Hagenbach

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hagenbach (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hagenbach
Hagenbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hagenbach hervorgehoben
49.0205555555568.2483333333333104Koordinaten: 49° 1′ N, 8° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Germersheim
Verbandsgemeinde: Hagenbach
Höhe: 104 m ü. NHN
Fläche: 15,85 km²
Einwohner: 5318 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 336 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76767
Vorwahl: 07273
Kfz-Kennzeichen: GER
Gemeindeschlüssel: 07 3 34 008
Adresse der Verbandsverwaltung: Ludwigstraße 20
76767 Hagenbach
Webpräsenz: www.hagenbach.de
Stadtbürgermeister: Franz Xaver Scherrer (CDU)
Lage der Stadt Hagenbach im Landkreis Germersheim
Wörth am Rhein Germersheim Zeiskam Ottersheim bei Landau Knittelsheim Bellheim Scheibenhardt Berg (Pfalz) Hagenbach Neuburg am Rhein Jockgrim Neupotz Hatzenbühl Rheinzabern Steinweiler Erlenbach bei Kandel Kandel (Pfalz) Winden (Pfalz) Vollmersweiler Freckenfeld Minfeld Leimersheim Kuhardt Rülzheim Hördt Schwegenheim Lingenfeld Freisbach Weingarten (Pfalz) Westheim (Pfalz) Lustadt Baden-Württemberg Frankreich Speyer Rhein-Pfalz-Kreis Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der PfalzKarte
Über dieses Bild

Hagenbach ist eine Stadt im Landkreis Germersheim im Südosten von Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Nachbargemeinden von Hagenbach sind im Norden die Stadt Wörth am Rhein, im Osten jenseits des Rheins die Großstadt Karlsruhe, im Süden Berg (Pfalz) und Neuburg am Rhein. Berg und Neuburg gehören zur Verbandsgemeinde.

Geschichte[Bearbeiten]

Schon zur Römerzeit war das Gebiet um Hagenbach besiedelt. Heute noch sichtbare Spuren sind Zeugen dieser Zeit. Von den Römern ging die Herrschaft über dieses Gebiet auf die Burgunder und im 6. Jahrhundert auf die Franken über. Urkundlich wird Hagenbach erstmals im Jahre 848 in einer Schenkungsurkunde König Ludwigs des Deutschen erwähnt. In den folgenden vierhundert Jahren entwickelte sich Hagenbach zu einer bedeutenden Festung. Im Jahre 1281 verlieh der römisch-deutsche König Rudolf von Habsburg Hagenbach das Stadtrecht. Teile der Stadtmauer sind noch heute erhalten. Nach wechselnden Herrschaftsverhältnissen wurde Hagenbach im Jahr 1416 der Pfalz zugeteilt und verlor den Status einer freien Reichsstadt. Im Bauernkrieg wurde die Festung 1525 zerstört. Im Dreißigjährigen Krieg diente die Stadt als Heerlager.

Die Kriege des 18. und 19. Jahrhunderts verschonten Hagenbach ebenso wenig wie eine Hungersnot, die den Ort 1816 heimsuchte.

Seit dem 22. Januar 2006 besitzt Hagenbach wieder Stadtrechte.[3]

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Hagenbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 1.284
1835 1.644
1871 1.819
1905 1.741
1939 2.338
1950 2.336
Jahr Einwohner
1961 2.729
1970 4.234
1987 4.556
1997 5.493
2005 5.429
2013 5.318

Religionen[Bearbeiten]

2012 waren 48,3 Prozent der Einwohner katholisch und 20,4 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[4]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Hagenbach besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[5]

Wahl SPD CDU FWH Gesamt
2014 8 11 3 22 Sitze
2009 7 12 3 22 Sitze
2004 6 13 3 22 Sitze

Orts- bzw. Stadtbürgermeister[Bearbeiten]

  • 1945–1960: Hermann Meyer
  • 1960–1987: Karl August Vogel (CDU)
  • 1987–1994: Hermann Dreizehnter (CDU)
  • seit 1994: Franz Xaver Scherrer (CDU)

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Silber eine bewurzelte grüne Buche“.

Es wurde 1911 von Prinzregent Luitpold von Bayern genehmigt und geht zurück auf ein Siegel aus dem Jahr 1297.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Germanische Spuren in der Gemarkung aus der Zeit vor ständiger Besiedlung stellt der vorwiegend aus Silberschmuck bestehende „Hortfund von Hagenbach“ dar, der römisches Beutegut aus dem 3. Jahrhundert beinhaltet und heute im Historischen Museum der Pfalz in Speyer aufbewahrt wird. Man nimmt an, dass der Schmuck aus einem römischen Tempelbezirks Aquitaniens stammt.

Die Lourdesgrotte am Hochufer ist alljährlich das Ziel von Gläubigen.

Im Ortskern finden sich gepflegte Fachwerkhäuser. Die Kirche St. Michael von 1752 hat eine reichhaltige Rokokoausstattung. Hinter der Kirche ist noch ein Rest der alten Ortsbefestigung zu sehen und auf dem alten Friedhof das Denkmal „Kreuzigungsgruppe“ von 1835.

Nahe Hagenbach (an der Straße nach Langenberg) befinden sich die Reste einer Römerstraße sowie zwei römische Meilensteine, die allerdings nur noch Kopien sind. Die Römerstraße lässt sich bis nach Wörth verfolgen.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Hagenbach

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Hagenbach liegt etwas abseits der A 65. Die Stadt hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Wörth–Strasbourg.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Mehrere Automobilzulieferer haben sich in den vergangenen Jahren in der Gemeinde angesiedelt. Größter Arbeitgeber ist das Entwicklungszentrum von Faurecia Innenraumsysteme. Dort werden Instrumententafeln und Cockpits für die Automobilindustrie entwickelt. 2003 hatte der Standort 550 Mitarbeiter. Das Werk ist 18.000 m² groß.[7]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Als Sitz der Verbandsgemeinde beherbergt Hagenbach deren Verwaltung. Neben der Hainbuchenschule befindet sich das Jugendzentrum, das alle Jugendlichen willkommen heißt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hagenbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, S. 204 (PDF; 2,1 MB)
  4. Ewois, Stand: 31. Juli 2012
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3
  7. Faurecia-Pressemitteilung vom 19. September 2003 (PDF; 31 kB), abgerufen am 8. September 2013.