Wesenberg (Mecklenburg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wesenberg
Wesenberg (Mecklenburg)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wesenberg hervorgehoben
53.28138888888912.97027777777861Koordinaten: 53° 17′ N, 12° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Mecklenburgische Kleinseenplatte
Höhe: 61 m ü. NHN
Fläche: 89,43 km²
Einwohner: 3029 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17255
Vorwahlen: 039828, 039832, 039833
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 159
Adresse der Amtsverwaltung: Rudolf-Breitscheid-Straße 24
17252 Mirow
Webpräsenz: www.wesenberg-mecklenburg.de
Bürgermeister: Helmut Hamp
Lage der Stadt Wesenberg im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
Brandenburg Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Ludwigslust-Parchim Beggerow Borrentin Hohenbollentin Hohenmocker Kentzlin Kletzin Lindenberg (Vorpommern) Meesiger Nossendorf Sarow Schönfeld (bei Demmin) Siedenbrünzow Sommersdorf (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) Utzedel Verchen Warrenzin Datzetal Friedland (Mecklenburg) Friedland (Mecklenburg) Friedland (Mecklenburg) Galenbeck Genzkow Basedow (Mecklenburg) Basedow (Mecklenburg) Duckow Faulenrost Gielow Kummerow (am See) Malchin Neukalen Alt Schwerin Fünfseen Göhren-Lebbin Malchow (Mecklenburg) Nossentiner Hütte Penkow Silz (Mecklenburg) Walow Zislow Mirow Mirow Priepert Peenehagen Wesenberg (Mecklenburg) Wustrow (Mecklenburgische Seenplatte) Blankensee (Mecklenburg) Blumenholz Carpin Godendorf Grünow (Mecklenburg) Hohenzieritz Klein Vielen Kratzeburg Möllenbeck (bei Neustrelitz) Schloen-Dratow Schloen-Dratow Userin Wokuhl-Dabelow Beseritz Blankenhof Brunn (Mecklenburg) Neddemin Neuenkirchen (bei Neubrandenburg) Neverin Sponholz Staven Trollenhagen Woggersin Wulkenzin Zirzow Ankershagen Kuckssee Kucksee Penzlin Möllenhagen Penzlin Kucksee Altenhof (Mecklenburg) Bollewick Buchholz (bei Röbel) Bütow Fincken Gotthun Grabow-Below Groß Kelle Kieve Lärz Leizen Ludorf Massow Melz Priborn Rechlin Röbel/Müritz Schwarz (Mecklenburg) Sietow Stuer Vipperow Wredenhagen Zepkow Grabowhöfe Groß Plasten Hohen Wangelin Jabel Kargow Klink Klocksin Moltzow Neu Gaarz Moltzow Torgelow am See Varchentin Grabowhöfe Vollrathsruhe Burg Stargard Burg Stargard Cölpin Groß Nemerow Holldorf Lindetal Pragsdorf Bredenfelde Briggow Grammentin Gülzow (bei Stavenhagen) Ivenack Jürgenstorf Kittendorf Knorrendorf Mölln (Mecklenburg) Ritzerow Rosenow Stavenhagen Zettemin Altenhagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) Altentreptow Bartow (Vorpommern) Breesen Breest Burow Gnevkow Golchen Grapzow Grischow Groß Teetzleben Gültz Kriesow Pripsleben Röckwitz Siedenbollentin Tützpatz Werder (bei Altentreptow) Wildberg (Vorpommern) Wolde Groß Miltzow Kublank Mildenitz Neetzka Petersdorf (bei Woldegk) Schönbeck Schönhausen (Mecklenburg) Voigtsdorf Voigtsdorf Woldegk Woldegk Dargun Demmin Feldberger Seenlandschaft Neubrandenburg Neustrelitz Waren (Müritz)Karte
Über dieses Bild

Wesenberg ist eine Kleinstadt im Süden des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie gehört dem Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte an.

