunde Herrenzimmern e. V.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2009 gibt es die Theaterfreunde im Teilort Herrenzimmern, die zusammen mit dem Männergesangverein als Veranstalter jährlich im Januar/Februar einen Dreiakter auf die Bühne bringen. Die Theaterfreunde sind eine reine Laienschauspielgruppe, die sich auf humorvolles Dorftheater spezialisiert hat. An drei Wochenenden finden insgesamt zwischen vier und sechs Veranstaltungen vor jeweils ca. 100 Zuschauern statt. Seit 2014 sind die Theaterfreunde Herrenzimmern ein eingetragener Verein.

Kult[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kult ist eine Spielstätte für Konzerte, Kleinkunst, Kabarett-Veranstaltungen und anderes. In dem Gebäude ist ebenfalls die Mediothek Niederstetten untergebracht.

Rad- und Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der etwa 180 km lange Jakobsweg Main-Taubertal führt durch Niederstetten.[23]

Niederstetten liegt am Radweg Liebliches Taubertal – der Sportive.[24][25]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Niederstetten sind das Heimatmuseum, das Albert-Sammt-Museum und ein Jagdmuseum angesiedelt. Im Ortsteil Wermutshausen befindet sich ein Weinbaumuseum. Zum Gedenken an den halbjährigen Aufenthalt Eduard Mörikes von September 1843 bis April 1844 bei seinem Freund, Pfarrer Wilhelm Hartlaub, wurde 1960 im Pfarrhaus Wermutshausen eine Mörike-Gedenkstube eingerichtet.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rossmarkt am Donnerstag nach dem zweiten Montag im Januar.
  • Herbstfest am letzten Septemberwochenende
  • Weihnachtsmarkt (Anfang Dezember)

Alte Schule Niederstetten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alte Schule Niederstetten ist eine modellhafte Kreativwerkstatt für Jugendliche sowie ein Tagungszentrum. Fachkräfte aus verschiedenen Kreativberufen bieten in dem ehemaligen, komplett renovierten Schulgebäude Kurse aus den Bereichen Theater, Tanz, Film und Studiotechnik an.[26] Es ist eine Aus- und Fortbildungsstätte des Landesamateurtheaterverbandes Baden-Württemberg[27] und verfügt unter anderem über ein eigenes Tonstudio.

Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Kneipp-Anlage befindet sich im Stadt- und Sportpark Schlosswiesen.[28]

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lenzeiche bei Sichertshausen. Eiche mit abgestützten Ästen und einem Umfang in Brusthöhe von 6,75 m (2015).[29]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederstetten, insbesondere der Ortsteil Vorbachzimmern, ist ein traditioneller Weinbauort, dessen Lagen zur Großlage Tauberberg im Bereich Kocher-Jagst-Tauber des Weinbaugebietes Württemberg gehören. Es stehen etwa 15 Hektar Reben im Ertrag. Im Ortsteil Wermutshausen gibt es ein Weinbaumuseum. Der Ortsteil Oberstetten markiert seit 2016 den Anfang der Württemberger Weinstraße, deren Endpunkt Kressbronn am Bodensee ist.[30]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftaufnahme von Niederstetten, mit dem Flugplatz im Hintergrund (rechts oben)

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Bundesstraße 290 (TauberbischofsheimWesthausen) ist Niederstetten an das überregionale Straßennetz angebunden.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Niederstetten liegt an der Bahnstrecke Crailsheim–Königshofen. Sie wird seit dem 1. Januar 2006 von der Westfrankenbahn betrieben und im Stundentakt bedient. Seit 2004 gibt es im Fahrplan jedoch Einschränkungen am Wochenende. Den übrigen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen mehrere Buslinien im Auftrag der VerkehrsGesellschaft Main-Tauber (VGMT) im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN).

Luftverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Flugplatz Niederstetten verfügt Niederstetten über einen Verkehrslandeplatz.[31]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Rathaus von Pfitzingen, im Hintergrund links der Schulbauernhof.

Das Bildungszentrum Niederstetten umfasst eine Realschule, eine Hauptschule und eine Grundschule.

