Groß Nemerow

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Groß Nemerow führt kein Wappen
Groß Nemerow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Groß Nemerow hervorgehoben
53.47333333333313.22416666666775Koordinaten: 53° 28′ N, 13° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Stargarder Land
Höhe: 75 m ü. NHN
Fläche: 21,01 km²
Einwohner: 1148 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17094
Vorwahl: 039605
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 055
Adresse der Amtsverwaltung: Mühlenstraße 30
17094 Burg Stargard
Webpräsenz: www.stargarder-land.de
Bürgermeister: Wilfried Stegemann
Lage der Gemeinde Groß Nemerow im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
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Groß Nemerow ist eine Gemeinde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Stargarder Land mit Sitz in der Stadt Burg Stargard verwaltet.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Groß Nemerow liegt etwa zehn Kilometer südlich von Neubrandenburg und 14 Kilometer nördlich von Neustrelitz. Die Ortsteile Klein Nemerow und Tollenseheim liegen am Ufer des Tollensesees.

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Groß Nemerow, Klein Nemerow, Krickow, Tollenseheim und Zachow.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsname Nemerow stammt, wie die Endung -ow erwarten lässt, aus slawischer Zeit. Ein Dorf Nemerow (urkundlich 1170: Nimyrow, 1244: Nimirow, 1298: Nemerow = Ort des Nemir (Unfried)[2]) gehörte angeblich zu den Ortschaften, welche 1170 dem Stift Havelberg zur Gründung des Klosters Broda geschenkt worden sein sollen. Die das besagende Urkunde (MUB 95, 563) hat sich jedoch als Fälschung/Modifikation aus späterer Zeit erwiesen.

Im 13. Jahrhundert wurde die Gemarkung Nemrow in Groß und Klein Nemerow geteilt. Im Jahr 1298 kaufte sie Ulrich Swave, Komtur des Johanniterordens von Braunschweig und Gardow Land bei Klein Nemerow am Tollensesee und errichtete eine Komturei. Beide Dörfer blieben fortan Ordensbesitz, gelangten erst 1648 endgültig zu Mecklenburg und wurden mit allen anderen Besitzungen der Komturei Nemerow 1701 Gründungsbestandteil des (Teil-) Herzogtums Mecklenburg-Strelitz.[3]

Groß Nemerow war ein Angerdorf mit knapp 20 Bauerngehörten, die später vererbpachtet wurden. In den 1920er Jahren wirtschafteten hier 14 Erbpächter und 15 Büdner.

Eine aus dem 14. Jahrhundert stammende Dorfkirche als gotischer Feldsteinquaderbau mit deutlich jüngerem Fachwerkturm kündet bis heute von langer kirchlicher Geschichte des mittelalterlichen Pfarrortes. Bis 1671 hatte Groß Nemerow eine selbständige Pfarre. Später war der Ort nach Prillwitz eingepfarrt. Seit 1748 ist er Filial von Ballwitz.

Zu DDR-Zeiten wurde Groß Nemerow zum sozialistischen Musterdorf ausgebaut und besitzt noch heute eine gute Infrastruktur (große Gewerbegebiete, Kindergarten, Einkaufsmöglichkeiten). Die staatliche Grundschule wurde mit Ende des Schuljahres 2005/2006 geschlossen.

Kurioses[Bearbeiten]

1910 wurde durch das (Teil-) Herzogtum Mecklenburg-Strelitz ein gräfliches Geschlecht "von Nemerow" geschaffen und am 26. Januar 1910 in Neustrelitz registriert. Erste und einzige Gräfin von Nemerow war Marie (May), Tochter des Georges Jametel und der Victoria Marie von Mecklenburg-Strelitz. Marie (May) war eine adelsrechtlich nicht ebenbürtige Enkelin des Strelitzschen Großherzogs Adolf Friedrich V., die man auf diese Weise in den Grafenstand lancierte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Naturschutzgebiet Nonnenbachtal

In der Liste der Baudenkmale in Groß Nemerow sind die in der Denkmalliste des Kreises Mecklenburgische Seenplatte eingetragenen Baudenkmale zu finden.

Groß Nemerow[Bearbeiten]

  • Kirche aus dem 14. Jahrhundert mit Taufschale
  • Heimatstube im ehemaligen Spritzenhaus (um 1800 erbaut)
  • alte Dorfschule

Klein Nemerow[Bearbeiten]

  • Klosterscheune der ehemaligen Komturei Nemerow (Ruine)
  • Tollensesee mit Anlegestelle

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Großteil der Bewohner ist in der Stadt Neubrandenburg beschäftigt. Ein weiterer großer Erwerbszweig stellt die Landwirtschaft dar. Einige dieser Betriebe sind nach der Wende aus der vorhandenen LPG hervorgegangen. Als zweitgrößter Wirtschaftszweig ist der Fremdenverkehr anzunehmen. Insbesondere in der Nähe des Tollensesees in den Ortsteilen Klein Nemerow und Tollenseheim befinden sich mehrere Restaurants, Hotels und ein Golfplatz.

In Zachow findet jährlich ein internationales Pass-Championat mit Islandpferden statt. Dort befindet sich ebenfalls eine Zucht für Islandpferde.

Größter Gewerbebetrieb ist die Firma Weber (Maschinenbau). Weiterhin befinden sich in der Gemeinde medizinische Einrichtungen und Einzelhandelsgeschäfte. Eine Milchkuhhaltung und eine Spedition befinden sich innerhalb des Gewerbegebietes in Groß Nemerow.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Das Motorschiff Mudder Schulten passiert den Anleger Klein Nemerow

Die Bundesstraße 96 führt durch die Gemeinde.

Der öffentliche Personennahverkehr wird mit den Buslinien von Neustrelitz nach Neubrandenburg sowie von Burg Stargard nach Cammin sichergestellt. Der nächste Bahnhof ist Burg Stargard am Abschnitt NeustrelitzNeubrandenburg der Berliner Nordbahn.

Auf dem Tollensesee findet im Sommer Linienschifffahrt mit Haltepunkten unter anderem in Neubrandenburg und Prillwitz statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Martin Pohl (1930-2007), Dichter und Schauspieler, wurde 2007 auf dem Friedhof in Groß Nemerow beigesetzt

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Groß Nemerow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, (online).
  3. Georg Christian Friedrich Lisch: Geschichte der Johanniter-Comthureien Nemerow und Gardow. In: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 9, 1844, S. 28–96, (online).