Wesenberg ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Wesenberg liegt im oberen Havelgebiet, am Woblitzsee und unweit des Großen und des Kleinen Weißen Sees sowie des Großen Labussees (Ortsteil Klein Quassow) inmitten der typisch mecklenburgischen Wald- und Seenlandschaft. In der Nähe befinden sich Neustrelitz und die Müritz (der größte innerhalb Deutschlands gelegene See) mit dem gleichnamigen Nationalpark. Im Südteil des Gemeindegebiets an der Grenze zu Brandenburg liegen der Große Pälitzsee und der Ellbogensee als Kreuzungspunkt der Müritz-Havel-Wasserstraße mit der Oberen Havelwasserstraße. Die Seen sind über die Schleuse Strasen miteinander verbunden.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zu Wesenberg gehören die Ortsteile

  • Ahrensberg
  • Below
  • Hartenland
  • Klein Quassow
  • Pelzkuhl
  • Strasen (vom 7. Mai 1990[3] [Auflösung der Gemeinde Strasen-Priepert] bis zum 31. Dezember 1999[4] selbstständig)
  • Zirtow

Geschichte[Bearbeiten]

Dokumente aus dem 13. Jahrhundert berichten, dass der Ort Wesenberg 1252 durch Fürst Nikolaus I. von Werle gegründet wurde, aber bereits 1276 bei einer Schlacht bei Groß Trebbow an die Markgrafen Otto und Albrecht von Brandenburg ging. Nur zwei Jahre später wurde das Schweriner Stadtrecht bestätigt und 1282 errichtete man eine Burg. 1292 gelangte der Ort als Teil der Herrschaft Stargard und damit des Wittums der brandenburgischen Markgrafentochter Beatrix in die Hände der Mecklenburger, als jene Fürst Heinrich II. (den Löwen) zu Mecklenburg heiratete. 1326 kam Wesenberg in den Besitz von Ritter von Plote. Wenige Jahre später musste man Rückschläge in der wirtschaftlichen Entwicklung und dem Anwachsen der Bevölkerung durch die Pest und Seuchen erleiden. Im 14. Jahrhundert findet die Wüstung Buristsorpe Erwähnung.

Die Reformation erreichte Wesenberg wohl spätestens 1529, als Herzog Heinrich der Friedfertige den Prediger Laurentius Cassube auf die Wesenberger Pfarrei berief. 1610 beschrieb der Chronist Latomus den Ort als „ein ziemlich wohlgelegenes Städtlein reich an Wasser und Holz, aber der Ackerbau ist etwas gering, … auch ist daselbst ein Herrenhaus, darauf ein Amtmann gehalten wird, die Havel treibt eine zweigliedrige Korn- und Walkmühle.“ 1648 stand Wesenberg, wie viele andere Städte nach dem Dreißigjährigen Krieg, am Rande des Ruins. Viele Jahrzehnte lang verbesserte sich die Situation der Stadt kaum wesentlich. Mehrere Brände wüteten dort. Auch die Plünderungen im 18. Jahrhundert trugen nicht zum Aufschwung bei. 1806 besetzten französische Truppen die Stadt und quartierten sich für einige Jahre dort ein. Die Landschulordnung von 1825 führte, zumindest im Domanium, zur ganzjährigen Schulpflicht. Als Folge davon wurde 1832/33 von Friedrich Wilhelm Buttel eine neue Schule in der Hohen Straße erbaut. Im folgenden Jahr entstand das Postgebäude. Die Gründung des ersten Turn- und Sportvereins in der Stadt erfolgte 1886.

1890 erhielt die Stadt Anschluss an die Strecke Buschhof–Neustrelitz der Neustrelitz-Wesenberg-Mirower Eisenbahngesellschaft (der späteren Friedrich-Wilhelm-Eisenbahn-Gesellschaft). Am 17. Mai fuhr auf der neuen Strecke der erste Zug von Neustrelitz nach Mirow.[5]

1897 schaffte man einige Arbeitsstellen durch den Bau einer Brennerei am Bahnhof, in der viele Jahre aus Kartoffeln Schnaps gebrannt wurde. Im Jahre 1908 machte man einen großen Fortschritt, in dem der elektrische Strom in dem Ort verlegt wurde. In den 1920er und 1930er Jahren entstanden in Wesenberg eine Freiwillige Feuerwehr, ein neuer Bahnhof und 1937 ein noch in Betrieb befindliches Kino.

Zu DDR-Zeiten entstand am Labus-See eine FDJ-Jugendherberge, die als Kinder-Ferienlager genutzt wurde und heute als Familienhotel geführt wird.