Der im Ortsteil Pfitzingen gelegene Schulbauernhof ist der derzeit einzige staatliche Schulbauernhof in Deutschland.[32]

Bundeswehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Niederstetten ist das Transporthubschrauberregiment 30 (Tauberfranken) ansässig, das zur Division Schnelle Kräfte gehört.

Breitbandanschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Satellitenbetreiber Eutelsat startete 2013 in der Gemeinde ein Modellprojekt zur Internetversorgung von Kommunen via Satellit. Die Teilnehmer erhalten den Internetzugang zwar wie üblich via DSL über die Kupferdoppelader, eingespeist werden die Internetdaten aber aus dem Orbit vom Ka-Sat-Satelliten in den örtlichen DSLAM (DSL-Zugangskonzentrator). Die Technik hat der Eutelsat-Partner Eusanat entwickelt, ehemals unter dem Namen Satspeed bekannt.[33] Dieses Projekt wurde von den Bürgern allerdings nicht angenommen.

2016 fiel der Startschuss für den flächendeckenden Breitbandausbau via Glasfaser (FFTC, FTTH) im Main-Tauber-Kreis. Im Sommer 2017 begannen die Tiefbauarbeiten auf der Gemarkung der Stadt Niederstetten. Bereits im Juni 2018 konnte der erste Teil in Betrieb genommen werden. Der restliche Teil erfolgt im Juli und August 2018. Die Ausbauarbeiten erfolgt durch die Deutsche Telekom. Alle Ortsteile und Weiler sowie Höfe Niederstettens erhalten einen Breitbandanschluss via FTTC bzw. FTTH. In Zukunft werden Bandbreiten in FTTC bis 100 MBit/s und bei FTTH sogar bis zu 1 GBit/s im Download erreicht werden können.[34]

Ortsansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Niederstetten gibt es unter anderen folgende Unternehmen:

  • Bass GmbH
  • ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG
  • EP Ehrler Prüftechnik Engineering GmbH
  • MHZ Hachtel GmbH & Co. KG
  • Sonderschrauben Güldner GmbH & Co. KG
  • WTN Werkzeugtechnik Niederstetten GmbH & Co. KG

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Zeiller: Stetten. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Franconiae (= Topographia Germaniae. Band 9). 1. Auflage. Matthaeus Merian, Frankfurt am Main 1648, S. 99 (Volltext [Wikisource]).
  • Gemeinde Nieder-Stetten. In: Ludwig Fromm (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Gerabronn (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 24). Cotta’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart / Tübingen 1847, S. 170–182 (Volltext [Wikisource]).
  • Max Stern: Heimatbuch der Stadtgemeinde Niederstetten mit den Teilgemeinden Ermershausen und Sichertshausen. Knenlein, Niederstetten 1930.
  • Walter Krüger (Red.): 650 Jahre Stadt Niederstetten. Stadt Niederstetten, Niederstetten 1991 (= Veröffentlichungen zur Ortsgeschichte und Heimatkunde in Württembergisch Franken. 4).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Niederstetten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Niederstetten – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2022 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Main-Tauber-Kreis: Städte und Gemeinden, main-tauber-kreis.de, abgerufen am 25. Oktober 2014.
  3. Niederstetten - Detailseite - LEO-BW. In: leo-bw.de. Abgerufen am 18. Mai 2023.
  4. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 337–343.
  5. vgl. Hartmut Schäfer: Die abgegangene Siedlung Dunkenrod, Gemeinde Niederstetten-Adolzhausen, Main-Tauber-Kreis. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 6. Jg. 1977, Heft 2, S. 70–75. (PDF 1,3 MB)
  6. a b Die Amtliche Beschreibung (u. a. bei www.leo-bw.de) rechnet das Gehöft Höllhof von Niederstetten ausschließlich zu Oberstetten. Nach dem Gemarkungszuschnitt der amtlichen LUBW-Karte wird der Ort jedoch von der Gemarkungsgrenze zwischen den beiden Stadtteilen Oberstetten und Wildentierbach etwa hälftig geteilt. Ob vielleicht ein Erfassungsfehler bei der Amtlichen Beschreibung vorliegt oder umgekehrt vielleicht eine falsche Darstellung der Gemarkungsgrenze der amtlichen LUBW-Karte, ist unklar.
  7. Reinhard Wolf, Ulrike Kreh (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart. Thorbecke, Ostfildern 2007.
  8. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Niederstetten.
  9. Karl Schmerbach: Der Oberhof Gelnhausen. In: Geschichtsblätter für Stadt und Kreis Gelnhausen 1966, S. 13–33 (19).
  10. Pierer’s Universal-Lexikon, zeno.org, abgerufen am 8. August 2015.
  11. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 453 f. und 469.
  12. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1.
  13. Alemannia Judaica: Niederstetten (Main-Tauber-Kreis) Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge, alemannia-judaica.de, abgerufen am 5. Dezember 2015.
  14. Stadt Niederstetten: Hauptsatzung, §3; abgerufen am 5. Juli 2019.
  15. Stadt Niederstetten: Hauptsatzung, §14; abgerufen am 5. Juli 2019.
  16. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Gemeinderatswahlen 2019, Stadt Niederstetten; Stadt Niederstetten: Gemeinderatswahl 2019; FN-Web, 26. Mai 2019: Ergebnis der Gemeinderatswahl 2019 in Niederstetten; abgerufen am 5. Juli 2019.
  17. Sebastian Mayer: Bürgermeisterwahl 2018 - Stadt Niederstetten. (niederstetten.de [abgerufen am 6. Februar 2018]). Bürgermeisterwahl 2018 - Stadt Niederstetten (Memento des Originals vom 7. Februar 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/niederstetten.de
  18. Bürgermeisterin ausgesperrt - Landratsamt reagiert mit vorläufiger Amtsenthebung - Region Main-Tauber. Abgerufen am 28. April 2021.
  19. Bürgermeister Simon Michler kehrt seiner Gemeinde den Rücken, Rhein-Neckar-Zeitung vom 28. Juli 2022
  20. S. W. R. Aktuell, S. W. R. Aktuell: Niederstetten: Bürgermeisterin Naber will zurück ins Rathaus. Abgerufen am 11. November 2022.
  21. Stadt Niederstetten – Theater (Memento des Originals vom 20. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.niederstetten.de, aufgerufen am 15. August 2014.
  22. Webseite des Theatervereins Niederstetten (Memento vom 14. September 2012 im Webarchiv archive.today), aufgerufen am 18. Dezember 2009.
  23. Jakobsweg Main-Taubertal (Pilgerweg) - wanderkompass.de. In: wanderkompass.de. Abgerufen am 3. August 2020.
  24. „Der Sportive“ - Tourismusverband Liebliches Taubertal. In: liebliches-taubertal.de. Abgerufen am 3. August 2020.
  25. 4. Tagesetappe - Boxberg bis Niederstetten - Tourismusverband Liebliches Taubertal. In: liebliches-taubertal.de. Abgerufen am 3. August 2020.
  26. Webseite der Alten Schule Niederstetten, abgerufen am 18. Dezember 2009.
  27. Fortbildungsprogramm 2010 des Landesverbands Amateurtheater Baden-Württemberg e. V. (Memento des Originals vom 21. Oktober 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.amateurtheater-bw.de, abgerufen am 18. Dezember 2009, S. 22 (PDF; 696 kB)
  28. Liebliches Taubertal: Wassertretanlagen. Online unter www.liebliches-taubertal.de. Abgerufen am 6. August 2018.
  29. Lenzeiche im Verzeichnis Monumentaler Eichen. Abgerufen am 10. Januar 2017.
  30. Bettina Semrau: Jetzt ist Oberstetten ganz vorne dran. In: fnweb.de. 31. März 2016, abgerufen am 5. April 2016.
  31. Flugsport im Lieblichen Taubertal. In: liebliches-taubertal.de. Abgerufen am 22. April 2016.
  32. BW-LT-Drucks. 14/2567 (Memento des Originals vom 21. Oktober 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.landtag-bw.de (PDF; 62 kB), Stellungnahme des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport zu Ökologischen Schulbauernhöfen in Baden-Württemberg. S. 2, aufgerufen am 18. Dezember 2009.
  33. Internet-Anschluss für ein ganzes Dorf auf einen Schlag, heise online, 5. September 2013
  34. Sebastian Mayer: Breitbandausbau Niederstetten - Aktueller Status - Stadt Niederstetten. Abgerufen am 6. Juni 2018.