Für die Stadt und die umliegenden Orte entstanden in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre an dem Woblitzsee zahlreich Arbeitsplätze durch die holzverarbeitende Industrie, hervorgegangen aus einem kleineren Sägewerk. Nach 1989 konnte dieser Betrieb nicht aufrechterhalten werden.

Ab 1992 begann eine umfangreiche Sanierung der Stadt und der Burg u. a. im Rahmen der Städtebauförderung.

Der jetzige Ortsteil Ahrensberg blieb nach der Mecklenburgischen Hauptlandesteilung 1701 bis zur Vereinigung im Jahr 1934 eine Exklave Mecklenburg-Schwerins im Strelitzer Landesteil.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Marktplatz

Das Wappen wurde unter der Nr. 219 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Silber auf grünem Berg drei rote Türme; der mittlere ein Rundturm mit Spitzdach und goldenem Hochkreuz; die äußeren Zinnentürme mit zwei wachsenden, einander zugewendeten gold bewehrten roten Adlerköpfen.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Quakenbrück ist die westdeutsche Partnerstadt von Wesenberg. Die Partnerschaft wurde am 21. September 1990 begründet. .

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Dorfkirche Ahrensberg
  • Marktplatz
  • Burg Wesenberg, Wahrzeichen der Stadt
  • Gotische Kirche aus dem 14. Jahrhundert
  • Museum für Blechspielzeug in der Villa Pusteblume
  • Das Kino ist 1936/37 als Filmtheater mit vorderer typologischer Theaterschaufassade, durch Backsteinvorbauten mit Putzflächen, und angegliedertem Zweckbau, dem Kinosaal, errichtet worden. Bereits vor 1990 schloss das denkmalgeschützte Haus seine Türen, bis es von einer privaten Investorin nach vollständiger Sanierung und Modernisierung 2001 wiedereröffnet wurde. Es ist nun das dienstälteste Lichtspielhaus der Region.
  • Stele aus dem Jahre 1997 auf dem Gelände des Thälmannparks, die Jugendliche unter Anleitung des Künstlers Wolf Leo zur Erinnerung an die KZ-Häftlinge des Todesmarsches errichteten.
  • Thälmannpark von 1970 mit Gedenkstein für den Arbeiterpolitiker Ernst Thälmann, der 1944 im KZ Buchenwald ermordet wurde
  • Gutsanlage und Dorfkirche Ahrensberg

Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Stadt liegt am Schnittpunkt der Bundesstraßen 198 und 122, welche Wesenberg in verschiedene Himmelsrichtungen an das überregionale Straßennetz anbinden. Wesenberg besitzt einen Bahnhof an der zweistündlich befahrenen Bahnstrecke Neustrelitz – Mirow. Weitere Verbindungen in umliegende Ortschaften bestehen unter der Woche mit den Linienbussen der MVVG.

Vereine[Bearbeiten]

  • De Wesenbager Burgsängers, Männerchor, gegründet 1997
  • Burgverein Wesenberg e. V., Kulturverein, gegründet 1995

Sport[Bearbeiten]

1886 begann in Wesenberg der organisierte Sport.

Die Gründung des Sportvereins Union Wesenberg erfolgte 1925 mit einem ersten, offiziellen und siegreichen Fußballspiel gegen Mirow. Den heutigen Namen SV Union Wesenberg trägt der Verein seit 1990, der zuvor Arbeitersportverein Wesenberg, dann Sportclub Wesenberg, Turnsportverein Wesenberg, Sportgemeinschaft Freundschaft Wesenberg, BSG (Betriebssportgemeinschaft) Traktor Wesenberg und BSG Union Wesenberg hieß. Gegenwärtig zählt Union Wesenberg 360 Mitglieder (Stand 2005). Diese sind in den gegenwärtig zehn Abteilungen organisiert, wobei die Abteilung Fußball die größte im Verein darstellt. Des Weiteren gibt es noch die Abteilungen Kanu, Kraftsport, Kegeln, Wandern, Radwandern, Angeln, Tennis, allgemeine Sportgruppe/Veteranensport und neuerdings auch Boxen.

Die Abteilung Volleyball hat sich 1990 aus dem Verein herausgelöst und sich unter dem Vereinsnamen FS Wesenberg neu organisiert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wesenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Bäderverband Mecklenburg-Vorpommern, abgerufen am 20. März 2014
  3. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2000
  5. Werner Lexow: Eisenbahn in Mecklenburg-Strelitz. S. 74.